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Stylistic Set oder seperater Font?

Hervorgehobene Antworten

Hallo Leute,

seit längerem stelle ich Versalien und ähnliches in Stylistic Sets, so daß alles hübsch in einer Datei unterkommt. Ich have dabei aber die Befürchtung, daß viele Anwender die Sonderformen dadurch nicht entdecken, oder sie können nicht daran kommen, weil ihre Anwendung Stylistic Sets nicht unterstützt. 
Was ist Euch lieber? Stylistic Sets oder getrennte Fonts?

  • Ersteller

Das ist auch so eine Sache. Manche Anwendungen scheren sich nicht um die Bezeichnungen, sondern zeigen nur "ss01" usw. an.

 

Gerade fällt mir aber ein "porque no los dos" so kann's jeder machen wie er mag.

vor 1 Stunde schrieb Oliver Weiß:

Was ist Euch lieber? Stylistic Sets oder getrennte Fonts?

Für mich wäre das immer eine Fallentscheidung mit den Fragen »Was ist im konkreten Fall praktisch?« und »Wer ist die Zielgruppe?«.
In der Tat haben viele Schriftnutzer, die nicht aus der Profi-Design-Ecke kommen, kaum Ahnung von OpenType und entsprechende Programme oder das Wissen, wie man die Feature aktiviert. Hier können separate Fonts helfen. Macht aber natürlich nur Sinn, wenn die Zahl der Varianten klein ist. Meine gebrochenen Schriften haben ja zum Beispiel einen »traditionellen Modus« und einen »modernen Modus« als Einzelfonts. Für Details wie »alternatives a« oder »alternative Umlaute« würde ich aber wiederum keine Einzelfonts anlegen. Da stünde die Maßnahme in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen.

vor 52 Minuten schrieb Oliver Weiß:

Was ist Euch lieber?

Idealweise: beides. Ein Standard-(Profi-)Font, in dem per Opentype alle Formen ansprechbar sind und von diesem exportierte Subset-Fonts, in denen selektiv bestimmte Opentype-Schalter angeknipst sind.

 

Wenn nur eins geht, dann lieber den einen Opentype-Profi-Font.

Nun, ich bekomme recht oft die Meldung: Ihr Font fuktioniert überhapt nicht so, wie Sie schreiben. -Rückfrage: Womit verwenden sie denn meine Schrift? - Antwort: mit dem Computer! -Rückfrage "Welches Programm?" Antwort: Na Notepad, was dennn sonst, ist doch das Schreibzeug im Komputer, also reparieren sie bitte ihre Schrift...

  • 4 Jahre später...

Ich kapere mal den Thread, da ich bis heute dachte, einigermaßen über Stylistic Sets in InDesign Bescheid zu wissen …

Nachdem ich mit der Inter eine zeitlang in Figma problemlos gearbeitet und dort das einstöckige a als Alternativglyphe verwendet hatte, dachte ich, wäre das in InDesign auch nur eine Einstellungssache. Tatsächlich habe ich aber keinen (einfachen) Weg gefunden, an das Alternativ-a heranzukommen, da es nicht als Stylistic Set hinterlegt ist. Zwar komme ich über die Glyphenpalette an das einstöckige a ran (bzw. über die OT-Glyphenalternativen direkt am Textkasten), aber das händische Einfügen möchte ich niemandem zumuten. Kann es sein, dass Adobe vollkommen versäumt hat, hier ein Kontextmenü zu implementieren, das die Möglichkeit bietet, auf sämtliche OT-Features zurück zu greifen, auch wenn sie bspw. nicht in Stylistic Sets hinterlegt sind? Figma macht es vor, wie es besser geht …

Das scheint über das Feature »Zeichenvariante« implementiert zu sein.

https://learn.microsoft.com/en-us/typography/opentype/spec/features_ae#tag-cv01--cv99

Das hat in der Tat wohl noch keine entsprechende Interface-Ansprache bei Adobe. 

Für die typische Anwendung der Inter als Webfont war das wohl nicht so wichtig. Da kann man den OpenType-Feature-Name einfach direkt ansprechen. 

Bildschirmfoto 2024-06-20 um 19.33.34.png

Ist denn das Zeichenvarianten-Feature jenseits von Figma noch in anderen Programmen implementiert? Neu scheint es ja nicht zu sein – nur eben wahrscheinlich nicht weiter verbreitet, weil es eben bspw. von Adobe bislang ignoriert wird.

Ich muss sagen, dass ich diese Art der Ansprache von Glyphenalternativen smarter und intuitiver finde als über Stylistic Sets. Es kam schon häufiger vor, dass ich gerne einzelne Glyphen ändern wollte, was letztlich aber nicht automatisiert ging, weil in einem Stylistic Set gleich mehrere Glyphenalternativen von verschiedenen Buchstaben hinterlegt waren.

Ja, es ist für diese Anwendung das bessere System, weil ausdrücklich für diesen Zweck erstellt. Nützt natürlich wenig, wenn man (noch) nicht rankommt. 

Als Schriftgestalter könnte man aber auch schlicht beides unterstützen. Zeichenvarianten (CVxx) und zusätzlich nochmal als Stilsatz (SSxx), wo notfalls mehrere Zeichen in einen Satz kommen. 

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