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Schriften für Anii


Thomas Kunz

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@Der Tühphat hier eine Liste mit Schriften aufgestellt, mit denen die Sprache Anii, die in Benin und Togo gesprochen wird, gesetzt werden kann. Die Auswahl wird durch die folgenden benötigten Glyphen stark eingeschränkt: Ǝ, ǝ; Ɖ, ɖ; Ŋ, ŋ; Ɔ, ɔ; Ʊ, ʊ. Ich habe folgende Fonts gefunden, die diese Glyphen enthalten:

 

Anii_01.PNG

Anii_02.PNG

Anii_03.PNG

Anii_04.PNG

Anii_05.PNG

Anii_06.PNGAnii_07.PNG

(Die Bilder werden durch Klick größer.)

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Hallo, geniale Liste, herzlichen Dank. Im Laufe von 20 Jahren habe ich das Anii Alphabet und auch die Teil-Liste unserer "Problemglyphen" wohl hunderte Male eingetippt, zum Beispiel bei myfonts auf der Suche nach Schmuckschriften. Nun sehe ich auf einen Blick, dass Ɛ,  ɛ; Ɩ, ɩ  und die combining Ton-Marker noch fehlen, die wir zur Unterscheidung von Minimalpaaren auf allen Vokalen brauchen: a ǝ e ɛ i ɩ o ɔ u ʊ  jeweils mit   ́  ̀  oder ̂. Wie ist mir das passiert? Es tut mir sehr leid.

Nun wäre es schrecklich, ihre ganze tolle Liste nochmals zu erstellen. Haben Sie vielleicht einen Tipp wo und wie Sie das gefiltert haben? Oder doch alle von Hand rausgesucht? Früher gab es die Funktion bei myfonts. Auf meinem Windows PC habe ich Character Identifier von hier: https://blog.keyman.com/2011/07/character-identifier-tool/ und nutze auch den MainType Fontmanager, wo ich für Anii eigene Listen führe.

Selbst wenn sich Ihre Listen durch die weiteren Vokale und die diacritics nochmals reduzieren, hoffe ich daraus noch auf einige neue nutzbare Schriften; bin bereits am Nachprüfen.

Update: Habe bereits einzelne Schnitte der Cogan bei FontSpring gefunden, die wir brauchen - und auch bezahlen - können! Wir suchen besonders neue interessante Schmuckschriften. Ɖie Balsamiq Sans ist auch sehr interessant für uns; mehrere Kleinbuchstaben sind "vorhanden" aber mit kopierten Großbuchstaben bestückt, aber ich lese etwas von Open Source, vielleicht ist Hoffnung, dass wir erweitern können... Also ganz herzlichen Dank!

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https://fonts.google.com/?preview.text=á̰ ḛ́ ɛ̰́ ḭ́ ó̰ ɔ̰́ ṵ́ ʊ̂ ɖ ɗ ɣ&preview.text_type=custom

 

Ich hab mal die Voransicht zum drüberscrollen genutzt, es gibt einige Schriften, die über ausreichend combining characters verfügen, jedoch sehen die gestapelt nicht immer schön aus. Aber für die erste Übersicht hilft es vielleicht, bei den üblichen Verdächtigen einfach die "obskursten" Glyphen-Kombinationen in einen eigenen Beispielsatz zu packen. So kann man bereits beim schnellen drüberscrollen sehen, ob die Schriften die unterstützen oder nicht und ob die Positionierung der gestapelten combining characters klappt. Ob das auch noch in der Textverarbeitung klappt, ist dann die nächste Frage.

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Am 13.10.2021 um 23:00 schrieb Der Tühp:

Haben Sie vielleicht einen Tipp wo und wie Sie das gefiltert haben? Oder doch alle von Hand rausgesucht?

Das war Hand-/Augen-Arbeit. Ich habe die betreffenden Zeichen (Ǝ, ǝ; Ɖ, ɖ; Ŋ, ŋ; Ɔ, ɔ; Ʊ, ʊ) als Mustertext in meinen Fontmanager eingegeben und dann geschaut, welche Schriften etwas anzeigen konnten.

 

Es wäre natürlich besser gewesen, direkt alle erforderlichen Zeichen abzufragen, aber ich kann das gerne nochmal an der obigen Liste mit Ɛ, ɛ; Ɩ, ɩ und a, ǝ, e, ɛ, i, ɩ, o, ɔ, u und ʊ mit den Akzenten (´`^) wiederholen.

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Ich bin die Schriftenliste nochmal durchgegangen. Viele Schriften müssen ausgeschieden werden, nicht weil die geforderten Buchstaben fehlen, sondern weil die Umsetzung der Buchstaben-Akzent-Kombination unzureichend sind: Erstens überschneiden sich bei Ǝ, ǝ; Ɛ, ɛ; Ɔ, ɔ und Ʊ, ʊ in Verbindung mit Akut, Zirkumflex und Gravis die Buchstaben und die Akzentzeichen. Zweitens stehen manche Akzente nicht gut positioniert über dem optischen Mittelpunkt der Buchstaben. Drittens gibt es einige Schriften, bei denen keine Unterscheidung zwischen I/i und Ɩ/ɩ möglich ist. Viertens wird durch die Akzentuierung die Zurichtung der Buchstabenabstände gestört.

 

Hier gibt es eine aktualisierte Liste (pdf-Datei; 852 KB).

 

Zur Veranschaulichung habe ich einige Problemschriften in die Liste mitaufgenommen. Dabei habe ich folgende farbliche Markierungen hinterlegt:

  • ROT – Stand der Akzentzeichen falsch; Schrift diesbezüglich unnutzbar (DejaVu-Familie)
  • HELLROT – Stand der Akzentzeichen schlecht (Balsamiq Sans, Didact Gothic)
  • BLAU - Unterscheidung von verschiedenen Buchstaben nicht gegeben (Arial, Microsoft Sans Serif, Tahoma)
  • GELB- Veränderte Buchstabenabstände (Ebrima, Segoe UI)
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Am 13.10.2021 um 23:00 schrieb Der Tühp:

Update: Habe bereits einzelne Schnitte der Cogan bei FontSpring gefunden, die wir brauchen - und auch bezahlen - können! Wir suchen besonders neue interessante Schmuckschriften. Ɖie Balsamiq Sans ist auch sehr interessant für uns; mehrere Kleinbuchstaben sind "vorhanden" aber mit kopierten Großbuchstaben bestückt, aber ich lese etwas von Open Source, vielleicht ist Hoffnung, dass wir erweitern können... Also ganz herzlichen Dank!

Cogan

 

Die Cogan besteht aus vier Varianten (Cogan, Cogan Curved, Cogan Rounded und Cogan Straight) zu jeweils fünf Fetten (Thin, Light, Regular, Bold und Black) in aufrechter und verschrägter Ausführung (Regular und Oblique). Die Varianten unterscheiden sich nur hinsichtlich der Behandlung der Strichenden. Die Schrift ist bei Fontspring günstig zu lizenzieren, aber meiner Meinung nach für Anii nur bedingt brauchbar.

 

Hier (pdf-Datei; 280 KB) ist ein kleines Schriftmuster mit den Zeichen, die für Anii benötigt werden.

 

Die Akzente Akut, Zirkumflex und Gravis lassen sich mit Ǝ/ǝ, Ɛ/ɛ, Ɩ/ɩ, Ɔ/ɔ und Ʊ/ʊ nicht korrekt kombinieren: Sie stehen hinter dem Buchstaben und zu tief. (In meinem Specimen sieht man auch noch, dass die Akzentuierung mit i im Light-Schnitt der Standardvariante nicht funktioniert.) Man müsste für jede dieser Kombinationen eingreifen, indem man die Laufweite manipuliert und die Akzentzeichen höherstellt. Wenn man sich dieser Klippe bewusst ist, kann man sie für kürzere Texte einsetzen. Es ist aber immer händisches Eingreifen nötig.

 

Man könnte sich natürlich auch freundlich an Leandro Ribeiro Machado, den Schriftdesigner, wenden und um Abhilfe bitten.

 

 

Balsamiq Sans

 

Bei der Balsamiq Sans handelt es sich um eine Schrift nach Art der Comic Sans mit vier Schnitten (Regular, Italic, Bold, Bold Italic). Es ist ein Google-Font, für den die OFL gilt, nach der der Font modifiziert werden darf. Das wäre meines Erachtens zumindest bei den Buchstaben-Akzent-Kombinationen mit Ǝ/ǝ, Ɛ/ɛ, Ɩ/ɩ, Ɔ/ɔ und Ʊ/ʊ notwendig. Außerdem gibt es keine unterschiedlichen Formen für die Majuskel- und Minuskel-Buchstaben Ɖ/ɖ, Ɛ/ɛ, Ɩ/ɩ, Ɔ/ɔ und Ʊ/ʊ; es scheinen überall nur die Großbuchstabenform hinterlegt zu sein.

 

Hier (pdf-Datei; 84 KB) ist ein Schriftmuster (wieder mit den Zeichen, die für Anii benötigt werden), aus dem die genannten Mängel ersichtlich sind. Man könnte – wenn man sich das zutraut – die Fehler selbst beheben oder Kontakt mit Entwicklern über GitHub aufnehmen und um Abhilfe bitten.

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vor 15 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Man könnte – wenn man sich das zutraut – die Fehler selbst beheben oder Kontakt mit Entwicklern über GitHub aufnehmen und um Abhilfe bitten.

Herzlichen Dank wieder. Bei der Balsamiq mache ich das tatsächlich: zweigleisig; erst mal mit den Leuten reden, und als Zeichen echten Interesses und guten Willens einige Entwürfe machen und vorzeigen. Dann kann man sehen, wer am besten plaziert ist um die Ergänzungen einzupflegen, oder ob wir nur einen Fork für uns machen (sollen).

Habe gerade nachgesehen, und bei mir in Scribus gesehen, was Sie meinten mit den versetzten combining diacritics. Wenn ich Zeit in FontForge verbringe, um die vier fehlenden Glyphen zu erstellen, dann muss ich auch noch die Ankerpunkte korrigieren. Dazu habe ich kürzlich (für FontForge) eine Anleitung entdeckt. Fleißarbeit. Wie so manches in diesem Bereich. Typografie ist nur ein winziger Bruchteil meiner Arbeit, eigentlich eine Art Hobby, aber ich mache das, weil immer mal einige nützliche Elemente für die Sprache entstehen. Ihr Input ist wertvoll und auch einfach ermutigend.

 

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Für mich ist noch total ungewohnt, das alles auf deutsch zu lesen. Mal sehen, ob ich noch lernfähig bin. Die "Akzente" nutzt die Anii Sprache für Ton-Markierung, also Hoch- oder Tiefton, wo nötig. Und der circonflex markiert am Verb ein Aspekt von "irrealis" wie zum Beispiel Zukunft, Wünsche oder Zweifel.

Persönlich hatte ich vor vielen Jahren die Idee, für "Hochton", den entsprechenden Vokal einfach etwas von der Grundlinie nach oben zu verschieben. Entsprechend auch für Tiefton. Würde beim Zeilenabstand auch nicht mehr brauchen, als mit Akzent, da ich nicht an brutale sondern diskrete Werte gedacht hatte. Und es würde weniger "extra Zeugs" im Schriftbild ergeben. Aber damals war ich zu progressiv. Und nu is zu spät. Aber wie befürchtet: Sehr viele Leute haben Rechts-Links-Unterscheidungsprobleme und die Akzente aigu bzw. grave zeigen nicht wirklich "hoch" oder "tief".

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vor 19 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Ich bin die Schriftenliste nochmal durchgegangen. Viele Schriften müssen ausgeschieden werden...

 

Zur Veranschaulichung habe ich einige Problemschriften in die Liste mitaufgenommen. Dabei habe ich folgende farbliche Markierungen hinterlegt:

  • ROT – Stand der Akzentzeichen falsch; Schrift diesbezüglich unnutzbar (DejaVu-Familie)
  • HELLROT – Stand der Akzentzeichen schlecht (Balsamiq Sans, Didact Gothic)
  • BLAU - Unterscheidung von verschiedenen Buchstaben nicht gegeben (Arial, Microsoft Sans Serif, Tahoma)
  • GELB- Veränderte Buchstabenabstände (Ebrima, Segoe UI)

Ihre Liste ist sehr übersichtlich und sie erinnert mich, warum ich von Hand eine Liste der geeigneten Schriften für Anii angelegt habe. Die meisten der geeigneten Schriften, die über bleiben, kennen wir hier sehr gut. Bei der Andika habe ich damals sogar als Tester etwas mitgeholfen. Schmuckschriften für mal eine attraktive Überschriften fehlen noch. (ist keine Kritik, ist Stand der Dinge)

Demnächst werden wir mal im Mitarbeiter-Team mit einem Tool eine Reihe von Handschriften erzeugen und sehen, was das ergibt. Auditions hatten wir bereits. Wird sicher nicht perfekt, aber könnte mal etwas Abwechslung in unsere Publikationen bringen.

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<p>Graublau Sans Pro von Georg Seifert — ein MyFonts-Bestseller</p>
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