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Nach Konvertierung Type1 zu OTF: Nicht alle Schriftschnitte werden nach Installation angezeigt

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Hallo,

 

ich arbeite bei einer Tageszeitung in der IT, muss aber des öfteren auch Anzeigen, z.B. Traueranzeigen, in Indesign setzen, wenn unser hauptamtlicher Grafiker nicht da ist. Ein bißchen kenne ich mich also in Indesign aus, bin aber beileibe kein Fachmann.

 

Ab Januar 2023 unterstützt Indesign ja keine Typ1-Schriften mehr. Ich habe deshalb eine bei uns viel verwendete Typ1-Schrift mittels FontForge nach OTF umgewandelt. Dabei erhalte ich 30 OTF-Dateien für die verschiedenen Schriftschnitte. Wenn ich die alle installiere, werden mir in Indesign in der Schriftauswahl nur 7 Schnitte angezeigt, egal ob ich sie als Windowsfont installiere oder über die Adobe Cloud hinzufüge. Wenn ich dann von den angezeigten Schnitten einen deinstalliere, werden mir plötzlich andere Schnitte angezeigt, die vorher nicht zu sehen waren; beispielsweise wird nach der Deinstallation von Roman plötzlich Italic angezeigt. Es sieht irgendwie so aus, als ob bei der Installation intern in der Schrift bestimmte Schnitte überschrieben oder überlagert werden, wenn andere Schnitte installiert sind.

 

Kennt jemand dieses Phänomen und kann mir erklären, woran das liegt? Und kann ich beispielsweise in FontForge bei den OTF-Schriften irgendetwas ändern, damit alle Schnitte angezeigt werden?

 

Schon einmal vielen Dank im Voraus,

Markus

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vor 17 Minuten schrieb MarkV:

Kennt jemand dieses Phänomen und kann mir erklären, woran das liegt?

Ja. Das liegt daran, dass mehr als vier Schriftschnitte sehr schwierig in einer Familie unterzukriegen sind. Hier ein über 10 Jahre alter Artikel dazu. Stimmt aber immer noch: https://www.typografie.info/3/artikel.htm/wissen/schriftnamen-schriftmenues/

Meine Empfehlung wäre statt FontForge ein Programm wie TransType. Das kann diese Namenskonflikte bei der Konvertierung gleich auflösen:

https://www.fontlab.com/font-converter/transtype/

 

(Und natürlich immer auf die Lizenzbedingungen achten. Die meisten kommerziellen Schriften gestatten solche Eingriffe gar nicht. Da wäre es besser, sich ein Update direkt vom Anbieter zu holen.)

 

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Vielen Dank für den sehr informativen Link! Der Artikel hat mir beim Verständnis vom Zusammenhang zwischen Schriftnamen, -familien und -schnitten wirklich weitergeholfen.

 

Ich werde jetzt erst einmal versuchen, Schnitte zu gruppieren und in einzelne Schriftfamilien zusammenzufassen, also z.B. eine Schriftfamile "Bold" und darin die Schnitte Bold, Bold Italic, Bold Extended und Bold Condensed. Mal sehen, ob es so funktioniert.

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Am 21.8.2022 um 13:48 schrieb MarkV:

also z.B. eine Schriftfamile "Bold" und darin die Schnitte Bold, Bold Italic, Bold Extended und Bold Condensed

Das wäre sehr unorthodox. Üblich wäre, die unterschiedlichen Weiten als Familien zu behandeln und einen eigenen Familiennamen zu vergeben. 

  • Musterschrift
    • regular
    • italic
    • bold
    • bold italic [Tippfehler korrigiert]
  • Musterschrift condensed
    • regular (condensed)
    • italic (condensed)
    • bold (condensed)
    • bold italic (condensed)
  • Musterschrift wide

usw.

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  • 3 Wochen später...

Hallo,

leider komme ich erst jetzt wieder dazu, mich mit diesem Problem zu beschäftigen, und wollte die Schriften so gruppieren wie von Euch vorgeschlagen.

 

Leider klappt das überhaupt nicht, und ich kann nicht erkennen, woran es liegt.

 

Ein Beispiel: Ich lade den Schnitt "Roman" in FontForge, gehe dann über das Menü Element -> Schrift-Eigenschaften -> PS Names und vergebe folgende Namen:

Schriftname: Test-Roman

Familienname: Test

Angezeigter Name für Benutzer: Test

 

Wenn ich die Schrift dann installiere, erscheint sie im Windows-Fontsordner und in Indesign; in Indesign lassen sich die Schrift "Test" und der Schnitt "Roman" auswählen.

 

Dann lade ich den Schnitt "Italic" in FontForge und vergebe folgende Namen:

Schriftname: Test-Italic

Familienname: Test

Angezeigter Name für Benutzer: Test Italic

 

Wenn ich die Schrift dann installiere, erscheint sie nicht im Windows-Fontsordner und lässt sich auch nicht in Indesign auswählen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass der Schnitt "Italic" der Schrift hinzugefügt wird.

 

Lösche ich dann im Windows-Fontsordner die Schrift, erscheint nach dem Löschen die Schrift mit dem Schnitt "Italic" im Fontsordner und lässt sich dann auch mit dem Schnitt "Italic" in Indesign auswählen.

 

Installiere ich zuerst den Schnitt "Italic", erscheint er auch nicht im Fontsordner und in Indesign, ich muss danach erst einmal "Roman" installiert und wieder deinstalliert haben, damit "Italic" wieder erscheint.

 

Ich stehe da echt vor einem Rätsel. Liegt es an FontForge, muss ich noch irgendwo anders Schriftnamen ändern, bestehen da irgendwelche Abhängigkeiten zwischen den Schnitten, oder was übersehe ich da?

 

Ich würde mich freuen, wenn jemand von Euch noch einen Tipp hat.

 

 

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vor 7 Minuten schrieb MarkV:

Ich würde mich freuen, wenn jemand von Euch noch einen Tipp hat.

Wie schon geschrieben: wenn überhaupt, dann ein Programm wie Transtype benutzen. Selbst professionelle Schriftgestalter haben mit diesen Dingen Schwierigkeiten. Dass es mit der bloßen Vergabe eines Stilnamens – wie gerade beschrieben – erledigt wäre, hat keiner gesagt. Ganz im Gegenteil. Ich hätte vorher sagen können, dass das nichts wird. 

Um was für Schriften geht es denn überhaupt? Gibt es die Anbieter noch? Gibt es Updates der Schriften? 

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Ich habe  jetzt eine Lösung gefunden, die zumindest für meine Zwecke ausreicht: Ich installiere die Schriften nicht unter Windows, sondern kopiere sie nur in den Fonts-Ordner von Indesign. Und Indesign findet die Schriften dann auch genau so, wie ich es erwarte: Es wird der Familienname angezeigt, und wenn ich den dann aufklappe, sehe ich alle Schnitte.

 

Ich hoffe nur, dass das nicht auch irgendwo wieder einen Haken hat...

 

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vor 10 Stunden schrieb MarkV:

Ich hoffe nur, dass das nicht auch irgendwo wieder einen Haken hat...

Der Haken wird sein, dass dieses Setting erstmal nur auf Deinem Rechner funktioniert. Soll das Dokument irgendwo anders geöffnet werden, werden die Schriften durch Fallbackschriften ersetzt werden.

Bei all der Zeit, die Du bisher in die Problemlösung investiert hast, wäre selbst das Neubeschaffen der Fontlizenzen günstiger gewesen. Und in Anbetracht des Komforts, der Sicherheit, Kompatibilität, Rechtssicherheit und Interoperabilität wesentlich nachhaltiger.

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