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Gedankenstrich folgt auf Anführung öffnend; Leerzeichen oder nicht?


RolandBell

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Hallo mit der Bitte um Rat,

Nach einer öffneneden Anführung sollte kein Leerzeichen folgen, ein Gedankenstrich sollte von ihnen umgeben sein. Welche Regel gilt hier:

Egon perplex: „ – stimmt.“

Der Gedankenstrich soll eine Sprechpause andeuten.

[Anführung öffnend][Space oder nicht?]–[Space]stimmt.[Anführung schließend]

Gefühlsmäßig würde ich das Leerzeichen setzen, bei einer Auslassung (…) wäre allerdings keins zu setzen. Was sagen die Spezialisten?

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Ich nähme hier kein Leerzeichen, sondern einen kleineren Wortzwischenraum. Erste Zeile 1/24-Geviert, zweite Zeile Leerzeichen.

 

Beste Grüße

 

Geviert.JPG

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Ich würde die Sprechpause am liebsten mit … andeuten, da ich einen Gedankenstrich für verwechslungsanfällig mit einem Spiegelstrich o. ä. hielte. Würde ich aber nur vorschlagen, falls du das Gefühl hast, dass das Lektorat dafür offen ist.

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Aus dem Bauch raus würde ich einen klitzekleinen Leerraum setzen, in Word als hochgestelltes geschütztes Leerzeichen, damit die Stelle beim Satz nicht auseinandergerissen wird, falls das Dokument nach Dir noch weiterwandert.

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vor 8 Stunden schrieb Norbert P:

Ich würde die Sprechpause am liebsten mit … andeuten, da ich einen Gedankenstrich für verwechslungsanfällig mit einem Spiegelstrich o. ä. hielte. Würde ich aber nur vorschlagen, falls du das Gefühl hast, dass das Lektorat dafür offen ist.

Ist ein ... da "richtig"?  Das würde ja suggerieren, dass da etwas ausgelassen wurde was eigentlich gesagt werden wollte, aber aus einem Grund (Verblüffung, Unterbrechung, ...) nicht gesagt werden konnte.  Ich würde schon sagen, dass eine reine Denkpause mit einem – richtig angedeutet ist, wenn es auch ungewohnt aussieht.

 

Zum Abstand: in der Konsequenz, dass ein normaler Gedankenstrich innerhalb eines Satzes ebenfalls einen Abstand davor und danch stehen hat weil er weder zum Davor noch zum Danach gehört, der Gedankenstrich sematisch gewiss nicht zum Anführungszeichen gehört (sondern eher zum gesprochenen Satz), und auch um die ungewohnte Schreibweise optisch möglichst klar darzustellen und die Zeichen nicht zu einer neuen Form zu kombinieren die jeder anders deuten kann, würde ich da einen Abstand einfügen.

Der Bedeutung nach würde ich da ein volles Leerzeichen setzen, der Optik nach eventuell etwas verringert, weil da sonst recht viel "Luft" um die recht flachen Anführungszeichen und Gedankenstrich entstehen, also ein Loch gerissen würde.

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vor 5 Stunden schrieb JulieParadise:

Aus dem Bauch raus würde ich einen klitzekleinen Leerraum setzen, in Word als hochgestelltes geschütztes Leerzeichen, damit die Stelle beim Satz nicht auseinandergerissen wird, falls das Dokument nach Dir noch weiterwandert.

etwas OT (bitte als Frage aus Interesse verstehen, nicht als Kritik):

hast du da erfahrungsgemäß keine Schwierigkeiten, wenn dein so in Word formatierter Text (also ein hochgestelltes geschütztes Leerzeichen aus Ermangelung eines "echten" schmaleren geschützten Leerzeichens in Word) von einem Grafiker / Typograf dann nochmal weiterverarbeitet wird?

Für mich (in der Funktion als Setzer) sind solche Formatierungen, um eine gewisse Optik im Manuskript zu erreichen / für den Satz vorweg zu nehmen, eher ein Stolperstein – ich muss erkennen was der Autor / Lektor da gemacht hat, es aus technischen Gründen meist wieder auflösen, um es dann im Satz wieder (mit den passend schmalen Unicode-Leerzeichen) nachzustellen. In der Regel ist mir da eher geholfen wenn gar nichts gemacht wird und ich eine Notiz dazu bekomme was gewünscht ist, oder ein "echtes" (also Unicode-)Leerzeichen in Word eingefügt ist, das nicht nochmal speziell schmaler formatiert ist.

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Und ich sage aus dem Bauch heraus, dass das gewünschte Leerzeichen vor dem Gedankenstrich  ja schon vor der öffnenden Anführung vorhanden ist. Die Anführung  macht für mich den Leerraum vor dem Gedankenstrich nicht ungültig. Mich würde das Leerzeichen zwischen Anführung und Gedankenstrich eher irritieren als dass ich es als Sprechpause ansehen würde.

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vor 10 Stunden schrieb Sebastian Nagel:

etwas OT (bitte als Frage aus Interesse verstehen, nicht als Kritik):

hast du da erfahrungsgemäß keine Schwierigkeiten, wenn dein so in Word formatierter Text (also ein hochgestelltes geschütztes Leerzeichen aus Ermangelung eines "echten" schmaleren geschützten Leerzeichens in Word) von einem Grafiker / Typograf dann nochmal weiterverarbeitet wird?

Für mich (in der Funktion als Setzer) sind solche Formatierungen, um eine gewisse Optik im Manuskript zu erreichen / für den Satz vorweg zu nehmen, eher ein Stolperstein – ich muss erkennen was der Autor / Lektor da gemacht hat, es aus technischen Gründen meist wieder auflösen, um es dann im Satz wieder (mit den passend schmalen Unicode-Leerzeichen) nachzustellen. In der Regel ist mir da eher geholfen wenn gar nichts gemacht wird und ich eine Notiz dazu bekomme was gewünscht ist, oder ein "echtes" (also Unicode-)Leerzeichen in Word eingefügt ist, das nicht nochmal speziell schmaler formatiert ist.

Erfahrungsgemäß sieht es in meinem Bereich eher andersrum aus: Was ich an solchen Zeichen nicht einfüge, ist einfach nicht da und wird auch nicht nachgearbeitet. Hochgestellte geschützte Leerzeichen wurden bislang von allen Verlagen angenommen, da gab es nie Beschwerden. Einmal ging wohl das Hochstellen verloren, aber da ja gerade für die sprachwissenschaftlichen Texte teilweise auch hundertfach Dinge wie Nunation/Kasusendungen in der Umschrift den Arabischen oder das Schwa hochgestellt sind, in den Fußnoten dann öfter auch die Auflage an der Jahreszahl, geht da niemand ran.

 

Abkürzungen wie d. h. oder u. a. oder auch Dinge wie S. xy, die ja laut Duden einen Abstand verlangen, fliegen mit ziemlicher Sicherheit auseinander, wenn ich da kein geschütztes Leerzeichen setze. Das hatte ich zu Beginn meiner Arbeit bei drei Fahnenkorrekturen schmerzhaft zu spüren bekommen, wo ich jeweils an vielen vielen Stellen entsprechende Korrekturhinweise anbringen musste. Die alternative Zusammenschreibung ohne Abstand (d.h.) wird nicht korrigiert, auch nicht §4, 25%, 2m usw., das weiß ich, weil bei einer Uni der andere oft angefragte Lektor solche Dinge nicht anrührt, was dann in den von ihm bearbeiteten Bänden sichtbar wird. Darum kümmert sich beim "Satz" offenbar niemand. (Ich setze "Satz" hier in Anführungen, weil das offenbar nicht so durchgeführt wird, wie Du es kennen wirst.)

 

Besonders bei einem Verlag ist offensichtlich, dass man zur Kostenersparnis den Satz in Indien erledigen lässt, die Kommunikation mit "dem Ansprechpartner in der Produktion" (alle paar Wochen ein anderer) ist eindeutig. Das (und zwei ziemlich zerschossene Fahnen) hat mich dazu gebracht, auch Fachbegriffe mit Trennvorschlägen zu versehen (bedingte Trennzeichen etwa bei ma|qā|ṣid), was je nach verwendetem Programm/Vorgehen sonst ja auch ein No-Go wäre, weil diese als Bindestriche interpretiert werden. Sonst nämlich werden die Wörter entweder gar nicht getrennt (Loch im Text? Egal!) oder irgendwie, oft dann als Äqivalent zu beo|bachten oder Rath|aus. 

 

Bei einem Verlag bekomme ich immer den Zugang zu einer Plattform freigeschaltet, wo ich die Einzelbeiträge bzw. Einzelkapitel dann nach Durchsicht der Umbruch-Fahnen als PDF noch einmal als Word-Datei herunterladen, bearbeiten (dabei tunlich nichts als das Notwendige anfassen!) und wieder hochladen kann, dort wird wohl automatisiert ein Umbruch durchgerödelt, denn nach einigen Minuten erhalte ich eine neue PDF, anhand derer ich dann noch einmal nach Silbentrennungs-Blödsinn schauen kann. Auch hier funktionieren Zeichen wie bedingter Nullbreiten-Wechsel oder Nullbreiter Nichtwechsel direkt aus Word problemlos, und die "für die Optik" hochgestellten geschützten Leerzeichen (statt schmaler Festabstände) bleiben erhalten.

 

Und: Dort ist man im Gegenteil sehr dankbar dafür, dass man nicht nach Gedankenstrichen oder / suchen muss, die an Zeilenanfänge rutschen, keine Minutenzeichen oder Akzente mehr im Text sind und usw. 

 

Mir ist klar, dass solche Details je nach konkretem Verlag bzw. Reihe und Ansprechpartner sehr unterschiedlich gehandhabt werden, und dass, was an einer Stelle sehr willkommen und praktisch ist, an anderer Stelle gar nicht funktioniert. Da ich es aber im Großen und Ganzen immer wieder mit den gleichen Ansprechpartnern zu tun habe und bei neuen Kontakten aktiv das Gespräch suche, möglichst telefonisch, und genau danach frage, welche Eingriffe meinerseits gewünscht oder eben auch nicht gewünscht sind, ob ich etwa auch nach alternativen Titeln für Kopfzeilen fragen muss (max. 55 Zeichen!), wenn ich die Autor:innen um die Veröffentlichungsfreigabe der von mir natürlich auch sprachlich und inhaltlich bearbeiteten Texte frage, dabei auch hochaufgelöste Bilddateien einsammle (viele wundern sich dann: "Aber das Bild ist doch in der Word-Datei!?" ... äh, ja, komprimiert auf 220 dpi, Schnucki), denke ich, dass ich bislang gut gefahren bin.

 

Wie gesagt, ich kenne meine Pappenheimer. :-o

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Am 16.7.2021 um 09:50 schrieb JulieParadise:

Wie gesagt, ich kenne meine Pappenheimer. :-o

Danke für die Einblicke so verschieden sind die sich entwickelnden Arbeitsweisen ...  :-) 


Ich denke solange sich alle Beteiligten konsistent verhalten, d.h. die Vorlage immer gleich konsequent vorbereitet ist, und die Interpretation der Vorlage dann auch gleich bleibt (Automatismen helfen da natürlich auch mal), ist eh alles gut ...

 

Wir bekommen hier halt meistens Dokumente in allen Formen und Qualitäten zum Setzen rein, von "alles sauber und selbsterklärend" über "überbemüht und dadurch umständlich" bis zu "schnell hingerotzt wozu haben wir   Grafiker ?!". 

D.h. ich habe eine gesunde Vorsicht entwickelt ... Aber wir setzen natürlich auch nicht Bücher in klassischem Sinne, sondern verschiedenste Kommunikationsmedien.

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<p>Canapé – die gemütliche Schriftfamilie von Sebastian Nagel</p>
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