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Geviert und Satztechnik

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Hallo zusammen,

ich brauchr dringend eure Hilfe. Unsere Auszubildende schreibt bald eine Arbeit im Bereich Mediengestaltung. In Ihrer vorbereitung sind wir auf eine Frage gestossen die wir nicht richtig beantworten können.

Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen.

Hier die Frage:

„In der Satztechnik gibt es den begriff Geviert. Daneben gibt es ein Halb-, Viertel- und ein Achtelgeviert. Wozu werden diese Gebilde verwendet, nenne Sie je ein Beispiel.

Moderne Computer benutzen das Geviert für das Einheitensystem, in das jede Proportional-Schrift zugerichtet wird. Erklären Sie, wie der Computer damit die Zeilenlänge einer Bestimmten Schrift errechnen kann und so jedes Zeichen genau positionieren kann“.

Danke für eure Hilfe

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Gast ChristianBüning

hallo,

wikipedia hilft manchmal:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geviert_%28Typografie%29

Das Geviert ist die Stempelhöhe zum Quadrat. Die Stempelhöhe ist die Fläche des Druckkegels für alle Ober- und Unterlängen, inklusive etwas Fleisch. Dieses Geviert wird dann meines Wissens in 200 Teile eingeteilt, die dann als Einheit dienen. Korrigiert mein Halbwissen.

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Gast ChristianBüning

Man braucht für die Berechnung der Zeilenlänge die Umrechnung von Punkt in MM.

Jeder Buchstabe hat eine fest zugewiesene Breite, sodass man durch eine einfache Adition ausrechnen kann, wie oft zum Beispiel ein »m« in eine Zeile passt.

Beispiel:

Eine Schrift wird in 10 Punkt gesetzt. Ich nehme hier den üblichen Didot-Punkt, der 0,376 mm entspricht (Es gibt verschiedene Punktsysteme: http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftgrad). Ein Geviert ist also 10 x 0,376 mm hoch und genau so breit, also 3,76 mm. Das gedachte Geviert wird in 200 Einheiten unterteilt. Unser »m« ist etwa 160 Einheiten breit oder besser 80 % eines Gevierts. Umgerechnet in mm ist ein »m« also 3,76 x 0,8 = 3,008 mm breit inklusive Vor- und Nachbreite.

Eine Satzzeile ist 69 mm lang und könnte daher (96:3,008=) 31,9 mal den Buchstaben »m« aufnehmen. Mit etwas Spationierung auch 32 mal.

Ich habe mal Entwürfe gesehen, wo jemand von Hand Blindtexte schreiben konnte, die exakt mit der Laufweite der Satzschrift übereinstimmten. Das war wunderschön, aber auch etwas gruselig und ich wusste, dass ich einen Rechner brauche.

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Nicht schlecht. Beantwortet aber meine Frage immer noch nicht.

Ich möchte nicht wissen wie oft ein m in eine Zeile passt.

Sondern:

Woher weiß der Computer wo genau der entsprechende Buchstabe stehen soll?

Hat das nicht etwas damit zu tun wieviel die einzelnen Buchstaben Platz brauchen

und zum nächsten stehen?

Und wie werden die verschiedenen Geviertwerte eingesetzt.

Beispiel: Der normale Wortabstand beträgt 1/4 Geviert.

Für was werden die anderen verwendet?

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Dieses Geviert wird dann meines Wissens in 200 Teile eingeteilt, die dann als Einheit dienen. Korrigiert mein Halbwissen.

Zu deinem Halbwissen mein Viertel: XPress rechnet mit 200 Einheiten/Geviert (genau genommen sind's ein paar mehr; astronomischfeine 200000 vielleicht, wenn man berücksichtigt, dass XPress drei Stellen nach dem Komma im spezifischen Eingabefeld zulässt und meines Wissens sogar verarbeitet?), InDesign mit 1000.

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Die Position eines Buchstabens ergibt sich aus der End-Position des vorangehenden bBuchstabens + Buchstabenbreite – Kerning-Wert zwischen den beiden Buchstaben.

Im Normalfall ist bei Zeilenanfang 0, außer man berücksichtigt noch Fden Randausgleich.

Geviert und Bruchteile davon:

Geviert: Absatz-Einzug (manchmal auch 2 Gevierte)

Halbgeviert: oft für eine "Leerstelle" bei Verwendung von Tabellenziffern gebraucht. sStimmt aber nicht immer.

Viertelgeviert: ungefähr Wortabstand, stimmt aber nicht. immer.

Achtelgeviert: verringerter Abstand, z.B. zwischen Zahlen und Einheiten (8 mm)

Vierundzwanzigstelgeviert: Feinheiten ausgleichen.

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Woher weiß der Computer wo genau der entsprechende Buchstabe stehen soll?

Hat das nicht etwas damit zu tun wieviel die einzelnen Buchstaben Platz brauchen

und zum nächsten stehen?

das errechnet nicht der computer, das ist in der schrift festgelegt, so gut wie jedes zeichen hat eine vor und eine nachbreite, das heisst es zählt nicht nur die sichtber breite des m, links und rechts ist da noch luft und das ganze ergibt die zeichenbreite (dickte). solange man die laufweite nicht ändert liegt es also an der schrift.

das hat auch nichts mit geviert zu tun.

img12.gif

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Gast ChristianBüning

natürlich. Das Geviert ist nur eine feste Größe, die sich aus der Schriftgröße herleiten lässt.

Im Bleisatz hat man dafür eigene Geviertstücke gehabt, die nicht mitdruckten. Passend dazu gab es auch halb- und viertelgeviertstücke. Gevierte hat man gerne zum Einzug beim neuen Absatz genommen, die kleineren je nach Geschmack und Bedarf bei Tabellen oder Namenszusätzen. Diese Versatzstücke waren hilfreich, um einen Text gleichmäßig zu strukturieren und die Proportionen in allen Schriftgraden beizubehalten.

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Vielen Dank! Ich frag lieber öfter nach bis ich es wirklich verstanden habe.

Möchte nicht ein „gefährliches halb wissen“ weitergeben.

Die Frage könnte man so beantworten:

Der Computer bestimmt anhand von Schriftgrad, Buchstabenbreite und Anzahl der Buchstaben die Zeilenlänge und deren position!?

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Dieses Geviert wird dann meines Wissens in 200 Teile eingeteilt, die dann als Einheit dienen. Korrigiert mein Halbwissen.

Zu deinem Halbwissen mein Viertel: XPress rechnet mit 200 Einheiten/Geviert (genau genommen sind's ein paar mehr; astronomischfeine 200000 vielleicht, wenn man berücksichtigt, dass XPress drei Stellen nach dem Komma im spezifischen Eingabefeld zulässt und meines Wissens sogar verarbeitet?), InDesign mit 1000.[/quote:3isr2lm8]

Ich meine dass InDesign mit 2000 (nicht 1000) arbeitet, zumindest kann ich die Spationierung 1:10 anwenden und bekomme das selbe Ergebnis.

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Ich zitiere mal aus der Detailtypografie von Forssman/de Jong, Seite 12:

Das Geviert

Ursprünglich ein nichtdruckendes quadratisches Bleisatzklötzchen: Zu einer Schrift auf 10-pt-Kegel hatte man 10 pt breite Gevierte, die man als Einzug oder zum Tabellenbau verwendete.

- Das Geviert und seine Unterteilungen dienen als feste Leerzeichen.

- Das ganze Geviert dient als größerer fester Weißraum, der im Blocksatz nicht verändert wird, z.B. zwischen Spitzmarke und Text, bei Dezimalnumerierung zwischen Nummer und Überschrift etc.

Das Halbgeviert kann man in manchen Programmen so definieren, daß es die Breite einer Tabellenziffer hat, was beim Tabellensatz praktisch ist.

(Wenn es mal wieder ein gutes Satzprogramm gäbe, das auf all den Geviert-Bleisatzballast verzichtete, wäre die Freude groß. Die Firma Berthold war seinerzeit schon mal soweit und rechnete alles in Millimetern, nur die Schriftgröße auch wahlweise in Didot-Punkt.)

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Die Firma Berthold war seinerzeit schon mal soweit und rechnete alles in Millimetern, nur die Schriftgröße auch wahlweise in Didot-Punkt.)

Eine damals meines Erachtens noch bessere Firma aus eurem Land — (Mannesmann) Scangraphic —rechnete auch die Schriftgrößen ausschließlich in Millimetern. Und sämtliche Schriften zeichneten in gleicher Schriftgröße auch tatsächlich gleich groß. Und die hatten sogenannte Supertypes sehr vieler ihrer Fonts. Diese Supertypes waren extra für größere Grade gezeichnete Schriften, mit denen man die besten Headlines hinsetzte. Und dann noch die Tabellensatzmöglichkeiten ... Sakrament! Ich kenne heute nichts vergleichbares weit und breit. Freute mich in den 1990-er-Jahren immer enorm, wenn Kunden Änderungen in Tabellen wünschten. Man brauchte bloß wenige Minuten ... Stopp! Ich komm' ins Schwärmen, alter Sack ...

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So nach langem Forschen und Informationen sammeln hier eine gute Erklärung:

Ein Geviert ist ein alter Name für ein Quadrat, also 1000 mal 1000 Seitenlänge (Postscript 1000 mal 1000, True Type 2048 mal 2048). Das Geviert Spielt eben deshalb eine Rolle, weil auf diesem Einheitensystem sich alles (was Schrift angeht) im Computer errechnet wird. Die 1000-Einheiten-Höhe wird dabei zur verwendeten Punktgröße (Ist auch im Buch *Lust auf Schrift* von Phil Baines & Andrew Haslam erläutert). Die Applikation (z.B. InDesign) rechnet immer in 1000 mal 1000 Einheiten. Wenn man eine bestimmte Punktgröße angibt, kann sie sich dann die Zeilenlänge in Abhängigkeit der Punktgröße ausrechnen.

Problematisch ist dadurch aber immer der direkte Schriftgrößenvergleich. So gibt es eben Schriften mit einer Versalhöhe von z.B. 760 Einheiten (von 1000), andere

mit 680 oder mit 850. Und die schauen dann immer unterschiedlich groß aus, auch wenn man dieselbe Punktgröße für sie angegeben hat. Zur Erinnerung: jeder Buchstabe sitzt innerhalb dieses Gevierts von 1000 mal 1000.

............

Vielen Dank an meinen ehemaligen Typografie Dozent!

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So nach langem Forschen und Informationen sammeln hier eine gute Erklärung:

Ein Geviert ist ein alter Name für ein Quadrat, also 1000 mal 1000 Seitenlänge (Postscript 1000 mal 1000, True Type 2048 mal 2048).

Das Wort »Länge« sollte man in diesem Zusammenhang aber vermeiden, denn es definiert eben gerade KEINE Länge sondern nur, in wie viele Teile das Geviert unterteilt wird.

http://www.typografie.info/typowiki/index.php?title=UPM

sfnt-basierte Fonts (TrueType/OpenType TT, OpenType PS) können hier übrigens beliebige Werte annehmen. 1000 und 2048 sind da nur »übliche« Werte.

Ralf

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