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Aufzählung mit Dezimalstellen.

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Gelayouteter

Gott zum Gruße miteinander.

Als Durchschnittslayouter, sprich normalo-Gebrauchsgrafiker von nebenan, habe ich leider nicht immer die Möglichkeit, viel Zeit mit der korrekten grafischen Umsetzung von Text in meinen Projekten zu verbringen. Dennoch ist die Typografie ein persönliches Steckenpferd von mir und daher gelobe ich Besserung auch in meiner Tätigkeit als Grafiker.

So stellt sich mir schon geraume Zeit die Frage, wie ich eine Aufzählung von Dezimalzahlen im Fließtext am besten, oder besser konform der Regel, bewerkstellige.

Ich schreibe häufig Producktbeschreibungen für irgendwelche Zeichenartikel und da kommt es of vor, das ich die Minenstärke von Bleistiften angeben muss.

Z.B.: ... je ein Feinminenstift in der Minenstärke 0,1 / 0,35 / 0,5 und 0,7 mm.

Wie soll ich das am besten lösen? Normalerweise würde ja ein Komma anfallen aber das geht ja hier eher nicht oder?

Es würde mich freuen, wenn mir fachkundige Menschen dabei helfen könnten.

Vielen Dank und -endlich- sonnige Grüße.

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Niklaus

Wieso verwendest Du nicht für die Abtrennung der Dezimalstellen einen – ebenso zulässigen – Punkt? Also: «Bleistifte in den Minenstärken 0.1 mm, 0.5 mm, 0.75 mm sind erhältlich bei …». Oder war das Problem ein anderes?

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Bleisetzer

So würde ich nie schreiben:

0,1 / 0,35 / 0,5 und 0,7 mm.

Ganz einfach, weil die Maßeinheit hinter den Dezimalzahlen fehlt.

So würde ich schreiben, wenn die Mitteilung für jemanden in den VSvA wäre:

0.1 mm, 0.5 mm, 0.75 mm

Denn dort trennt man Dezimalzahlen mit einem Punkt statt eines Komma ab.

Ansonsten schreibe ich Aufzählungen immer so:

0,1 mm, 0,5 mm, 0,75 mm

Wobei ich es legitim finde, statt der Kommata Schrägstriche zu verwenden, um die Übersichtlichkeit zu wahren.

Bevor nun wieder irgenDWER ausrastet, weil ich es wage, einen typographischen Rat zu geben: Ich gebe diesen aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Leiter einer Layout-Setzerei, keineswegs als Bleisetzer.

Georg

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Bleisetzer
... genau oder ein semikolon anstelle des kommas.

Wie wäre es mit hübschen kleinen Totenköpfen dazwischen.. käme doch auch recht hübsch rüber.. :twisted:

Georg

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Gelayouteter

Oh, das ging schnell. Danke.

Auf die Idee mit dem Punkt bin ich auch gekommen. Das dieser zulässig ist, um Dezimalstellen anzugeben ist mir neu.

Den Semikolon, nun ja, den finde ich ja noch verwirrender als das Komma, rein optisch.

Danke aber für die Denkanstöße!

Georg, bei den meisten Beiträgen die ich hier lese, und zu denen ich mir dann meine eigenen Gedanken mache, entspricht deine Antwort immer am ehesten dem, was ich mir dazu denke.

Mit den fehlenden Maßeinheiten hast du recht. Natürlich kommt dir/euch in den Sinn, woher das rührt. Wenn ich jemanden verbal mitteile, welche Minenstärken in zB einem Satz Bleistifte enthalten sind, sage ich „da sind Bleistifte der Minenstärken 0,3, 0,5, 0,7 und 1 mm drin”. Daher habe ich die Maßeinheit nur ein mal am Ende der Aufzählung angegeben. Ist das nicht akzeptabel, werde ich das ändern.

Zumal die Aufzählung mit der Maßeinheit hinter jeder Dezimalzahl dann auch garnichtmehr so verwirrend aussieht wie ohne Maßeinheit. Ich glaube ich werde das mal bei meinen anstehenden Projekten versuchen umzusetzen.

Vielen Dank an euch alle.

Manfred

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Bleisetzer
oder pipes :twisted:

0,1 mm | 0,5 mm | 0,75 mm

(wie nennt man eigentlich diesen strich richtig?)

"Senkrechtes Linienelement auf Gevierthöhe"

Georg

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Gelayouteter
oder pipes :twisted:

0,1 mm | 0,5 mm | 0,75 mm

(wie nennt man eigentlich diesen strich richtig?)

Wie auch bei Schrägstrichen kommt mir bei den senkrechten Strichen vor, dass sie eben den Lesefluss extrem beeinträchtigen. Es handelt sich ja um Produktbeschreibungen, die oft aus Platzmangel schon eher stichwormäßig anmuten. Davon will ich aber wegkommen hin zu schönen Absätzen und da stören die Abstände zwischen den Strichen (ob nun schräg oder vertikal) meiner Meinung nach sehr. Auch mit den Maßeinheiten.

Aber danke auch dir.

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Sebastian Nagel
Gibt es eigentlich irgend etwas, das nicht in Wikipedia aufgenommen ist?

ja, schon einige Sachen gesucht die ich nicht gefunden habe. Die Welt ist komplexer als Wikipedia (und das ist gut so) :wink:

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Bleisetzer
Gibt es eigentlich irgend etwas, das nicht in Wikipedia aufgenommen ist?

Jawohl:

Eine korrekte Definition der Schriftenklassifikation nach DIN 16 518 fehlt.

Georg

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Niklaus
ja, schon einige Sachen gesucht die ich nicht gefunden habe. Die Welt ist komplexer als Wikipedia (und das ist gut so) :wink:

Na, dann bin ich ja mal beruhigt … :wink:

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Bleisetzer
oder pipes :twisted:

0,1 mm | 0,5 mm | 0,75 mm

(wie nennt man eigentlich diesen strich richtig?)

Wie auch bei Schrägstrichen kommt mir bei den senkrechten Strichen vor, dass sie eben den Lesefluss extrem beeinträchtigen. Es handelt sich ja um Produktbeschreibungen, die oft aus Platzmangel schon eher stichwormäßig anmuten. Davon will ich aber wegkommen hin zu schönen Absätzen und da stören die Abstände zwischen den Strichen (ob nun schräg oder vertikal) meiner Meinung nach sehr. Auch mit den Maßeinheiten.

Aber danke auch dir.

Einmal unterstellend, daß es auch eine Abbildung der Minen dort gibt,

könnte man ja auch einmal etwas ganz anderes überlegen:

1. Die Abbildung als Hochformat links zeigen.

2. Daneben tabellarisch in Einzelzeilen die Stärken:

1012_images_1.jpg

Minenstärken:

0,1 mm

0,2 mm

1,0 mm

1,5 mm

Georg

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Gelayouteter

Nun, die bildliche Darstellung von Produkten ist sowieso meist vorgesehen aber wenn man als Spezialist ffür Zeichen- und Schreibartikel am Markt auftritt, wird eine ausführliche Produktbeschreibung erwartet. Es gibt ja zB Sets von Zeichenplatten (die schon einige features mitbringen) mit Zirkeln, Tuschestiften, Feinminenstifte, Radierer, Ersatzminen und evtl. noch mehr. Also richtige Bundles. Hier wird das Abbilden aller Produktspezifikationen schwierig.

Darum geht ein Abbild des Sets der Einfachheit halber einher mit spezifischen, textlichen Beschreibungen. Es kann ja auch eine wichtige Information sein, ob der Klip eines Kugelschreibers aus Metall, Kunststoff oder Aspest ist. Es würden schlicht zu viele Bilder anfallen, die im Endeffekt dann nicht einmal aussagekräftig genug wären.

Ich will ja hin zum möglichst schönen Fließtext anstelle dieser Listen.

Dankeschön für die gespendeten Gedanken.

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Gelayouteter

Ich will damit sagen, dass Bleistifte schon viele Merkmale haben können. Und die will ich nicht mehr als Liste sondern im Fließtext angeben.

• Schaftfarben

• Minenstärken

• Griffzone

• Radierer oder nicht hinten dran

• Minenführung starr oder gefedert

• Automatischer Minennachschub

• und noch einige mehr.

Bei manchen Puplikationen macht Listentext ja Sinn (Beileger in Zeitungen über den neuen Aldi-PC z.B.) aber eben nicht immer. Listentext ist ein reines füttern der Konsumenten mit Information die sie nicht immer verarbeiten können. Fließtext mutet meiner Meinung nach einfach persönlicher an und wirkt auch etwas erklärender denke ich.

Freundliche Grüße.

Manfred

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Bleisetzer

Wenn man mal unterstellt, daß es Sinn macht, die vielen wechselnden Stärkenbezeichnungen in einer immer gleichen optischen Darstellungen wiederzugeben, damit sich im wahrscheinlichen Übermaß an Fließtext eine Sehgewohnheit entwickelt und das Auge auf die Art von Minenstärken-Bock zu Minenstärken-Block huschen kann, ist tatsächlich meiner Meinung nach der Vorschlag von RobertMichael der beste:

0,1 mm | 0,5 mm | 0,75 mm

Das zeigt korrekte Kommata-Abtrennung der Dezimalzahlen, dazu eine optisch eindeutige Trennung und selbst, wenn dort mehrere solcher Zeilen untereinander stünden (Konjunktiv), sähe man die Denke dahinter. Man müßte nur die Anzahl der Dezimalstellen vereinheitlichen, also immer zweistellig darstellen:

0,10 mm | 0,50 mm | 0,75 mm

1,20 mm | 1,50 mm | 1,75 mm

2,10 mm | 2,50 mm | 2,75 mm

Nimmt man dann dafür Tabellenziffern und feste Werte für die Zwischenräume, hat man, finde ich, eine elegante und eloquente Lösung.

Gut, der Mann. Weitermachen.

Georg

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Psocopterus
(wie nennt man eigentlich diesen strich [»|«]richtig?)

In der Logik bezeichnet man den senkrechten Strich als Shefferstrich, dort hat er die Bedeutung von entweder-oder (oder auch: NAND). Ob außerhalb des formallogischen Elfenbeinturms jemand etwas mit dem Ausdruck anfangen kann? Keine Ahnung

Gruß, Georg

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Sebastian Nagel
(wie nennt man eigentlich diesen strich [»|«]richtig?)

In der Logik bezeichnet man den senkrechten Strich als Shefferstrich, dort hat er die Bedeutung von entweder-oder (oder auch: NAND). Ob außerhalb des formallogischen Elfenbeinturms jemand etwas mit dem Ausdruck anfangen kann? Keine Ahnung

Der Begriff ist mir bekannt, allerdings eben nur in diesem Zusammenhang.

Warum muss alles einen griffen Namen haben? Warum nicht einfach "senkrechte Linie" oder "senkrechter Strich"? Das trifft es doch, da ist es, nicht mehr und nicht weniger. Die Funktionen sind einfache verschiedene, sei es eine Trennung, ein NAND oder was auch immer.

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Bleisetzer

"Warum muss alles einen griffen Namen haben? Warum nicht einfach "senkrechte Linie" oder "senkrechter Strich"?"

Nun, das ist einfach.

Alles muß einen griffigen Namen haben - hier "Senkrechtes Linienelement in Geviertstärke", damit man es eindeutig bestimmen kann.

Eine "Senkrechte Linie" sagt nichts über deren Länge aus (Geviertstärke) - beim "Senkrechter Strich" Was, bitte, ist denn ein Strich? Ich kenne vm Hörensagen einen Straßenstrich. Aber der ist wohl eher horizontal. Aber einen vertikalen Strich? Gibt es so etwas?

Am besten wäre natürlich eine exakte Größenbestimmung wie "Senkrechtes Linienelement in Petit-Geviertstärke".

Das wäre dann mal richtig griffig.

Georg[/i]

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Gelayouteter

Danke nochmal

Ich werde mir das nochmal ganz in Ruhe anschauen.

Auch die Ausführungen zum „Strich“ sind sehr interessant. :)

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Niklaus

Wenn heutzutage jemand am Computer sitzend fragt: «Soll ich Schrägstriche oder gerade Striche zur Trennung verwenden?», ist die Antwort «Nimm doch einfach die senkrechten Linienelemente in Petit-Geviertstärke» … vielleicht nicht mehr ganz so «griffig» wie zur Zeit, als der Meister es dem Gehilfen am Setzkasten zugerufen haben mag.

Aber ich mag Deine Hingabe, Georg.

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Bleisetzer
Wenn heutzutage jemand am Computer sitzend fragt: «Soll ich Schrägstriche oder gerade Striche zur Trennung verwenden?», ist die Antwort «Nimm doch einfach die senkrechten Linienelemente in Petit-Geviertstärke» … vielleicht nicht mehr ganz so «griffig» wie zur Zeit, als der Meister es dem Gehilfen am Setzkasten zugerufen haben mag.

Aber ich mag Deine Hingabe, Georg.

Oh, meine Ergänzung des Petit war als Scherz gemeint. Ich bin halt in meinem Bleisetzer-Leben so aufgewachsen: "Durchschieß die mal mit 1/8 Petit".

Nur mal zum Vergleich:

Ich habe nur 4 Jahre aktiv im Bleisatz gearbeitet (inkl. Lehre).

Danach ca. 7 Jahre im Fotosatz einer Layoutsetzerei.

Und danach ca. 10 Jahre im Anwendungsbereich Redaktionssysteme mit Bild-/Text-Integration und Ganzseiten-Belichtung für Zeitungen/Zeitschriften.

Ich will damit nur sagen:

Daß Didot-System möchte ich für mich persönlich nicht missen.

Und habe gerade in Diskussionen mit meinem "Hausgraphiker" gemerkt, daß es schon Sinn macht, eine Linienstärke in Punkt anzugeben und nicht in Millimeter. Aber das erwarte ich heute nicht mehr von Werktätigen des Geistes und der Hand im Graphischen Gewerbe.

Aber eine Bezeichnung "Linienelement in Geviertstärke" ist doch normal, oder? Unter "Pipes" kann ich mir da viel weniger vorstellen.

Georg

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Sebastian Nagel

Auf Begriffe wie "Pipes" hat mein Vorschlag "Strich"* eigentlich abgezielt. Was ich gemeint habe ist genau das, was Georg treffender beschrieben hat: eine sachliche Beschreibung ist in so einem Fall wahrscheinlich hilfreicher wie ein Begriff, auf den man sich nicht geeinigt hat.

Im Bereich Informatik wird hingegen nahezu jeder wissen was mit einer Pipe gemeint ist.

* "Strich" bezeichnet hier bei uns übrigens das selbe wie "Linie", ich habe zu später Stunde wohl nicht mehr ins Hochdeutsche übersetzt...

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