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OpenType und OpenOffice …

Hervorgehobene Antworten

Hallo!

Ich hab hier im Forum schon gelesen, dass Openoffice keine OpenType-Features unterstützt.

Nachdem der Beitrag von Jänner war, mag ich aber dennoch fragen:

Weiß jemand von Euch, ob sich da in der Zwischenzeit bei OpenOffice etwas geändert hat?

Danke im Voraus,

viele Grüße,

Bärbl

Hallo Bärbl,

ich hab's nicht mehr explizit in der neusten features-Liste nachgesehen, aber als OO 3.0 angekündigt wurde ging durch die Foren, daß es OpenType nicht unterstützt. Allerdings gab es doch einige Nachfragen bezüglich OpenType und wenn ich mich recht entsinne war es zwar auf der Prioritätenliste nicht ganz oben aber auch nicht ganz unten; viele hoffen, daß es relativ bald hinzugefügt wird.

Grüße,

Christian

http://www.openoffice.org/issues/show_bug.cgi?id=16032

  • Ersteller

Hallo Christian + Alfons!

Vielen Dank für Eure Antworten!

Nachdem ich dem Link gefolgt bin, stelle ich mir die Frage, ob OT-Fonts insgesamt in OpenOffice nicht funktionieren, oder nur die Features (zB Kapitälchen) nicht aufrufbar sind.

Hintergrund: Ich möchte einer Kundin empfehlen, ihre Hausschrift im OT-Format zu kaufen.

Nachdem sie viel selbst im OpenOffice macht, wär’s äußerst doof, wenn die Schrift dann nicht funktioniert.

Wenn hingegen "nur" die Features vorläufig nicht nutzbar sind, kann man damit ev. vorübergehend leben …

liebe Grüße,

Bärbl

Nachdem ich dem Link gefolgt bin, stelle ich mir die Frage, ob OT-Fonts insgesamt in OpenOffice nicht funktionieren, oder nur die Features (zB Kapitälchen) nicht aufrufbar sind.

Nein, nein, die funktionieren schon einwandfrei! Du kannst alle dem Betriebssystem »bekannten« Zeichen in M$ Word oder OO nutzen. Da z.B. in der Minion Pro auch die Kapitälchen und Minuskelziffern in der Privat User Area abgelegt sind, lassen sich auch diese mit etwas Geziehe und Gezerre nutzen. Dies ist allerdings bei neueren OT-Fonts nur noch selten der Fall.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Standard-Zeichen sind voll in OO nutzbar und daher die Umstellung auf OT normalerweise kein Problem. Nur die spezifischen OT-features lassen sich weder in M$ Office noch in OO ansprechen.

Christian

  • Ersteller

ahhh!

super! das erleichtert zumindest ein wenig … dann hoffe ich mal, dass das nächste oo auch feature kann …

vielen Dank für Eure Antworten!

liebe Grüße,

Bärbl

Für nicht-Opentype-fähige Programme sind OTF-Dateien wie Truetype-Fonts. Sie interpretieren einfach die Ersetzungstabellen nicht die im Font enthalten sind und für die Fontlogik zuständig sind.

Die Fonts sind dann wie ein Setzkasten verwendbar. Alle codierten Zeichen sind erreichbar, nur eben nicht komfortabel. In älteren Adobe-Fonts sind auch die Kapitälchen codiert --> sie sind auch in Word manuell erreichbar (in neueren hingegen nicht mehr).

Nachdem ich dem Link gefolgt bin, stelle ich mir die Frage, ob OT-Fonts insgesamt in OpenOffice nicht funktionieren, oder nur die Features (zB Kapitälchen) nicht aufrufbar sind.

Nein, nein, die funktionieren schon einwandfrei! Du kannst alle dem Betriebssystem »bekannten« Zeichen in M$ Word oder OO nutzen. Da z.B. in der Minion Pro auch die Kapitälchen und Minuskelziffern in der Privat User Area abgelegt sind, lassen sich auch diese mit etwas Geziehe und Gezerre nutzen. Dies ist allerdings bei neueren OT-Fonts nur noch selten der Fall.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Standard-Zeichen sind voll in OO nutzbar und daher die Umstellung auf OT normalerweise kein Problem. Nur die spezifischen OT-features lassen sich weder in M$ Office noch in OO ansprechen.

Christian

Allerdings lassen sich Type1-OpenType-Fonts nicht mit der PDF-Exportfunktion einbetten, sie werden durch die eingestellte Standadschrift ersetzt.

  • Ersteller
Die Fonts sind dann wie ein Setzkasten verwendbar. Alle codierten Zeichen sind erreichbar, nur eben nicht komfortabel.

Heißt das, dass zB Kapitälchen zwar mühsam, aber machbar sind?

Und wenn ja: Wie?

  • Ersteller

Allerdings lassen sich Type1-OpenType-Fonts nicht mit der PDF-Exportfunktion einbetten, sie werden durch die eingestellte Standadschrift ersetzt.

Das ist ja übel!

Lässt sich das irgendwie umgehen?

zB. die gewünschte Schriftart als »Standardschrift« einstellen?

viele Grüße allerseits,

Bärbl

Heißt das, dass zB Kapitälchen zwar mühsam, aber machbar sind?

Und wenn ja: Wie?

Nur wenn sie codiert sind, wie z.B. bei der Minion. Die Gestalter gehen allerdings immer mehr dazu über, Kapitälchen nur noch über Ersetzungstabellen anzusprechen. In Programmen wie InDesign ist dies sehr komfortabel; man wählt halt Kapitälchen aus und der Text wird umgesetzt. In Word oder OO lassen sich meines Wissens derart eingebundene Kapitälchen derzeit überhaupt nicht nutzen.

Christian

  • Ersteller

Puh!

Aber das lässt sich sicher beim jeweiligen Hersteller erfragen.

Bzw: Kann ich bei Adobe und Linotype davon ausgehen, dass die Kapitälchen codiert sind?

liebe Grüße, Bärbl

Kann ich bei Adobe und Linotype davon ausgehen, dass die Kapitälchen codiert sind?

Davon ausgehen? Nein. Unbedingt nachfragen. Ich würde eher davon ausgehen, daß codierte Kapitälchen, Mediävalziffern etc. eine Seltenheit sind.

Christian

Allerdings lassen sich Type1-OpenType-Fonts nicht mit der PDF-Exportfunktion einbetten, sie werden durch die eingestellte Standadschrift ersetzt.

Das ist ja übel!

Lässt sich das irgendwie umgehen?

zB. die gewünschte Schriftart als »Standardschrift« einstellen?

viele Grüße allerseits,

Bärbl

Nur, indem man nicht-CFF-Opentype-Schriften benutzt (oder als Krücke einen PDF-Erzeuger, der sich wie ein Druckertreiber verhält).

Die Fonts sind dann wie ein Setzkasten verwendbar. Alle codierten Zeichen sind erreichbar, nur eben nicht komfortabel.

Heißt das, dass zB Kapitälchen zwar mühsam, aber machbar sind?

Und wenn ja: Wie?

Über die Zeichentabelle, festzulegende Tastatur-Shortcuts oder ein angepasstes Tastaturlayout. Das sind alles Krücken, für mehr als sehr gelegendliche Überscchriften o.ä. kaum zu gebrauchen.

Über die Zeichentabelle, festzulegende Tastatur-Shortcuts oder ein angepasstes Tastaturlayout. Das sind alles Krücken, für mehr als sehr gelegendliche Überscchriften o.ä. kaum zu gebrauchen.

Angepaßtes Tastaturlayout ist relativ bequem, funktioniert aber nicht immer absolut einwandfrei. Ich benutze das allerdings seit Jahren ohne größere Probleme für kleinere Anpassungen, Aber das alles funktioniert doch auch nur, wenn die entsprechenden Zeichen codiert sind, oder? Wenn das nur über Ersetzungstabellen läuft, dann komme ich ja auch über Shortcuts etc. nicht dran. Oder sehe ich das falsch? :?

Christian

  • Ersteller

Hi!

Danke für die Beiträge!

Die Variante »Kapitälchen über Zeichentabelle« werd ich mal ausprobieren.

(Zumindest kann ich mich an die noch aus grauer Vor-Mac-Zeit erinnern …)

@ pdf-Erzeugung:

Nur, indem man nicht-CFF-Opentype-Schriften benutzt (oder als Krücke einen PDF-Erzeuger, der sich wie ein Druckertreiber verhält).

Ich hoffe, die Frage ist jetzt nicht völlig doof, aber: Was sind nicht-cff-ot-Schriften?

Funktioniert der Export mit »alten« Win-TrueType-Schriften?

liebe Grüße,

Bärbl

Es funktiniert mit TrueType-, Type1- (soweit vom verwendeten Betriebssytem unterstützt) und TrueType-OpenType-Schriften, aber eben nicht mit Type1-OpenType-Schriften.

  • Ersteller

Ah! Ok, alles klar …

Danke!

Bärbl

Ähm, ich verwende Open Office 2.4 unter Linux (Debian) und da scheinen Open Type Fonts überhaupt nicht zu funktionieren.

Ich habe z. B. die Comic Jens installiert, die mit Gimp funktioniert, aber unter Open Office überhaupt nicht in der Auswahl erscheint.

Habe ich da irgendetwas falsch eingestellt? :?

Der Gimp benutzt für den Umgang mit Schriften das FreeType-Modul, während OpenOffice da weitgehend auf Betriebssystem angewiesen ist. Allerdings sollten aktuelle Linuxdistributionen außer den sehr frugalen OpenType-Schriften unterstützen (wenn auch nicht die speziellen OpenType-Features). Ich weiß aus dem Kopf nicht, auf welcher Ebene die Unterstützung für Schriften liebt, vermutlich aber bei Bibliotheken, die mit der grafischen Oberfläche (KDE, Gnome, IceWM, XFC ...) installiert werden. Welche benutzt Du denn (bei Debian ist das ja völlig offen). Benutzt Du denn Gimp und OOo über den selben Benutzerzugang? Sonst wäre es denkbar, dass die Schrift nicht im allgemeinen Schriftenordner

/usr/share/fonts

(Admin-Rechte zum schreiben nötig), sondern im userspezifischen liegt. Möglich wäre auch, dass die Schriften in einem speziellen Ordner des jeweiligen Programms abgelegt sind. Bei mir (Xandros für EeePCmit KDE bzw. IceWM und auch Minisys) funktioniert das zumindest problemlos.

Danke für die Hinweise. Geholfen hat es noch nicht, aber ist ja schön zu wissen, dass es gehen müsste.

Ich verwende Gnome 2.22.3. ttf-Fonts werden problemlos von allen Anwendungen erkannt; mein bisher einziger otf-Font liegt im gleichen Verzeichnis.

Irgendwas fehlt da noch. Ich werde mal den Leuten im Debian-Forum auf die Nerven gehen ;-)

Vielen Dank erstmal.

Nachtrag: Anscheinend gibt es keine Typografen, die Debian verwenden. :oops: Bin jetzt im OpenOffice-Forum gelandet und hoffe das beste ...

Hmm, sieht schlecht aus.

Quelle: Open Office Wiki

PostScript-basierte OpenType-Schriften

Der Nachfolger der klassischen Type 1-Schriften. Werden z.B. von Adobe als im Moment bevorzugtes Format beworben. Dateiendung .OTF

Dieser Schrifttyp wird unter Windows nur eingeschränkt (keine Einbettung in PDFs!) und unter Linux gar nicht (die Schriften sind nicht in OpenOffice sichtbar, selbst wenn sie vom Betriebssystem erkannt werden) unterstützt. Siehe Issues i16032, i37991, i43029, i78858.

Beispieldateien: Der Adobe Acrobat Reader 7.0 (für Windows) installiert drei OpenType-Schriftfamilien mit, allerdings werden diese nicht im System verfügbar gemacht, sondern in einen Ordner Ressources im Programmordner aufbewahrt. Adobe Myriad Pro und Adobe Minion Pro eigenen sich ganz besonders gut zum Testen (und sind außerdem auch als Schriften ganz nett ; ). Eine weitere Beispielschrift ist Indicia von Process Type Foundry.

Um diese Schriften schon jetzt mit OpenOffice voll verwenden zu können, kann man sie in Type1-Schriften umwandeln, z.B. mit den LCDF-Typetools von Eddie Kohler. Eine andere Lösung beschreibt Thomas Maier: Er konvertiert OpenType-Schriften mit Hilfe von FontForge in TrueType-Schriften.

Die Konvertierung scheint aber, hm, suboptimale Ergebnisse hervorzubringen.

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