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Manuskript Gotisch in Lärche geschnitzt

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Kerbschnitzerei-Versuch in Lärche für ein paar Flurnamenstäfelchen. Oben im Bild mit Holzbutter behandelt, unten naturbelassen. Holzbutter ergibt – speziell auch im Zusammenspiel mit der tiefstehenden Nachmittagssonne – eine bessere Lesbarkeit, dank mehr Kontrast und klareren Konturen. Der erste Versuch dient vor allem dazu, den besten Schleifwinkelkompromiss der Schnitzmesserklinge für dieses harte Holz zu ermitteln. Darum stimmen auch nicht alle Winkel der Schnitzerei; vor allem sichtbar durch das tiefer ins Holz geschnittene Lang-s. Und auch die Schnittrichtungen sind noch zweifelhaft (ungelenker Kopfbalken auf dem "T" etc.). Aber insgesamt ist die Manuskript Gotisch eine geeignete Kerbschnitzschrift – meines Erachtens.

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  • 1 Monat später...
Am 26.11.2023 um 16:03 schrieb Norbert R:

Kerbschnitzerei-Versuch in Lärche für ein paar Flurnamenstäfelchen. Oben im Bild mit Holzbutter behandelt, unten naturbelassen. Holzbutter ergibt – speziell auch im Zusammenspiel mit der tiefstehenden Nachmittagssonne – eine bessere Lesbarkeit, dank mehr Kontrast und klareren Konturen. Der erste Versuch dient vor allem dazu, den besten Schleifwinkelkompromiss der Schnitzmesserklinge für dieses harte Holz zu ermitteln. Darum stimmen auch nicht alle Winkel der Schnitzerei; vor allem sichtbar durch das tiefer ins Holz geschnittene Lang-s. Und auch die Schnittrichtungen sind noch zweifelhaft (ungelenker Kopfbalken auf dem "T" etc.). Aber insgesamt ist die Manuskript Gotisch eine geeignete Kerbschnitzschrift – meines Erachtens.

Brettchen ca. 70 mm hoch, Versalhöhe Manuskript Gotisch ca. 41 mmtarschinjas.jpeg.cab32f7c75485a14d122c14aaa87e513.jpeg

Lieber Norbert, als Neuer hier bin ich einigermaßen überwältigt von all den Qualitäten dieses Forums. Ich hatte vor meinem Ruhestand keinste Zeit, mich an typo-paradiesischen Orten, z. B. hier, umzusehen. Zum Punkt: Deine Kerbschnitzerei hier hat in mir eine alte Leidenschaft erweckt. Alle Themen, vom Laser bis zur CNC-Fräse waren damals inhaltlich hilflos, wenn es es Materialeigenschaften und -Dimensionen nebst Anschaffungskosten ging. Ich hab dann UV-Druck eingesetzt, malerisch, aber leider ohne echte Dreidimensionalität. Würdest du mir, ansatzweise, verraten, wie das (heutzutage technisch) bei dir läuft? Lärche ist nun ka Breserl, wie man in Wien sagt. Und knietiefen Respekt vor deinem Brett (trotz deiner Sorgen ob der Schnitt-Qualität).

Liebe Grüße, Christian

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Besten Dank für die Blumen, Christian! Ebenfalls Schriftsetzer, und die letzten 30 Jahre als Typografischer Gestalter selbständig, hatte ich vor meinem Ruhestand auch nicht die Zeit, mich hier herum zu verlustieren. Dass ich's viele Jahre lang trotzdem ausgiebig tat, führte letztlich auch nur dazu, dass ich vor lauter Prokrastination selten vor Mitternacht aus dem Stollen zu kriechen kam. 

Zur Kerbschnitzerei kam ich, weil ich Messergriffe französischer Messer selber machen/schnitzen/verzieren wollte und auf der Suche nach passenden Schnitzmessern für diese Tätigkeit war. Dabei stiess ich auf die Marken Pfeil (Kerbschnittmesser) und Klötzli (Modell 2). Beide schmieden hervorragende Qualitätsmesser. 

Für den richtigen Schliff der Klingen für's jeweilige Holz kaufte ich mir eine schwedische Nassschleifmaschine der Marke Tormek. 

Die Sujets und Schriften zeichne ich entweder direkt auf's Holz oder drucke sie ab einem Schwarzweiss-Laserprinter aus Word auf Papier (die ganzen Adobe-Profiprogrammverträge habe ich mit der Pension gekündigt), um dieses als Vorlage mit einem Pritt-Klebestift satt und ganzflächig auf's Holz zu kleben. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil sehr präziser Linienvorlagen. Nachteile sind: der genaue Verlauf der Holzfasern ist während der Schnitzarbeit nicht erkenntlich. Das erschwert eine präzise Schnittführung (möglichst mit der Faser schneiden); und das Papier soll schlussendlich wieder entfernt werden … da kommt Wasser ins Spiel … das ist schlecht für's Holz ... es ist ein Abwägen und etwas Erfahrung.

Holz: Linde für's Feine, aber auch sehr gerne Arve (Zirbe in Österreich), sehr schön ist Olive (sehr hart, weitaus härter als Eiche;), Fichte/Tanne, Lärche, Eiche auch (fasrig,hart), Nussbaum, Ahorn (hart).

 

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vor 3 Stunden schrieb Norbert R:

und das Papier soll schlussendlich wieder entfernt werden …

Entweder einen UHU Photo Stic* oder die ablösbare Klebestiftvariante (»Removable Stick«) von 3M/Scotch verwenden. Ich kann den 3M-Stift allerdings nicht verwenden, da ich gegen irgendwas darin (IPBC?) allergisch bin. Oder auf »ganzseitige« Adressaufkleber (am besten eignen sich die preiswerten No-Name-Varianten) drucken. Wenn die Klebstoffe nicht länger als einen halben Tag auf dem Holz haften, bekommt man sie auch ohne Wasser gut ab.

Ich mach das beim Laubsägen so, weil ich zu faul zum Durchpausen/Vorzeichnen bin.

*) Vor dem Zusammenkleben etwas antrocknen lassen.

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vor 2 Stunden schrieb Andrea Preiss:

Wow! Wie toll. Bin beeindruckt!

Danke, Andrea!

(Bis auf die Messer sind alles Übungsbrettchen. Die zersäge ich nachher zu Behältnissen. Oder ich trenne sie auf und handhoble sie rückseitig auf ein postalisch passendes Gewicht herunter, damit ich sie als "Karte" verschicken kann. )

 

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vor 1 Stunde schrieb Norbert P:

Entweder einen UHU Photo Stic* oder die ablösbare Klebestiftvariante (»Removable Stick«) von 3M/Scotch verwenden. Ich kann den 3M-Stift allerdings nicht verwenden, da ich gegen irgendwas darin (IPBC?) allergisch bin. Oder auf »ganzseitige« Adressaufkleber (am besten eignen sich die preiswerten No-Name-Varianten) drucken. Wenn die Klebstoffe nicht länger als einen halben Tag auf dem Holz haften, bekommt man sie auch ohne Wasser gut ab.

Ich mach das beim Laubsägen so, weil ich zu faul zum Durchpausen/Vorzeichnen bin.

*) Vor dem Zusammenkleben etwas antrocknen lassen.

Danke für deine Inputs, Herr Namensvetter! Nach zahlreichen Tests verschiedener Produkte verwende ich heute am liebsten die Prittklebestifte, die ab 20 °C wasserlöslich sind. Ein feuchtwarmes Frotteetuch löst den Leim samt dem Vorlagenpapier recht schnell ab. 

Es gibt natürlich zahlreiche weitere Methoden, Vorlagen auf Holz zu bringen. Mit Hitze usw. Mir persönlich taugen die aber alle eher wenig. 

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Ich zeige mich zutiefst beeindruckt. Außerdem möchte ich mich für die wertvollen Tips und Hinweise bedanken. Scheinbar übst du ja viel und schon recht lange...

Vielen Dank und liebe Grüße,

Christian

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vor 7 Stunden schrieb TiXO:

kostenfreien Adobe-Gefilde

Kostenfrei ist da so eine Sache. Es gab nur ein sehr kleines Zeitfenster, in dem jene Version tatsächlich für die breite Öffentlichkeit kostenfrei war, bis Adobe seinen Fehler bemerkte und klarstellte, dass diese Programmversionen mit den entsprechenden Seriennummern nur dann lizenzrechtlich unbedenklich genutzt werden dürfen, wenn bereits eine Lizenz erworben war, die jedoch nicht mehr aktivierbar war.

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Danke Christian und Phoibos. Für die wenigen Sachen, die ich eh nur noch für mich privat quasi "gestalte" und ausdrucke (Schnitzvorlagen, Hobbykellerbeschriftungen, …), brauche ich wirklich keine ausgebufften Programme mehr. Word, ein Gratisillustrator, Schwarzweisslaserdrucker, Zirkel, Klebestift, Teppichband, Schere, Pinzette, Typometer, Bleistift, so geht das auch.l

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  • 4 Monate später...
vor 1 Stunde schrieb Norbert R:

Übrigens … zur Ausführung gelangte eine CNC-gefräste Version (siehe Bildmontage mit dem direkten Vergleich zuoberst). Meine handgeschnitzte Gratisvariante war "zu klein".

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... aber schöner :-) 

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