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Typografische Fundstücke

Hervorgehobene Antworten

… 1. Mit großem B wäre die ganze Doppeldeutigkeit zum Teufel ...

Teufel hätte ich jetzt auch nach Baden-Württemberg … :-|

Auch mit großem B wäre es noch doppeldeutig, ist doch "das Baden" auch ein substantivierties Verb :-). So wie "Laufen im Mittelalter" oder ähnliche krude Konstruktionen.

für Fremde ziemlich unverständlich.

Das macht doch nichts! Stadt- und Regionalmarketing richtet sich nicht an Fremde, sondern an die Einheimischen. Schließlich wird es (über welche Umwege auch immer) letztendlich von Lokalpolitikern in Auftrag gegeben und auch bezahlt – und wen wollen die beeindrucken? Richtig: nur ihre Wähler!

Vor diesem Hintergrund ist der neue Slogan mglw. sogar ein Volltreffer, zumindest falls meine Karlsruher Verwandten repräsentativ sein sollten. Die sind jedenfalls immer sehr darauf bedacht, als Badenser identifiziert zu werden und nicht als konstruierte Baden-Würtemberger oder gar – noch ärger! – als Schwaben. Wenn dann auch noch betont wird, dass auch sie in cleveren Ideen geradezu ertrinken (und nicht nur die ungeliebten schwäbischen Cousins), ist das gleich noch viel besser.

Es fällt mir gerade schwer, mir vorzustellen, dass es Menschen gibt, bei denen solches Marketing anschlägt und die dadurch zufriedener, produktiver, ansässiger oder was auch immer werden.

Und für 50000 Euro hätte der Erdenker doch zumindest auf die Idee kommen können, das ganze in Versalien oder etwas Ähnlichem zu setzen und so das Kleinschreibungsproblem schlicht zu umgehen. (Wie nennt man es eigentlich, wenn eine Schrift teils aus normalen Versalien und teils aus auf Versaliengröße skalierten Kleinbuchstaben besteht?)

Es fällt mir gerade schwer, mir vorzustellen, dass es Menschen gibt, bei denen solches Marketing anschlägt und die dadurch zufriedener, produktiver, ansässiger oder was auch immer werden.

Zumindest produzieren die für solche Kampagnen Verantwortlichen mit schöner Regelmäßigkeit Umfrageergebnisse, die die Begeisterung der so beworbenen lokalen Population belegen (sollen). Meine Heimatstadt ist leider keine Ausnahme. :cry:

Die ſt-Ligatur ist auch deutlich breiter.
... weil Radius des Bogens zum t kleiner.
Nicht nur das: Sie ist auch nach unten länger :-o

Das alles ist jedoch ziemlich schwer zu erkennen, da das Wort im Original keine 14 mm lang ist.

Danke an alle für die sachdienlichen Hinweise!

Das alles ist jedoch ziemlich schwer zu erkennen,

... und ersetzt keinen f-Querstrich :neenee:

  • Ersteller

Ein Blick auf die Gesamtansicht stützt meine These, daß das keine Satzschrift ist, sondern vom Graphiker verbockt wurde. Wenn man noch die abenteuerliche Durchkopplung »Bleiſtift-Fabrik-Nürnberg« bedenkt, spricht das auch für meine These II, die besagt, daß gute Künstler oft miserable Handwerker sind.

... und ersetzt keinen f-Querstrich :neenee:

Das stimmt allerdings.

Ein Blick auf die Gesamtansicht stützt meine These, daß das keine Satzschrift ist, sondern vom Graphiker verbockt wurde. Wenn man noch die abenteuerliche Durchkopplung »Bleiſtift-Fabrik-Nürnberg« bedenkt, spricht das auch für meine These II, die besagt, daß gute Künstler oft miserable Handwerker sind.

Danke für Deine Einschätzung! Ja, das klingt sehr plausibel.

Ein Blick auf die Gesamtansicht stützt meine These, daß das keine Satzschrift ist, sondern vom Graphiker verbockt wurde. Wenn man noch die abenteuerliche Durchkopplung »Bleiſtift-Fabrik-Nürnberg« bedenkt, spricht das auch für meine These II, die besagt, daß gute Künstler oft miserable Handwerker sind.

Eigentlich ja sogar ›Schwan-Bleiſtift-Fabrik-Nürnberg‹ :shock:

So im Ganzen wirken die beiden Ligaturen m. E. wesentlich unterschiedlicher (nicht, dass es dadurch schlüssiger wird).

Zu These II: Der Umkehrschluss ist wahrscheinlich auch zutreffend :-P

  • Ersteller
Zu These II: Der Umkehrschluss ist wahrscheinlich auch zutreffend :-P

Sicher. Aber dadurch entsteht weniger Schaden. Ein Handwerker, der kein Künstler ist, handwerkelt ja meistens dann auch nur und künstelt eher selten, während sich schlechte Handwerklichkeit in jeder Branche übel bemerkbar macht.

Nochmal kurz zur vermurksten Ligatur. Ich bin neugierig: Würde es, hätte man es richtig gemacht, ungefähr so aussehen?

bleistiftrepariert.jpg

Oder vielleicht eher so?

bleistiftrepariert2.jpg

(Die zweite Version gefällt mir besser.) Den etwas zu großen Abstand der ft-Ligatur bitte ich nachzusehen; das Raster im Hintergrund hat meine schnelle Bearbeitung etwas eingeschränkt.

Bitte kritisieren! :-)

Kommt auf Deine Definition von »richtig« an. Für optimale Leserlichkeit sollten diese erzwungenen Ligaturen überhaupt nicht gesetzt werden.

Danke für Deine Einschätzung! Es stimmt, die Leserlichkeit leidet darunter, doch mich würde interessieren, wie es aussähe, wenn man diese Ligaturen setzen würde.

Nochmal kurz zur vermurksten Ligatur. Ich bin neugierig: Würde es, hätte man es richtig gemacht, ungefähr so aussehen?

Oder vielleicht eher so?

(Die zweite Version gefällt mir besser.)

Für "richtig" müsste man wissen, wie das f in diesem Font aussieht ...

Für "leserlich" wäre wohl ersteres besser.

An anderer Stelle, wo es um die Unterscheidbarkeit von ſ und f ging, sprach ich ja schon mal davon, dass man die Unterscheidbarkeit fördern sollte, bspw. dadurch, dass man auf das Serifen-Häkchen beim ſ verzichtet, hier der Fall, oder bspw. auch dadurch, dass man das ſ immer mit, das f immer ohne Unterlänge macht, egal ob aufrecht oder kursiv, was hier dem zweiten Falle entspräche, was mich aber bei der Ligatur hier nicht so wirklich überzeugen würde ... Besser wäre es wohl, wenn das t unten einen Bogen nach rechts hätte wie in einigen Fonts.

Sehr schön, aber irgendwie fehlt die sp-Ligatur :-P

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Gesehen in Niedersachsen: etwas Zartärztliches, eine Kleinigkeit für Sprachmigräniker und eine Wehmutsmöblierung.

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Guten Morgen,

eben auf der Fahrt durch Bad Oyenhausen entdeckt und schnell ne Kamera gezückt: Deppenapostroph²

ntvttl.jpg

Hihi - das ist ganz bei mir in der Nähe. Den Laden habe ich auch schonmal gesehen. Allerdings könnte man da fast die komplette Fassade fotografieren …

Ich befürchte ja dass das ein genialer Schachzug sein soll … "Café et lounge" ausgeschrieben. Oder so ähnlich.

Wenn man den Rest der Lokalität in diese Überlegungen mit einbezieht, kommen einem Sachen wie »genialer Schachzug« nicht in den Sinn.

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