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Serifenlose in Hausarbeiten?

Hervorgehobene Antworten

Hallo allerseits,

 

ich muss für die Hochschule eine Hausarbeit schreiben und da kamen nun einige Vorgaben, u. a. Seitenränder (links und rechts) von je 4 cm und als Schriftvorgabe eine Serifenlose (keine bestimmte) in 12 pt. Das find ich irgendwie merkwürdig, dachte ich doch bisher immer, dass lange Fließtexte für eine bessere Lesbarkeit in Serifenschriften gesetzt werden sollen. Wie schlimm ist so ein langer Text ohne Serifen wirklich, insbesondere bei einer schmaleren Textbreite von 13 cm? Ich habe außerdem irgendwo gelesen, dass ein Vorteil der Serifenschriften auch die variierende Strichstärke sei, da das Auge weniger schnell ermüde. Hilft es also, falls ich der Vorgabe folgen will, eine Schrift wie die Linux Biolinum zu verwenden? (Habe zu Hause keinen Drucker, sonst würde ich das eben mal selbst ausprobieren.)

 

Viele Grüße,

Malte

Ich persönlich finde dies eine gute Lösung. Generell gilt ja: Des Lehrers Wille ist sein Himmelreich, und wenn es dann eine Serifenlose sein los, spricht ja nichts gegen eine "organische Sans" nach Art der Optima - oderv eben Biolinum.

Paul Renners Bücher wurden in der von Renner entworfenen Futura gesetzt und sind dank der weiten Zurichtung und der großen Zeilenzwischenräume leicht und schnell zu lesen.

Es geht nicht nur um Lesbarkeit bei Texten, man richtet auch eine Stimmung ein, eine Atmosphäre. Die Serifenlosen können recht unterschiedliche Stimmungen herstellen, man kann schmale, dunkle, steile verwenden und weite, runde, offene. Sie können lieblos und häßlich aussehen, etwa sehr dünne, eng gesetzte Schrift mit einzuglosem Blocksatz und wenig Durchschuß, sie können auch einen interessanten Eindruck geben, sie können sogar Initiale bekommen.

 

Einen Roman möchte ich kaum in Serifenloser lesen, eine wissenschaftliche Arbeit kann damit aber durchaus angenehm aussehen. Buchschnitt verwenden, nicht light, Laufweite ggf. leicht erhöhen, genug Durchschuß, Einzüge.

  • Ersteller

Vielen Dank für eure Antworten. Dann werde ich wohl wie vorgegeben eine Serifenlose verwenden, nämlich die Biolinum (kostet mich nichts …). Zeilendurchschuss ist auch als „einfacher Zeilenabstand“ vorgegeben, aber wenns hilft, kann ich ja probieren, auf einen Faktor 1,1 oder so zu gehen und dann eben eine Seite mehr zu schreiben (bzw. LaTeX einfach beide Versionen produzieren zu lassen).

12/12 Punkt auf 13 cm – zur Verschlimmerung empfehle ich Blocksatz und zur Verschärfung abgeschaltete Worttrennung.

Typografische Erwägungen sind bei solchen Vorgaben überflüssig. Ob die Schrift Serifen hat, Socken oder Schleifchen trägt, ist egal, Augenpulver wird es sowieso.

  • Ersteller

Trotzdem kann ich doch versuchen, innerhalb der Vorgaben das kleinste Übel zu wählen, oder? Und dabei haben mir die vorigen Antworten ganz gut geholfen.

 

Blocksatz ist auch ein Teil der Vorgabe, allerdings finde ich das irgendwie sinnvoll, dafür ist der Text meiner Meinung nach schon breit genug. Denn Silbentrennung hat LaTeX ja drauf.

Nein, die richtigen Antworten waren noch nicht dabei, weil der festgelegte Durchschuß eingangs nicht erwähnt war. Wenn man das Übel dieser Vorgaben verringern will, könnte man nach einer Schrift mit niedriger x-Höhe suchen, um einen größeren Zeilenabstand vorzutäuschen. Die verbotenen Serifen sind in dieser Vorgabe nicht das Problem. Außerdem müßte man die Wortzwischenräume möglichst gering halten, damit in dieser Vorgabe für eine breiige Kolumne doch noch Zeilen sichtbar werden.

(Daß Blocksatz vorgegeben war, ahnte ich, denn warum sollte man etwas auslassen, was die ganze Sache verschlimmert, wenn man es auf Lesefeindlichkeit abgesehen hat?)

Man kann vielleicht noch einmal nachfragen, welchen Status die Vorgaben wirklich haben: Manchmal sind es Regeln, über die niemand wirklich nachgedacht hat und die niemandem wirklich wichtig sind (man kann also nach Absprache davon abweichen). Manchmal sind es aber in der Tat unumstößliche Vorgaben, deren Nichteinhaltung ein Ausschlusskriterium ist.

Meine Empfehlung: Geh zum zuständigen Prof oder Dozenten, der für die Bewertung der Arbeit zuständig ist, und frage konkret nach – am besten mit einem (vorbereiteten und ausgedruckten) Alternativvorschlag, wie man's typografisch ansprechender gestalten könnte (und mit einer kurzen Begründung zu den einzelnen Punkten, falls sie oder er nachfragt). Auf diesem Wege lässt sich oft etwas zum typografisch Besseren wenden.

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