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Kursiver Versalsatz/Kapitälchensatz

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Naja, versal UND kursiv sind halt zwei Auszeichnungsarten auf einem Haufen. Da fehlen dann nur noch Schlagschatten und Farbverlauf …  ;-)  

 

Nein aber im Ernst: Ich persönlich finde kursiven Versalsatz nicht besonders schön – zumindest in den Varianten, in denen sie mir bisher begegnet sind. Ich habe mal für ein Magazin gearbeitet, bei denen einen schmale klassizistische Antiqua Hausschrift war und kursiver Versalsatz Teil der Heft-DNS. Es hat mich jedes Mal echte Überwindung gekostet, dieses Stilmittel einzusetzen und wo ich konnte, habe ich es dann auch vermieden. 

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»Weil das früher nicht üblich war« gilt aber nich.

 

Aber »sieht scheiße aus«, »macht man nicht« oder »geht gar nicht« akzeptierst Du sicher gern. ;-)

Falls nicht: Versalien folgen einem statischen Formprinzip, Kursive einem dynamischen. Man kann natürlich auch ionische Säulen in Telekom-Magenta streichen ohne strafrechtlich belangt zu werden, aber das wird immer als Experiment und (hoffentlich) nie als Teil der Hochkultur gelten.

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Aber »sieht scheiße aus«, »macht man nicht« oder »geht gar nicht« akzeptierst Du sicher gern. ;-)

Nö, das leitest du ja alles als aktive Interpretation aus der vermeintlichen Tradition ab.

 

Falls nicht: Versalien folgen einem statischen Formprinzip, Kursive einem dynamischen.

Ja, und? Dieser Bodoni hatte wohl keine Ahnung, oder?

http://www.rarebookroom.org/Control/bodtip/index.html?page=7

http://www.rarebookroom.org/Control/bodtip/index.html?page=12

 

Man kann natürlich auch ionische Säulen in Telekom-Magenta streichen ohne strafrechtlich belangt zu werden, aber das wird immer als Experiment und (hoffentlich) nie als Teil der Hochkultur gelten.

Schlechtes Beispiel für dein Argument. In der Antike war sehr vieles knallbunt angemalt.

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Ich glaube das die Verwendung von Kapitälchen bei Kursive zwar selten vorkommt, aber in ein komplexes typografisches System, wo zum Beispiel bestimmte Namen, Abkürzungen oder Firmennamen in Kapitälchen gesetzt werden vielleicht notwendig. Zum Beispiel wenn für bestimmte Textteile die Kurive benutzt wird. Es mag vielleicht traditionell verpönt sein, aber ich finde Kapitälchen in der Kursive gut zu haben...

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tatsache ist, dass es nicht unüblich ist, versalabkürzungen (ADAC, NASDAQ etc.) in kapitälchen zu setzen. man kann über das für und wider streiten, aber es wird gemacht – auch, zum beispiel, in überschriften, zitaten, einschüben, die gerne mal kursiv gesetzt werden. es sähe merkwürdig aus, im aufrechten text kapitälchen einzusetzen und im kursiven text nicht. auch wenn man keine ganzen romane in kursiven kapitälchen setzen will, sind kursive kapitälchen daher etwas, das ich (heutzutage) zur standardaustattung einer textschrift zählen würde. die sollte sich nicht an dem orientieren, was der schriftgestalter schön findet, sondern daran, was typografisch gängig ist (und kursive kapitälchen sind das auch in gepflegter gestaltung).

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Ich glaube das die Verwendung von Kapitälchen bei Kursive zwar selten vorkommt, aber [mannchmal] vielleicht notwendig [ist].

Wir haben diese Problem relativ oft bei Websites und Apps mit nutzer- oder gar kundengenerierten Inhalten, die in ein stringentes Format gepresst werden müssen. Manuell anpassen kann man nichts (weil viele Inhalte erst entstehen, wenn das Design längst implementiert ist), also können wir typografische Gestaltungsmöglichkeiten, die in 99% aller Inhalte schön und problemlos wären, oft nicht benutzen, weil wir nicht ausschließen können, dass ein kurzer Untertitel, der meinetwegen kursiv gesetzt werden soll, evtl. mal mit einem Inhalt gefüttert wird, der einen Begriff in Kapitälchen enthält.

 

Da kann man dann entweder ein komplexes Regelwerk mit Ausnahmen programmieren (die im Einsatz dann doch nicht alle Szenarien erfassen) – oder einfach eine Schriftfamilie benutzen, die für »Notfälle« eben z.B. kursive Kapitälchen enthält.

 

Aber wenn ersteres zu teuer und eben keine entsprechende Schriftfamilie verfügbar ist, was wird dann üblicherweise gemacht? Meist wird dann einfach die Anzeige-Software missbraucht, um falsche Kursive oder Kapitälchen zu erzeugen. Dass kann ja wohl nicht im Sinne des Freundes guter Typografie sein. Und die Forderung, für solche dynamischen Systeme stur an (vermeintlichen, siehe Ralfs Bodoni-Ausnahmen) Auszeichnungskombinationsregeln für den Buchsatz festzuhalten, ist einfach unrealistisch.

 

Aufrecht sind sie ein funktionales Problem, kursiv ein funktionales und ein ästhetisches.

Schon klar. Aber macht es wirklich einen so großen Unterschied, ob ein Kind in einen 30 oder 33 Meter tiefen Brunnen fällt (wenn die längste Leiter 10 Meter misst und so oder so die Feuerwehr kommen muss)?

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Also im Kursivsatz wieder zurück zu dieser alten Schreibung mit komplett aufrechten Majuskeln? Weil kursive Versalien so unästhetisch sind? 

 

Ich hatte ja nichts gegen kursive Versalien gesagt, sondern gegen kursiven Versalsatz. Wir kamen ja von den kursiven Kapitälchen her, und die sind nun mal für Kapitälchensatz gedacht und nicht als Anfangsbuchstaben eines ansonsten in Minuskeln gesetzten Wortes.

 

Schon klar. Aber macht es wirklich einen so großen Unterschied, ob ein Kind in einen 30 oder 33 Meter tiefen Brunnen fällt (wenn die längste Leiter 10 Meter misst und so oder so die Feuerwehr kommen muss)?

 

Der wesentliche Unterschied liegt nicht in der Brunnentiefe, sondern im Wasserstand … was auch immer das für kursive Kapitälchen bedeuten mag. ;-)

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Ich hatte ja nichts gegen kursive Versalien gesagt, sondern gegen kursiven Versalsatz. 

 

Schon klar. Ich klopfe ja auch nur deine Argumente ab. Kursiver Versalsatz solle nicht gehen, weil die Versalien zu »statisch« seien und man dann ein ästhetisches Problem hätte. Mhh. Aber einzeln gesetzt stimmt das wieder alles nicht‽ Warum? Und warum sind Versalien eigentlich statisch? Ob Buchstaben statisch oder dynamisch sind bestimmt der konkrete Duktus der physischen oder virtuellen Strichführung. 

 

Deine Erklärungsversuche, warum kursiver Versal- oder Kapitälchensatz ein Fauxpas sein soll überzeugen mich nicht und ich glaube auch kaum, dass man in einer repräsentativen Umfrage hier »ästhetische Probleme« belegen könnte – außer unter Bleisetzern, die das aus ihre Gewohnheit und Lehre so interpretieren. Ich wittere hier eher wieder den Fall, dass sich eine frühere Konvention so eingebrannt hat, dass man sie als objektiv richtig verteidigen will, selbst wenn es dafür eigentlich kaum sachliche Gründe gibt. Wie zum Beispiel bei der Diskussionen, dass B u ch irgendwie richtiger oder besser lesbar wäre als B u c h

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Der wesentliche Unterschied liegt nicht in der Brunnentiefe, sondern im Wasserstand … was auch immer das für kursive Kapitälchen bedeuten mag. ;-)

Wenn das Kind schwimmen kann, hat es bei tieferem Wasser wohl bessere Überlebenschancen. Zumindest kriegt es nicht so leicht eine Gehirnerschütterung durch den Sturz (obgleich auch ich nicht weiß, was das für kursive Kapitälchen bedeuten mag – aber ich wollte es »der Ordnung halber« doch angemerkt haben).

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Kursive Versalien sind halt oft von Haus aus schlecht(er) untereinander ausgeglichen, weil sie wenn überhaupt dann für gemischten Satz vorgesehen sind, nicht für Versalsatz. Bei einer normalen Satzschrift ist kursiver Versalsatz eher ein Randthema, bei dem dann nicht mehr so viel Energie reingesteckt wird wie vielleicht nötig wäre, um die Kompromisse wieder gutzumachen, die für den Gemischtsatz eingegangen wurden – somit kann man natürlich vom Einsatz in dieser Form erst mal "präventiv abraten", wenn man sich nicht die Mühe machen will, auf Basis der jeweiligen Schrift zu urteilen.

 

Ein "echtes" kursives Versal-Alphabet, das für diesen Zweck und gekonnt gestaltet wurde, kann hingegen sehr extravagant wirken – zwar speziell, aber eben auch elegant, und von einer Diskrepanz zwischen "Statik" und "Dynamik" weit entfernt.

Und wenn wir dann kursive Kapitälchen betrachten, die ja nie im Gemischtsatz mit Minuskeln vorkommen und somit keine Kompromisse dafür erforden, dann müsste der Schriftgestalter eigentlich per se sauber gearbeitet haben, wenn er diese Spezialform schon anbietet.

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