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Frage zur Nummerierung von Kapiteln


Microboy

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Ich bin gerade in einem Kundentext über die Nummerierung der Kapitel gestolpert. Die übergeordnete Kapitel haben nach der Nummer immer einen Punkt.

 

1. Überschrift

 

Hingehen haben die untergeordneten Kapitel mit mehreren Ziffern haben am Ende keinen.

 

1.3 Überschrift 

1.3.4 Überschrift 

 

Ist das korrekt so? Ich bin gerade verwirrtbzw. stehe wohl auf dem Schlau …

 

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Im Duden-Bändchen »Wie verfaßt man wissenschaftliche Arbeiten?«von 1988 wird auf Seite 125 f auf die DIN 1421 verwiesen, wonach nach jeder Abschnittsnummer in jeder Stufe« ein Punkt steht.  Aber ergänzend heißt es dann: »Der Schlußpunkt nach der letzten Zahl ist (entsprechend internationalen Normen) entfallen.« Das bedeutet also, dass der Punkt nach der Nummer bei der obersten Überschriftenebene entfällt.

Der aktuelle Duden dagegen zeigt im Beispiel bei Rechtschreibregel D 153 die Überschriftennummer mit Punkt (»1. Der Frieden ist gesichert« usw.).

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vor 35 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

Finde ich völlig in Ordnung, wenn nicht sogar besser als mit Punkt. Die Nummerierung ist unmissverständlich, ob mit Punkt am Ende oder ohne. 

Das finde ich auch. Ich fand nur den Mix mal mit Punkt und mal ohne komisch ...

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Zitat

3.1.2 In einer Abschnittsnummer ist nur zwischen zwei Stufen ein Punkt (.) als Gliederungszeichen zu setzen; demgemäß steht am Ende einer Abschnittsnummer kein Punkt.

DIN 1421:1983-01 (Unterstreichung im Original gesperrt gesetzt)

 

Das ist die derzeit gültige Norm. Ob du dich dran hält, solltest du zusammen mit deinem Kunden entscheiden.

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An der Uni habe ich folgende Gliederungsmöglichkeiten gelernt (ich hoffe, ich bekomme es mit Leerzeichen hier formatiert):

A. Einleitung
B. Hauptteil
   I. Kapitel
        1. Unterpunkt
           1.1
           1.2
        2. Unterpunkt
          2.1
          2.2
   II. Kapitel
        1. Unterpunkt
          1.1
          1.2
        2. Unterpunkt
          2.1
          2.2
C. Fazit

 

Weitere Gliederungsbeispiele: https://www.hf.uni-koeln.de/data/eso24/File/Reader zum wissenschaftlichen Arbeiten.pdf

Aber da können unterschiedliche Fakultäten unterschiedliche Ansichten zu haben.

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vor 1 Stunde schrieb Phoibos:

An der Uni habe ich folgende Gliederungsmöglichkeiten gelernt (ich hoffe, ich bekomme es mit Leerzeichen hier formatiert):

Die finde ich sehr unpraktisch, weil ja ab der zweiten Gliederungsebene, wo auf die  die Buchstaben bzw. römischen Ziffern verzichtet wird, nicht mehr ersichtlich ist, wo man ist (gehört 2.1 jetzt zu A.I oder B.III.)?

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vor 4 Minuten schrieb Dieter Stockert:

nicht mehr ersichtlich ist, wo man ist

Dafür gibt es ja noch die Seitenzahlen. Es ist ja kein Hypertext sondern etwas ganz lineares. Und willst Du wirklich Ungetümer wie B. III. 2.1.4 vor Deine Überschrift stellen?

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In dem Dokument sind ja noch andere Gliederungsweisen angegeben, die auch meiner Meinung nach deutlich logischer sind. Nummerierungen wie „2.1“ darf es in einer Arbeit nicht zweimal geben. Da nützen auch Seitenzahlen nichts.

Und ja, ich stelle kleinere Ungetümer vor meine Überschriften. Meine Oberstufenkurse können ein Lied davon singen. Meist beschränke ich mich aber auf drei (selten vier) Ebenen.

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vor einer Stunde schrieb Phoibos:

Und willst Du wirklich Ungetümer wie B. III. 2.1.4 vor Deine Überschrift stellen?

Wenn, dann eher so etwas wie 2.3.2.1.4. Aber ich würde bei der dritten oder spätestens vierten Ebene aufhören zu nummerieren.

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vor 1 Stunde schrieb HenningH:

Und ja, ich stelle kleinere Ungetümer vor meine Überschriften. Meine Oberstufenkurse können ein Lied davon singen. Meist beschränke ich mich aber auf drei (selten vier) Ebenen.

Es ist halt immer die Frage, ob man Texte verfasst, die andere gerne lesen sollen, oder ob sie mehr formalen Kriterien erüllen müssen oder ob man Freude daran hat, Schüler zu ärgern ;-) Viele Texte kämen auch ganz ohne Nummern aus. Gliedern kann man auch typografisch.

 

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vor 5 Stunden schrieb Dieter Stockert:

Das bedeutet also, dass der Punkt nach der Nummer bei der obersten Überschriftenebene entfällt.

Der aktuelle Duden dagegen zeigt im Beispiel bei Rechtschreibregel D 153 die Überschriftennummer mit Punkt (»1. Der Frieden ist gesichert« usw.).

Manchmal werden Aufzählungen und Dezimalgliederungen vermischt: Bei Aufzählungen (wie im Duden-Beispiel unter D 153) stehen Punkte nach den Ordinalzahlen (lies: erstens, zweitens usw.). Bei Dezimalgliederungen stehen Gliederungspunkte nur zwischen den Ziffern, nicht nach der jeweils letzten* (lies: Abschnitt eins, Abschnitt eins Punkt zwei usw). Im aktuellen Duden findet sich die Regel im Abschnitt »Die formale Gestaltung von Texten« unter »Gliederung von Nummern« auf Seite 126.

 

* Früher (ich weiß nicht genau, bis wann) stand auch nach der jeweils letzten Ziffer auf allen Ebenen ein Punkt. Das mag ein Grund für die Mischform sein, die sich heute oft findet.

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Hätte man in der Norm statt des Punktes ein Komma oder ein Doppelpunkt genommen, wäre die Regelung jedem sofort klar.

 

Also:

1     ErsterAbschnitt

1,1     Erster Unterabschnitt des ersten Abschnitts

1,2     Zweiter Unterabschnitt des ersten Abschnitts

1,2,1     Erster Unter-Unterabschnitt des zweiten Unterabschnitts des ersten Abschnitts

1,2,2     Zweiter Unter-Unterabschnitt des zweiten Unterabschnitts des ersten Abschnitts

1,3     Dritter Unterabschnitt des ersten Abschnitts

2     Zweiter Abschnitt

 

Oder:

1     ErsterAbschnitt

1:1     Erster Unterabschnitt des ersten Abschnitts

1:2     Zweiter Unterabschnitt des ersten Abschnitts

1:2:1     Erster Unter-Unterabschnitt des zweiten Unterabschnitts des ersten Abschnitts

1:2:2     Zweiter Unter-Unterabschnitt des zweiten Unterabschnitts des ersten Abschnitts

1:3     Dritter Unterabschnitt des ersten Abschnitts

2     Zweiter Abschnitt

 

Ich persönlich finde vom typografischen Standpunkt aus die folgende Abschnittgliederung immer noch am schönsten:

 

A     Ebene 1

I.     Ebene 2

1.     Ebene 3

a)     Ebene 4

 

Aber bei ihr sind die Hierarchien natürlich nicht so schnell nachvollziehbar wie bei der dezimalen Gliederung.

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vor 3 Stunden schrieb Eckhard:

Es ist halt immer die Frage, ob man Texte verfasst, die andere gerne lesen sollen, oder ob sie mehr formalen Kriterien erüllen müssen oder ob man Freude daran hat, Schüler zu ärgern ;-) Viele Texte kämen auch ganz ohne Nummern aus. Gliedern kann man auch typografisch.

Da spielt halt die Textsorte eine große Rolle. Ein Physikskript übersichtlich typografisch zu gliedern, kann ich mir nicht gut vorstellen. Aber vielleicht denke ich da zu festgefahren-strukturiert.

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vor 9 Stunden schrieb HenningH:

Da spielt halt die Textsorte eine große Rolle. Ein Physikskript übersichtlich typografisch zu gliedern, kann ich mir nicht gut vorstellen. Aber vielleicht denke ich da zu festgefahren-strukturiert.

Dass der Text eine Rolle spielt ist wohl wahr. Aber das Zauberwort ist »übersichtlich«. Ich kenne mehr Texte, die durch Konstrukte, wie:  2.3.2.1.4. dem Autor zwar zur Struktur geholfen haben, beim Leser aber jenseits der Wahrnehmung liegen, als solche, wo mir diese Gliederung gefehlt hätte. Übersichtlichkeit wird nicht durch Zahlenkolonnen gebildet. Und ich beziehe ausdrücklich Physik- und Chemieskripte ein. Aber es ist müssig, allgemein darüber szu sprechen, da gebe ich dir recht, der Text entscheidet.

 

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