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Das handschriftliche Versal-Eszett: ein Selbstversuch

Empfohlene Beiträge

Warum sind die Handschriften von „Männlein und Weiblein“ so leicht zuordenbar?

Weil »Männlein und Weiblein« so grundverschieden strukturiert sind (wie die Menschheit früher auch noch gewußt hat, bevor Frl. de Beauvoire und Frl. Schwarzer über sie hereingebrochen sind).

Ich versuche gerade meiner Tochter den Kringel auf dem „i“ abzugewöhnen.

Ach nö, der ist doch so schön feminin.

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Ich finde auch bei Versal-Handschrift ab und an mal eine Unterlänge ganz erfrischend.

Vor allem in Deiner „Grüße"-Variante. In der Blindtext-Variante kommt das Unterlängen-SZ teilweise noch ein wenig steif daher.

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Hier ein Beispiel für ein echtes Eszet zwischen Grossbuchstaben, ein Ausschnitt aus einem Brief von 1996-08-17 (Schreibfehler inklusive). Das Eszet unterscheidet sich vom grossen B durch die Unterlänge.

Ich vermute, bei Handschriften lässt sich normalerweise keine sinnvolle Unterscheidung zwischen grossem und kleinem Eszet treffen. Stattdessen liegt wohl meistens ein gewissermassen neutrales Eszet vor, das ebensosehr zwischen Klein- wie auch zwischen Grossbuchstaben verwendet werden kann. Schliesslich kommt es beim Eszet ja überhaupt nicht darauf an, dass man ihm ansieht, ob es nun ein Klein- oder ein Grossbuchstabe ist (die einzige Ausnahme sind die üblicherweise nicht handschriftlichen Diskussionen über das Versal-Eszet), sondern nur darauf, dass es nicht aus der Reihe tanzt.

grossbuchstaben_mit_eszet.png

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Stattdessen liegt wohl meistens ein gewissermassen neutrales Eszet vor, das ebensosehr zwischen Klein- wie auch zwischen Grossbuchstaben verwendet werden kann.

Im Prinzip denkbar, aber Versalproportionen können auch nicht schaden, finde ich. So wie ein Handschrift-Versal-S normalerweise nicht nur einfach höher ist, als ein Minuskel-S, sondern eben auch breiter.

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Hi,

finde die Formen am besten erkennbar, die an das klassische Eszett erinnern; also an eine zackige »3« erinnern. Und eine ausreichende Unterlänge verhindert zusätzlich noch eine Verwechselung mit dem »B« und dem »R«.

bearbeitet von 109
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Ralf schrieb:
Welches findest Du denn selbst am Besten, Kathrin?


Also, eigentlich mag ich dies hier sehr gerne:

 

Versal_Eszett_009_Version1.jpg


Ich muss allerdings sagen, dass sie sich nicht ganz flüssig schreiben lässt. Das liegt sicherlich daran, dass ich mit der linken Hand schreibe und daher den ersten Schwung schiebe, statt ihn zu ziehen. Ich muss ihn ziemlich kontrolliert ausführen, sonst gerät er zu lang. Und das bremst die Schreibgeschwindigkeit aus. Rechtshänder hätten das vermutlich besser im Griff.

Am flüssigsten schreiben (für mich) und vermutlich am eindeutigsten lesen lässt sich wohl diese Variante:

 

 

Versal_Eszett_009_Version2.jpg


Wenngleich ich da mein Augenmerk darauf legen muss, dass der Buchstabe breit genug ausgeführt wird, damit man ihn nicht für ein ß hält. Das ist aber einfacher, als den Schwung beim oben gezeigten Versuch zu kontrollieren. Generell hadere ich nur etwas mit der Unterlänge, weil sie bei den Versalien ja eine Extrawurst darstellt. Wobei: Das Q hat ja auch eine Unterlänge. So gesehen …

PS: Die Unterlänge ist jetzt hier im Beispiel etwas sehr lang geraten, die würde ich normalerweise kürzer schreiben.

 

post-16163-1355407881,0647_thumb.jpg

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Im Prinzip denkbar, aber Versalproportionen können auch nicht schaden, finde ich. So wie ein Handschrift-Versal-S normalerweise nicht nur einfach höher ist, als ein Minuskel-S, sondern eben auch breiter.

Naja, in der Handschrift wäre ja ein grosses Eszet schwerlich höher als ein kleines, da ja das kleine Eszet bereits Oberlänge hat. Es bliebe also nur noch eine unterschiedliche Breite, und ich bezweifle sehr, dass die für eine ausreichende handschriftliche Unterscheidbarkeit hinhalten könnte -- ausgenommen in kalligrafischen Handschriften wie derjenigen von Kathrinvdm.

Eine handschriftliche Unterscheidung zwischen kleinem und grossem Eszet wäre wohl höchstens dann möglich, wenn man unterschiedliche Formen wählte. Eine unterschiedliche Form könnte darin bestehen, dass man fürs grosse Eszet künstliche Kringel oder Ecken einführt, oder aber darin, dass man in der Unterlänge einen Unterschied macht. Der Nachteil bei einem grossen Eszet ohne Unterlänge wäre jedoch, dass es wohl in vielen Hanschriften genau gleich wie ein B aussähe.

Was ist wichtiger, unterschiedliche Formen für grosses und kleines Eszet oder für Eszet und B? Meine Antwort ist eindeutig: Die unterschiedlichen Formen für Eszet und B sind auf alle Fälle wichtiger. Niemand braucht eine Unterscheidung zwischen zwei verschiedenen Eszet. Schliesslich braucht man das grosse Eszet nicht, um einen Buchstaben zu haben, der sich auf Biegen und Brechen vom kleinen Eszet unterscheidet, sondern um einen Buchstaben zu haben, der zwischen anderen Grossbuchstaben nicht aus der Reihe tanzt.

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Zuerst das Eszet, wie ich es normalerweise schreiben würde, nämlich ganz gewöhnlich. Es unterscheidet sich von meinem grossen B einzig in der Unterlänge.

Dann das grosse Eszet, wie ich es sorgfältiger schreibe, wenn es darauf ankommt, dass es unterschiedlich aussehen muss als das kleine Eszet – also nur dann, wenn es um eine Diskussion des grossen Eszets geht. Dabei male ich das Duden-Eszet nach, in einem Strich, beginnend unten links (rechtshändig).

post-18934-1355407881,6327_thumb.png

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Ich heiße immer noch Weiß oder WEISS mit Nachnamen. Nicht WEIB. Drum werd ich den Contest boykottieren. Bewusst, völlig unaufgeregt und trotzdem mit der notwendigen Achtung vor euren misslungenen Versuchen :-)

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