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Hervorgehobene Antworten

Liebe Haptiker, 

 

Ich bin auf der Suche nach guten Empfehlungen bezüglich Papiere/Kartone für Visitkartendruck.

 

Anforderungen:

– 400g aufwärts bis zu 600g. Kann nicht dick genug sein.

– Ungestrichen, kann etwas haptischer sein, in jedem Fall aber natürlich und nicht gewalzt/geprägt

– Reinweiß, nicht Hochweiß, ohne Einschlüsse – Vom Charakter her wie Munken Lynx nur deutlich günstiger, und das ist der Knackpunkt.

– Preisrange: (Sehr) günstig, da sehr viele Vordrucke auf Lager gedruckt werden müssen.

 

 

Habt ihr da Erfahrungen mit etwas, das infrage kommen würde?

Besten Dank!

 

 

Guck mal hier:

https://www.moo.com/de/

Günstig ist halt relativ. Die Luxe-Variante betseht aus vier Lagen, zusammen 600 g/qm. Mohawk Superfine

vor 6 Stunden schrieb Oliver Weiß:

 Ich glaube aber hier geht es um Papier zum selber drucken, keine fertigen Visitenkarten.

Du hast recht, das habe ich gerade auch gerade gemerkt. Ich finde so dicke Karten mit schöner Haptik einfach klasse. Das Gegenüber niftelt dran rum, weil es denkt, man hätte drei Karten gegeben.

Es gibt durchaus einiges, aber eben nicht »billig«. Der einfachste Weg ist die Anfrage beim Papierhändler. Bei größeren Abnahmemengen machen sich Preisstaffeln bemerkbar, bei so dicken Kartonen schon ab ca. 4000 Visitenkarten. Ab der zehnfachen Menge könnte man an einen Rohbogenpreis von 4 bis 5 Euro herankommen, also für Feinstpapier. Munken gehört für mich zu den eher billigen Papieren.

Vielleicht wäre auch Metapaper einen Blick wert. Die bieten Karton, den man in mehreren Lagen zusammenpressen kann und so eben auch ne recht dicke Grammatur bekommt.

Metapaper ist mir kein angenehmer Partner. Ich habe auf Kundenwunsch dort schon ein paarmal bestellt. Aber erst hatten sie jahrelang Anlaufschwierigkeiten und ich den Ärger mit der Nichtlieferbarkeit von zuvor von meinen Kunden ausgesuchten Papieren. Und dann hat mir grundsätzlich nicht gefallen, wie sie auf den Modezug »Naturpapier dick« aufgesprungen sind und nur jenen Bruchteil des Vollsortiments eines richtigen Papierhändlers bieten, der gerade aktuell nachgefragt wird. Das spart ihnen natürlich den riesigen Lageraufwand eines Vollsortimenters, der die weniger nachgefragten Papiere querfinanzieren muß, der seine Leute fortbildet, Auskunft gibt, berät usw., dem ich auch dankbar bin, daß ich eben dort sowohl das englische Bütten als auch das Zerkall-Kuverts im Diplomatenformat im 100er Paket bekomme und der mir als Stammkunden auch mal bei einer Sorte den Eckpreis minus zehn gibt oder die Expreßlieferung nicht berechnet. Und der mehrmals im Jahr kommt, um mir die Neuheiten zu präsentieren, der also auch ins geschäftliche Risiko geht und etwas ausprobiert. Klar, der Markt ist frei, jeder soll tun, was er tun will, aber ich kaufe möglichst nicht bei Meta, weil ich das Modell unfair finde. Der niedrige Preis schreckt mich hier eher ab.

Ich empfehle, die schweren Sorten von Römerturm anzuschauen und das Geld dafür auszugeben, das gutes Papier wert ist. Hier sind keine Billiglohnlieferanten involviert, alle Papier sind mit allem Umwelt-Pipapo zertifiziert, die Leute scheinen so bezahlt zu werden, daß die Fluktuation gering ist. Ich habe über Jahrzehnte dieselben Berater. Wenn einem Colorplan teuer vorkommt, kann man sich ja mal Saunders Waterford anschauen oder auch Cranelettra von Cranes, um die Relationen geradezurücken. Neben Colorplan gibt es aber auch noch ein paar andere Sorten.

Zweite Variante: Fedrigoni. Ebenfalls ein gutes Haus. Bei Abnahme von geriester Ware sind auch die Preise sehr in Ordnung. Es gibt einige schwere Kartone.

 

»Sehr günstig« für weiße Naturpapiere in hoher Grammatur ist keine ganz angemessene Anforderung, weil das Produkt an sich teuer ist. Günstiges Nußbaumholz, günstiger Edelstahl, günstiges Edeldesign, günstiger Champagner, günstige Kalligrafie, günstiges Gold – da gilt es vielleicht einen Widerspruch zwischen Anspruch und Potenz aufzulösen.

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