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Die Schriftmuster der Welt in einer Datenbank …

Gibt es geschlechtsspezifische Typographie?

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Patte

Hallo,

ganz kurz zur Einleitung: ich studiere Literaturwissenschaft und habe im vergangenen Semester ein Seminar zum Thema Buchkunde besucht. Für mein Seminararbeitsthema möchte ich mich gern einem typographischem Thema widmen. Nach langer Suche ist mir aufgefallen, dass Zeitschriften, die sich vorwiegend an Männer richten, typographisch aber auch vom Text-Bild-Verhältnis anders gestaltet sind als Zeitschriften, die sich vorwiegend an Frauen richten. Z. B. findet man hanschriftliche Elemente bedeutend häufiger in Frauenzeitschriften.

Ich frage mich also, ob es da eine gängige Praxis gibt bzw. Untersuchungen zum geschlechtsspezifischem semantischen Potenzial verschiedener Schriften/ Schriftauszeichnungen. Kennt ihr ein paar gute (wissenschaftliche) Artikel zu dem Thema Schriftrezeption im allgemeinen bzw. geschlechtsspezifische Schriftrezeption? Oder habt ihr andere konkrete Erfahrungen damit, warum ein/e Hersteller/in sich für eine bestimmte Schriftart entscheidet, wenn er/sie eine konkrete Zielgruppe vor Augen hat?

Ich bin für jeden Wink und Ratschlag dankbar! Aber bitte eines bedenken: ich bin zwar mittlerweile sehr an typographischen Themen interessiert, aber dennoch ein blutiger Anfänger. Also haltet euch mit Fachvokabular, das ich nicht nachschlagen kann, bitte zurück.

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Kathrinvdm

Hallo Patte, herzlich willkommen im Forum! ;-)

Da hast Du Dir aber ein heikles Thema ausgesucht – Genderaktivisten geraten darüber geradezu in Rage! ;-) Aber Spaß beiseite: Wir haben das Thema hier schon einmal im Forum diskutiert, vielleicht hilft Dir das Lesen der Diskussion schon ein wenig weiter.

Wenn Du diesen LINK anklickst, wird der Diskussionsstrang direkt aufgerufen.

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Phoibos

Schriften werden wohl nach den Stereotypen derjenigen ausgesucht, die den Schrifteinsatz ordern: Das, was diese für männlich/weiblich halten und was sie glauben, dass ihre Zielgruppe davon hält, bekommt dann auch eine entsprechende Konnotation.

Schrift an sich ist nicht in einem Gender-Antagonismus gefangen, nur die Bedeutung, die wir der Form anerkennen, mag jenen bilden.

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Wrzlprmft

Trifft zwar nicht ganz die Frage, bietet sich aber an: Ich habe neulich gehört, dass einige Feministen, die den Unterschied zwischen grammatikalischem und biologischem Geschlecht nicht verstanden haben, mittlerweile ein Sternchen statt des binnen-I (Sexualstraftäter*innen statt SexualstraftäterInnen) verwenden, da das große I ihnen zu phallisch war.

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Nerdus

Ohja, das nennt sich dann Gender-Stern und ist etwa vor einem Jahr auch an der Uni meiner Freundin aufgetaucht (innerhalb einer Uni-Zeitschrift) – ist aber (so glaube ich) genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen war :-)

Den Sinn hinter der Genderei erkenne ich, ehrlich gesagt, bis heute nicht, aber das ist wohl ein Thema für sich …

Schriften werden wohl nach den Stereotypen derjenigen ausgesucht, die den Schrifteinsatz ordern: Das, was diese für männlich/weiblich halten und was sie glauben, dass ihre Zielgruppe davon hält, bekommt dann auch eine entsprechende Konnotation.
Das denke ich auch, jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Entscheider die Mühe machen, die Wirkung einzelner Schriften/Schrifttypen auf die Zielgruppe wirklich zu untersuchen.

Aber falls jemand so eine Untersuchung kennt, immer her damit, daran wäre ich auch interessiert :-)

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Liuscorne

Mit den Suchbegriffen "typography" und "gender" spuckt G. einige Treffer aus, die in die Richtung gehen könnten, die Dich interessiert: Schriftwahrnehmung, Schriftkategorisierung nach psychologischen Gesichtspunkten, Typografie und Feminismus/Genderforschung, zielgruppenspezifische Gestaltung etc.

Einfach mutig in die Datenfluten stürzen!

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Phoibos
Trifft zwar nicht ganz die Frage, bietet sich aber an: Ich habe neulich gehört, dass einige Feministen, die den Unterschied zwischen grammatikalischem und biologischem Geschlecht nicht verstanden haben, mittlerweile ein Sternchen statt des binnen-I (Sexualstraftäter*innen statt SexualstraftäterInnen) verwenden, da das große I ihnen zu phallisch war.

Alternativ gibt es für die Apfelsinenkist_innen auch das Gender-Gap.

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  • 2 Wochen später...
Patte

Jetzt habe ich mich noch gar nicht für eure schnelle Hilfe bedankt. mir kam so ein fieser Urlaub dazwischen, da vergisst man gern alles drumherum :) Deswegen: Danke!

Ich schaue mir jetzt erstmal in aller Ruhe die geposteten Links an und schreibe dann dort evtl. noch etwas dazu.

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