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Welche ernstzunehmenden auch internationalen Awards aus dem Typografie-Bereich gibt es?

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Nur weil ich wissen wollte, ob der Art Directors Club Hall of Fame seinen Preis vielleicht auch Oscar nennt, fiel mir gleich als Preisträger Matthew Carter ins Auge (nach flüchtigen Überfliegen der einzige, den ich als typographiebezogenen Menschen erkenne). Hier mal das, was Onkel Wiki so an Auszeichnungen erwähnt, die er bekommen hat:

Zitat

Carter has won numerous awards for his contributions to typography and design, including an honoris causa, Doctorate of Humane Letters from the Art Institute of Boston, an AIGA medal in 1995, the TDC Medal from the Type Directors Club in 1997, and the 2005 SOTA Typography Award. A retrospective of his work, "Typographically Speaking, The Art of Matthew Carter," was exhibited at the University of Maryland, Baltimore County in December 2002. This retrospective is featured in the documentary, "Typographically Speaking: A Conversation With Matthew Carter." In 2010, Carter was named a MacArthur Foundation Fellow, otherwise known as a "genius" grant.

On 26 May 2011, he received the Lifetime Achievement Award from the National Design Awards at the White House.

He is a member of Alliance Graphique Internationale (AGI), has served as chairman of ATypI, is a member of the board of directors of the Type Directors Club, and is an ex officio member of the board of directors of the Society of Typographic Aficionados (SOTA). Some of Carter's designs are in the collection of the St. Bride Printing Library in London.

Carter was appointed Commander of the Order of the British Empire (CBE) in the 2020 Birthday Honours for services to typography and design.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Matthew_Carter
 

Award kann so vieles sein, vom Seepferdchen über die Teilnahmeurkunde an den den Bundesjugendspielen bis zur Presidential Medal of Freedom. Suchst Du etwas spezielles?

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vor einer Stunde schrieb Phoibos:

Award kann so vieles sein, vom Seepferdchen über die Teilnahmeurkunde an den den Bundesjugendspielen bis zur Presidential Medal of Freedom. Suchst Du etwas spezielles?

Ja, ich suche ernstzunehmende auch internationale Awards.

Seepferdchen und Bundesjugendspiele würde ich jetzt nicht in die ernstzunehmenden Typografie-bezogenen Awards wie TDC einordnen.

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vor 7 Minuten schrieb Diwarnai:

Lass gut sein, ich frag wo anders.

Woanders wird man Dir bei einer unpräzisen, unter anderem weil sehr subjektiven, Fragestellung auch kaum weiterhelfen können.
Jedenfalls sollten die geposteten Dir schon mal ordentlich weiterhelfen können, was bei den zig aufgeführten Awards dann "ernstzunehmend" ist, kannst eh nur Du sagen.

Jenseits der umfangreichen Listen gibt es halt auch Awards, die nicht so heißen, aber ähnliche Strahlwirkung haben, beispielsweise eine Ehrendoktorwürde an einer Universität oder die Ehre Gebäude XYZ zu beschildern. Oder auch schon eine wie auch immer geartete Stellungnahme (ein "hässlich" von, sagen wir, Erik Spiekermann ist auch schon ein Award, denn das betreffende Werk ist diesem vielbeschäftigten Mann in dieser schnelllebigen Zeit immerhin so weit aufgefallen, dass er sich zu einer Bewertung veranlasst sieht) von einem der Großköpfe der Zunft.

 

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  • 2 Wochen später...
Am 22.11.2023 um 19:32 schrieb Phoibos:

Woanders wird man Dir bei einer unpräzisen, unter anderem weil sehr subjektiven, Fragestellung auch kaum weiterhelfen können.

Ich konnte mit der Fragestellung etwas anfangen und finde sie auch konkret genug da bereits zwei Beispiele genannt wurden. Sicher kann man »ernstzunehmend« unterschiedlich auslegen aber der Grundtenor ist doch damit klar ...

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Am 22.11.2023 um 18:36 schrieb D2C:

Der ist leider schon seit Jahren nicht mehr ernst zu nehmen.

Hier wäre auch die Frage wer den Preis nicht ernst nimmt. In meiner Wahrnehmung wird in der Öffentlichkeit außerhalb unserer Branche diese Auszeichnung nach wie vor stolz von vielen Produzenten/Auftraggebern entgegengenommen und von Endverbrauchern als Qualitätssiegel für hochwertiges Design anerkannt. Dass der Preis mehr oder weniger gekauft ist, wird eher übersehen oder ist so nicht im Bewusstsein.

bearbeitet von R::bert
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Am 1.12.2023 um 08:30 schrieb Microboy:

aber der Grundtenor ist doch damit klar ...

Nun, für mich ist er immer noch nicht klar. Auch

 

vor einer Stunde schrieb R::bert:

der Preis mehr oder weniger gekauft ist

erklärt zwar, dass er fragwürdig ist, aber nicht, ob er auch für die Fragestellung des Thread als (nicht) ernstzunehmend gilt.
Eine Möglichkeit, das "ernstzunehmend" greifbarer zu machen, wäre für mich die Beteiligung von (namhaften) Künstlern des gleichen Bereiches im Bewertungsprozess. 

Zum Red Dot Award: Laut dem Wikipedia-Artikel gibt es zwar Kritik an der Aussagekraft, doch scheint mir das ähnlich sein mit einigen Tests von Antivirensoftware durch Stiftung Warentest oder Computerbild oder viele andere: Durch die für mich zu große Gewichtung der Benutzererfahrung rückt der eigentliche Zweck in den Hintergrund, was (zumindest früher) die Bloatware Norton immer viel zu weit nach vorne brachte.

Was mich erneut zu der Frage bringt, was denn ernstzunehmen sei. Dass beispielsweise der Red Dot Award nicht der Gerrit Noordzij Preis ist, geschenkt. Aber macht das ihn automatisch schlecht?

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vor 4 Stunden schrieb Phoibos:

Dass beispielsweise der Red Dot Award nicht der Gerrit Noordzij Preis ist, geschenkt. Aber macht das ihn automatisch schlecht?

Für mich persönlich ist er deshalb fragwürdig:

  • es gibt eingangs ein Eintrittsgeld zu bezahlen, um in eine Bewertungsrunde zu kommen. Ja, das ist eine von mehreren möglichen Hürden zur Selektion, aber eine plumpe. Eine andere, vielleicht bessere, wäre ein Vorschlagsystem aus einem breiten Pool von Experten die im Metier stecken (und die sich vielleicht wiederum gegenseitig nominieren, nach einer Zeit wieder ausscheiden, etc.). Nur: die müsste man dann ja vergüten, während man bei Eintrittsgeld schon mal was bekommt.
  • Wurde man "ausgewählt", wird man damit konfrontiert die Auszeichnung nur zu bekommen, wenn man in Folge diverse Pakete einkauft, also Präsentation im Museum, Buch, Teilnahme an der Gala, Lizenzgebühr für die Nutzung des Logos, etc. Das ist großen Einreichern natürlich bekannt und die Kosten amortisieren sich schnell, für kleine, innovative Einreicher ist das teils eine Last, aber die Karotte hängt schon vor der Nase, also jetzt noch darauf verzichten?
  • Ausgezeichnet wird generell jeder Einreicher, der dem Label nicht wirklich schadet, denn jeder Ausgezeichnete zahlt ja hinterher die diversen Pakete. D.h. es wird nicht auf Exzellenz abgezielt, sondern auf ein Minimum an Design-Qualität. Das ist zwar vielleicht besser als gar keine Kriterien, aber es wird schon sehr viel Triviales und Mittelmäßiges ausgezeichnet, manchmal wird dann auch in der Nutzung sehr schnell offensichtlich, dass die Werter das Produkt niemals und schon gar nicht längerfristig genutzt haben, sondern nur die Einreichungsunterlagen an sich, also die Inszenierung, angesehen und gewertet haben.
  • Neben den "bezahlten" Awards gibt es eine Handvoll Ehrenpreise, die dann tatsächlich verliehen werden, teils mit Dotierung etc. Auch gibt es die Sparte "Concept", wo Schönes aber womöglich Praxisfernes ausgezeichnet wird. Das ist zwar löblich, hebt aber den Award an sich in eine Ebene wo er wieder ernsthaft ernst zu nehmen sei, weil er neues und exzellentes Design hervorhebt – während aber die ganz große Masse an Auszeichnungen eben keine Ehrenpreise sind sondern einfach nur Siegel nach Erreichen eines Mindeststandards.
  • Für den Konsumenten bedeutet der Award oft (weil jedes dritte Kochfeld und etc. eingereicht und ausgezeichnet wird), für ganz okayes Design das ohnehin entstanden wäre, jetzt einen Preisaufschlag zahlen zu müssen, weil da ein roter Punkt neben dem Produkt zu sehen ist, der auch Unbedarften klar macht warum das Objekt jetzt teurer ist als sonst so – das Label wird zur Legitimation für Aufpreis, das eigentliche Design muss nicht mehr so sehr überzeugen (insbesondere nicht der Gebrauchswert, darüber redet dann niemand mehr).

Ich schreib aber ganz oben absichtlich fragwürdig.

Ernstzunehmen ist der Award trotzdem, er ist zwar meiner unbedeutenden Meinung nach eher ein Problem, weil er "Design" einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und erkennbar macht und somit aber zugleich andere vielleicht bessere Preise verdrängt, und hintenrum die Hand aufhält und sich für exzellentes Design nicht wirklich einsetzt (bis auf die Ehrenpreise und die Concept-Kategorien als Feigenblätter). Aber er wird ernsthaft wahrgenommen und relevant für die Design-Branche und auch für Konsumenten mit der etwas dickeren Geldbörse die selbst keine Zeit, Lust oder Kompetenz haben, gutes Design zu erkennen und zu finden (was zugegebenermaßen in einer Zeit in der wir über Bilder am Bildschirm einkaufen auch nicht so einfach ist).

Also muss er in einer Liste potentiell ernstzunehmender Preise / Auszeichnungen genannt werden. Eine Bewertung jedes einzelnen Eintrags ist dann ohnehin im Detail vorzunehmen ... ihn schon nicht auf die Liste zu setzen, weil er trotz Relevanz problematisch ist, wäre kontraproduktiv.  (Ob er speziell für Typografie oder Schriftgestaltung relevant ist, ist nochmal eine andere Frage. Ich habe bisher nicht den Eindruck, dass das speziell ein Thema ist, auch wenn es natürlich entsprechende Kategorien gibt - https://www.red-dot.org/de/search?solr[filter][]=meta_categories%3A%2F10%2F149%2F - aber die Kategorienschwemme ist ja auch so ein Ding ...)

(das soll jetzt kein Abarbeiten am Red Dot speziell sein ... ich hab damit halt in der Vergangenheit Erfahrungen in Kundensache gemacht, d.h. ich kann da exemplarisch was im Detail wiedergeben warum er - für unseren Kunden - relevant ist/war, aber zugleich auch problematisch.)

bearbeitet von Sebastian Nagel
  • Gefällt 4
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