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Nachtrag: Erfahrung mit Fontshop.de = normal?

Hervorgehobene Antworten

Hallo

Ich muss/möchte grad mal etwas meinen Frust ablassen...

Nachfolgend zu meinem Posting mit der Suche nach einer guten Typefoundry habe ich Fontshop Berlin kontaktiert mit der Bitte ein Schrift zu recherchieren.

Bisher keine Info zurück, deshalb habe ich dort heute morgen angerufen:

Ein super aufgedrehter Kundenberater hat mir gleich mal verklickert, dass momentan nur 3 Leute Anfragen bearbeiten und es halt deshalb dauert. Ausserdem würde so eine Anfrage ja demenstprechend recherchiert werden. Nachdem ich ihn aber etwas gelöchert habe, konnte er mir doch auf Anhieb zumindest 3 Schriften aus dem Kopf nennen, die meinen Kriterien halbwegs entsprechen. Die Kollegen aus dem Vertrieb würden die Sache aber bearbeiten und sich dann melden... Abgesehen davon würde auch sehr selten jemand eine Schrift brauchen, die einen feinen, mittleren und fetten sowie einen abgewetzten Schnitt bietet.

Irgendwie wundert es mich dann doch nicht, wenn sich etablierte Schriftverkäufer über Freewareschriftenseiten im I-Net mokkieren gleichzeitig aber der Service von etablierten Unternehmen ziemlich mau ist.

Vielleicht sehe ich das ja auch total falsch und bitte deshalb darum, mich mal aufzuklären, wie sowas normalerweise läuft?

Sind 3-4 Tage Research für eine Schrift normal bitteschön? Wenn ich auf w. dafont.com gehe bin ich doch wesentlich schneller, hab die Schriften gleich etc.?

.....

Gruß

Christian

  • Ersteller

hallo

wusste nicht, dass man die links nich posten soll (wobei es ja kein vollständiger url war).

Keine Absicht, bitte um Entschuldigung.

Gruß

Christian

Ich habe eigentlich mit Fontshop immer gute Erfahrungen gemacht.

Mir fällt spontan zu Deinen Anforderungen die TheSans ein, deshalb auch der Link zu Lucasfonts. Kommt halt auch ein bißchen drauf an, was Du unter abgewetzt verstehst, bzw. wie sehr abgewetzt es sein darf. Ist oft schneller selbst gemacht.

  • Ersteller

Hallo

Danke Dir mal. Ich schaetze aber, dass ich den Effekt doch selbst machen muss.

Nur ao aus Neugier: Wie machst Du so einen Effekt?

Gruß

Christian

Wie machst Du so einen Effekt?

Wie gesagt, es kommt auf den Grad des Abgewetztseins an und die Textmenge. Entweder man spielt mit Filtern rum oder druckt aus, macht schlimme Dinge und scannt es wieder ein.

Nur ao aus Neugier: Wie machst Du so einen Effekt?

für wenig text: Text in Pfade umwandeln und in Illustrator einen Filter drüberlaufen lassen der die Punkte um einen gewissen Prozentsatz zufällig verschiebt.

für viel Text: das selbe in Fontlab für die Schrift.

  • Ersteller

Hallo

mmh, sorry, aber klingt ja nicht so spannend...

Wie sind denn davon die Ergebnisse? Habt ihr dann eine "Schrift" als solche oder geht das nur mit Grafiken?

Welcher Filter ist dass denn in Illustrator?

Ich arbeite halt viel von Hand und mit eingescannten Strukturen und so. Die Filter die ich in PS verwende sind nur Scharf/Weichzeichnen, und ab und zu mal den Stempel.

*interessiert*

Gruß

Christian

unsauber.gif

Ein Schnellversuch, erstellt mit mehrmaliger dezenter Anwendung von "filter --> distort --> roughen".

Die Schrift wird zuvor in Vektorpfade umgewandelt, d.h. das ganze eignet sich nicht um mal eben 200 Seiten davon zu machen, sondern ist auf geringere Textmengen beschränkt da unflexibel. Das ganze bleibt zwar Vektorform, ist aber natürlich weniger einfach zu handhaben wie eine Schrift.

Je nach Darstellungsgröße halte ich die Sache für brauchbar. Im Display-Bereich ist natürlich weiterhin Handarbeit angesagt um das ganze zu optimieren.

Etwas ähnliches gibt es in Fontlab, wo Punkte nach gewissen Vorgaben zufällig verschoben werden. Je nach Schrift ist das Ergebnis mehr oder weniger brauchbar.

Hier kann der "kaputte" Font natürlich exportiert und als Schrift angewendet werden.

Um die Wahrheit zu sagen, bei so diffusen Anfragen kann ich den Shop schon etwas verstehen... zumal die entsprechenden Schriften, wie etwas Beosans oder eben die SansMono, ja auch schnell online bei denen gefunden wären. Ich hab mit den Leuten aber auch nur die besten Erfahrungen, da verbindet sich das Leistungsvolumen eines größeren Ladens mit dem Beratungsstil einer kleinen, sympathischen Betriebs. Ausnahmen bestätigen da immer die Regel und ich hab auch schon Mitarbeiter da an nem schlechten Tag erwischt.

Grunge-Fonts kriegst du eigentlich als Freeware an jeder Hausecke. Ein grund mehr, sie nicht zu verwenden.

Self-Made ist es tatsächlich so, will man einen milden Rüttel-Effekt, kann mans in Illustrator oder (für eine neue Schriftvariante) in Fontlab basteln. Willst du eine Typo, die wirklich angefressen aussieht, also nicht digital-fake, sondern etwas echter, ist die beste Sache, sie auf Laser auszudrucken, zu zerknüllen (Dadurch bröselt etwas Toner an den Bruchstellen ab), sie eventuell noch abzuschmiergeln usw und wieder einzuscannen. Geht schnell, macht einigermaßen Spaß und wenn schon Grunge-Font dann eben zumindest fix selbstgebastelt :-D. Für Mengensatz ist das allerdings nicht geeignet... aber da finde ich Bröselschriften sowieso eher unpassend.

HD is back, die Texte werden wieder länger ... :)

Für Mengensatz ist das allerdings nicht geeignet... aber da finde ich Bröselschriften sowieso eher unpassend.

Wie gesagt, mir kommt es auf den Grad der Zerstörung an.

Die Idee von Lucas, Schreibmaschinenlook auf den achsoperfekten Laserdruckern durch ein wenig unsaubere Konturen zu erreichen, finde ich gar nicht schlecht!

Joooaaa... wobei ich mich Frage, wo dieser Wunsch herkommt. Laser ist laser und hat seine eigenen kleinen Macken. Ich finds immer gut, wenn man da ehrlich ist. Die Trixie (die ja wie die Typewriter-Version der Thesis etwas schreibmaschiniges simuliert) war ein sehr netter Gag, und ich hab damit auch gern mal rumgefummelt, aber diesen massiven Erfolg bis heute find ich immer befremdlich.. und interessant. Sieht so aus, als gäbe es durch die Zeiten hindurch immer den starken Hang zur Imperfektion. Das Problem für mich ist bei Trixie et al aber inzwischen, daß es ja PERFEKTE Imperfektion ist. Die Fehler sind immer an der gleichen Stelle (die Beo-Fonts sind hier mal die Ausnahme), insofern sind sie ja auch eigentlich clean. Viel lustiger ists da, sich einfach bei eBay ne olle IBM zu kaufen, den Text zu tippen und bingo :-D

Die Fehler sind immer an der gleichen Stelle [...]), insofern sind sie ja auch eigentlich clean. Viel lustiger ists da, sich einfach bei eBay ne olle IBM zu kaufen, den Text zu tippen und bingo :-D

Das stimmt natürlich. Wahre Imperfektion kann man schwer perfektionieren, und ich würde in den meisten Fällen auch auf Handarbeit zurückgreifen. Macht eh mehr Spaß.

Aber ich glaube, es gibt dennoch einen Unterschied zwischen Trixie und TheSansTypewriter.

Während die Trixie versucht, eine Schreibmaschine und damit die Imperfektion zu imitieren, will die Thesis dem Laserdrucker nur die Kälte nehmen.

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