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Schriftmuster Tannenberg

Hervorgehobene Antworten

vor 12 Stunden schrieb Þorsten:

Das hat schon ein neue Qualität, oder?

Die Shirts sind von 2017. Also neu nicht wirklich. Seitdem die AfD den Diskurs und das Sagbare immer weiter nach rechts treibt, kommen die Einzeltäter halt auch sichtbarer aus den Löchern. Und es gibt, gerade im Osten, ganze Dörfer, die fest in der Hand der Nazis sind. Da finden dann die Rechtsrock-Konzerte statt, in denen sie ganz öffentlich, teils unter Billigung der Polizei,  Ihrer Gesinnung ein hässliches Antlitz geben.

Am 10.5.2016 um 02:47 schrieb Gast:

Da sollte ich nachreichen: Man spaziere mal durch San Francisco, oder Fort Worth, oder ein paar andere Plätze in den USA, wo man die Tannenberg dort sieht. 

Ich bin seit dreißig Jahren Ami. Tannenberg habe ich hier noch nie gesehen, jedenfalls nicht unbedarft verwendet. Hollywood hat dafür gesorgt, daß praktisch alle Frakturschriften als "Nazischriften" angesehen werden.

vor 9 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Hollywood hat dafür gesorgt, daß praktisch alle Frakturschriften als "Nazischriften" angesehen werden.

Das kann höchstens für die Schaftstiefelgrotesken gelten. Klassische, besonders eher zierliche, magere, elegante Frakturschriften werden immer noch gern in positivem Kontext verwendet, z.B. wenn es um Weihnachten geht.

vor einer Stunde schrieb Þorsten:

Das kann höchstens für die Schaftstiefelgrotesken gelten. Klassische, besonders eher zierliche, magere, elegante Frakturschriften werden immer noch gern in positivem Kontext verwendet, z.B. wenn es um Weihnachten geht.

Ja, Danke Hollywood! :-D

Zugegeben ist es gerade mal so ein Nachkriegsfilm ...

vor 6 Stunden schrieb Schnitzel:

Ja, Danke Hollywood! :-D

Zugegeben ist es gerade mal so ein Nachkriegsfilm ...

… der aber wunderbar erklärt, warum Schriften in diese Richtung als klassische Weihnachtsschriften gelten. It’s a Wonderful Life kommt bei uns 🇺‍🇸 ja mindestens so oft im weihnachtlichen Fernsehen wie Dinner for One in Deutschland zu Silvester. :-o

vor 13 Stunden schrieb Þorsten:

Das kann höchstens für die Schaftstiefelgrotesken gelten. Klassische, besonders eher zierliche, magere, elegante Frakturschriften werden immer noch gern in positivem Kontext verwendet, z.B. wenn es um Weihnachten geht.

Nein, außerhalb der von Dir genannten Anwendung, zu denen ich neben Weihnachten noch importierte Wurstwaren und Weinetiketten zählen möchte, ist das hier im U.S. amerikanischen Alltag gang und gäbe. Als ich meine "Gutenberg Press" 1997 auf den Markt brachte wurde ich sogar verschiedentlich ob meiner "Nazischriften" angefeindet. 

 

 

https://yourlogicalfallacyis.com/anecdotal

 

Also, wir haben klar dokumentierte Anwendungen von Frakturschriften in den USA, die Weihnachtsmärkte, andere Weihnachtsprodukte, Wein und Wurst bewerben, aber da du »verschiedentlich« auf »Nazischriften« angesprochen wurdest, sind das alles nur Ausnahmen und nur deine persönlichen Erfahrungen maßgebend. Hmmm …

 

Natürlich gibt es die Assoziation Nazischrift. Aber es gibt eben auch ganz andere, positive Assoziationen. So wie in Deutschland auch.  Und natürlich müssen die Assoziationen von Font-Nerds auch nicht repräsentativ für die breite Bevölkerung sein. Ich würde da eher dem Urteil der Werbewirtschaft vertrauen als meinem Bauchgefühl.

Übrigens:

640px-Disneyland_Park_Logo.svg.png

Klar, das ist jetzt keine Fraktur im engeren Sinn, aber den Unterschied verstehen ja schon die meisten Deutschen nicht. Amerikaner differenzieren da noch sehr viel weniger.

 

Aber wenn es einen amerikanischen Konzern gibt, der nun wirklich jede denkbare Kontroverse vermeiden will und alles weichspült, damit sich der durchschnittliche Kunde nicht belitten fühlt, dürfte das die Walt Disney Company sein. Das aktuelle Logo ist nicht ununterbrochen im Einsatz, sondern war Anfang der 2000er mal von einem in der bekannten Disneyschrift ersetzt worden. Es darf wohl als sicher gelten, dass die Rückkehr des gebrochenen Logos ausgiebig marktgetestet wurde.

Ich bezog mich nicht auf Leute, die berufsmäßig mit Schriften zu tun haben, sondern auf das Verständnis des Durschnittsamerikaners, also jemand der auf dem Weg zur Arbeit hinter so etwas her fahren muß. Nicht mein Bild, aber ich sehe genug ähnliches. Wenn ihr mal aus den Großstädten heraus seit, und Euch im "flyover country" bewegt, lernt Ihr ein ganz anderes Amerika kennen.  

6y6Ssh0.jpg

vor 2 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Ich bezog mich nicht auf Leute, die berufsmäßig mit Schriften zu tun haben, sondern auf das Verständnis des Durschnittsamerikaners, also jemand der auf dem Weg zur Arbeit hinter so etwas her fahren muß. Nich mein Bild, aber ich sehe genug ähnliches. Wenn ihr mal aus den Großstädten heraus seit, und Euch im "flyover country" bewegt, lernt Ihr ein ganz anderes Amerika kennen.  

6y6Ssh0.jpg

Was der Durchschnittsamerikaner mit dem lila (wtf?) Lenkradbezug denkt: Jeez, is that a Nazi in front of me?

Was der Durchschnittsamerikaner mit dem lila Lenkradbezug nicht denkt: Jeez, is that a Nazi font in front of me?

 

Ohnehin ist das ja nun noch weniger eine echte Fraktur. Solche Blackletter-Schriften siehts du in Amerika doch nun wirklich allerorten. Zig Millionen Amerikaner gehen in Kirchen und sind auf Schulen gegangen, in denen der Name in solcher Schrift ins Gebäude gemeißelt ist. Zig Zeitungsköpfe verwenden solche Schriften. Und und und und und …

vor 27 Minuten schrieb Þorsten:

Was der Durchschnittsamerikaner mit dem lila (wtf?) Lenkradbezug denkt: Jeez, is that a Nazi in front of me?

Was der Durchschnittsamerikaner mit dem lila Lenkradbezug nicht denkt: Jeez, is that a Nazi font in front of me?

 

Ohnehin ist das ja nun noch weniger eine echte Fraktur. Solche Blackletter-Schriften siehts du in Amerika doch nun wirklich allerorten. Zig Millionen Amerikaner gehen in Kirchen und sind auf Schulen gegangen, in denen der Name in solcher Schrift ins Gebäude gemeißelt ist. Zig Zeitungsköpfe verwenden solche Schriften. Und und und und und …

Ich dachte, die Diskussion bezieht sich nur auf  neue Anwendungen. Auf Kirchen und ähnlichem gehören gebrochene Schriften ja zur Landschaft.  Ein Lenkradbezug ist bei unseren Temperaturen übrigens keine schlechte Idee. Und was hast Du denn gegen Lila? :lol: 

vor 16 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Ich dachte, die Diskussion bezieht sich nur auf  neue Anwendungen.

Du hattest folgendes geschrieben:

Zitat

Hollywood hat dafür gesorgt, daß praktisch alle Frakturschriften als "Nazischriften" angesehen werden.

Das stimmt – in dieser pauschalisierenden Weise – einfach nicht. Schon gar nicht, wenn du das auch noch auf andere gebrochene Schriften ausdehnst.

vor 16 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Und was hast Du denn gegen Lila? :lol: 

Nichts, was dagegen hilft und den Augenkrebs wieder heilt ...😭

  • Ersteller

Es gab in den letzten zwei Monaten übrigens zwei Bild-Anfragen das Tannenberg-Muster betreffend. Einmal von einem Designer und Autor für sein Buch »Die Schrift unserer Zeit« (Selbstverlag) und heute von einem niederländischen Museum das eine Ausstellung mit dem Titel »Design des Dritten Reichs« plant.

 

:rockon:

  • 4 Monate später...

Na, dann kann ich da schon mal nicht rein. Meine Familie stammt ursprünglich aus Danzig. Aber mal im Ernst, wo steht das Ding denn?

 

Beste Grüße

Vor dem Justizpalast in München.

Zitat

Gegner des bayerischen Integrationsgesetzes haben am Dienstag vor dem Justizpalast in München eine überdimensionale Bank aufgebaut mit dem Schriftzug «Nur für Deutsche ohne Migrationshintergrund». Auf Flugblättern hieß es, es handle sich um eine Kunstaktion und eine «Warnung, ähnliche oder vergleichbare Zustände, wie sie in diesem Land einmal herrschten, jemals wieder zuzulassen». In der Zeit des Nationalsozialismus standen in Deutschland Bänke mit der Aufschrift «Nur für Arier».

https://www.frankenpost.de/region/bayern/Protest-gegen-Integrationsgesetz-vor-Justizpalast;art2832,7027467

Oh jeh, auch mein Kumpel hier wäre ausgesperrt, der kommt (zwar schon als Säugling) aus Šilutė (Heydekrug) aber das war schon damals litauisch.

Als ehedem Freier Hansestädter und derzeitiger Hilfsbadenser ohne bis ins 3. Glied bayrische Gene dürfte ich da vermutlich auch nicht ein ...?

  • 2 Monate später...

… ich hab’s jetzt »bloß« mal gelesen. Auch gut! :-D

 

Nur was den allerletzten Absatz angeht, bin ich mir nicht 100%ig sicher, ob der

BfdSuS diesen Persilschein so uneingeschränkt verdient, was eine Förderung jedweden Nationalismus angeht. :-?

vor einer Stunde schrieb Þorsten:

ob der

BfdSuS diesen Persilschein so uneingeschränkt verdient,

Naja, so ein richtiger Persilschein ist das ja nicht und ich glaube das wäre zu komplex, diesen Verein auch noch entsprechend zu behandeln. Den letzten Satz finde ich aber zweifelhaft: Gebrochene Schriften sind doch nicht tot :-?:shock:;-) Und auch nicht nur als historische Artefakte zu betrachten ... Es gibt doch mittlerweile viele gute, moderne Beispiele jenseits von Deutschtümelei und Bierstubenfraktur.

Zitat

Today, blackletter may be dead as a usable typeface, but it remains a valuable historical artifact.

 

  • 6 Monate später...

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