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Filmtipp: Lotte am Bauhaus


Ralf Herrmann

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Ralf Herrmann

Seltsames Hau-Drauf in dieser Kritik. Irrelevantes, spekulatives, »ich weiß auch was aus der Bauhaus-Geschiche …«. Sagt über den Film alles wenig aus. Hauptsache eine extreme Position einnehmen, damit es auch ja ein schöner deftiger und klickwürdiger Artikel wird. 

 

Eine bessere Kritik kann gern jemand anderes von hier abgeben. Ich bin etwas zu dicht dran. Für mich war es ja schon deshalb was besonderes, weil ich diese Orte als Bauhäusler und Weimarer alle selbst seit Jahren begehe. ;-)

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Andrea Preiss

Da ich den Film nicht gesehen habe, kann ich nichts weiteres dazu sagen. 

Wir haben vor 3 Jahren eine Woche Bauhaus-Tour gemacht, wunderschöne Erinnerungen an tolle Architektur – als Doku gerne jederzeit im Fernsehen. Aber ob ich das in Spielfilmform brauche, weiß ich nicht. 

 

Die Doku über die Bauhausfrauen, die jetzt gerade läuft, ist da schon eher meins.

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Liuscorne

Oje, nach 30 Minuten brauche ich eine kurze Pause beim Anschauen. Ich sehe gern den Schauspielern dabei zu, wie sie in historischen Kostümen durch die historischen Kulissen laufen (in der Hoffnung, dass die Ausstatter des Filmes ein angemessenes Budget hatten, um wirklich historisch korrekt auszustatten). Darüber hinaus gibt es leider bisher keinen Grund, den Film weiter anzusehen. Hölzerne Dialoge und holzschnittartige Charaktere. Es wirkt wie eine Bebilderung von Allgemeinplätzen zum Bauhaus, die irgendwie zu einer Geschichte zusammengebastelt wurden ( ... und wir müssen noch unbedingt 'ne Szene einbauen, in der auch die damalige Ablehnung des Bauhauses deutlich wird; und da waren doch auch schon so nationalistische Tendenzen, die müssen natürlich auch rein ...).

Vielleicht ist man einfach durch so viele grandiose internationale Fernsehproduktionen mittlerweile "verdorben" für durchschnittliche öffentlich-rechtliche Fernsehfilmkost.

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Liuscorne

... mit zunehmender Frustration zu Ende geschaut ... deprimiert, dass ein so spannendes Thema eine so klischeehafte Bearbeitung erfahren hat.

Ich habe mir danach die Kritik auf Spiegel-Online durchgelesen. Ja, die ist polemisch. Aber ich fürchte, dass sie im Kern zutrifft: Es ist filmischer Kitsch, die Bauhaus-Geschichte als Liebesgeschichte vor modernistischer Kulisse zu erzählen; es ist Kitsch, die wirklichen (meist verwickelten, nicht selten tragischen) Schicksale der Bauhäuslerinnen in einer fiktiven Figur zusammenfließen zu lassen, die am Ende eigenartig künstlich bleibt (in dieser Hinsicht würde ich der Kritik der FAZ zustimmen: "es bleibt eine Geschichte aus der Retorte").

 

Im Januar gab es im Deutschlandfunk Kultur eine Reihe zu "Frauen im Bauhaus", die in der Kultursendung "Fazit" gesendet wurde. Jeweils nur wenige Minuten, in denen ich aber so viel mehr und so viel Spannenderes erfahren habe als in diesem 100-Minuten-Film.

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Kathrinvdm

Ich hatte die Kritiken in der FAZ und im Spiegel gelesen und dann gar nicht erst reingeschaut …

 

Ich finde es meist schwierig, wenn Fiktion mit Geschichte verknüpft wird und möchte mir nicht versehentlich die falschen Dinge einprägen; nicht die fiktionale Rahmenerzählung in der Erinnerung für bare Münze halten … Deswegen sind mir Dokumentationen lieber.

 

Das ganze Bauhaus-Thema ist unglaublich spannend und so reich an interessanten und faszinierenden Charakteren, dass es für mein Empfinden gar keine erfundenen Figuren braucht, um Aufmerksamkeit für das Thema zu gewinnen. Es ist aber verständlich, dass die Filmemacher diesen Kniff angewendet haben, denn er ermöglicht größere erzählerische Freiheit, als wenn man sich dokumentarisch an einem echten Lebenslauf entlang hangeln muss. Dennoch … Geschichten von echten Menschen sind mir lieber. Ich nehme das Bauhausjahr als willkommenen Anlass, mich tiefer in das Thema einzulesen und nach Möglichkeit mindestens eine der Ausstellungen zu besuchen (Ich war ewig nicht mehr in Weimar und in Dessau noch nie). Für den Anfang habe ich mir schon mal einige Bücher gekauft, um meine Kenntnisse aufzufrischen. Faszinierend!

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Andrea Preiss

In Dessau kann man auch im Prellerhaus übernachten! Sehr zu empfehlen. 

Anekdote am Rande: als mein Freund damals seinen Arbeitskollegen erzählt hat, dass wir nach Dessau und Weimar zum Bauhaus fahren, gab es verständnislose Blicke: gibt es doch in Frankfurt auch. und Hornbach wäre besser. 

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Microboy
vor 12 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

… als Bauhäusler und Weimarer alle selbst seit Jahren begehe. ;-)

Was verstehst du in diesem Kontext unter »Bauhäusler«? :-o

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Erwin Krump
vor 5 Stunden schrieb Microboy:

Was verstehst du in diesem Kontext unter »Bauhäusler«? :-o

Ein "Bauhäusler" hat an der Bauhaus-Universität studiert bzw. seine Ausbildung dort erworben. Nehme ich zumindest an.

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Microboy
vor 2 Stunden schrieb Erwin Krump:

Ein "Bauhäusler" hat an der Bauhaus-Universität studiert bzw. seine Ausbildung dort erworben. Nehme ich zumindest an.

Da wäre dann die Frage was die heutige Bauhaus-Universität mit dem historischen Bauhaus gemein hat - abgesehen von den Räumlichkeiten. Das sich die Universität heute so nennt finde ich persönlich etwas fragwürdig - die Fachhochschule Anhalt mit dem Standort Dessau und Räumlichkeiten im dortigen Bauhaus könnte sich ebensogut so nennen. Aber das führt jetzt auch zu weit.

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Ralf Herrmann

Hätte wäre wenn … Die Weimarer Uni heißt aber nun mal faktisch so und die übliche Ableitung des Namens auf die Studenten lasse ich mir auch nicht nehmen. 

Und natürlich heißt sie aus gutem Grund so. Ist ja nicht so, dass man sich irgendwo aus der Ferne einen Markennamen angekauft hätte. Es ist in Weimar eine Schule seit 1860 mit wechselnden Namen in den gleichen Räumlichkeiten gewesen. Mit dem aktuellen Namen aus den 1990ern wurde auch das Studienprogramm in den gestalterischen Bereichen wieder zu großen Teilen auf das ursprüngliche Programm von 1919 ausgerichtet und also de-facto fortgeführt. Insofern ist die Antwort: vieles! Die heutige Weimarer Bauhaus-Uni hat viel mit dem Staatlichen Bauhaus von 1919 zu tun. Was in Dessau, Berlin oder gar den USA später passiert ist, macht ja die Zusammenhänge in Weimar nicht ungeschehen und verbietet also auch nicht der Weimarer Schule oder ihren Studenten und Alumni irgendwelche Begrifflichkeiten.

vor einer Stunde schrieb Microboy:

 die Fachhochschule Anhalt mit dem Standort Dessau und Räumlichkeiten im dortigen Bauhaus könnte sich ebensogut so nennen. 

Richtig. Und es würde nichts an dem von mir gesagten ändern. 

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Þorsten
vor 1 Stunde schrieb Microboy:

Da wäre dann die Frage was die heutige Bauhaus-Universität mit dem historischen Bauhaus gemein hat

Als unvoreingenommener Außenstehender vermute ich mal: immer noch sehr viel mehr als die heutige Halle-Wittenberger Uni mit Martin Luther, die heutige Frankfurter mit Goethe, die heutige Münchener Uni mit bayerischen Herzögen und Königen und und und. Stellst du all diese Namen in Frage?

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pürsti
vor 2 Stunden schrieb Þorsten:

Als unvoreingenommener Außenstehender vermute ich mal: immer noch sehr viel mehr als die heutige Halle-Wittenberger Uni mit Martin Luther, die heutige Frankfurter mit Goethe, die heutige Münchener Uni mit bayerischen Herzögen und Königen und und und. Stellst du all diese Namen in Frage?

Die StudentInnen und AbsolventInnen dort betiteln sich aber auch nicht Lutheraner, Goethianer oder Ludwig-Maximilianer.

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Liuscorne
vor 13 Stunden schrieb Kathrinvdm:

Ich nehme das Bauhausjahr als willkommenen Anlass, mich tiefer in das Thema einzulesen und nach Möglichkeit mindestens eine der Ausstellungen zu besuchen (Ich war ewig nicht mehr in Weimar und in Dessau noch nie). Für den Anfang habe ich mir schon mal einige Bücher gekauft, um meine Kenntnisse aufzufrischen. Faszinierend!

Ich habe durch Zufall ein Interview mit Bernd Polster zu dessen im März erscheinenden Buch über Walter Gropius gehört. Sehr faszinierend! Laut Polster war Gropius eher ein charmanter Hochstapler denn eine Ikone der modernen Architektur; hinter dem Mythos steckt vor allem geschickte Selbstdarstellung (und systematisches Verschweigen derer, die zu seinem Mythos beigetragen haben). Keine Ahnung, wie das Buch in der Gesamtlandschaft der Bauhaus/Architektur-Forschung dasteht. Aber das Interview war interessant:

 

https://www.deutschlandfunk.de/100-jahre-bauhaus-entzauberung-des-mythos-walter-gropius.691.de.html?dram:article_id=437602

 

 

 

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Þorsten
vor 14 Stunden schrieb pürsti:

Die StudentInnen und AbsolventInnen dort betiteln sich aber auch nicht Lutheraner, Goethianer oder Ludwig-Maximilianer.

Woher weißt du das so genau? Ich hätte auch meine Alma Mater nennen können, die Otto-von-Guericke-Uni in Magdeburg. »OvGler« ist da ziemlich verbreitet.

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pürsti

Weiß ich natürlich nicht "so genau".  Kenn aber niemand der/die sich in der Art mit der Namensgebung der Uni identifizieren würd.  Und sich als Lutheraner auszuweisen würd dann wohl auch auf die falsche Fährte locken. Und sich als  Goethianer oder Ludwig-Maximilianer vorzustellen würd wohl eher fragende Blicke provozieren. Von einem Bauhäusler hat man dann doch eine recht konkrete Vorstellung. (die aber meist nicht  im 21 Jh. angesiedelt ist)

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Þorsten

Der Bezug zur Philosophie des Bauhauses ist ja auch enger als der moderner nicht religiöser Universitäten zu Luther oder moderner demokratisch verfasster Unis zu bayerischen Herzögen und Königen. Und trotzdem werden Bezüge hergestellt und gepflegt. Ich sehe da jetzt wirklich nicht das Problem.

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R::bert
Am 14.2.2019 um 00:48 schrieb Liuscorne:

für durchschnittliche öffentlich-rechtliche Fernsehfilmkost.

Ist das nicht etwas pauschal geurteilt – gibt es doch auch durchaus sehr sehenswerte Produktionen und unterschiedliche Zielgruppen, die man berücksichtigen möchte.:-?

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<p>Elfen-Fraktur – eine außergewöhnliche Schnurzug-Fraktur</p>
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