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Mediävalziffern in (geistes)wissenschaftlichen Texten?

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Phoibos
vor 1 Minute schrieb Thomas Kunz:

mannigfaltige Ziffern

Wenn Du das schon erwähnst, verwendest Du, @amlug, die unicodierten römischen Ziffern? Vielleicht wirken die mit den arabischen Ziffern zusammen ausgewogener?

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amlug
vor 9 Minuten schrieb Thomas Kunz:

Die Andron ist reichhaltig ausgestattet, sie bietet auch mannigfaltige Ziffernarten:

Sieht schick aus. Leider ist die Andron nicht in Adobe Fonts enthalten, deswegen würde ich sie vorerst nur für die Zukunft im Hinterkopf behalten, wenn wir hoffentlich eine Finanzierung erschlossen haben werden.

 

vor 14 Minuten schrieb Phoibos:

Mal kurz abseitig der Typographie, warum überrascht eigentlich die Verwendung von recte in Sakralinschriften heutzutage? Das habe ich jetzt so oft wahrgenommen in diesem Thread, dass mich allmählich diese Frage richtiggehend rumtreibt 🙂

😄 Dann will ich die Frage gern auflösen: „Vor allem überrascht aus heutiger Sicht die Verwendung von recte in Sakralinschriften, insbesondere im Zusammenhang mit der Einlösung von Gelübden. Dort nämlich wird es nicht nur im Hinblick auf den ein Gelöbnis eingehenden Menschen gebraucht. (…) [es folgen Beispiele] Vielmehr wird auch noch mit dem Terminus recte von den Göttern ein entsprechendes Verhalten eingefordert. (…) [es folgen wiederum Beispiele] Wie sehr die Beziehung zwischen den Bewohnern des Imperium Romanum und ihren Göttern auch einen juristischen Charakter hatte, ist gerade in letzter Zeit erneut herausgearbeitet worden.“

 

vor 19 Minuten schrieb Phoibos:

Und ist der*die Autor*in sich sicher mit "qq(uinquennales)"? Ich habe Epigraphik bestenfalls am Rande gestreift, aber mir läge q[uin]q[uennales] näher.

Die zweite Variante schiene mir adhoc auch logischer, aber was solcherlei Formalia angeht, dürften die beiden Autoren für ihren Bereich so ziemlich über jeden Zweifel erhaben sein.

 

vor 33 Minuten schrieb Phoibos:

Wenn Du das schon erwähnst, verwendest Du, @amlug, die unicodierten römischen Ziffern?

Bisher nicht, die Minion 3 scheint aber auch gar keine Glypen dafür zu haben. Die Skolar auch nicht, was das angeht.

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Thomas Kunz
vor 11 Minuten schrieb amlug:

die Minion 3 scheint aber auch gar keine Glypen dafür zu haben

Ich sehe in der Minion3 auch keine römischen Ziffern, die entsprechend codiert (U+2160 bis U+217F bzw. U+2188) sind.

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Diwarnai

 

vor einer Stunde schrieb Phoibos:

… Und ist der*die Autor*in sich sicher mit "qq(uinquennales)"? Ich habe Epigraphik bestenfalls am Rande gestreift, aber mir läge q[uin]q[uennales] näher.

Ich kenn das als QQ. oder q(uinquennalis) [also mit i statt e hinten und einem q vorne].

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Phoibos
vor 18 Minuten schrieb Diwarnai:

Ich kenn das als QQ. oder q(uinquennalis) [also mit i statt e hinten und einem q vorne].

Es wird sich um das Substantiv handeln, also irgendwelche Magistrate mit fünfjähriger Amtsdauer.

Quelle: http://www.perseus.tufts.edu/hopper/morph?l=quinquennales&la=la#lexicon

bearbeitet von Phoibos
Tante Edith fand, dass eine Quelle nützlich sein könnte.
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Phoibos
vor 51 Minuten schrieb amlug:

Dann will ich die Frage gern auflösen:

Vielen Dank! Ich kenne natürlich keine Inschriften diesbezüglich, aber dass der antike Mensch "Verträge" mit seinen Göttern einging, war mir geläufig -- auch dass es gewisse juristisch fassbare Erwartungen und ggf. Enttäuschungen gab.

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amlug
vor 1 Minute schrieb Phoibos:

Es wird sich um das Substantiv handeln, also irgendwelche Magistrate mit fünfjähriger Amtsdauer.

So ist es (vgl. http://www.zeno.org/Georges-1913/A/quinquennalis?hl=quinquennales).

 

Oha! Ich habe das jetzt im CIL nachgeschlagen, und siehe da: Es wird dort tatsächlich als q(uin)q(uennales) aufgelöst 😅 Da werde doch mal bei den Autoren nachhaken, wenn ich ihnen die „Druckfahnen“ schicke. Danke! Das war wirklich beeindruckend aufmerksam.

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Dieter Stockert
vor 7 Stunden schrieb amlug:

Hier noch ein schneller Test mit Abkürzungen in Kapitälchen und Mediävalziffern.

Ich bleibe dabei: Im Vergleich finde ich die Mediävalziffern deutlich besser lesbar. Die Versalziffern im Fußnotentext erschlagen mich.

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amlug
vor 12 Stunden schrieb Dieter Stockert:

Ich bleibe dabei: Im Vergleich finde ich die Mediävalziffern deutlich besser lesbar. Die Versalziffern im Fußnotentext erschlagen mich.

Man muss dazu sagen, dass das hier ein Extremfall ist. Beiträge mit dieser Menge an Belegstellen von dieser Art dürften eher eine Ausnahme sein. Aber das Layout muss ja wenigstens innerhalb des Jahrgangs einheitlich bleiben.

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Stötzner
Am 21.8.2022 um 19:03 schrieb Thomas Kunz:

Die Andron ist reichhaltig ausgestattet, sie bietet auch mannigfaltige Ziffernarten:

AndronZiffern.png

Es wäre schön, wenn diese per OT-Funktion zugewiesen werden könnten – ohne das fühlt es sich zuweilen an wie Setzen aus dem Setzkasten.

Als Schöpfer der Andron gehe ich gerne kurz darauf ein.

Es ist richtig, daß OT-Funktionen lange Jahre ein Desiderat der Schrift waren. Aber seit diesem Frühjahr gibt es eine neue, grundhaft überarbeitete Version der Andron, die nun auch die gängigsten OT-Funktionen enthält, worunter auch die verschiedenen Zifferngruppen fallen. Es gibt Tabellen- und Mediävelziffern jeweils als proportionale und breitengleiche; es gibt die Zähler- und Nennersätze sowie die hoch- und die tiefgestellten für Anmerkungen und wissenschaftliche Ausdrücke. In den Kapitälchenfonts gibt es zusätzlich Kapitälchenziffern. Es gibt auch verschiedene Bruchformate sowie die eingekreisten und eingekastelten Zahlen …

Nebenbei sei bemerkt, daß die Erstellung all dieser Zeichengruppen, die Implementierung der entsprechenden OT-Formeln und die Abstimmung all dessen innerhalb einer Schriftfamilie ein ziemlich wackeres Stück Arbeit ist; Anwender sollten daher Milde üben, wenn irgendetwas davon in einer bevorzugten Schrift fehlen sollte.

 

Die neue Version der Andron ist noch nicht groß kundgemacht, weil eine neue Webpräsenz hierzu noch in Arbeit ist. Ich hoffe daß es dazu noch in diesem Jahr etwas zu vermelden gibt.

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Thomas Kunz
vor einer Stunde schrieb Stötzner:

Als Schöpfer der Andron gehe ich gerne kurz darauf ein.

Danke für die Rückmeldung.

 

vor einer Stunde schrieb Stötzner:

seit diesem Frühjahr gibt es eine neue, grundhaft überarbeitete Version der Andron, die nun auch die gängigsten OT-Funktionen enthält

Das erfreut des Typografen Herz.

 

vor einer Stunde schrieb Stötzner:

Anwender sollten daher Milde üben

Da ich gerne aus der Andron setze, hatte ich meine Anmerkung so milde formuliert, wie es mir möglich war: »es wäre schön, wenn …«.

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Stötzner
vor 20 Stunden schrieb Thomas Kunz:

… hatte ich meine Anmerkung so milde formuliert, wie es mir möglich war: »es wäre schön, wenn …«.

ja, das habe ich auch so verstanden, obwohl ein ordentlicher Zaunspfahl in diesem Falle auch angemessen gewesen wäre  🤪

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