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Signaletica stellt sich der Kritik

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

da ich das hohe Niveau dieses Forums bzw. der Beiträge und der Feedbacks sehr zu schätzen weiß, habe ich mich dazu entschieden, die Buchstaben meiner Signaletica hier vorzustellen.

Ich freue mich natürlich über jede hilfreiche Anregung von Euch.

Vielen Dank und schöne Grüße

Marc Jungmann

2d1lqtu.jpg

Hintergrundinformation:

Mit der Signaletica möchte ich – wie der Name schon verrät – eine Schrift für den Einsatz im Orientierungsdesign entwickeln.

Danke im Voraus!

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ich mach sowas ja sehr ungern aber hier stimmt wirklich einiges nicht.

das s kippelt nach links.

d, c, b, p, q, g, h, u, n, v, x sind zu breit und passen harmonisch nicht zum rest

auch die strichstärke bei einigen buchstaben varriert zu stark (vergleich mal v, w, x mit s und a)

das gleiche betrifft auch die versalien (M, Q vs. S, C)

das S rutscht nach links

Z ist zu spitz und zu steil

vorschlag: schau die mal univers und frutiger an und versuche die zeichen harmonische anzugleichen.

momentan sieht es wie ein mix zwischen condensed (G) und extended (g, u) schnitt aus.

*edit:

Orientierungsdesign

hmm, ohne dir nahe treten zu wollen, traust du dir das wirklich zu?

ich habe einiges an verständniss für schrift und würde mir das niemals zutrauen, zumal es

schon sehr gute schriften in diesem bereich gibt. warum also das rad neu erfinden? als übung

vielleicht ganz nett aber wenn du eine professionelle schrift entwerfen willst, wirst du dich noch

einige monate damit beschäftigen müssen bist alles passt.

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ohne unfreundlich sein zu wollen: ich sehe hier auch mehr probleme als lösungen. an deiner stelle würde ich diesen versuch erst mal beiseite legen und mich intensiv mit einzelnen zeichen gelungener schriften beschäftigen, also: anschauen, vermessen, abpausen, nachzeichnen usw. dass in deiner schriftart zum beispiel mit dem ›s‹ etwas nicht stimmt, siehst du vermutlich selbst – aber um das ausbessern zu können, musst du erst mal wissen, wie ein ›s‹ aussieht, das eine harmonisch wirkende strichstärke hat und nicht nach links kippt. man kann sicher darüber streiten, aber ich persönlich fand imitation in vielen fällen einen geeigneten ansatz, um handwerkliche grundlagen zu erlernen. dass man an dem imitierten dann punkte entdeckt, die man gerne anders machen würde, ist der erste schritt in richtung eigenständigkeit. bevor man damit anfängt, schadet es meines erachtens aber nicht, ein paar hundert frutiger-›a‹ oder helvetica-›s‹ gezeichnet zu haben.

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Ich sehe das als einen ersten Entwurf, eine grobe Skizze, an. Es passt kein Buchstabe wirklich zum anderen, die Details haben die Vorredner ja schon aufgezählt. Das G scheint einer anderen Schrift entsprungen zu sein, das passt von der Form nicht.

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Ja,

es handelt sich um einen ersten Ansatz und eure Kritik spornt mich an. Natürlich bin ich nicht davon ausgegangen, dass ich hier die Schrift hochlade und nur Lorbeeren ernte. Es ging mir ja genau darum, dass ich von anderen erfahrenen Gestaltern gesagt bekomme, was nicht passt.

Das kippende "s" ist mir – richtig vermutet – auch schon aufgefallen.

Sicher kann es noch monate dauern, bis es passt. Dann dauert es halt so lange.

Ich möchte deshalb eine Schrift für Orientierungsdesign entwickeln, weil es zwar schon einige gibt die auf eine gute Lesbarkeit getrimmt wurden doch der Aspekt der Barrierefreiheit vernachlässigt wurde. Da die aber – besonders für öffentlich zugänliche Gebäude nicht nur ein immer aktuelleres Thema ist sondern bereits gesetzliche Vorschrift, will ich genau hier ansätzen. Sicherlich kann es sein, dass der Aspekt der Barrierefreiheit und die Ästhetik kollidieren können (Beispiel"G"). Es geht hierbei darum, einen Weg zu finden, der beides vereint.

Das sollen keine Ausreden sein sondern die Idde hinter der Schrift erklären. Ich hoffe, selbst wenn es mich Monate kostet, das Ihr mich dennoch auf diesem Weg weiter begleitet.

Vielen Dank

Marc Jungmann

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Hi,

wie wirkt sich denn der Aspekt der Barrierefreiheit auf einen Font aus? Meinst Du damit besondere Pictogramme oder eine Eigenschaft der Schriftgestaltung, z. B. für Sehbehinderte optimiert?

PS: wie ich eben sah, trieb Pachulke die selbe Frage um ... :-)

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Barrierefreiheit im Orientierungsdesign bezieht sich auf die Taktilität bzw. gute Tastbarkeit einer Schrift.

Hierzu werden die Buchstaben nur in Versalien genutzt. Einige mikrotypografische Aspekte in Bezug auf die Anatomie der Buchstaben müssen hierfür berücksichtigt werden.

Am Anfang reicht es, wenn man sich in einen Blinden hineinversetzt um grundlegende Punkte zu ermitteln. Darüber hinaus muss man sich mit aktueller Forschung zu diesem Thema auseinander setzten und am Ende ist der Beste Weg das Treffen mit Blinden in Blindenvereinen um dort Details mit den Betroffenen zu dikutieren.

Danke und Gruß

Marc

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sind bdpq einfach das gleiche zeichen gedreht? so drängt es mir zumindest auf (disclaimer: ich habe von typographie und dergleichen so gut wie überhaupt keine ahnung). wenn ja, ist es nicht kontraproduktiv für eine informierende schrift (stichwort barrierefreiheit).

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Barrierefreiheit in Bezug auf Sehbehinderung bzw. für stark Sehbehinderte ohne völlige Blindheit sind natürlich die regeln Frutigers die zu einer guten Lesbarkeit in der Signaletik führen ganauso von Bedeutung. der Aspekt der Unterscheidbarkeit ist hier – wie man sich ja auch gut vorstellen kann – von noch größerer Bedeutung.

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sind bdpq einfach das gleiche zeichen gedreht? so drängt es mir zumindest auf (disclaimer: ich habe von typographie und dergleichen so gut wie überhaupt keine ahnung). wenn ja, ist es nicht kontraproduktiv für eine informierende schrift (stichwort barrierefreiheit).

Ja richtig, die sind nur gedreht. Muss man da noch etwas dran ändern bzw. müssen diese noch mehr individualisiert werden? Oder meinst Du von der Stabilität her muss was geändert werden?

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Ja richtig, die sind nur gedreht. Muss man da noch etwas dran ändern bzw. müssen diese noch mehr individualisiert werden? Oder meinst Du von der Stabilität her muss was geändert werden?

Wenn die Buchstaben auch taktil erkannt werden sollen, sollte respektive muss jeder Buchstabe einzigartig sein, um Verwechslungen zu minimieren.

Grüße,

CIX

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Wenn die Buchstaben auch taktil erkannt werden sollen, sollte respektive muss jeder Buchstabe einzigartig sein, um Verwechslungen zu minimieren.

Das wage ich zu bezweifeln. Du wirst beim Tasten niemals b, d, p, q verwechseln, auch wenn sie durch reine Drehung entstanden sind, schließlich wird die Gesamtform beim Tasten erkannt und keine feingfrinkelten Anpassungen.

Genauso wage ich zu bezweifeln, dass sich eine derart breite Schrift, wie sie von Marc vorgestellt wurde, für den taktilen Einsatz besser eignet als eine schmale. Sehbehinderte Menschen fahren doch nicht den Buchstaben nach, sondern nehmen diesen als ganzes wahr, wie sie das auch mit der Braille-Schrift tun. Eine breite Schrift ist da eher hinderlich. Das ist aber meine These, wenn es da schon belastbare Erkenntnisse gibt, würde ich mich über Quellenangaben freuen.

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Ja richtig, die sind nur gedreht. Muss man da noch etwas dran ändern bzw. müssen diese noch mehr individualisiert werden? Oder meinst Du von der Stabilität her muss was geändert werden?

Man kann die grundlegende Form (das Skelett) so gestalten. Alledings haben auch die Rundungen in der Regel eine Schreibrichtung, d.h. ein "o" ist links oben und rechts unten tendenziell dünner, in den anderen beiden Quadranten etwas dicker – und perfekt oval ist es auch nicht, und es steht auch nicht zwingend perfekt grade (sondern strebt in Schreibrichtung). D.h. wenn du ein "o" spiegelst, würde es in einigen Schriften "falsch rum" aussehen – wir nehmen das nur durch unsere Sehgewohnheit nicht wahr, solange es "richtig rum" dasteht. D.h. wenn du jetzt b, d, p und q einfach drehst bzw. spiegelst, passiert genau das – selbst wenn dein Ausgangszeichen, z.B. das "b" optisch perfekt dasteht, sieht das abgeleitete d, p und q dann so aus als wären sie außer Balance oder würden der Leserichtung zuwiederlaufen.

Wie das bei der Schrift jetzt ist, sähe man nur, wenn du Wörter damit schreibst, und das "drumherum" alles schon perfekt wäre – dann fallen solche Dinge erst auf.

Weiters kann man aber auch das Grundgerüst für jedes Zeichen abwandeln.

Ein "b" braucht nicht zwingend links unten einen Fuß, das q braucht rechts oben keinen Sporn (kann aber).

Die Übergänge der Rundungen in die Gerade können angepasst werden (einfließen lassen, anstoßen lassen)

Ziemlich angepasste b d p und q hat z.B. die Thesis Sans – mit Spiegeln allein sind diese Formen nicht zu erreichen (mit Schreiben hingegen schon).

Ob das jetzt deinem Ziel Barrierefreiheit widerspricht oder zugute kommt ... weiß ich spontan nicht (braucht jemand beim Tasten die Sporne? Hilft ihm die Unterscheidung bei den Bögeneinläufen?).

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Wenn die Buchstaben auch taktil erkannt werden sollen, sollte respektive muss jeder Buchstabe einzigartig sein, um Verwechslungen zu minimieren.

Grüße,

CIX

Ja richtig. Das gilt aber wie gesagt nur für die Versalien. Das bedeutet z.B., dass ich das C noch etwas mehr von dem G unterscheidbar machen muss. d und b sowie p und q unterscheiden sich ja abgesehen davon, dass sie nicht für den taktilen Einsatz in Frage kommen, sehr von einander. Deshalb sehe ich bei diesen Buchstaben nicht so sehr das Problem. Wenn sie jedoch grundsätzlich etwas unterschiedlich gestaltet werden müssen, um die Stabilität gewährleisten zu können, werde ich die nochmal überarbeiten.

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@ Sebastian

Vielen Dank für diese Infos!

Die sind Gold wert für mich!

Wie bereits gesagt geht es bei der Tastbarkeit nur um die Verslien. Da sind grundsätzlich kleine Elemente – wie Sporne – hinderlich. Das G zB. darf auch keinen Abstrich haben wie beispielsweise die Helvetica ihn hat.

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Genauso wage ich zu bezweifeln, dass sich eine derart breite Schrift, wie sie von Marc vorgestellt wurde, für den taktilen Einsatz besser eignet als eine schmale. Sehbehinderte Menschen fahren doch nicht den Buchstaben nach, sondern nehmen diesen als ganzes wahr, wie sie das auch mit der Braille-Schrift tun. Eine breite Schrift ist da eher hinderlich. Das ist aber meine These, wenn es da schon belastbare Erkenntnisse gibt, würde ich mich über Quellenangaben freuen.

Das stimmt so nicht. Die taktilen Buchstaben können eben nicht im ganzen ertastet werden, wie die Braille-Schrift. Sie müssen laut DIN Richtlinien eine Höne von 10 – 50mm haben. Vergleiche hierzu statt vieler Quellen die Richtlinien des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)

unter

http://www.dbsv.org/index.php?id=38

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Bist Du sicher, daß so ein spezielles Problem wie das, das Du Dir vorgenommen hast, ideal ist als Einstieg in die komplexe Welt der Schriftgestaltung? Sollte man da nicht zunächst mit etwas weniger schwierigem anfangen?

Nein, ich lass mich nicht entmutigen.

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