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Agmena: Allgemeine Fragen und Lizenzierung

Empfohlene Beiträge

Philosophie

Liebe Forenmitglieder, 

 

schon seit längerem interessiere ich mich für die Agmena. Für den Satz (geistes)wissenschaftlicher Texte scheint sie mir nicht minder geeignet als für jenen "literarischer". Liege ich da falsch? Leider habe ich die Schrift, von einem kurzen Klappentext abgesehen, noch nirgends in gedruckter Form gesehen. Kann mir vielleicht jemand Titel von aus der Agmena gesetzten Büchern nennen?

 

Auch würde mich interessieren, wie gut das "mitgelieferte" Kerning der Schrift ist, insbesondere jenes statistisch häufiger Unterschneidungspaare (etwa solcher für die diversen deutschen und englischen Interpunktionszeichen.)

Ich frage dies, weil ich typographischer Laie bin, der für diesbezügliche Verbesserungen weder die Zeit noch die notwendige Software hat (von der erforderlichen Expertise ganz zu schweigen ... ). 

Um einen groben Anhaltspunkt meiner diesbezüglichen Qualitätsansprüche zu geben: Ich finde beispielsweise das Kerning der Minion 3 durchaus zufriedenstellend, jenes der Minion Pro hingegen vielfach ärgerlich.

 

Auch würde mich interessieren, wie gut die Schrift unprofessionellen Laserdruck übersteht, der bei mir den unvermeidlichen Regelfall darstellt. Meine derzeitigen "Arbeitspferde", Minion 3 und Minion Math, mit denen ich ansonsten höchst zufrieden bin, schauen auf von Laserdruckern mit Auflösungen von 600 und 1200 dpi  ausgeworfenen Blättern leider arg beleidigt aus. Ist die Agmena hier toleranter?

 

Ein weiteres Problem, das mich von einer Lizenzierung abschreckt, ist meine Unkenntnis der durch die EULA rechtlich gedeckten Verwendungsweisen des Fonts.  Ich wandte mich diesbezüglich mit folgender Anfrage an Linotype (deutschsprachiger Teil der Anfrage weiter unten, inhaltsgleicher englischsprachige Teil nachfolgend):

 

Zitat

 

To whom it may concern,

 

I´d be interested to license your Agmena font. However, as I am neither a lawyer nor a typographer, I have a couple of questions pertaining to your EULA, the legal consequences of which are largely unclear to me.

 

I intend to use the font exclusively in non-editable pdf documents, in the following way:

 

(1)   for preprints, beamer presentations, handouts and the like, which I will make available free of charge and without restriction to any visitor of my personal website;

 

(2)   for preprints, beamer presentations and handouts that may be downloaded  free of charge and without restriction from websites of conferences, "summer schools“, or similar academic events;

 

(3)   for my theses and dissertations that will be made available to the general public free of charge on the server of a university library (as a "real" pdf, not as a scan of a paper copy);

 

(4)   for books published by commercial publishers or book-on-demand services

 

(4.a)   in hard copy; and/or

 

(4.b)   in non-editable Pdf format (as downloads from the publisher's server), either

 

(4.b.e)   against payment or

 

(4.b.u)   free of charge ("Open Access“).

 

Which of the uses (1) to (4.b.u) are covered by the EULA? Wich of these uses are not covered? In particular, does your ordinary EULA cover (4) as well? If not, what are the costs of a licence that does? Does the publisher need a licence too? How expensive is such a licence, etc.? What potential "legal pitfalls" are there with regards to the points summarised under (4)?

 

I am interested in a legally binding answer to any of these questions.

Thank you for all the troubles taken and my best regards,

 

 

Please find below the same questions in German:

 

-------------------------

 

 

Sehr geehrte Damen/Herren,

 

ich trage mich mit dem Gedanken, eine Lizenz Ihres Fonts Agmena zu erwerben.

Da ich weder Jurist noch „vom Fach“ bin, habe ich zuvor zu Ihrer EULA, deren rechtliche Konsequenzen mir weitgehend unklar sind, noch einige Fragen.

 

Ich beabsichtige den Font ausschließlich in nicht-editierbaren Pdf-Dokumenten zu verwenden, und zwar in folgender Weise:

 

(1)   für Preprints, Beamer-Präsentationen und Handouts, die ich auf meiner persönlichen Website jedem Besucher unentgeltlich und unbeschränkt als Downloads zugänglich mache;

 

(2)   für Preprints, Beamer-Präsentationen und Handouts, die auf der Website einer Konferenz, einer „Sommerschule“ oder eines akademischen „Workshops“ unentgeltlich und unbeschränkt als Downloads zugänglich sind;

 

(3)   für Diplomarbeiten und Dissertationen, die auf dem Server einer Universitätsbibliothek der Allgemeinheit zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt werden (als „echte“ Pdfs, nicht als Scans von Papiervorlagen);

 

(4)   für Bücher, die von kommerziellen Verlagen bzw. Book-On-Demand Services

 

(4.a) in Papierform und/oder

 

(4.b) im nicht-editierbaren Pdf-Format (als Downloads vom Server des Verlags) entweder

 

(4.b.e) entgeltlich  oder auch

 

(4.b.u) unentgeltlich („Open Access“)

 

vertrieben werden.

 

Welche der Verwendungsweisen (1) bis (4.b.u) sind durch die EULA gedeckt? Welche potentiellen „legalen Fallstricke“ gibt es bzgl. der unter (4) zusammengefaßten Punkte?  Benötigt bei letzterer Verwendung etwa auch der Verlag eine Lizenz, wie teuer ist eine solche, etc. ?

 

Ich bin an einer rechtsverbindlichen Antwort auf jede dieser Fragen interessiert und verbleibe mit bestem Dank für die Mühewaltung und freundlichen Grüßen

xx

Dies ist die (für mich wenig erhellende) Antwort von Linotype:

 

 

Zitat

 

Hello,

 

Thank you for contacting us.

 

Desktop and ePub license shall suffice your requirements. For general every day use (document for school, file to send to printer, etc.) a standard desktop license would cover 'print & preview' (non-editable) PDFs being created on a one off basis.If the PDF is the payable product, then you would require an ebook (epub) license.

 

DESKTOP:

Desktop fonts are licensed for the most common uses, both personal and professional. For example:

 

You want to install the font on your Mac or PC.

You want to use the font with applications that have a Font menu, such as MS Word, Mac Pages, Indesign etc.

You want to create & print documents and static images (jpg, tif, png etc.). You may use these images on your website, your social media accounts and in an app.

 

Desktop font licenses are based on the number of users of the fonts; in other words, the number of computers in which the font will be installed.

 

 

ePub:

Electronic Publication Fonts.

You can use an ePub license to embed the font in an electronic publication such as an eBook, eMagazine or eNewspaper.

 

If the font will be used as a static image, such as the cover of an eBook, you would need a Desktop license instead.

 

An ePub license is based on the number of publications in which the font is used.

 

Each issue of a magazine, newspaper or other periodical counts as a separate publication. Regional or format variations don't count as separate publications.

 

Updated versions of publications that are free to previous customers don't need a new license; otherwise, each new version that is released counts as a separate publication. 

 

Auch nach mehrfacher Lektüre dieses generischen Textes ist mir nicht klarer geworden, ob eine "Desktop"-Lizenz die Punkte (1) bis (3), (4.a) und (4.b.u) nun rechtlich abdeckt, oder ob sie dies nicht tut.

Eine Verwendung nach (4.b.e) erfordert wohl zumindest (aber nicht nur ?) eine "ePub"-Lizenz.

Kann mir vielleicht jemand (natürlich völlig unverbindlich) mehr dazu sagen? 

 

Besten Dank

 

 

 

 

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Philosophie
vor 4 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

Ja, die Desktop-Lizenz deckt alles – bis auf die entgeltliche digitale Verbreitung – ab. 

Wow! Besten Dank für die blitzschnelle Antwort!

 

Da ich  nach durchgearbeiteter Nacht noch schwerer von Begriff als üblicherweise bin, erlaube ich mir nochmals nachzufragen:  Die Desktop-Lizenz deckt also tatsächlich nicht nur meine Punkte (1) bis (3), sondern auch Punkt(4.a),  vulgo "Papierbuch", und sogar (4.b.u), also Papierbuch plus kostenlose digitale Verbreitung durch den Verlag, zur Gänze, auflagenunabhängig, und ohne jegliche weitere Zahlungsverpflichtungen ab? Habe ich das richtig verstanden?

 

Besten Dank nochmals.

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Kathrinvdm

Die Agmena wurde von Jovica Veljović gestaltet. Ich hatte die große Freude, ihn während meines Studiums ein paar Semester in Aktion erleben zu dürfen und kann sagen, dass seine Schriften – nach allem, was ich gesehen habe – aufs Sorgfältigste gestaltet sind und dass auch das Kerning entsprechend akribisch angelegt sein dürfte. In Sachen Qualität sollte sie Dir also keine Probleme bereiten. Zum Ausdruck auf Laserdruckern kann ich leider nichts sagen, das habe ich noch nicht probiert. Konzipiert wurde die Schrift allerdings als Buchschrift, also sollte sie auch im Druck solide »Arbeitspferd«-Qualitäten« aufweisen. :-)

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Phoibos
vor 7 Stunden schrieb Philosophie:

wie gut die Schrift unprofessionellen Laserdruck übersteht

Ich höre zum ersten Mal von den von Dir geschilderten Problemen in Bezug auf die Minions. Hast Du mal ein anderes Papier probiert? Es macht ein Unterschied, ob man das behördenangeschaffte Schmierpapier verwendet oder beispielsweise das von Xerox ausgelieferte. Und tritt das Problem des schlecht empfundenen Druckbildes bei allen Schriften auf, die Dein Drucker auswirft? Es gibt solche und solche Drucker und deren Umfeld. Beispieslweise kann meiner (Kyocera 1010) super Schrift drucken, gut linienbasierte Graphiken und alles mit flächiger Abbildung absolut mies. Mein erster Drucker (am Mac, Epson Stylus Color II) konnte flächiges nur auf dem Fotopapier gut ausdrucken.
Bezüglich des Kernings: Nicht jede mögliche Kombination kann ein Schriftschöpfer kennen und als Parameter hinterlegen. Dass selbst Großköpfen wie Phinney (ich kann mich leider nur dunkel an ein Problem im griechischen Teil der Hypatia (oder war es doch die Garamond Premier? Wir bekamen ja beide als Bonus zu irgendeiner CS-Version dazu) erinnern) und Slimbach beim Superkonzern Adobe da mal was durch die Finger rutscht, kann passieren, dafür gibt es glücklicherweise heute Updates. Und glücklicherweise Menschen, die Texte setzen 🙂

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Philosophie

Vor einigen Jahren probierte ich eine große Zahl mir verfügbarer Papiersorten. Lebe allerdings etwas abseits. Das Angebot hier ist beschränkt. Ich entschied mich für das Bio Top 3 extra 80g von Mondi. Ausschlaggebend waren lokale Verfügbarkeit, Qualität und Preis. Von den zwei Paletten, die ich sehr günstig bekam, sind noch etwa 29 Kartons zu je 2500 Blatt vorhanden. Ein Papierwechsel ist also keine Option. Bin an Hinweisen zu gutem Papier für die Verwendung mit Laserdruckern dennoch sehr interessiert. Probierte damals auch verschiedene Papiere von Xerox und HP: alle sauteuer, alle blendend weiß. Das Bio Top 3 ist angenehm getönt.

Mein Drucker ist ein in die Jahre gekommener OKI 431 DN. Kaufkriterien: langlebig, spottbillig in Anschaffung und Druck, duplexfähig, damals gute Kritiken der Druckqualität. Dessen Vorgänger waren ein anderer OKI und zwei HPs.  Alle mochten natürlich Schriften wie die Lucida oder die Charter wesentlich lieber als die Minion; aber auch die Sabon, wenngleich etwas dürr, kam besser weg.

Das Kerning der Minion Pro ist über alle mir bekannten Versionen konsistent (was wohl auch so sein soll). Irgendwelche Updates sind mir nicht bekannt. Das einzige Update einer Adobe-Schrift, das mit erinnerlich wäre, ist die Korrektur eines etwas eigentümlichen Anführungszeichens in einer frühen Version der Arno Pro.  Selbstverständlich erwarte ich nicht, daß alle möglichen Kombinationen mit Kerninginformationen versehen werden, weshalb ich ja auch nur von den statistisch häufigsten Kerningpaaren sprach.

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Philosophie
vor 13 Stunden schrieb Kathrinvdm:

In Sachen Qualität sollte sie Dir also keine Probleme bereiten.

Besten Dank für die Information! Weihnachten kann kommen.

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Philosophie

Kleine Präzisierung meiner möglichen Minionverleumdung: Was mein typographisch ungeschultes Auge an der Minion Pro stört, sind unter anderem diverse Guillemet-Versalien-Kombinationen. Ich sehe etwa zwischen » und Y  ein „weißes Loch“, das mich stört.  Die Minion 3 hingegen zeigt das von mir Erwartete.1676081584_Minion3_2022-07-27um01_42_58.thumb.png.bc91c1ad7da6e6defb465c103ba6682c.png

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Eckhard

Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen, habe aber nie mit einer anderen Minion verglichen. Danke fürs Zeigen.

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Philosophie
vor 15 Stunden schrieb Eckhard:

Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen

Danke für die Bestätigung.  Ich vermute, daß der gefälligere Eindruck der Minion 3 hier auch etwas (wenn nicht sogar gänzlich) mit den etwas anders gezeichneten, »breiteren« Guillemets zu tun hat. 

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