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Kopplungsstrich am Ende der Zeile soll wegfallen

Hervorgehobene Antworten

Eine Kundin behauptet, dass man Kopplunsstriche am Ende einer Zeile weglassen müsse. Also:

 

 xxx xxx xxx xx xxx Corona-

Pandemie yyyy yyyy yyyyy

 

soll falsch sein, und

 

 xxx xxx xxx xx xxx Corona

Pandemie yyyy yyyy yyyyy

 

richtig. Ihr ist klar, dass es Corona-Pandemie heißt, aber bei einem Umbruch müsse man den Strich weglassen.

 

Meine Frage: Woher kommt diese Vorstellung? Kennt ihr solche Regelungen aus "guten alten Zeiten"?

 

 

Da muss und darf man den Strich nicht weglassen. Woher die Kundin ihre Weisheit hat, würde mich auch interessieren – frag sie doch mal. Aus den letzten 35 Jahren Berufspraxis kenne ich diese Regelung nicht.

Das Ganze funktioniert auch rein technisch nicht. Bei einer Headline kann man das ggf. noch händisch bewerkstelligen (egal ob sinnvoll oder nicht), aber wie soll das in einem Fließtext umgesetzt werden? Sobald sich der Umbruch ändert, steht dort „Corona Pandemie“ am Anfang oder in der Mitte der Zeile.

  • Ersteller

Dass das nicht klappt und dass es Blödsinn ist, war ja von vorneherein klar, auch. Die Kundin ist sonst wirklich sehr sicher in Sachen Schreibweise. Daher hatte ich vermutet, dass es eine solche Regel in irgendeinem zeitlichen oder regionalem Zusammenhang gegeben hat. Hätte ja sein können, dass man in der Oberlausitz während der großen Rezension, in der Eifel während der vulaknischen Blüztezeit oder im viktorianischen Bad-Wasweissichwo Bindestriche auf diese Weise gesetzt hat. Dem ist wohl nicht so.

 

Konntest Du es ihr denn erfolgreich ausreden? 

 

Nicht dass hinterher einer sauer ist, weil Du angeblich Blödsinn hast durchgehen lassen ... den Fall habe ich nämlich gerade: Da wollte ein Autor unbedingt alle arabischen Gelehrten kursiv schreiben. Hintergrund war wohl der Grundsatz, dass alle aus dem Arabischen transkribierten Begriffe (klein und) kursiv geschrieben werden, was er auch auf die Personennamen anwenden wollte. Personennamen werden allerdings (zumindest in dieser und den meisten anderen Reihen des Faches) nicht kursiviert, sondern wären nach der Logik immer noch als Personennamen -- allerdings mit voller diakritischer Ausstattung -- zu verstehen. Habe ich ihm gesagt, wollte er trotzdem durchsetzen, hat er drauf bestanden. Damit es nicht so blöd aussieht und die nun kursivierten Namen arabisch-islamischer Gelehrter nicht so einsam dastehen in ihrer Herausgehobenheit habe ich die anderen angeführten Wissenschaftler auch kursiviert, damit es wenigstens als eine (einheitliche) Hervorhebung der Theoretiker durchgeht, die in dem Kontext des Werkes durchaus vertretbar und sinnvoll war. Jetzt aber ist der Autor sauer, weil ja nur in seinem Band in der Reihe alle Namen kursiv gesetzt sind. Ach nee! (Manchmal gibt es Sachen ... kannste Dir nicht ausdenken, ey!)

  • Ersteller
vor 5 Stunden schrieb JulieParadise:

Konntest Du es ihr denn erfolgreich ausreden? 

 

Das war überhaupt kein Problem, ich habe s ja schlüssig erklären können.

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