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permanente kleinschreibung

Hervorgehobene Antworten

:giggle: Da stellt sich ja noch die Frage, ob Freund bertels klein geschriebener Forenname uns anweisen soll, nur nuschelnd über ihn zu sprechen? :tuschel: Oder flüsternd gar?

Mit einem versalen B hätte mein Licht nicht mehr unter den Scheffel gepasst … :mrgreen:

… schweiz … zu schnell …

Ihr Schweizer™ seid doch auch eher durch eine gewisse Entschleunigung bekannt, manche lassen sich sogar dazu hinreißen, dazu "langsam" zu sagen … ;-)

Ich kann dir bei kürzeren Texten beipflichten, die kann ich auch genau so flüssig lesen. Ganze Bücher möchte ich aber nicht klein geschrieben lesen müssen, das wäre mir zu anstrengend. Mag sein, dass das an meiner Art zu lesen liegt – ich erkenne beispielsweise Wörter an ihrem Bild, nicht unbedingt an ihren einzelnen Buchstaben. So fallen mir auch orthografische Fehler auf, ohne dass ich immer sofort und hundertprozentig weiß, was genau falsch geschrieben wurde. Ich sehe einfach das "Bild" des Wortes und merke, wenn das von der korrekten Form abweicht. Insofern wäre für mich die Gemischtschreibung die schnellere Art zu lesen. Wenn jemand von vornherein alles klein schreibt und liest, sollte das – so meine Vermutung – aber keinen Nachteil darstellen.

… hier in der ß-losen schweiz … habe ich nämlich absolut keine mühe, durchgehend kleingeschriebene texte genauso schnell zu lesen, wie gemischtbuchbestäbelte.

Wahrscheinlich bist Du durch das ß-amputierte Alphabet so abgehärtet, daß Dir nicht mal mehr das Fehlen von Majuskeln Schwierigkeiten macht. Es ist doch ein hartes Leben in den Bergen. :trost:

schreibe ich mit der hand, schreibe ich konsequent alles groß.

(irgendwo gabs hier mal einen thread mit beispielbildern, den find ich jedoch nicht mehr)

die originalbilder sind leider alle perdu. ein paar kleinere müsterchen gräueln noch irgendwo auf flickr rum. dein müsterchen war das hier als screenshot gezeigte, denke ich …

107qkc5.png

und übrigens … bist du mit deiner versalen handschrift in guter gesellschaft: die meisten der doch zahlreichen architektinnen und hochbauzeichner die ich kenne, tun es dir gleich. vielleicht war's eine sehgewohnheit, die handschriftlich abfärbte, weil deren vor-computerzeitalter-schriftschablonen zum beschriften der pläne hauptsächlich versalbuchstaben zeigten?

omg! der norbert hat mich archiviert, du bist ja schlimmer als facebook ;)

hahaha, nein. dank dir. :biglove:

bei 'over' sieht man gut wa sich meine, kleines e großes R und dann zusammengezogen.

ich kenn einen ingenieur der schreibt alles in din-schrift. handschrift versteht sich – also jeden

brief, jede glückwunschkarte zum geburtstag oder banküberweisungen. das dauert zwar teilweise

stunden, sieht aber dafür toll aus.

so habe ich nämlich absolut keine mühe, durchgehend kleingeschriebene texte genauso schnell zu lesen, wie gemischtbuchbestäbelte.

So, so. Und wie genau hast Du das gemessen? ;-)

So, so. Und wie genau hast Du das gemessen? ;-)

wie ich das gemessen habe? mit einem eidgenössischen gross- und kleinschreibabsorbationstempolimitenmesschronologatoren (EGKsat). der ist einfacher zu handhaben, als man auf den ersten blick meinen könnte. man liest nämlich ganz simpel einen text, sagen wir … ja, spielt ja keine rolle, wie der heisst … genau: geschrieben vom ernst, der gemischtschreibig ist. dann liest man denselben text, geschrieben vom … lo, der – präzis! – etwas leiser schreibt; er flüstert, um genau zu sein (aber er nuschelt nicht, wie weiter oben mutwillig gemasst wird!). man liest also immer erst den text vom ernst, dann los, vom ernst, los, ernst, los, ernst, los. nach exakt 15 minuten spuckt der EGKsat das resulsalätchen in den ausguss: keine messbaren unterschiede.

aber ich gebe sicher einfach auch zu, dass ich mich mit meinem von dir zitierten satz total unüberlegt in die nesseln setzte. ich korrigiere, wenn ich darf: statt «so habe ich absolut keine mühe, …» behauptete ich nun doch viel lieber «ich nehme an, keine mühe damit zu haben, …»

besten dank für deine schonungslose fragestellung.

@ kathrinvdm: die konstruktionszeichnungen sind sowas von klein geschrieben, die kann man gar nicht sehen! aber es ist mir eben gelungen, ein video aufzutreiben, das sich hinter dem äusserst abwegigen camouflage-titel «chris burden: metropolis II» versteckt …

(viel vergnügen – und jetzt aber sofort wieder zurück zum thema! sonst werd' ich auch noch o-t-gescholten.)

@ bertel, weißblauer grünling im maikäferhuckepack-look: wir schweizlinge sind gar nicht sooo entschleunigt wie du an den resultaten gewisser schweiss- und schneegenossen winters … na ja. wir haben auch schnelle asfälltcowboys. egal. tempo allein ist bekanntlich nicht der … genau.

aber dein restlicher kommentar ist angenehm unaufgeregt zu lesen und das passt auch für mich. zum thema «längere texte oder ganze bücher» mag ich mich dunkel erinnern, selber schon mal ein durchgehend kleingeschriebenes buch wegen unlesbarkeit raumgreifend und ruckartig in die entfernteste ecke gelegt zu haben (vielleicht war’s so ein verquertes, silber-auf-schwarzes vom hundertwasser?). und deine ansichten zum lesen und formalen erfassen von texten decken sich ja weitgehend mit gängigem wissen über lesegewohnheiten.

:cheer:

@ the pach-ulkender leipziger hausmeister: ob ich nun abgehärtet oder aufgeweicht bin, sei mal dahingestellt – trotzdem hat es dein wohlwollender kommentar auch dahingehend in sich, als dass das leben in felsigen höhen die richtigen schweizer bergler sicher anpassungsfähig macht. oder. nitta. gell. mo-moll.

:gimmifive:

@ robert michael: ich hatte auch so eine phase, vor langer zeit, da schrieb ich händisch so etwas ähnliches wie eine fette (entschleunigte) helvetica … oder eine private jux-festschrift für den typopäpstlichen jost hochuli in einer schmalhandfeinen irgendwas. (nein, es ist nicht überliefert, ob damit seine würgreizbarkeit grösser wurde.)

draussen regnet’s gerade in strömen, also kann ich mich ja auch noch etwas aus dem fenster lehnen: versalien passen formal sehr-sehr selten so ganz wirklich zu ihren gemeinen. darum auch ist aus meiner einfachen ästhetischen sicht kleinschrieb sowas wie … hm … porsche. der gemischtschrieb hingegen geht mehr so richtung fiat multipla.

und frau an. h. danke ich speziell für den hinweis, dass nachfolgendes smiley immer wieder und wieder und recht zärtlich dem kleinschrieb anheim und so, ja, fällt.

:ilovetype:

Habe diese Diskussion vor ein paar Tagen gespannt gelesen...

Heute mittag bin ich zufällig beim zappen (nach Doppelpass:nicken:) in die Sendung "ZEIT-Matinée" des Sender Phönix mit dem Thema "Typisch deutsch?", moderiert von ZEIT Herausgeber Josef Joffe im Gespräch mit Bundespräsident Christian Wulff, gestolpert. Sehr interessant!

Auf die Frage, was denn nun typisch deutsch sei, antwortet Wulff als erstes (und u.a.) mit "die Sprache", "die deutsche Sprache". "Bei aller Internationalisierung hat die deutsche Sprache einen ganz bedeutenden Wert." <-- kein O-Ton, aber so ähnlich habe ich es gerade spontan in Erinnerung, er hat dann noch mehr dazu gesagt...

Und mir fiel dann dieser Thread ein, daher hier die Erwähnung.

Falls wer nochmal reinschaun mag, die Sendung wird heute nacht ab 0 Uhr 30 nochmal wiederholt (und glaub morgen vormittag nochmal) ... ich werde sie mir jedenfalls in aller Ruhe nochmal ansehen.

  • 8 Monate später...

Das kann fast beliebig ausgedehnt werden, wenn noch Äquivokationen dazugenommen werden:

Ein Tor ist gefallen (beim Fußball oder beim Fasching)

Er stand vor der Bank (Sitzgelegenheit oder Geldinstitut)

und so weiter.

Da bringt uns noch nicht mal die Gemischtschreibung weiter ;-)

… Zeigenswert fand ich das trotzdem …

Ich fand das auch sehenswert, zeigt es doch, dass die Schrift mit geringsten Mitteln eine Eindeutigkeit herstellen kann, wo die Sprache doppeldeutig ist.

Sie standen an den Hängen und Pisten …

Ich fand das auch sehenswert, zeigt es doch, dass die Schrift mit geringsten Mitteln eine Eindeutigkeit herstellen kann, wo die Sprache doppeldeutig ist.

Bei den meisten Beispielen im Bild drängt sich doch eine etwas andere Betonung auf, oder?

Ob man das immer raushört, ist eine andere Sache ...

Müsste man mal bei einem Diktat mit einem Uneingeweihten ausprobieren, ob die die jeweils ausgesuchte Version richtig schreiben ... ;-)

Bei sucht/Sucht ist auch die Vokallänge anders.

Bei den meisten Beispielen im Bild drängt sich doch eine etwas andere Betonung auf, oder?

Ich bin kein Phonetiker, aber ich vermute, dass Sprecher diese Beispielsätze und -fragmente (außer »Sucht/sucht«) wohl schon verschieden betonen würden, wenn sie sie so gegenüber gestellt (vor-)lesen. Aber nicht, weil »Liebe genossen« generell anders betont werden würde als »liebe Genossen«, sondern weil sie eben in dieser sehr speziellen Situation den Unterschied heraus arbeiten wollen.

Ohne diesen besondere Kontext kommt es ganz auf den Inhalt an. Möchte ich betonen, dass ich in Berlin Liebe nicht nur einfach »gemacht«, sondern geradezu genossen habe, würde ich es so betonen, dass ich »in Berlin Liebe genossen« habe. Möchte ich hingegen betonen, dass mich von allen Berliner Genüssen besonders die Liebe beeindruckt hat, würde es sich eher so anhören, dass ich »in Berlin Liebe genossen« habe.

Dasselbe in grün: möchte ich betonen, dass meine lieben Mitstreiter nicht nur Parteigänger sondern Genossen sind – oder kommt es mir darauf an, dass mir bestimmte Genossen besonders lieb sind?

:tuschel: Mich erinnern diese Beispiele schon irgendwie an die unselige Wach(s/ſ)tube.

Mich erinnern diese Beispiele schon irgendwie an die unselige Wach(s/ſ)tube.

Es geht auch darum, die Extreme aufzuzeigen.

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