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Indesign | Tiefstellung auf Umwegen per GREP-Stil

Empfohlene Beiträge

Deluxe

Hallo zusammen,


ich betreue gerade eine kleine Agentur bei der Überarbeitung/Modernisierung und Automatisierung einer umfangreichen Publikation, die mehrmals im Jahr erscheint. Hauptschriftart ist die ITC Officina Sans und Serif.

Was mein Auge immer wieder "stört", ist die die bisher manuelle Tiefstellung der "2" bei CO2 im Indesign, da die vorhandene Schriftlizenz "nur" eine "Std" ist, die keine tiefgestellten Glyphen enthält. Der Kunde möchte aber (vorerst) keine Pro-Lizenz kaufen, nur wegen ein "paar" Mal CO2 im Text … neben dem optischen Aspekt halte ich es eben auch für eine zusätzliche Fehlerquelle, außerdem kommt CO2 nicht nur ein paar Mal, sondern schon recht häufig vor.

Also, die normale 2 einfach nur tiefstellen finde ich sehr unschön. Nun habe ich aber eine hochgestellte 2 als echte Glyphe, die ich per Grundlinienversatz nach unten schieben könnte. Da könnte ich mir ein Zeichenformat erstellen und per GREP-Stil generell jedes Mal, wenn CO2 im Text vorkommt, dies automatisch durch "meine" tiefe 2 ersetzen lassen (ohne + im Absatzformat – so kann die Tiefstellung auch nicht durch unbedachten "alt"-Klick aufs Format eliminiert werden).

 

Ich frage mich jetzt, spricht was gegen diese Vorgehensweise?
Können Fehler oder Ersetzungen passieren, an die ich jetzt nicht denke?

 

Gibt es andere Lösungen/Ideen zu diesem Thema?

 

Vielen Dank schon mal!

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vor 18 Minuten schrieb Deluxe:

spricht was gegen diese Vorgehensweise?

Mich würde die Änderung des zu Grunde liegendes Textes auf der Kodierungsebene schon etwas stören. Für reine Drucksachen freilich theoretisch egal, aber wenn das Dokument dann doch vielleicht mal als PDF verteilt wird, spielt es schon eine Rolle. Dann wird nach dem Kopieren aus CO₂ ein CO². 

Letztlich muss die Lizenz der Pro-Version ohnehin auf die ausführenden Gestalter laufen, ob dieser Posten ausdrücklich auf den Rechnungen durchgereicht wird oder nicht. Man könnte es also auch überlegen, sich die Pro-Version einfach der Qualität wegen lizenzieren zu lassen. 

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Diwarnai
vor 37 Minuten schrieb Deluxe:

eine hochgestellte 2 als echte Glyphe, die ich per Grundlinienversatz nach unten schieben könnte.

Der Grundlinienversatz wird in absoluten Werten angegeben, wie würdest du das für unterschiedliche Schriftgrößen bewerkstelligen?

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Deluxe
vor 17 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

Man könnte es also auch überlegen, sich die Pro-Version einfach der Qualität wegen lizenzieren zu lassen. 

Das war mein Vorschlag – ob das gemacht wird, muss die Agentur entscheiden, Letztendlich müssen die Mitarbeiter mit dem Workflow klarkommen, wenn ich wieder weg bin …

Grundsätzlich bin ich auch noch etwas hin- und hergerissen, ob meine Idee umsetzbar ist. Dein Einwand mit dem PDF und copy-paste ist sehr gut, du hast recht, das kann ich nicht riskieren.

Intern hat das wohl niemand bisher gestört, die dünne, tiefgestellte 2.

 

 

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Deluxe
vor 23 Minuten schrieb Diwarnai:

Der Grundlinienversatz wird in absoluten Werten angegeben, wie würdest du das für unterschiedliche Schriftgrößen bewerkstelligen?

Naja, es handelt sich hauptsächlich um Fließtext – für die Überschriften müsste ich noch ein extra Format anlegen, und für die Hauptüberschriften. Also wären drei Zeichenformate per GREP in den jeweiligen Absatzformaten zu hinterlegen, der Aufwand wäre überschaubar.

Doch der Einwand von @Ralf Herrmann ist absolut richtig und hat mich jetzt schon fast wieder von dieser Idee abgebracht …  😉

bearbeitet von Deluxe
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Deluxe
vor 16 Minuten schrieb Quarz:

Hallo Deluxe,

 

von 'indiscripts' gibt es das Gratis-Script 'IndyFont', mit dem du einzelne Buchstaben herstellen kannst.
https://www.indiscripts.com/post/2012/06/indyfont-build-opentype-fonts-from-within-indesign

Das dürfte sich für dein Problewm eignen. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.

 

Gruß Quarz

Vielen Dank! Das ist sehr interessant – schaue ich mir gleich mal an!

Kannst du mir vorab sagen, was in diesem Fall bei copy-paste mit der selbst erstellten tiefen 2 passiert …?

 

 

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Diwarnai
vor 8 Minuten schrieb Deluxe:

Dein Einwand mit dem PDF und copy-paste ist sehr gut, du hast recht, das kann ich nicht riskieren.

Das dürfte nicht nur das Kopieren, sondern evtl. auch die Barrierefreiheit betreffen, wenn ein falsches Zeichen vorgelesen wird.

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Diwarnai
vor 3 Minuten schrieb Deluxe:

Kannst du mir vorab sagen, was in diesem Fall bei copy-paste mit der selbst erstellten tiefen 2 passiert …?

Da dürfte nichts Falsches passieren, wenn das Zeichen als U+2082 kodiert ist.

bearbeitet von Diwarnai
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Deluxe

Und lizenztechnisch ist das kein Problem?

Man darf eine original Linotype-Schrift ändern (Glyphe ergänzen), neu abspeichern und die Mitarbeiter in der Agentur würden dann mit dieser Schrift anstatt mit der original  Linotype-Version arbeiten?

Druckdaten, Online-PDFs, alles kein Problem?

 

Dann wäre das tatsächlich meine Lösung zu diesem Problem!

 

PS: und die GREP-Stile kann ich dann – in vereinfachter Form – auch wunderbar erstellen

bearbeitet von Deluxe
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Diwarnai

Schau dir den link zum Script noch mal an … du änderst keinen Font, sondern erstellst einen eigenen mit einem eigenen Namen. Du musst also 2 Fonts verwenden, einmal die Officina und einmal den eigenen mit U+2082.

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Deluxe

Ja, wenn ich dann auf der sicheren Seite bin, mache ich das natürlich so.

Dann muss ich mal die 2 für die Sans und die Serif für alle Schnitte "durchnudeln". Bin gespannt.

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Sebastian Nagel

Als grundsätzlicher Freund solcher Lösungen muss ich aus der Praxis einwenden:

Das braucht viel Dokumentation und Disziplin, wenn sowas in der Praxis dauerhaft funktionieren soll. Selbst wenn alles in den Dokumenten funktioniert, gibt es Mitarbeiter die ihre eigene Lösung "basteln" weil sie nicht wissen was zu tun ist, dann hat man 2 Lösungen parallel. Und wenn mal was nicht funktioniert (Updates, Dokument-Austausch, ...), dann passiert alles mögliche unkontrollierbar, und manchmal auch schlimmer als die ursprüngliche "Nicht-Lösung" es war.

Deshalb: solche Sachen setze ich am liebsten ein, wenn ich weiß dass nur ich oder ähnlich tickende Grafiker (Anspruch an Optik UND Automatisierung) an den Dokumenten arbeiten werden.

 

Ich würde es in diesem Fall erst mal mit Boardmitteln statt Scripts versuchen, und den Klassiker automatisieren, der die normale 2 verkleinert und den Gewichtsverlust durch den nächststärkeren Schriftschnitt kompensiert.

Die Verkleinerung läuft über die Indesign-Tiefstellfunktion, wie groß das defacto ist, kann in den (Dokument)einstellungen in %-Werten angegeben werden, oder wenn man es variieren will, über die horizontale und vertikale Glyphen-Skalierung in den Zeichenformat-Einstellungen.

Das nächsthöhere Gewicht ist schwieriger, weil das von den verfügbaren Gewichten abhängig ist – im Regular-Kontext müsste es die Medium sein. Ggf. muss die Größenanpassung herhalten, um hier eine Balance zu finden.

Diese Anpassung kann erst mal als Zeichenformat festgelegt werden, und dieses Zeichenformat kann kann auf die "2" angewendet werden.

 

Das kann dann noch automatisiert werden mit einer Grep-Formatierung im Absatzformat, mit Suche nach (?<=CO)2 (formatiere alle 2, denen ein CO vorangeht) und der Anwendung des Zeichenformats darauf.

  • Gefällt 3
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Deluxe

Hallo Sebastian,

vielen Dank für deinen langen und ausführlichen Beitrag, mit dem du mir – jetzt rückblickend auf den heutigen Tag gesehen – aus dem Herzen sprichst …!

Ich habe das Script gestern Abend nämlich nicht zum Laufen gebracht (Mac OS Ventura, neueste Adobe SW, M2) – keine Ahnung, wo da die Probleme in der Kompatibilität liegen, hab mich nicht näher damit befasst.

Habe dem Chef heute Abend noch mal nahe gelegt, die Pro-Schrift zu kaufen und als Übergangs-Lösung fast genau deinen geschilderten Weg genommen, sehr schön für mich zu lesen, dass du es mit dem nächsten Gewicht versuchen würdest – ich hatte mit ganz dünnen Outlines gearbeitet. Wie die horizontale/vertikale Skalierung aussehen muss, habe ich an der vorhandenen hochgestellten Glyphe exakt sehen können.

Die exakten Werte für die Tiefstellfunktion habe ich mir an meiner eigenen Pro-Lizenz am tiefgestellten 2 abgeguckt (und sie heute noch mehr zu schätzen gewusst als bisher) 😉

Sieht jetzt auf jeden Fall schon mal besser aus als bisher und so warte ich mal ab und hoffe einfach auf eine finale Kaufentscheidung. Ist halt jeweils das volle Paket der Sans und Serif, da muss wohl noch gründlich diskutiert werden.

 

Vielen Dank für alle Antworten hier!

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Lothar B.

In der Schriftbibliothek der Adobe Creative Cloud ist die Officina Sans ITC Pro mit drei Schnitten vertreten.

 

Eine CC-Lizenz vorausgesetzt, kann man die ohne weitere Gebühren nutzen. Ist das vielleicht eine Option?

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  • 3 Wochen später...
Deluxe

Hallo Lothar,

danke für den Hinweis, aber nach einigen Tagen Mitarbeit im Projekt musste ich feststellen, dass einfach nahezu alle Schnitte der Voll-Lizenz irgendwo im Einsatz sind. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die tiefgestellte 2  (oder andere Sonderzeichen) nicht mit diesen drei Schnitten gelöst werden kann.

Im Moment habe ich die "Sonderlösung" von Sebastian im Einsatz, es gab aber auch bereits in dieser kurzen Zeit einen Namen mit einem in der Std-Version nicht vorhandenen Sonderzeichen ("Diesen Fall hatten wir noch nie …!"), das "nachgebastelt" wurde …

Naja, wieder ein Pluspunkt für die Pro.

 

Schöne Grüße an alle!

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