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Typografie-Zitate


Ralf Herrmann

Empfohlene Beiträge

Wir wollen alles vermeiden, was Schnörkel und Überladung ist, und Schnörkel heißt mir in einem Buche alles, was nicht Buchstabe oder Interpunktion ist. 

 

Friedrich Schiller in einem Brief an seinen Verleger Cotta

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Ich hab mich schon gewundert über die merkwürdige Auswahl historisch bedeutender Ereignisse. Die Vorläufer der Bauernerhebungen kamen ohne Schriftsatz aus, zumal leibeigene Bauern in dieser Zeit sicherlich kaum lesen konnten. Und für das Gemetzel in Frankreich und Desmoulins tolldreiste Schlachtrufe war der Buchdruck sicherlich sehr wichtig, aber mit Mord und Totschlag die Berechtigung des Buchdrucks zu würdigen, erscheint mir reichlich dusselig. Oder soll das eine Kritik sein? Schließlich wurde insgesamt vermutlich mehr Schlechtes als Gutes gedruckt, das hat sich bis heute nicht geändert. Vom Ablaßbrief über die Hetzschrift zur Konsumwerbung, keine Stoffe für das Hohelied auf Gutenberg.

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Wenn wir hier beginnen, die Inhalte des Gedruckten zu diskutieren,

sprengen wir sicherlich den Rahmen. Dazu ein Zitat von John Stauber:
 

»40 Prozent von allem, was man in den USA in den
Zeitungen liest oder im Fernsehen sieht, ist von
PR-Firmen im Auftrag ihrer Kunden geschrieben oder
produziert worden. Die PR-Erzeugnisse werden in
den freien Medienmarkt gedrückt von den über
200.000 Mitarbeitern der Public Relations Industrie.«

 

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Nicht jeder Satz über Typografie ist zitierwürdig, das wollte ich nur sagen. Das Zitat aus dem Hamburger Abendblatt erscheint mit wenig wertvoll. Revolutionen und Umstürze gab es auch vor Gutenberg. Was Frau Jung sagen wollte, bleibt im Dunkeln. Sie sagt, daß weder die Aufrufe noch die Flugblätter möglich gewesen wären. Das bezieht sich ebenso auf das Alphabet und das Papier und natürlich die Menschen.

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Wenn es auch nur bedingt zum Thema beiträgt:

 

Wobei ich doch irgendwo einmal gehört oder gelesen habe daß das Ausmaß der Reformation ohne die Möglichkeit des schnellen und im Vergleich relative günstigen Druckes viel geringer ausgefallen wäre. Die enorme Destabilisierung im Europäischen Raum die ja sogar dem Osmanischen Reichen Tür und Tor geöffnet hat war nicht zuletzt auf die schnelle und massive Verbreitung des entsprechenden Gedankengutes zurückzuführen.

 

Aber woher kam das nur? Haben wir das hier im Forum mal verhackstückt? Oder habe ich das von der Führung in der Bodleian Library in Oxford, in welcher ja auch ein Exemplar der Gutenberg-Bibel ist? *grübel*

 

Grüße Christian

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Wobei ich doch irgendwo einmal gehört oder gelesen habe daß das Ausmaß der Reformation ohne die Möglichkeit des schnellen und im Vergleich relative günstigen Druckes viel geringer ausgefallen wäre. 

Darüber sind sich die Historiker - soweit das bei Historikern überhaupt geht - weitestgehend einig. Vermutlich wäre Luther ohne Buchdruck eine Wittenbergische Randerscheinung (a la "Der irre Mönch") geblieben - ein hübscher Gedanke ...

Die französische Revolution würde ich nun aber auch nicht nur auf Mord und Totschlag reduzieren - wie übrigens fast alle Revolutionen in der Geschichte war es schon etwas mehr als nur und sicherlich auch das.

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In irgendeinem Magazin sehe ich ein Logo oder einen

Rubriktitel mit interessanten Schriftzeichen. Ohne den Urheber

kopieren zu wollen, sehe ich die Chance, in freier Improvisation

(ungefähr wie Jazzer über alten Melodien improvisieren)

ein ganzes Alphabet daraus zu machen. Die Ideen für solche Schriften

liegen auf der Straße . . .

Manfred Klein

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Den wichtigsten Teil des Zitates hast du uns aber unterschlagen:
 

Der gedruckte Bogen überwindet Raum und Zeit. Der gedruckte Bogen, die Unendlichkeit der Bücher, muß überwunden werden. DIE ELEKTROBIBLIOTHEK.

 

El Lissitzky: Topographie der Typographie, 1923

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Die richtige Ausübung des typografischen Berufes ist ein endloser

Lernprozeß und eine Herausforderung des individuellen Talents,

der Fantasie und des praktischen Denkens.

Oliver Simon

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»Es ist ein Irrtum, zu behaupten, daß mit typografischem Material Dinge produziert werden können, die JEDER machen kann, und es wird außer acht gelassen, daß auch hier nicht die Technik allein, sondern hauptsächlich der Geist ausschlaggebend ist.«

Imre Reiner (Typo-Graphik, 1944)

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Typografie ist zum großen Teil ein Spiel mit den Schrifttypen,

und die Auswahl eines Druckers sollte nicht groß genug sein,

damit man sich nicht mit einer Bodoni begnügen muß, weil

keine Garamond lieferbar ist. Das macht es für unsere Designer

zu einer schwierigen Aufgabe, mit den Designern anderer Länder

zu konkurrieren. Es wird eine Langzeitaufgabe sein für unsere

staatliche Industrie eine Lösung zu finden für die Knappheit

guter Schrifttypen.

Oldrich Hlavsa, 1963

Tschechischer Designer (1909-1995)

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  • 2 Wochen später...

Keine andere Kunst hat mehr Berechtigung, ihren Blick auf die zukünftigen Jahrhunderte zu richten als die Typographie; denn was sie heute schafft, kommt der Nachwelt nicht weniger zu gute als der lebenden Generation.— Möchte doch diese Kunst, sinnvoll, nützlich und schön wie sie ist, auch allenthalben mit der ihr würdigen Geschicklichkeit und Liebe geübt, mit Geschmack und gutem Urteil gefördert werden.

 

Bodoni

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Gast bertel

Typographie ist eine spröde Kunst – wenn überhaupt eine.

Max Caflisch: Schriftanalysen, Untersuchungen zur Geschichte typografischer Schriften, 2003

 

Hier finden sich neben dem obigen noch viele weitere Zitate zur Typorafie.

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Wir ſind Schriftzeichner, Stempelſchneider, Holzſchneider, Schriftgießer, Setzer, Drucker und Buchbinder aus Überzeugung und aus Leidenſchaft, nicht etwa, weil unſere Begabung zu dürftig wäre für andere, höhere Dinge, ſondern weil für uns die höchſten Dinge in engſter Beziehung dazu ſtehen. 

 

Rudolf Koch

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Die Schrift wurde die Trägerin des Edelſten,
was  in den beiden großen Sphären,
der Intelligenz und der Gefühle,
des forſchenden Sinnes und der
ſchaffenden Einbildungskraft,
die Menſchheit errungen
und als eine unvergängliche Wohltat
der ſpäteren Nachwelt vererbt hat.

 
Humboldt

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