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Typografische Fundstücke

Hervorgehobene Antworten

Irgendwann einmal am Perrondach eines Bahnhofs in der Schweiz …

Zur Information: Lachen ist eine Ortschaft im Kanton Schwyz, am oberen Zürichsee. Das Bild stammt vom Facebook-Account der Schweizerischen Bundesbahn SBB.

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:mrgreen:
»Nun ist das Undenkbare geschehen: Das Unternehmen kündigte an,

ab dem kommenden Jahr in zwei seiner indischen Filialen kein Fleisch mehr anzubieten.

Das klingt ein bisschen so, als würde die Bild-Zeitung ankündigen, in zwei ihrer

Lokalausgaben nur noch Zehn-Punkt-Frakturschrift auf der Titelseite zu drucken.«

Financial Times Deutschland am 06. 09. 2012

über die Aktivitäten des McDonald-Konzerns in Indien

Nun ist es ja glaube ich so, dass jeder Vergleich irgendwo hakt, aber hier hakt es meiner Meinung nach doch gewaltig. Ich bin ja kein Vegetarier, aber die zwei MacDonalds-Filialen in Indien ‘ohne Fleisch’ sind ein möglicherweise zukunftsweisendes Experiment in einem Gebiet wo mit einer relativ großen Akzeptanz des Marktes gerechnet werden kann.

Die Vorderseite der Bild-Zeitung in Fraktur zu setzen ist eher rückwärtsgewandt und ich frage mich ob es in Deutschland wirklich noch zwei Lokalausgaben der Bild gibt dessen (potentiellen) Lesern mehrheitlich eine solche Veränderung zustimmen würde. Ob es noch genügend Leser gibt, die solche Schriften fließend lesen können? Ich wage es zu bezweifeln. Seit etwa 5 Jahre bringe ich meine Studenten im Kurs Schriftgestaltung (als Einführungsübung zur humanistischen Antiqua), das Schreiben einer einfachen Textura bei. Für einige schwierigeren Zeichen wie r, x, y gibt es eine Legende. Die meisten finden es toll und können mit etwas Übung schöne kurze Texte in reine Kleinschreibung schreiben, sind aber trotzdem kaum in der Lage einen etwas längeren Text in Frakturschrift zu entziffern.

Nun ist es ja glaube ich so, dass jeder Vergleich irgendwo hakt, aber hier hakt es meiner Meinung nach doch gewaltig.

Ich hab mich auch über diesen hinkenden Vergleich gewundert. Passender wäre vielleicht gewesen, dass die Bild die ersten 2 Seiten der betreffenden Lokalausgaben einfach leer lässt.

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich … McD hat aktionsweise auch bei uns fleischlose Burger im Angebot, auch gibt es fleischlosen Pressfisch in der Pappsemmel. Die vegetarischen Restaurants sind eher eine PR-Maßnahme, zumal sie sich in direkter Nähe eines Pilgerortes befinden.

Zehn-Punkt-Frakturschrift auf der Titelseite
... und es passen noch mehr Bilder statt störender Texte hin, schließlich heißt dieses Druckprodukt BILD und nicht BUCHSTAB ...

So frei nach dem Motto: Weniger ist mehr? Ob dieses Hauptgesetz für gute Gestaltung auch bei Bild funktioniert? Gerade habe ich mal nachgeschaut wo »Müllhaufen der Geschichte« eigentlich herkommt. Hier wird es dem ehemaligen Kamerad Leo Trotzki zugeschrieben. http://www.bk-luebeck.eu/zitate-trotzki.html Das erste in der Reihe ist aber auch nicht schlecht:

»Seltsam, wie groß die Illusion ist, dass Schönes auch gut ist.«

Passender wäre vielleicht gewesen, dass die Bild die ersten 2 Seiten der betreffenden Lokalausgaben einfach leer lässt.

:mrgreen: … hinkt m.E. aber leider trotzdem.

Es ist ja wohl nicht so, dass in den Filialen die normalen Pappbrötchen angeboten werden, nur eben nur ohne Hackfleischscheibe in der Mitte. Es wird halt irgendeine andere Füllung geben. Ob das jetzt so der Verlust ist, wage ich zu bezweifeln. Die dünnen braunen Scheiben, die McD. & Co. verbauen, schmecken doch eh nicht nach Fleisch. Mit knackigen Bratlingen (auf Sojabasis oder was weiß ich) ließe sich zumindest texturmäßig da einiges verbessern.

Und nein, ich bin kein Vegetarier. Ein gutes Steak ist was Feines! Aber da ordentliches Fleisch hier sowieso keine Option ist, warum nicht ein anderer Ersatz?

Für alle, die http://kodeks.uni-bamberg.de/AKSL/AKSL.Schrift.htm hier nicht angeklickt haben:

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Obwohl es nicht dasselbe falsche Prinzip war, erinnert mich das an meinen Versuch, als 7-jähriger autodidaktisch Russisch zu lernen. In einem Wörterbuch hatte ich eine Tabelle mit den Namen kyrillischer Buchstaben gefunden und daraufhin eine offensichtlich zu bejahende Frage auf einen Zettel gekritzelt – und darunter ganz groß:

Я

Gerade habe ich mal nachgeschaut wo »Müllhaufen der Geschichte« eigentlich herkommt.

Bitte vorsichtig mit der erwähnten Zitaten-Sammlung!

Einige der hier eingestellten Zitate finden sich so nicht in den Werken

der Autoren bzw. sind stark verkürzt wiedergegeben.

Ein Beispiel: Das berühmte Religions-Zitat von Marx (Opium fürs Volk)

aus der »Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie« lautet im Original so:

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die

Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur,

das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

  • 2 Wochen später...

Ein Hotel im schönen Hamburg fürchtet um die Verdauung seiner sanitären Anlagen und eine leicht fehlerhafte deutschsprachige Erklärung, warum unter den herrlichen Wallanlagen (nahe Planten un blomen) heute nun doch etwas nicht oder schon gar keine Pilze mehr wachsen.

;)

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Da fahr ich immer beim Einkaufen vorbei und denke: »Na, das ist doch mal toll gemacht!«

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Die untere Zeile ist zwar nicht sooo toll gesetzt und die Gill ist auch nicht gerade mein Liebling, aber das ›Endlich‹ hat was ...

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Ja, finde ich auch. Wobei die Schwungverlängerung des n hin zur Oberlänge des d schon ziemlich abenteuerlich ist, oder? Würde man in einer echte Kalligraphie zu solch einer Verbindung »greifen«?

Stimmt, an der Stelle ist es etwas ungünstig. Ich würde wahrscheinlich den Schwung vom n gar nicht verbinden und eine Lücke lassen.

Das ist wohl aus einer Zeit, wo die Wortteilgrenze noch nicht so ganz klar war. FehlDeutungen mit Schland wären heute nicht mehr möglich ... ;-)

Hier hieße es aber doch eher Chland ;-)

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