Jump to content
Typografie.info

Font-Wiki:
Rotis von Otl Aicher

Daten zur Schrift

Otl Aicher

Foundry: Monotype

erschienen circa: 1988

Vertrieb: Kommerziell

Art: N/A

Formprinzip: Antiqua humanistisch

Schriftsippe? Ja

Schriftbewertung

Stimmen: 6

Stichwörter

Beitragsbewertung

Die Rotis ist eine Schriftsippe von Otl Aicher, die Ende der 1980er-Jahre über Agfa Compugraphic erschien. Sie ist nach Aichers Wohnort Rotis benannt, einem Ortsteil von Leutkirch im Allgäu. In der Rotis-Schriftsippe sind nicht nur eine Antiqua (Rotis Serif) und eine Grotesk (Rotis Sans) enthalten, sondern auch die Zwischenstufen Rotis Semi-Serif und Semi-Sans.

Aicher hatte klare Vorstellungen über die optimale Leserlichkeit von Schriften.

  • Schriften mit breiteren Grundstrichen (wie Antiqua-Schriften) sind besser lesbar als Schriften mit gleicher Strichstärke (wie Grotesk-Schriften).
  • Schriften, die schmal laufen, sind besser lesbar als Schriften, die breit laufen.
  • Schriften mit großen Buchstabenabständen sind besser lesbar als Schriften, bei denen sich die einzelnen Buchstaben fast berühren.
  • Geschriebene Schriften sind besser lesbar als gezeichnete.

 

In der Rotis setzt er diese Ideen um und die Schriftsippe wurde eine schlagartiger Erfolg, der sich auch darin wiederspiegelt, dass die Schriftsippe von unzähligen Unternehmen und Organisationen zur Hausschrift erwählt wurde: Tetesept, Merck, Reformhaus, Credit Plus, Württembergische Versicherung, Cortal Consors, LVM Versicherung, Börsenblatt, Scandinavian Airlines, Johanniter, IHK, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Universität Hannover, Universität Mannheim und viele andere setzen oder setzten auf die Rotis.

Dennoch war die Schrift stets umstritten. Erik Spiekermann bezeichnete sie als »Kopfgeburt« – die Arbeit eines Grafikdesigners, der im Gegensatz zu einem Schriftgestalter mehr an den Einzelformen als an der Summe der Teile hängt, welche letztendlich die Leserlichkeit der Schrift bestimmt. Doch auch wenn die Schrift nicht als ideale Leseschrift gilt – erst recht in der von Aicher propagierten generellen Kleinschreibung –, so waren es doch gerade die besonderen Einzelformen der Schrift (wie das markante e und c), die sie gerade für den Einsatz in Schaugrößen so beliebt machte bzw. macht.

2011 erschien bei Monotype mit der Rotis Sans II eine Überarbeitung der serifenlosen Rotis, für die Robin Nicholas und Alice Savoie verantwortlich zeichnen.

rotisii.gif

Download-Links für die Rotis

Download von myfonts.com

Download von linotype.com

Statistik/Quellen

Aufrufe: 14795

Ralf Herrmann Von Ralf Herrmann

Fontlisten mit dieser Schrift

Schriftfamilien mit mindestens drei Stilen 1980er-Jahre-Schriften FontShops 100 beste Schriften

Rotis ist/war Hausschrift von:

Accenture Bulthaup Erco Essen (Stadt) Industrie- und Handelskammer Merck Bären Haustechnik AG Bären Elektro AG Evangelische Kirche in Deutschland


bearbeitet von Ralf Herrmann


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  



Hooptie Script – Schriften aus der Motor City
Hooptie Script – Schriften aus der Motor City
Hooptie Script – Schriften aus der Motor City
Hooptie Script – Schriften aus der Motor City
×
×
  • Neu erstellen...

Hinweis

Wie die meisten Websites, legt auch Typografie.info Cookies im Browser ab, um die Bedienung der Seite zu verbessern. Sie können die Cookie-Einstellungen des Browsers anpassen. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte die Speicherung von Cookies. Weitere Details in der Datenschutzerklärung