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Hilferuf! Alternative zu Auszeichnungsarten zur Kennzeichnung der Sprechenden in einer Fantasygeschichte gesucht

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Hallo zusammen,

 

habe ein Manuskript vorliegen zum Setzen mit dem Wunsch des Autors, den unterschiedlichen "Sprachen" (z.B. Bäume, Gräser, Tiere, Zwerge) – welchen zudem auch individuelle Schriftsprachregeln zugrunde liegen – unterschiedliche Formatierungen zu verwenden.

 

Die große Herausforderung liegt darin, dass insgesamt 9 (!) verschiedene Sprachen dargestellt werden sollen, die nicht nur ihren eigenen Regeln folgen, sondern zudem "Unterarten" berücksichtigen sollen. Und nicht zu vergessen: manchmal soll Groß- und Kursivschrift auch der Betonung dienen.

 

Als Beispiel sei die Baumsprache angeführt: 
 

Zitat

Baumsprache:

Großbuchstaben, Vokale verdoppelt. Die Bäume sprechen meist laut, sehr tief, geradezu übermächtig, und langsam. Beispiel: „DIIEES IIST EEIIN SAATZ AAUUS DEER BAAUUMSPRAACHEE.“

Ausnahmen:

-          Kranke Bäume sprechen in Kleinbuchstaben-Kapitälchen 

-          Ein Bonsai spricht mit normalen Buchstaben und verdoppelten Vokalen. Beispiel: „Iich biin jaa aauuch miit deer kleeiinstee uunteer deen Bääuumeen.“ 

Ich persönlich empfinde es im Gesamtschriftbild eher als aggressiv, denn als tief, ruhig und mächtig (bin ich zu sehr konditioniert aufgrund der Netiquette-Regeln im Netz?).

Wer von Euch hat schon einmal vor einer ähnlichen Aufgabe gestanden? Wie könnte das gelöst werden, ohne die Harmonie des Gesamteindruckes zu beeinträchtigen?

Nun bin ich sehr gespannt auf Eure Gedanken zur Herangehensweise.

 

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Soll das Werk lesbar werden? Für erfahrene Leser mögen Doppelungen und Versalsatz noch grad so funktionieren, auch wenn sie eine Zumutung sind, für Kinder und andere weniger erfahrene würde ich das anders lösen. Ein ganzes Buch so lesen zu müssen stelle ich mir eher als Strafe vor.

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Vielleicht wäre ’ne Großfamilie ein Ansatz – also so etwas wie Berlingske, Thesis, Tabac, etc. Auch wenn Du damit nicht auf neun unterschiedliche und noch lesefreundliche Stile kommen wirst. Trotzdem könntest Du dann mit der jeweiligen Italic das Ganze aufblasen und eventuell noch mit Strichstärken spielen. Die Tabac bietet zum Beispiel vier unterschiedliche Stile. Mit den zugehörigen Kursiv-Schnitten kommst Du auf acht. Dann noch einen Mono-Schnitt und Du bist bei neun. :-D Inwiefern das funktioniert und noch einigermaßen erträglich ausschaut, müsste man halt mal testen.

 

Versalsatz für mehrere Zeilen und ähnliche Scherze würde ich besser vermeiden, wenn die Leser nicht vergrault werden sollen.

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vor 57 Minuten schrieb bertel:

Soll das Werk lesbar werden? Für erfahrene Leser mögen Doppelungen und Versalsatz noch grad so funktionieren, auch wenn sie eine Zumutung sind, für Kinder und andere weniger erfahrene würde ich das anders lösen. Ein ganzes Buch so lesen zu müssen stelle ich mir eher als Strafe vor.

Das ist ja der Grund, warum ich hier um Hilfe bitte

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vor 42 Minuten schrieb R::bert:

Vielleicht wäre ’ne Großfamilie ein Ansatz – also so etwas wie Berlingske, Thesis, Tabac, etc. Auch wenn Du damit nicht auf neun unterschiedliche und noch lesefreundliche Stile kommen wirst. Trotzdem könntest Du dann mit der jeweiligen Italic das Ganze aufblasen und eventuell noch mit Strichstärken spielen. Die Tabac bietet zum Beispiel vier unterschiedliche Stile. Mit den zugehörigen Kursiv-Schnitten kommst Du auf acht. Dann noch einen Mono-Schnitt und Du bist bei neun. :-D Inwiefern das funktioniert und noch einigermaßen erträglich ausschaut müsste man sich halt mal anschauen.

 

Danke für den Tipp, das werde ich jetzt mal in Ruhe ausprobieren. :-)

 

 

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Neun verschiedene Sprachen und dann noch die Auszeichnungsarten dazu. Das kann m. E. nur für Verwirrung sorgen und wie Bertel schon anführt, eine Strafe für den Leser sein.

 

Eine Alternative zu Auszeichnungsarten wäre, indem jedem Wesen ein eigenes Symbol zugeordnet wird. Das erscheint dann wie ein ev. zweizeiliger Initial am Beginn des jeweiligen Textes. Du würdest dadurch den Schriftsalat vermeiden und der Leser findet sich schnell zurecht.

 

Ich kenne deine Möglichkeiten nicht, wie weit du so etwas zeichnerisch und technisch realisieren könntest.

 

Soll nur ein Denkanstoß sein.

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Wenn ich es richtige verstehe, dass es für Kinder sein soll, dann würde ich das über Farben (Grün = Bäume, Rot = Zwerge usw.) lösen (wobei die Farben in mindestens einer zeichnenden Farbe [C oder M] 100 % haben sollten, damit die Buchstaben keine unscharfen Kanten haben). Große Bäume können dann halbfett "sprechen", Bonsais kursiv. Ansonsten wäre es schlicht unlesbar. Vor allem den Unsinn mit den Vokalverdoppelungen muss man sein lassen, nicht nur weil so aus au a-ueu e-u und ei e-i (etc.) wird.

Eventuell könnte man den Sprachen noch unterschiedliche Schriftarten zuordnen, die sich aber deutlich unterscheiden müssten (z. B. Blockschrift/Schreibschrift). Oder Schnitte: Langsame Bäume sprächen dann "extended".

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vor 1 Stunde schrieb Erwin Krump:

Das kann m. E. nur […] eine Strafe für den Leser sein.

Vermutlich: ja. Aber es ist auch eine irre Versuchsanordnung für ein typographisches Experiment.

Versuch A): Schriftmischung endogen (innerhalb einer Schriftfamilie), sehr subtil und schwierig.

Versuch B): Schriftmischung exogen, viele versch. Schriften kombinieren, Kontrastwirkung austesten u. ggf. auf die Spitze treiben.

 

Ich würde es vermutlich mit soetwas angehen:

 

hunz.png

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vor 56 Minuten schrieb Erwin Krump:

Eine Alternative zu Auszeichnungsarten wäre, indem jedem Wesen ein eigenes Symbol zugeordnet wird. 

 

Ich kenne deine Möglichkeiten nicht, wie weit du so etwas zeichnerisch und technisch realisieren könntest.

 

Soll nur ein Denkanstoß sein.

Danke für die Inspiration. Zeichnerisch und technisch dürfte das kein Problem darstellen. Werde es dem Autor vorschlagen.

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vor 49 Minuten schrieb Norbert P:

Wenn ich es richtige verstehe, dass es für Kinder sein soll, dann würde ich das über Farben (Grün = Bäume, Rot = Zwerge usw.) lösen.

 

Danke für den Gedanken. Es soll jedoch kein klassisches Kinderbuch werden und alles in schwarzweiß. Einige Illus, die für den Schwarzweißdruck angefertigt wurden, liegen bereits vor. 

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vor 7 Minuten schrieb Stötzner:

Vermutlich: ja. Aber es ist auch eine irre Versuchsanordnung für ein typographisches Experiment.

Versuch A): Schriftmischung endogen (innerhalb einer Schriftfamilie), sehr subtil und schwierig.

Versuch B): Schriftmischung exogen, viele versch. Schriften kombinieren, Kontrastwirkung austesten u. ggf. auf die Spitze treiben.

 

Ich würde es vermutlich mit soetwas angehen:

 

 

Ein wahrliches Experiment! Und nun habe ich auch einige Anregungen ... danke!

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Nö. Du könntest aber "zurate ziehen" verwenden, das schriebe sich getrennt, meint aber was anderes. Einigen wir uns einfach auf "verwenden" und kehren zum Thema zurück ;-)

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Es gäbe auch noch negative Schrift, eignet sich auch für dicke Bäume. Und gescribbelte Schriften. Und multiline. Alles in allem macht sich ein großes Durcheinander vor meinem Auge breit.

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Möglichkeiten:

     4  Stile: z.B. Thesis Antiqua, Thesis Sans, Thesis Semiserif, Thesis Serif   (oder mehr, siehe Andreas Stötzners Schrift)

×  3  Groß/Kleinschreibung: Nur Minuskeln, nur Versalien  (Kapitälchen ja nicht), Gemischtschreibweise, jedes Wort groß beginnen

×  3  Fetten:  Light, Regular, Bold  (oder mehr, Black wird halt mühsam zu lesen)

×  3  Weiten:  Condensed, Normal, Extended (langsame Bäume?)

×  3 Neigungen:  Normal, kursiv, linkskursiv

×  2  Zeichenabstände: Sperren, Normal

×  3  Grauwerte: Schwarz, 66% und 33%  (kommt auf Druckqualität an!)

×  3  Schriftgrößen  (diffizil, da Zeilenwirkung erhalten werden muss)

×  3  Grundlinienversatz (diffizil, da Zeilenwirkung erhalten werden muss)

×  3  Unterstreichungen: ohne, Linie, Punkte

×  2  Halbzeilen: Nur der obere Teil der Buchstaben wird gezeigt (ist lesbar, aber ...)

 

Ergibt rechnerisch theoretische 104.976 Kombinationen ... davon fallen natürlich alle weg die aus irgend einem Grund nicht gehen, sich nicht kombinieren lassen oder die der Leser nicht mühelos differenzieren kann.

 

Und dann gibt's noch die besagten

×  x  Sonderschreibweisen (wie z.B. Buchstaben-Doppelungen)

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In meinen Augen ist das eine sehr schöne Aufgabe. Der Typograf hat ja nicht nur Schrift, er ordnet sie auch an. Er kann Absätze einziehen, auf beiden Seiten. Er kann typografische Elemente einsetzen, Linien, Zeichen, Orientierungsmittel. Die vielleicht eher scherzhaft gemeinte Schriftauswahl von Stötzner erscheint mir wenig lesefreundlich, aber ich stimme ihm absolut zu, daß man aus den zur Verfügung stehenden unzähligen Schriften eine gute Mischung herstellen kann. Es kann schon genügen, die Absätze mit neun verschiedenen Spitzmarken unterscheidbar zu machen, unterstützt durch Anordnung. Das kann sauber und trotzdem fein ausdifferenziert aussehen. Ohne daß man Versalsatz für mehrere Zeilen verwenden muß, das würde wahrscheinlich eher abschreckend werden. Es gibt für diese Aufgabe jedenfalls mehr als eine Lösung, mir würde das Spaß machen.

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Ich könnte mir auch entsprechende Icons in einer Marginalspalte vorstellen, das würde die Lesefreundlichkeit nicht so beeinträchtigen wie es neun verschiedene Schriftauszeichnungen und -stile täten.

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… und wenn man nicht ganz von unterschiedlichen Stilen lassen kann, vielleicht würde ja eine Gruppierung in Pflanzen, Tiere und Fabelwesen auch schon helfen das Durcheinander etwas einzuschränken.

Die Anwendung einer passenden Superfamily fände ich ja nach wie vor spannend, aber ohne das mal an ein paar Layoutbeispielen zu sehen, würde ich da ungern Empfehlungen aussprechen. Kann durchaus sein, dass selbst das schon zu viel wird und Icons tatsächlich völlig ausreichen würden. Denn eine weitere Frage, die hier noch gar nicht erörtert wurde, wäre ja: Wie viele Charaktere werden denn maximal auf einer Doppelseite zu Wort kommen?

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