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Kursiv: Auszeichnung, Zitate oder was?

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cfkane

Hallo zusammen!

 

Setze gerade eine Art populärwissenschaftliches Sachbuch. Verwende die Minion Pro 11 pt und ID 5 unter 10.6.8.

 

Nachdem ich nun einige Artikel über korrektes Auszeichnen gelesen habe, bin ich über die Verwendung der Kursiven irritiert und bin in mir jetzt nicht mehr sicher, wie ich sie in meinem Projekt einsetzen soll. 

Ich versuche das mal zu erläutern und möchte Euch fragen, wie Ihr das (aus Eurer Praxis) seht und handhabt.

 

Meines Wissens nach hat die Kursive (mindestens) diese Anwendungen:

(1) Auszeichnung/Hervorhebung von Wörtern

(2) Markierung von fremdsprachlichen Begriffen (wohl seltener geworden)

(3) Zitieren

 

In meinem Buch wollt ich es so machen:

(a) Zitate: Regular mit Anführungszeichen

(b) Hervorhebungen: kursiv

 

Wenn ich nun auf einen Ausdruck sehe, nagen jetzt Zweifel:

(1) Sind die Zitate zu unauffällig? Müssen sie nicht kursiv sein?

(2) Sehen die Hervorhebungen nicht wie Zitate aus?

 

 

Nun die Fragen!

 

Wie zeichnet man nun Zitate aus?

(1) normal mit Anführungszeichen

(2) kursiv mit Anführungszeichen (oder ist das einfach doppelt?)

(3) nur kursiv 

 

Wie zeichnet man Hervorhebungen aus?

(Hinweis: Die Autorin hat in ihrem Manuskript ziemlich viele Wörter (auf manchen Seiten 6-7), die ihr wichtig erschienen, fett markiert. )

(1) kursiv: ist harmonisch, wohl besonders bei Prosa

(2) halbfett/fett: auffällig, dunkle Flecken auf der Seite, wohl bei Lexika, Sachbüchern

Mein Buch ist nun irgendwie ein Typ zwischen Prosa und Sachbuch. Kursiv ist schön, aber etwas unauffällig und erinnert an ein Zitat. Semibold ist nicht so schlecht - aber ich trau mich an fett nicht richtig ran :-(

 

 

Dann eine letzte Frage: längere kursive Abschnitte

Im Buch gibt es Beispiele zum Haupttext. Sie können einige Zeilen lang sein, aber auch über eine Seite gehen.

Da sie den Haupttext vertiefen, wollte ich sie ähnlich gestalten (also bei Minion bleiben), aber doch unterscheidbar darstellen: also wählte ich kursiv.

Nun las ich leider auch, daß man längere kursive Texte vermeiden soll, da sie schwieriger zu lesen sind und zur Hast neigen. Was ja auch nicht ganz falsch ist, aber die kursive Minion ist schon ziemlich klar. Wie würdet Ihr das sehen - allgemein und speziell für die Minion?

Ich habe auch schon mit einer Sans experimentiert, aber da war mir der Kontrast so groß. Die Minion ist so harmonisch, das zerreißt das schöne Bild.

 

 

Ich hoffe, die Beschreibung ist halbwegs verständlich geraten.

Bin gerade wirklich konfus und freu mich über jeden Lichtkegel, den Ihr werft :-)

 

Habe gerade noch eine Probeseite mit kursiven und halbfetten Auszeichnungen erstellt und angehängt.

 

Besten Dank und viele Grüße,

Sebastian

 

 

PS: Hier las ich

 

http://www.belleslettres.eu/artikel/kursives-auszeichnen.php

http://www.belleslettres.eu/artikel/typografie-anfuhrungszeichen.php

Markierungen.pdf

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Muss man letztlich von Fall zu Fall entscheiden. Die gewählte Methode kann in einem Fall hervorragend funktionieren, im nächsten kommt sie so oft vor, dass es einfach nur stört. Außer die Störung ist bewusst gewählt, weil man die betonten Stichworte beim Querlesen finden soll. Und es hängt natürlich von der Schrift ab. Manche Kursive sind nicht besonders gut lesbar, manche fette Schnitte fallen zu sehr im Schriftbild auf …

 

Ist das PDF im Anhang nur ein visueller Test oder sind die Auszeichnungen echt? Als Leser verstehe ich sie allesamt nicht. 

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cfkane

Genau - mit dem Einzelfall ringe ich ja. Beim Lexikon würde ich die Stichworte einfetten, beim Roman nicht. Aber hier, so dazwischen, *grübel*

 

Das Anhang ist eine Originalseite. Was meinst du damit, daß du die Auszeichnungen nicht verstehst? Bzgl der inhaltlichen Auswahl oder der Darstellung?

 

Sebastian

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Wrzlprmft

Mir wird aus dem Beispieltext auch kein Auszeichnungsschema ersichtlich. Kannst Du die Autorin fragen, was das soll? (Auf mich wirkt es fast wie eine Marotte.) Falls Dir fette Schrift zu aufdringlich ist, könntest Du Kapitälchen zur Auszeichnung erwägen, sofern diese nicht schon anderweitig belegt sind.

Mein Auszeichnungsschema für naturwissenschaftliche Texte ist übrigens, Begriffe, die gerade definiert werden oder auf einer anderen Ebene sind¹, zu kursivieren und Begriffe, die betont werden, fett zu setzen. Letzteres sollte aber die klare Ausnahme sein (ich weiß, das hängt vom Autor ab) und idealerweise im kleinsten vorhandenen Schriftgewicht, das sich merkbar vom normalen Text absetzt.

Wenn die Beispiele, von denen Du sprachst, nicht gerade mitten im Absatz beginnen, könntest Du sie statt durch Kursivierung durch Einrückung, Kästen oder Ähnliches abgrenzen. Eine andere Alternative wäre ein passende serifenfreie Schrift. Was hiervon letzten Endes passt, hängt aber von der Menge und Art dieser Beispiele ab.

¹ z. B. wenn über den Begriff selbst gesprochen wird und nicht das, wofür er steht.

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cfkane

Ich glaube, sie hat einfach alle Wörter fett markiert, die ihr wichtig erschienen. Ungefähr so, als wenn ein Leser für sich wichtige Passagen mit dem Stabilo markiert. Vllt sollte ich echt mal mit ihr reden ...

Kapitälchen hatte ich auch schon probiert. Nur hat sie manchmal ganze Wortgruppen markiert - dann waren es mir zu viele Großbuchstaben.

 

Danke für Dein konkres Auszeichnungsbeispiel.

 

Nein, die Beispiele sind eigenständige Abschnitte. Kommen öfter mal, manchmal sogar eine ganze Reihe hintereinander.

Außer Beispielen gibt es auch noch Übungen. Die habe ich mittels Kästen abgegrenzt. Da die Bsp den Haupttext erweitern, wollte ich sie nicht zu unterschiedlich gestalten. Einrückung gefällt mir insbesondere bei längeren Bsp nicht so.

Im Anhang mal ein Bsp in einer Sans Serif. Was sagt Ihr zu dieser Kombination?

 

Vielen Dank und Grüße,

Sebastian

 

 

Beispiel sans.pdf

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Dieter Stockert

Beim »Beispiel sans« würde ich nur das Fallbeispiel in der Sans setzen. Es ist für mich nicht erkennbar, warum der Absatz mit dem »Beispiel Wasser« nicht in der normalen Schrift stehen sollte. Aber dann finde ich es gut.

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cfkane

Weil die Autorin das alles als Beispiel gekennzeichnet hat. Aber interessanter Gedanke, hatte ich noch gar nicht darüber nachgedacht ...

 

Danke und Gruß,

Sebastian

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Liuscorne

Aus meiner Erfahrung beim Korrigieren von Texten: Autoren lieben die Hervorhebung wichtiger Begriffe und Passagen durch Kursivsetzung; in mindestens acht von zehn Fällen sind sie jedoch unnötig (oder sogar verwirrend). Im Beispiel scheint es mir sinnvoll, "Grundangst" und "Grundbedürfnis" kursiv zu setzen, da es sich offenbar um wichtige Begriffe handelt, die näher erläutert werden. Diese Praxis würde man so oder ähnlich zumindest in vielen geistes- und sozialwissenschaftlichen Texten finden. Bei allen anderen Hervorhebungen würde ich der Autorin nahelegen, auf sie zu verzichten. Sie fördern das Verständnis nicht (und verwirren eher, weil man sich u.U. fragt, warum gerade dieser Begriff hervorgehoben wird). Fettsetzung wäre für mich keine gute Alternative.

Zur Frage der Fallbeispiele: In wissenschaftlichen Publikationen ist es weit verbreitet, solche erläuternden, vertiefenden und sonstwie "zusätzlichen" Passagen in kleinerem Schriftgrad und mit passendem Abstand davor und danach zu setzen. Es gibt aber Leute, die das ganz furchtbar finden (sinngemäß: wenn's wichtig ist, muss's im normalen Schriftgrad auftauchen, wenn's nicht wichtig ist, kann man's auch gleich ganz weglassen). Ist also eine Geschmacksfrage. Der Vorschlag, nur die "Ankündigung" z.B. als Spitzmarke fett zu setzen und den Rest in der Grundschrift, ist eine gute Alternative. Im Beispiel also das Wort "Fallbeispiel" oder entsprechend "Beispiel Wasser" (nur nicht als Überschrift, sondern auch als Spitzmarke).

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cfkane

Hallo Liuscorne!
 

Vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen!

Ja, ich finde auch, es sind zu viele Markierungen. Aber da ist sogar eine Lektorin drübergegangen und so weit will ich mich auch nicht reinhängen. Mal sehen ...

 

Die Spitzmarkenvariante gefällt mir wirklich gut. Die Fettauszeichnung läßt sich auch prima über ein verschachteltes Format lösen.

Das Einzige wäre, daß so nicht ganz klar ist, wann das Bsp aufhört (das fand ich beim Lesen eines anderen Buches mal total nervig und verwirrend).

Ich schau mir die Bsp im Manuskript mal an - wenn die alle nur einen Absatz lang sind, geht es ja.

 

Besten Dank und schönen Abend,

Sebastian

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cfkane

Hallo Wrzlprmft!

 

Nee, nicht sicher. Oder doch, ist esoterisch :-)

Mit populärwissenschaftlichem Sachbuch meinte ich mehr den Stil (keine Prosa, kein Lexikon, Anspruch) als den Inhalt. Vielleicht unglücklich ausgedrückt ...

 

Gruß, Sebastian

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cfkane

Nach den hilfreichen Vorschlägen: möchte jemand nochwas zu den Zitaten schreiben?

Es geht um a) Regular + Anführungszeichen oder b) Kursiv + Anführungszeichen (siehe PDF).

 

Ich präferiere a), da keine doppelte Auszeichnung und wohl die Schlüsselwörter schon kursiv werden.

 

Danke! 

Grüße, Seb

Kap01-103-Zitate.pdf

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Gast
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