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Hervorgehobene Antworten

und weiter aus derselben quelle:

 

Die Stamm­schrei­bung ist nicht historisch dümmlich oder etymo­logisch falsch, wie ihr oft vor­gewor­fen wird, sondern gegen­warts­sprachlich. Gegen­warts­sprache ist das einzige, was ein Recht­schreib­regel­werk beim Deutsch­sprecher voraus­setzen darf, wenn es wie die Re­form­schrei­bung auf dem Mit­den­ken der Schrei­benden grün­det.

bei Deutsch/Englisch

Mir hilft das gerade beim Englischen: nicht beim Lernen von Vokabeln, sondern bei der Schreibung. Bei vielen aus dem Lateinischen oder Griechischen entlehnten Wörtern, deren englische Aussprache kaum noch Rückschlüsse gerade auf die verwendeten Vokale zulässt, hilft es oft, das Wort einfach mal auf Deutsch auszusprechen.

Was mir übrigens auch völlig schleierhaft ist: Wieso hat man bei der sog. Rechtschreibreform nicht das völlig überflüssige (ich sage jetzt mal: falsche, auch wenn das Ralf nicht gefällt) zweite l in »Kollaboration« gestrichen? Das ist ja nun eindeutig eine analoge Bildung zu »Kooperation«, »Koedukation«, »Koexistenz« etcetera.

Es ist also durchaus nicht so, daß Reformkritiker wie ich, wie Ralf meint, nur an ihren Gewohnheiten hängen; für sinnvolle Reformen, welche die Sprache nicht »falscher«, sondern »richtiger« hinterlassen, könnte ich mich durchaus erwärmen.

zum einen: damit die schreibung weiterhin die aussprache mit offenem ›o‹ wiedergibt (kollaboration ≠ cola-bor-ration :-)). das macht man im deutschen (und vielen anderen sprachen) eben mit doppelten konsonanten. zum anderen: weil, wie bereits erwähnt, die schreibweise von wörtern bei der rechtschreibreform nicht geändert wurde, um der etymologie gerecht zu werden, sondern um otto normalschreibers assoziationen entgegenzukommen. die schreibweise ›Zierrat‹ wurde nicht eingeführt, weil jemand in der rechtschreibkommission denkt, das sei etymologisch korrekt, sondern, weil man es der mehrheit, die glaubt, dass es sich um zierenden rat handelt (und nicht um zierendes od), leichter machen will. wörter lateinischen ursprungs sind aber für die meisten leute nicht mehr zu durchschauen (nicht mal vermeintlich). damit erledigt sich diese überlegung bei derartigen wörtern.

 

ganz am rande: das erste ›l‹ in ›Kollaboration‹ ist ein assimiliertes ›n‹. man müsste das wort also, wenn man zum ursprung zurück wollte, ›con-laboratio‹ schreiben, nicht ›co-laboratio‹.

… um otto normalschreibers assoziationen entgegenzukommen.

 

»Kollaps den Kollaborateuren«? ;-)

 

 

zum einen: damit die schreibung weiterhin die aussprache mit offenem ›o‹ wiedergibt (kollaboration ≠ cola-bor-ration :-)).

 

Ich halte diese Aussprache für genauso falsch wie die Schreibung »Kollaboration« und es wäre interessant, ob hier Huhn oder Ei zuerst da war, also welcher Fehler hier den anderen bedingt. Für richtig halte ich eine Aussprache, welche die Fuge betont.

 

…  man müsste das wort also, wenn man zum ursprung zurück wollte, ›con-laboratio‹ schreiben, nicht ›co-laboratio‹.

 

… wogegen ich nichts einzuwenden hätte.

Was mir übrigens auch völlig schleierhaft ist: Wieso hat man bei der sog. Rechtschreibreform nicht …

Warum immer dieses »so genannte« im Zusammenhang mit der aktuellen Rechtschreibung?

Es war faktisch eine Rechtschreibreform. Es ist faktisch die aktuelle, amtliche Rechtschreibung. 

 

Was hindert einen eigentlich daran, wenn man das selbst als richtiger empfindet zu ko-laborieren? Wenn du dann viele andere findest, die dann mit dir ko-laborieren, wird das mit der Zeit die gängige Schreib- und Sprechweise eben nicht mot dem offenen o, wie es ja auch in anderenähnlichen Situationen, z.B, bei der Koproduktion (die ja auch keine Kopproduktion ist, nur damit man das o offen ausspricht.

 

Ich finde, der größte Erfolg der Rechtschreibreform ist ja gerade, dass die Sprache von einem Duden-Diktat befreit wurde, und man sich (zumindest außerhalb der Schule) relativ frei entscheiden kann, ob man sich an Regeln der einen oder anderebn Rechtschreibung hält, oder ob man nicht auch seinen Teil an der Entwicklung der Sprache hat, indem man, aus welchem Grund auch immer seine eigenen Regeln hat,

 

Nur sollten wir in diesen Fällen (also sofern es nicht völlig sinnentstellend ist) Nicht immer den Oberlehrer heraus kramen, und eine von der eigenen Schreibweise abweichende - aber nichts desto trotz verständliche - Form immer als Falsch bezeichnet.

 

Wir haben ja hier auch ein Mitglied, das hier immer viele sehr positive Beiträge einstellt, und dann z.B. an Stelle von ein, eine, einer und einen einfach nur nen benutzt. Lese ich einen Satz wie "Früher benutzte ich nen Schreibmaschine" lese, (ist kein wörtliches Zitat) klingt mir das seltsam, da ich das so aber sehr oft in letzter Zeit sehe, kann es durchaus sein, dass sich dieser Artikel als geschlechtsneutrale Form so sehr durchsetzt, dass es zur Standardsprache wird - und damit dann auch richtig.

auch wenn du dagegen nichts einzuwenden hättest, erscheint es mir doch unrealistisch, dass schreibweisen, die schon vor mehr als vierhundert jahren (und früher) in gebrauch waren, abgeschafft werden, um deutschen bildungsbürgern des 21. jahrhunderts zu ermöglichen, ihr kleines latinum vor sich herzutragen. der ›conlaboratio‹ müssten, konsequenterweise, auch die ›conrectio‹, der ›conlega‹ und das ›conmercium‹ zur seite gestellt werden, wenn man die vor knapp zweitausend jahren erfolgten lautlichen assimilationen für unetymologisch erklärt. wer so denkt, sollte allerdings vielleicht der einfachheit halber direkt dazu übergehen, das seinerzeit verwendete spätlatein zu sprechen, anstatt zu bedauern, dass jegliche versuche, heutiges deutsch zu spätlatinisieren, bisher fehlgeschlagen sind.

Was mir übrigens auch völlig schleierhaft ist: Wieso hat man bei der sog. Rechtschreibreform nicht das völlig überflüssige (ich sage jetzt mal: falsche, auch wenn das Ralf nicht gefällt) zweite l in »Kollaboration« gestrichen? Das ist ja nun eindeutig eine analoge Bildung zu »Kooperation«, »Koedukation«, »Koexistenz« et cetera.

 

Die deutsche Schreibung bewahrt mitunter die historische Abstammung, solange das der aktuellen Aussprache nicht widerspricht. Die historische Abstammung ist allein aber kein Grund, eine Schreibung zu reformieren, sondern bestenfalls ein stützendes Nebenargument.

 

Die Schreibung Kollaboration entspricht vor allem der heutigen Aussprache: Man spricht das o kurz und das l silbentrennend, die Schreibung kennzeichnet das durch den doppelten Konsonantenbuchstaben. Nebenbei ist diese Aussprache und Schreibung sogar historisch gewachsen und aus dem Suffix kon- entstanden:

 

kon…, Kon…

vor b, m, p angeglichen zu kom, Kom;

vor l zu kol, Kol;

vor r zu kor, Kor;

vor Vokalen und h zu ko, Ko;

fach- und fremdsprachlich auch: con, Con (co, Co; col, Col; com, Com; cor, Cor)

<lat. com…, con… »zusammen, mit, völlig«>

 

Duden – Das Fremdwörterbuch, 10. Aufl. Mannheim 2010 [CD-ROM]

 

Daneben gibt es das heute noch produktive Suffix ko- mit gleicher Bedeutung, das über das englische co- ins Deutsche gelangt ist: Koproduktion, Koautor, Kotrainer.

 

Anders ist das beim Ausgangspunkt der Diskussion, dem Zierrat. Die Schreibung war seit jeher (mindestens seit Adelung, 1811) schwankend, auch nach 1901 blieben beide Schreibungen im Gebrauch. Die vermeintlich historisch »richtige« Schreibung Zierat hat sich trotz amtlicher Festlegung nicht durchgesetzt. Die heutige Aussprache liefert keine eindeutigen Argumente. Pons.eu gibt zwei Varianten an:

 

 

Die Aussprache Zie·rat lässt auf eine Ableitung mit -at (vgl. Beispiele wir Er·dung) schließen, die Aussprache Zier·rat spricht dafür, dass man es heute für eine Zusammensetzung mit -Rat hält. Hier hätte die Reform also besser beide Varianten zugelassen – das kann der Schreibgebrauch aber auch jetzt noch fordern/fördern. Der Rat für deutsche Rechtschreibung ist beauftragt, die weitere Entwicklung zu verfolgen und entsprechende Veränderungen (zuletzt 2010) vorzuschlagen.

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