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(Teil)verbundene Lateinschrift aus «Schrift-Vorlagen für den Schulgebrauch» — #3 (o.J., angebl. ca. 1900)


Gast
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Gast

So ein kleines x hatte schon der Lateinschrift-Entwurf von Rudolf Koch, ob es aber daher kommt?

 

Genau bei diesen «x» frage ich mich, wie die denn korrekt geformt werden sollen und an die Nachbarbuchstaben anzuschließen sind.

Ist das «x» gleichsam ein sehr rundes kleines «s» wie am Wortende (bzw. ohne «Abstrich» — seltsame Vokabel, BTW), dann Luftsprung, dann ein kleines «c» darangeheftet?

 

Das weiter oben verlinkte Bilderbuch mit der Schrift von Alois Legrün hat ein x wie in der Schulschrift von 1969.

Du meinst sicherlich dieses, das du oben verlinkt hast:

16027256432_2.jpg

Ja, Du hast ganz richtig festgestellt, das ist — wenn auch mit außergewöhnlich großen Schlingen bei der «a-family» — sicher die «Schulschrift 1969». 

 

Da ist zu erwähnen: zum einen das runde «r» und zum anderen das links unten (!) anschließende «x» waren genau die zwei Neuerungen, welche die «Schulschrift 1969» brachte. Daher dürfte das Buch mit dem Text «Im Hexenhaus» von 1969 oder später sein.

Die Besonderheit des österreichischen kleinen «x» ab 1969 habe ich hier einmal veranschaulichen wollen:

Austrian-German_Font_comparison__2016-03

(#3 tanzt aus der Reihe, denn was ein österreichisches kleines «x» in der «SAS» zu suchen hätte, ist sehr undurchsichtig.)

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Gast

Das wäre dann wohl so zu schreiben ... (auch wenn’s hier jetzt nicht so schön gerundet gelungen ist).

 

s0xzro.jpg

Danke für die Veranschaulichung!

Jetzt muss ich allerdings zugeben, es ist Dir gelungen, mich konfus zu machen: bei welchem «x» welcher Schrift sind wir jetzt? 

Ich hätte hier nämlich getippt: vermutlich Hand einer Lehrkraft an einer österreichischen Volksschule, die selber als Kind noch die «Wiener Richtformen 1924» bzw. «Schulschrift 1946» unterrichtet bekommen hat, jetzt aber die «Schulschrift 1969» lehrt. 

(Ich nehme an, ich liege daneben ;-)

Ich habe rasch noch eine Gegenüberstellung in Sachen «x» gemacht:

[sic! «Bayrische», nicht etwa Bayerische, oder einfach: Westdeutsche?!]

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Gast

Da ist zu erwähnen: zum einen das runde «r» und zum anderen das links unten (!) anschließende «x» waren genau die zwei Neuerungen, welche die «Schulschrift 1969» brachte. Daher dürfte das Buch mit dem Text «Im Hexenhaus» von 1969 oder später sein.

 

^ Das habe ich evtl. missverständlich ausgedrückt.  

Besser vielleicht so: Soweit ich es bislang gehört habe, ist das «x» bei den «Wiener Richtformen 1924» bzw. bei der «Schulschrift 1946» links oben verbunden. Die Revolution war 1969, es nun unten anzuschließen. Eine radicale Neuerung, sozusagen! ;-)

(Wie gesagt, das habe ich lediglich gehört bzw. geschlussfolgert, aus dem bisher gesichteten Material gingen keine Details hervor, bloß dass sich 1969 viele Lehrkräfte über das neue «r» und das neue «x» furchtbar ärgerten.)

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Ich glaube, in meiner persönlichen Schreibentwicklungsgeschichte (natürlich erinnert man das nach all den Jahren nicht mehr sooo plastisch) war das kleine x die Sollbruchstelle meiner Verbundenschreibung. Ob nun mit zwei Schlaufen, einem Kreuz in zwei Teilen, einem nachträglich eingefügten Schrägstrich ... das ging nie flüssig von der Hand. Und wenn ich dann schon das Wort unterbrechen musste, um so ein blödes x einzufügen, das auch am nächsten Tag noch lesbar sein sollte, dann konnte ich doch auch woanders zwischendurch unterbrechen: Für den i-Punkt, den t-Strich und, und, und ... Und dann hab ich bald festgestellt, dass man schneller schreibt, wenn nicht alles verbunden ist. Der didaktische Wert des kleinen x ist also nicht zu unterschätzen :-)

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Schade, das es zu meiner Zeit das Unterbrechungs-x noch nicht gab, da schrieb man es noch so ähnlich wie in Dänemark das æ in Schreibschrift, nur schmaler, und daher traute ich mir auch keine i-Punkt-Unterbrechungen zu machen, was sich immer in fehlenden i-Punkten bemerkbar machte.

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Wie unpraktisch die Vorgabe ist, den Stift für das i-Pünktchen mitten im Wort abzusetzen, habe ich erst in Amerika gelernt. Hier wird erst das ganze Wort ohne Punkte durchgeschrieben …

M%C4%B1ss%C4%B1ss%C4%B1pp%C4%B1.png

… und danach werden dann alle i-Pünktchen (und t-Querstriche) gesetzt.

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  • 2 Wochen später...
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Gast

Zur Illustration, dass es sich bei der eingangs gezeigten Lateinschrift

post-34345-0-98754300-1460545898.jpg

um eine österreichische Schöpfung von vor 1924 handeln muss, hier zum Vergleich Alphabete aus Die zeitgemäße Schrift 11/12, Heintze & Blankertz (1930), und zwar aus dem von Alois Legrün verfassten Beitrag Schrift- und Schreibunterrichtsverhältnisse in Österreich:  

 

post-34345-0-94462300-1462129558_thumb.j 

 

post-34345-0-84508800-1462129586_thumb.j 

 

post-34345-0-29765000-1462129613_thumb.j

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  • 3 Wochen später...
Gast

Nachdem ich auf eine bereits vor längerem von @Uwe Borchert gestellte sehr gute Frage bisher leider aus Zeitmangel angemessen und konkret einzugehen verabsäumt habe, möchte ich nun endlich versuchen, die Genesis der «Schlingen» der österreichischen Lateinschrift ab 1924  vermittelst einiger Beispiele prominenter Handschriften Ende des 19. Jh. bis Ende 20. Jh.  nachvollziehbar zu machen: 

 

6002207.jpg

 

 

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Hallo,

vor 5 Stunden schrieb Anderglan:

Nochmals zu den «Schlingen»…

 

5035588.jpg

Alois? Nachname Unlesbar?

vor 5 Stunden schrieb Anderglan:

Auch in österreichischen Kurrentschriften: keine Spur von einem «z» im «scharfen s»…5033320.jpg

 

 

Teilweise unlesbar. Das erste Wort aus der zweiten Zeile des Textes ist vollkommen unverständlich. Was ist das für ein Buchstabe? Der taucht mehrfach auch ... Versammelten ... V? Gibt aber auch damit keinen Sinn. Gibt es von dem Text eine Transkription nach lateinisches Deutsch?

 

MfG

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Gast
Am 18. Mai 2016 um 18:50 schrieb Uwe Borchert:

Alois? Nachname Unlesbar?

[]

Das erste Wort aus der zweiten Zeile des Textes ist vollkommen unverständlich. Was ist das für ein Buchstabe?

@Uwe Borchert Stimmt, Alois, und richtig, ein V: «Verhinderung». Verfasser ist hier E.R. Starhemberg, ob konkret dieses Schriftstück irgendwo publiziert ist, weiß ich nicht. 

 

Für die «großen Schlingen» der Erwachsenenhand bei der a-family ein weiteres Beispiel, diesmal aus einer höchstgerichtlichen Entscheidung (OGH unterm 23. Feber 2016, 4Ob142/15h)

 

image001.jpg

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<p>Eine elegante Display-Schrift von Friedrich Althausen mit 200 Ligaturen</p>
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