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Krimhilde – Fraktur trifft geometrische Grotesk
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Martin Z. Schröder

Opakes Werkdruckpapier – woher nehmen?

Empfohlene Beiträge

Martin Z. Schröder

Verehrte Kollegen,

kann mir jemand ein opakes Werkdruckpapier in gebrochenem Weiß empfehlen? Ich habe ein Buch auszustatten (Offset, einfarbig, mit Abbildungen) und bekam einen Ordner Schleipen. Das kannte ich noch nicht. Es ist derart durchsichtig, daß es wohl zu einem großen Teil aus Füllstoff bestehen muß. Die meisten dieser Papiere sind viel zu gelb, es gibt keine Auswahl in gebrochenen Weißtönen. Munken Cream ist zu gelb und auch nicht opak genug. Von Gardapat habe ich eine gute Farbe, opak ist es auch, aber die Oberfläche könnte etwas rauher sein. Hat jemand einen Tip? Sonst rufe ich meine Papierlieferanten an. Aber ich habe Schwierigkeiten, mich dort verständlich zu machen. Die verstehen immer »Harngelb«, wenn ich »gebrochen Weiß« sage.

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catfonts

Könnte es sein, dass du mit "gebrochenes Weiß" eben diesen Papier-Naturton von typischem, etwas besserem DDR Buchdruck-Papier meinst, auf dem beispielsweise der VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften seine Welzgeschichte-Reihe gedruckt hatte? (andere DDR-Bücher in meinem Besitz sind schon wirklich arg gelb)

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Pachulke

Für Werkdruckpapiere am besten Geese in Hamburg anfragen. Die haben eine ordentliche Auswahl und sind sehr freundlich, schnell und kooperativ.

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Gast Markoff

Vielleicht Munken Lynx Rough oder Munken Pure Rough ... wobei ich mir keine genaue Vorstellung von "gebrochenem Weiß" machen kann.

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Martin Z. Schröder

Sehr erfreulich, das Telefonat mit Geese. Man versteht, was ich suche. Das Römerturm-Werkdruckpapier kannte ich gar nicht, danke für den Tip. Jetzt sind Muster aus Hamburg und Frechen unterwegs. Danke euch!


@catfonts: Danke, aber es geht um aktuelle Produktion, das hat mit DDR nichts zu tun. Die heutigen Bücher werden fast alle auf zu gelbem Papier gedruckt, in den großen Buchdruckereien ist gar nicht anderes mehr auf der Rolle.

Gebrochenes Weiß ist ein alter handwerklicher Begriff, der aber zur Beschreibung nicht mehr auszureichen scheint. Es ist ein Weiß ohne optische Aufheller, also ohne Blauspülung, aber auch ohne gelbe Farbe. Gewissermaßen ein »Naturton«. Da die Verleger in Deutschland vor 15 Jahren ihre künstlerischen Leiter entlassen haben und sich selbst für Papier nicht interessieren, halten sie das Papier mit dem größten Unterschied zum billigen Kopierpapier für »bibliophil« und »wertig«. Deshalb liest man heute die meisten Romane auf gelbem Papier. Ein ziemlicher Kitsch. So führen Unwissen und Desinteresse auf breiter Fläche zu einer falschen Angebotspalette. Gebrochene Weißtöne muß man mehr suchen als gelbliche Farben und hochweiß-bläuliche Papiere.

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catfonts

Ich meinte auch nicht, dass es etwas mit der DDR zu tun haben soll, sondern lediglich um den Farbton zu beschreiben, also so ein recht hauchzartes beige, und eben nicht gelb - sprich, der Farbton kommt nicht von einem zugesetzten Farbstoff, sondern durch wenig aggressives bleichen der Papierrohstoffe. also in etwa so...

 

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Martin Z. Schröder

Auf meinem Bildschirm ist das Rechteck gelb. Aber man kann nicht an Bildschirmen über Papierfarben sprechen. Gebrochenes Weiß ist recht gut definiert, kein Beige, kein Gelb, kein Ocker, sondern eine nur wenig merkliche Abschattung von Weiß, etwa so, wie du es auch beschreibst. Diese Töne gibt es in vielen Nuancen, aber über solche Feinheiten kann man nur diskutieren, wenn man es in der Hand hat und sich bei ähnlichen Lichtverhältnissen darüber verständigt. Deshalb bekomme ich ja nun auch Muster. In der Herstellung gehört Farbstoff immer ins Papier, weil man anders keine gleichbleibende Tönung herstellen könnte.

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gutenberger

Wenn Du mit Römerturm-Werkdruck das Poensgen&Heyer meinst: das ist zwar wirklich große Klasse, gibts aber nur in der einen Grammatur und dürfte aber etwas zu volumig und zu steif sein, es sei denn das Buchformat ist sehr groß. Ist mein Lieblingspapier im Buchdruck ... schade, dass es nicht mehr Grammaturen davon gibt.

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Martin Z. Schröder

Angegeben wird:

Natural Line Velin 120 g/m2, 170 g/m2, 220 g/m2

Mal sehen. Kommt aufs Volumen an, das wird auf der Website nicht angezeigt, steht so auch gar nicht in der Preisliste.
Mir wurde noch Schleipen Fly 05 empfohlen, das ist recht ordentlich opak, hat auch eine gute Tönung, ist nur eine Idee zu glatt. Hatte ich schon mal in einem Buch mit Farbbildern, da kam das gut. Das Geese-Papier könnte zu teuer werden. Ich warte mal die Muster ab.

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Pachulke

Das Geese-Papier könnte zu teuer werden.

 

Tatsächlich? Im Vergleich zu Munken fand ich das (z. B. Alster Werkdruck) immer recht günstig.

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CLMNZ

Salzer hat auch noch brauchbare Papiere für Bücher.

Salzer EOS zum Beispiel

 

http://www.salzer.at

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Martin Z. Schröder

Danke. Die Entscheidung ist schon gefallen. Mich haben die Muster nicht recht überzeugt, und es wird jetzt Schleipen Fly 05 spezialweiß in 130g/qm, auch wenn das eine Spur zu glatt ist. Gute Farbe, gute Opazität.

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CLMNZ

dann fürs nächste Projekt mal bei Salzer anklopfen :)

 

wünsche dennoch gutes Gelingen

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CLMNZ

ach ja – kürzlich erst gesehen – Salzer wird auch über Geese vertrieben ...

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