Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie

Gerrit Ansmann hat in den letzten Jahren an der Unifraktur Maguntia gearbeitet – einer kostenlos verfügbaren gebrochenen Schrift mit umfangreichem Zeichenausbau und zahlreichen Smartfont-Merkmalen. In diesem Interview verrät er uns mehr über dieses Projekt. 
 
Was fasziniert dich als Physiker an Typografie und Schriftgestaltung? Welche Motivation steckte hinter dem Ausbau der Unifraktur Maguntia?
 
Ich interessierte mich schon vor meinem Studium für Computergrafik, und dadurch, dass sie für wissenschaftliche Illustrationen nützlich wurde und Bézier-Kurven, Splines u. Ä. Gegenstand meiner Nebenfach-Vorlesungen in Numerik waren, verstärkte sich dies. Außerdem mag ich, im Vergleich zu anderen Künsten, die mathematische Natur der Schriftgestaltung. Aber mein Anlass, sich mit der Gestaltung von Frakturschriften zu beschäftigen, war ein ganz anderer: Als Physiker konnte ich mich naturgemäß für Rollenspiele begeistern, in meinem Fall Cthulhu. Dieses spielt hauptsächlich in den Zwanzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts und ist sehr recherchelastig. Wer, wie ich, Abenteuer für dieses Spiel entwirft, muss daher häufig fiktive Zeitungsauschnitte u. Ä. erschaffen, die aus dieser Zeit stammen oder noch älter sind. Um den historischen Schriftsatz authentisch nachahmen zu können, arbeitete ich mich daher in die historischen Regeln des Fraktursatzes ein und lernte, das lange s und Ligaturen einzusetzen. In der Praxis hieß dies dummerweise häufig, dass ich irgendwelche Sonderzeichen per Hand einfügen musste, da die wenigsten Frakturschriften OpenType oder Unicode unterstützten. Die Maguntia war eine der wenigen Ausnahmen, basierte aber wie so viele Frakturschriften auf einer durchwachsenen Digitalisierung. Zum Beispiel hatte man in Wörtern wie Luftfahrt f- und t-Balken auf drei verschiedenen Höhen und J und I waren durch Skalieren ineinander überführbar. Da die Schrift frei war, fing ich daher irgendwann an, die schwerwiegendsten Probleme anzugehen, wobei mir neue Probleme auffielen, die ich wiederum behob, nur um irgendwann alles über den Haufen zu werfen und alle Buchstaben von Grundauf neu zu digitalisieren, und so weiter. Anfangs war mein Ansporn hierbei, eines Tages eine kleine Anleitung für historischen Fraktursatz zu schreiben, die dem Leser nicht abverlangt, irgendwelche sonstwo platzierten Sonderzeichen zu nutzen, sondern die Hauptarbeit OpenType u. Ä. zu überlassen. 
 

 
Bald gesellte sich allerdings eine andere Motivation hinzu, und zwar, dass die meisten Schöpfer von Frakturschriften eher auf Masse statt auf Klasse zu setzen schienen und ich mir wünschte, dass es zumindest eine Frakturschrift gibt, mit der man alles tun konnte, was man sinnvoll mit Fraktur anstellen können wollte. 
 

 
Auf welchen historischen Vorlagen basiert die Schrift? Und wie eng lehnt sich die Unifraktur Maguntia an diese an bzw. was wurde neu interpretiert oder neu hinzugefügt?
 
Die Hauptvorlage ist Carl Albert Fahrenwaldts Mainzer Fraktur von 1901, aus welcher die meisten Buchstaben und Ligaturen des deutschen Alphabets stammen, mit Ausnahme von J, Ä, Ö und Ü, die damals im Fraktursatz erst langsam in Gebrauch gerieten. Die verbleibenden Zeichen der Vorlage übernahm ich nur teilweise, da viele meines Erachtens nicht gut zum Rest der Schrift passten, vor allem die Ziffern und einige Satzzeichen. Diese Zeichen waren eher im Antiqua-Stil gehalten, was aber aus mir unerfindlichen Gründen damals üblich war – weswegen ich auch später Antiqua-Ziffern als Alternative ergänzte. Alle anderen Glyphen habe ich neugestaltet, wobei ich sofern sinnvoll möglich die existierenden Glyphen als Grundlage verwendet habe und mich von der ursprünglichen Maguntia und anderen Schriften hab inspirieren lassen. Dies betrifft unter anderem die modernen Formen, die Ziffern, Akzente und diverse Sonderzeichen. 
 



 
Lesbarkeit vs. Tradition: Ist die Schrift eher für traditionellen Fraktursatz gedacht? Wie geht sie mit dessen heutigen Lesbarkeitsproblemen um?
 
Zum einen dienen viele Glyphen ausschließlich der Reproduktion historischer Texte, was ja auch eines der Paradigmata meiner Arbeit war: Jeder Frakturtext soll mit der Maguntia abgebildet werden können. Zum anderen habe ich von zehn Buchstaben, die ungeübten Lesern besonders Probleme bereiten, moderne Varianten gestaltet, sowie ein rundes s ohne Schwung, das am Anfang oder im Innern eines Wortes genutzt werden kann, also dort, wo historisch ein langes s stand. Bei der Gestaltung dieser modernen Varianten habe ich aber den Gestaltungsprinzipien der ursprünglichen Schrift Priorität eingeräumt und deshalb habe ich beispielsweise kein modernes T implementiert (da ich keine zufriedenstellende Lösung fand) und das moderne N ist noch weit von einem Antiqua-N entfernt. Die modernen Varianten sind also ein – hoffentlich guter – Kompromiss zwischen Lesbarkeit und einheitlichen Formen. 
 

Beispielsatz, der die traditionellen und modernisierten Zeichenformen zeigt.
 
Traditionalisten möchten die Satzregeln und Zeichenformen in ihrem letztgültigen Stand beibehalten sehen, während andere argumentieren würden, dass modernisierte Formen und Satzregeln die gebrochenen Schrift eher am Leben halten können. Wie stehst du zu diesem Thema?
 
Ich denke nicht, dass man eine Schrift nutzen oder erschaffen sollte, nur um einen Stil am Leben zu erhalten. Stattdessen sollte man eine Schrift nutzen, wenn sie sich für eine Anwendung eignet, und eine Schrift erschaffen, wenn einem die Erschaffung selbst Freude bereitet oder man denkt, dass jemand diese Schrift nutzen möchte – in welchem Fall der Stil durch dieses Bedürfnis am Leben erhalten wird.

Ansonsten denke ich, dass sowohl historischer als auch moderner Fraktursatz ihre Existenzberechtigung haben, zum Beispiel: Wenn die Schrift nur »traditionell« oder (vor allem außerhalb des deutschen Sprachraums) »deutsch« kommunizieren soll und Lesbarkeit entscheidend ist, bietet es sich an, Modernisierungen zu nutzen. Soll die Schrift hingegen »historisch« oder »sehr alt« kommunizieren und es ist zu erwarten, dass die Leserschaft den Text mit angemessenem Aufwand entziffert bekommt, bietet es sich an, das lange s, historische Buchstabenformen usw. zu nutzen. Nichtsdestotrotz habe ich kein Verständnis für unsinnig absurde Kombinationen oder gescheiterte Versuche historisch zu sein, die mit einer Minute Internet-Recherche vermieden werden können. Der wohl verbreiteste derartige Fehler ist die pauschale Ersetzung des runden s durch das lange. Ein anderes Beispiel ist das neue Warsteiner-Logo, dessen t am ehesten wie ein Fraktur-k aussieht, wenn überhaupt, aber weder wie ein Fraktur-t noch wie ein Antiqua-t.
 
Gebrochene Schriften sind heute im deutschsprachigen Raum nur noch selten im Einsatz und wenn doch, nicht selten mit ausdrücklich gewünschter oder ungewollt entstehender Assoziationen zum Nationalsozialismus. Lässt sich die gebrochene Schrift überhaupt noch davon lösen und welche Einsätze stellst du dir für deine Schrift vor?  
 
Meiner Erfahrung nach hat die Fraktur in Deutschland durchaus ihre Nischen, in denen sie nicht automatisch mit den Nazis assoziiert wird, zum Beispiel in den Kontexten Tradition, Geschichte oder Festlichkeiten. Außerhalb des deutschen Sprachraums kann die Situation ähnlich sein, gerade wo irgendwann einmal Fraktur üblich war, z. B. habe ich eine beachtliche Menge Fraktur in Prag gesehen. Zumindest in Teilen des Rests der Welt wird Fraktur erst einmal mit Deutschland assoziiert (was leider häufig selbst für eine Nazi-Assoziation reicht), aber auch hier kommt es auf Kontext und Ort an. Außerhalb dieser Nischen besteht gibt es m. E. weder Chancen noch die Notwendigkeit, eine gewisse Nazi-Assoziation zu überwinden. Wer will schon z. B. seine politischen Standpunkte als »historisch« oder »alt« vermarkten?
 


Ironischerweise und hoffentlich zum Missfallen der Nazis stellt die Maguntia eine große Zahl »internationaler« Sonderzeichen bereit, die es ermöglichen, Namen aus anderen Sprachen in Fraktur zu schreiben, zum Beispiel für einen deutschen Brauchtumsverein – ich hätte meine helle Freude daran, wenn die Maguntia genutzt würde, um etwa den Namen einer türkischstämmigen Karnevalsprinzessin zu schreiben. Außerdem dienen viele Glyphen und Features dazu, den historischen Schriftsatz anderer Sprachen zu reproduzieren, z. B. Lettisch, Tschechisch, Slowakisch und Sorbisch. So oder so habe ich keinen speziellen Einsatzzweck im Blick, sondern hoffe, dass die Maguntia es Anwendern ermöglicht, alles zu gestalten, was sie wollen, sei es die Speisekarte eines österreichischen Restaurants in Portugal, ein Faksimile eines historischen Texts, die polnische Ausgabe von Asterix und die Goten oder sogar eine Karikatur. 
 
Kannst du uns etwas mehr zu den interessantesten Smartfont-Merkmalen der Schrift verraten? 
 
Das wohl intelligenteste Feature ist die Lang-s-Heuristik, welche anhand der angrenzenden Zeichen festzustellen versucht, ob ein s im Fraktursatz lang oder rund sein sollte und das entsprechende Zeichen verwendet. Die Heuristik ist zwar nicht perfekt, aber der geneigte Anwender kann sie dennoch vorarbeiten lassen und gegebenenfalls mit einem Bindehemmer nachkorrigieren. Es gibt zwar Schriften mit besseren Lang-s-Automatismen, für die ein ganzes Wörterbuch implementiert wurde, aber leider sind diese nicht frei verwendbar und funktionieren auch nicht überall. Für das runde r, eine alte Nebenform des r, gibt es einen ähnlichen Automatismus.
 

 
Außerdem haben wir Ligaturen gemäß der historischen Unterscheidung zwischen Zwangsligaturen und typografischen in zwei verschiedenen Features implementiert. Dies ermöglicht es den Sperrsatz, in dem nur eine dieser Ligaturen aufgelöst wurde, einfach zu implementieren. Schließlich gibt es vor allen für den modernen Fraktursatz ein Feature, das dem runden s den Schwung nimmt, wenn es nicht am Wortende steht, da er dort m. E. nicht passt.

Die meisten anderen Features sind nicht wirklich intelligent, sondern einfache Ersetzungen, zum Beispiel die bereits erwähnten modernen Varianten, historische Varianten und vier verschiedene Arten von Ziffern: Fraktur- und Antiqua- sowie Tabellen- und Proportionalziffern. 
 
In welchen Anwendungen funktioniert die Schrift? Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein und wo liegen die Grenzen?
 
Das Beste ist natürlich ein Programm mit voller OpenType-Unterstützung und Feature-Auswahl, mit dem man die Schrift einfach den eigenen Bedürfnissen anpassen können sollte. Für Nutzer OpenType-fähiger Programme, die keine Features auswählen können oder möchten, stellen wir vorkonfektionierte Varianten der Schrift zur Verfügung, die ausgewählten Feature-Kombinationen entsprechen und versuchen, den historischen Schriftsatz einer gewissen Zeit zu emulieren bzw. heutigen Lesern mit modernen Formen unter die Arme zu greifen. Sofern möglich, sind diese Features festverdrahtet, sodass sie auch ganz ohne OpenType funktionieren. Falls alle Stricke reißen, sind die Glyphen immer noch über das Private-Use-Area des Unicode ansteuerbar.
 

 
Ein anderes Problem stellen leider kleine Auflösungen dar, bei denen es sich bemerkbar macht, dass die Hinting-Technik einfach nicht für Fraktur gemacht ist. Ich habe zwar hoffentlich einiges verbessert, indem ich Linienbreiten und -positionen angeglichen habe und viele Stämme per Hand markiert habe, aber für manuelles Hinting auf der Bitmap-Ebene fehlt mir dann doch die Muße. 
Die Website decodeunicode.org bietet Hintergrundinformationen zu den Zeichen des Unicode-Standards. Sie wurde 2005 an der Hochschule Mainz mit finanzieller Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erstellt und nach 10 Jahren nun umfassend aktualisiert. Zu den Neuerungen zählen:
109.242 Zeichen als SVG-Datei:
Zu jedem Unicode 6.0 Zeichen wird eine frei verwendbare Abbildung vorgestellt. Sie ist vektorbasiert, kann also in allen Größen eingesetzt werden. Sprachen:
Erstmals werden zu jedem Zeichen die Sprachen angegeben, in denen es verwendet wird. Schriftsysteme:
Alle 129 Schriftsysteme werden mit einem wissenschaftlichen Text von Dr. Deborah Anderson von der Script Encoding Initiative (SEI) der Universität Berkeley, Kalifornien, vorgestellt. Missverständliche Zeichen:
Zu jedem Zeichen werden ähnliche Zeichen angezeigt, mit denen es nicht verwechselt werden sollte. Am meisten betrachtete Zeichen:
Auf der Startseite werden die meist besuchten Zeichen in einer TOP 40 (Desktop-Version) bzw. einer TOP 10 (Mobilversion) angezeigt.
 
Die Gestaltung übernahmen Johannes Bergerhausen, Ilka Helmig und Siri Poarangan. Die Software-Entwicklung erfolgte durch meso.net aus Frankfurt am Main. 
 
Eine Aktualisierung des Zeichenvorrats auf aktuellere Unicode-Versionen soll im Laufe des Jahres nach der Verabschiedung von Unicode 9 erfolgen. 
 
http://decodeunicode.org
Vom 2. bis 3. Juli 2016 findet das dritte Walbaum-Wochenende im Weimarer Druckkunst-Museum Pavillon-Presse statt. Das Thema des Wochenendes ist dieses Mal das grafische und typografische Schaffen in der DDR. Der Fokus liegt dabei weniger auf den schon oft thematisierten Druckschriften des VEB Typoart, sondern auf jenen, den Alltag prägenden Schriftanwendungen durch Grafiker und Schildermaler. Zur Veranstaltung gehören Fachvorträge, ein Letterpress-Workshop sowie die Eröffnung der Ausstellung »Ausgeschnitten und aufgeklebt – Über den Umgang mit Schrift in der DDR«. 
 


 
Programmübersicht:
Samstag, 2. Juli 2016 Lena Haubner: »Makrokosmos im Mikrokosmos – Schrift in der DDR« 
Von der Antiqua über die Grotesk bis hin zu Fraktur und Rotunda: Der Umgang mit Schrift war in der DDR vielfältig und abwechslungsreich. Der Vortrag unternimmt einen visuellen Streifzug durch vierzig Jahre DDR-Schrift-Geschichte und stellt dabei Arbeiten und Gestalter vor. Matthias Gubig: »Als Typograf im ›Leseland‹ – Über den Umgang mit Grenzen«
Matthias Gubig, Typograf und ehemaliger Professor an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, spricht über die Bedingungen unter denen Gebrauchsgrafiker in der DDR mit Schrift arbeiteten. Fritz Grögel, Andreas Frohloff: »Ost / Schrift / Maler«
Dieser Vortrag beleuchtet den Beruf des Schrift-, Plakat- und Grafikmalers in Ostdeutschland und die Entwicklung dieses Handwerks über einen Zeitraum von gut fünfzig Jahren. Andreas Frohloff absolvierte eine Ausbildung in der DEWAG und leitete von 1985 bis 1992 den Schriftunterricht an der Schule der DEWAG. Fritz Grögel forscht und schreibt seit zehn Jahren zu den Themen Schriftmalerei, Lettering und Schrift im öffentlichen Raum. Reinhard Kittel, ebenfalls am Projekt beteiligt, war seit 1971 verantwortlich für die Ausbildung in Schriftgeschichte, Kunstgeschichte und grafischer Gestaltung an der Schule der Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft (DEWAG). Sonntag, 3. Juli 2016 Bleisatz-Workshop
Die Veranstaltungsteilnehmer drucken mit Original-Bleisatzschriften aus der DDR unter Leitung des Buchdruckermeister Heinz-Uwe Schmidt im traditionellen Hochdruckverfahren in den Werkstätten der Pavillon-Presse.

 
Weitere Infos und Anmeldung unter ddrschrift.walbaum-wochenende.de
Das seit 1924 erschienene Magazin »Gebrauchsgraphik« zählte zu den führenden Designzeitschriften des 20. Jahrhunderts und war ein Vorreiter auf diesem Gebiet. Zunächst erschien das Magazin in Berlin, ab 1950 dann in München, wo dieses Erbe unter der aktuellen Bezeichnung »novum – World of Graphic Design« im Stiebner Verlag fortgeführt wird. Durch den langen Bestand bildet das Magazin eine einzigartige Dokumentation der internationalen Trends im Grafikdesign, der Werbung, der Typografie und angrenzender Gebiete.
 

 
Unter design.illustrierte-presse.de sind nun hochwertige Digitalisate von Ausgaben zwischen 1924 und 1943 verfügbar. Die Digitalisierung erfolgte anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Heftes durch die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) in Zusammenarbeit mit der Universität Erfurt und dem Münchner Stiebner Verlag. Teil des Projektes sind nicht nur die vollständige Zurverfügungstellung der Digitalisate, sondern auch eine Volltexterschließung und Verschlagwortung, um die Recherche zu vereinfachen.
 

 
http://design.illustrierte-presse.de
Der Tag der Schrift ist eine jährlich stattfindende gemeinsame Bildungsveranstaltung der Berufsschule für Gestaltung Zürich sowie der Gewerkschaft syndicom (Branche Visuelle Kommunikation). Der diesjährige Tag der Schrift findet am 9. April 2016 statt und beinhaltet folgende Vorträge und Workshops:
 
09.00 Uhr Begrüssung Jonas Schudel, Schulleitung BfGZ Dominique Kerber, BfGZ (Moderation) 09.15 Uhr Kristin Irion und Claudio Barandun (CH) Toni-Areal: Signaletik und Schrift Tausend Fragen und Türen 10.00 Uhr Katharine Wolff (CH) Ein Teufelskreis: Gestern–Heute–Morgen Schrift-Unterricht – pädagogisch wertvoll? 11.15 Uhr Bruno Maag (GB) Pixel, Pixel, Pixel... Digital? Was ist digital überhaupt? 12.00 Uhr Rainer Erich Scheichelbauer (AT) Digitale Schriften: Stellen Sie Ansprüche! Was Sie erwarten können und wie Sie die Spreu vom Weizen trennen. 14.00 bis 15.30 Uhr – Workshops Kristin Irion und Claudio Barandun (CH): Zeichen, Objekt, Raum, Bewegung Inszenierung von Schrift in räumlichen Konstellationen Katharine Wolff (CH): Die Architektur der Unterschrift Eine Gestaltungs-Übung nach Ludwig Mies van der Rohe Bruno Maag und Lukas Paltram (GB/AT): A–Z ist bei weitem nicht alles! Wie man mit fremden Schriftsystemen umgeht. Rainer Erich Scheichelbauer und Georg Seifert (AT/DE): Monoline-Handschrift in Glyphs «Meine erste Schriftfamilie» Rudolf Barmettler (CH): Analoges Ergänzen von fehlenden Blei- und Holzbuchstaben Adaptation und Kreation – wo ist der Lerneffekt grösser? Preise:
Morgen (Referate) CHF 50.– Nachmittag (Workshops) CHF 30.– Ganzer Tag CHF 80.–  
Veranstaltungsort: Berufsschule für Gestaltung Zürich, Ausstellungsstrasse 104, 8005 Zürich
 
http://tagderschrift.org
Nachdem in der Vergangenheit schon entsprechende Angebote für größere Kunden angeboten wurden, legt Monotype nun auch ein Abo-Modell für die breite Masse der Anwender kommerzieller Schriften vor. Für 14,99 Euro pro Monat lassen sich über 2000 Schriftfamilien  von Monotype, Linotype, Ascender, ITC und Bitstream mieten. Das Abo umfasst dabei die Nutzung im Sinne der herkömmlichen Desktop-Lizenzen. Das Angebot kann wahlweise über MyFonts oder fonts.com gebucht werden. Wie bei anderen Abo-Diensten muss man eine Software (»Skyfonts«) installieren, die die Fonts im Hintergrund herunterlädt und dem System zur Verfügung stellt, solange das Abo läuft. 
 
 
Zum Angebot bei MyFonts
Mit der Gill Sans Nova, Joanna Nova und der Joanna Sans Nova veröffentlich Monotype zeitgleich drei Schriftfamilien, die auf Eric Gills Klassikern Gill Sans und Joanna aufbauen. Entworfen wurden die Überarbeitungen und Neuschnitte von Steve Matteson, George Ryan, Ben Jones und Terrance Weinzierl. 
 


Originalskizzen zur Gill Kayo
 

Muster der Gill Sans Nova
 
Die Gill Sans wuchs in der Nova-Version auf 43 (statt bisher 18) Schnitte an und ist nun von Ultra Light bis Ultra Bold und in schmalen Schnitten erhältlich. Mit W1G-Belegung wurde auch der Zeichenumfang deutlich erweitert. Hinzu kommen neue lichte und schattierte Schnitte für Schaugrößenanwendungen, die zum Teil auf Originalzeichnungen aus dem Monotype-Archiv beruhen, bislang aber nicht als Fonts verfügbar waren. 
 

Ein früher Testabzug der Gill Sans Shadow No. 3
 

Die neuen Display-Schnitte der Gill Sans
 
Die Joanna Nova von Ben Jones verfügt im Vergleich zum Original nun über 18 (statt 6 Schnitte) mit lateinischer, griechischer und kyrillischer Belegung. Außerdem sind nun Kapitälchen, verschiedene Ziffernarten und kontextbedingte Ligaturen per OpenType-Automatik verfügbar.
 


Originalzeichnungen der Joanna von Eric Gill aus dem Jahr 1939
 

Muster der Joanna Nova 
 
Die Joanna Sans Nova ist eine Neuentwicklung von Terrance Weinzierl, die eine passende Serifenlose zur Joanna darstellt, laut Angaben des Designers aber auch von Originalzeichnungen der Gill Sans inspiriert ist. Die Schrift verfügt besitzt mehr als 1000 Zeichen in ihren 16 Schnitten. 
 

 
Die Schriften der Eric-Gill-Serie können über MyFonts.com, Fonts.com und Linotype.com bezogen werden und starten mit stark reduzierten Einführungspreisen. 
Die dritte Ausgabe des kostenlosen Typografiemagazins »Schrägstrich«, das von Studenten der HTWK Leipzig erstellt wird, ist gerade erschienen. Im Gegensatz zu den vorherigen Ausgaben ist die aktuelle nun keine iPad-App mehr, sondern ein iBook, das sich auf allen aktuellen iOS- und MacOS-Geräten betrachten lässt. 
 

 
Das digitale Magazin steht diesmal unter dem Leitthema »Typografie um die Welt«. Autoren wie Johannes Bergerhausen, Helmut Ness, Holger Schmidhuber, Georg Seifert, Boris Kochan und Rayan Abdullah konnten gewonnen werden. Sie berichten über Schriften, Schriftgestaltung sowie ihre Arbeit und Erfahrungen mit Typografie.
 


 
Inhalt:
Vivien Zschammer informiert über die Schriftsysteme der Welt. ​
 Johannes Bergerhausen begibt sich mit sumerischer Piktogramme zu den Ursprüngen des Schriftsystems.  Helmut Ness erläutert, wie die Vialog von München bis nach Japan kam.​
 Holger Schmidhuber stellt eine Schrift vor, die sowohl universell als auch international einsetzbar ist: Die Weber Serif. Georg Seifert gewährt einen Blick hinter die Kulissen ​
seines Fonteditors Glyphs. Boris Kochan zeigt die Aufgaben und Ziele des GRANSHAN-​
Projektes auf.​
 Rayan Abdullah gibt Einblicke in seine Arbeit als Typograf. ​
  
Zum kostenlosen Download von Schrägstrich 3.0 als iBook
Der typografische Abreißkalender von Lars Harmsen & Raban Ruddigkeit ist gerade in der neuen Ausgabe für 2016 erschienen. 266 Schriften von über 200 Designern aus 32 Ländern werden darin präsentiert. Der Kalender kann direkt beim Verlag Hermann Schmidt Mainz oder über Händler wie Amazon (Partnerlink) bestellt werden. 
 

 
 
Gewinnspiel (beendet)
Typografie.info verlost ein Exemplar des Typodariums 2016. Zur Teilnahme einfach diesen Beitrag öffentlich über deinen Social-Media-Kanal (Facebook, Twitter, Xing etc.) teilen und einen Screenshot davon bis Sonntag (27. September) an
gewinnspiel@typografie.info senden. Das Los entscheidet. 
Als wir vor einem Jahr über die Übernahme von FontShop/FSI durch Monotype berichteten, kam auch die Frage auf, welche namhaften unabhängigen Schriftanbieter noch im deutschsprachigen Raum verbleiben. URW++ dürfte dabei den meisten in den Sinn kommen. Aber auch die Hamburger Schriftenschmiede, bekannt als einer der Wegbereiter digitaler Schrift, wechselt nun in ausländische Hand. Das britische Unternehmen Global Graphics aus Cambridge übernimmt URW++ für 4,2 Millionen Euro. URW++ soll weiterhin als eigenständiges Unternehmen unter der Leitung von Peter Rosenfeld fungieren, jedoch als hundertprozentige Tochtergesellschaft von Global Graphics SE.
 
Weitere Details finden sich in der Pressemitteilung von Global Graphics. Einblicke in die aktuelle Arbeit bei URW++ gibt es in unserem Video-Archiv. 
Sie sind äußerst nützlich und können die Textverarbeitung deutlich beschleunigen, aber selbst Profis setzen oft nur einen kleinen Teil der möglichen Tastaturkürzel ein. Dies mag daran liegen, dass lange Tabellen mit Tastaturkürzel-Übersichten nicht gerade dazu einladen, studiert und auswendig gelernt zu werden. Die folgende, eher visuell aufbereitet Übersicht soll hier Abhilfe schaffen und Mac-Anwendern die Textverarbeitung leichter machen. Wussten Sie etwa, dass sie ganze Wörter mit einem Kürzel löschen können, statt jedes Zeichen einzeln zu entfernten oder zur Maus greifen zu müssen? 
 
Hinweis: Da Apple bei vielen Kürzeln einen Sonderweg geht, sind die abweichenden Kürzel von Programmen wie TextEdit, Pages, Safari etc. in rot dargestellt.
 

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Bauhaus-Künstler Laszlo Moholy-Nagy erwähnt den Begriff der Neuen Typografie erstmals im Jahr 1923 in einem Beitrag zur Bauhaus-Ausstellung in Weimar. Jan Tschichold greift die radikalen Thesen der Bauhaus-Künstler auf und verbreitet sie im Laufe der 1920er-Jahre unter dem Begriff der Elementaren Typografie. In Weimar, dem Gründungsort des Bauhauses, beschäftigt sich im September das 2. Walbaum-Wochenende in Theorie und Praxis mit dieser Stilentwicklung des Grafikdesigns und der Typografie.
 

Bilder vom 1. Walbaum-Wochenende. Mehr anzeigen …
 
Die Veranstaltung findet vom 12. bis 13. September in der Pavillon-Presse statt. Zum Programm gehören unter anderem ein Rundgang durchs Bauhaus-Museum, Vorträge von Albert-Jan Pool und Ferdinand Ulrich sowie ein Bleisatz-Workshop in den Werkstätten der Pavillon-Presse. Die Teilnahmegebühr beträgt 99,- Euro (bzw. 45,- für Studenten). Die Anmeldung ist bis 16. August 2015 möglich. 
 



 
Anmeldung und weitere Infos unter:
http://walbaum-wochenende.de/weimar/event/elementare-typografie/
Monotype hat die Version 5 des Fontmanagers FontExplorer X Pro für Mac OS veröffentlicht. Hier eine Übersicht der nennenswerten Neuerungen.
 

links: alte Version, rechts: FontExplorer X Pro 5
 
Die Oberfläche erscheint nun optisch überarbeitet. Die bunten Icons wurden durch schwarze ersetzt. Außerdem können die Fonts nun in einer Kachelansicht mit eigenen Mustertexten dargestellt werden. 
Aktualisierungen für die Aktivierungsplugins, die nun auch QuarkXPress und Creative Cloud in den 2015er-Versionen unterstützen. Unterstützung des Unicode-7-Zeichenvorrates für die Glyphenübersichten. Die Organisation und Vorschau von Webfonts wurde um WOFF 2 erweitert. Die Schriften der Webdienste Skyfonts und Typekit können direkt im FontExplorer verwaltet werden. Monotypes Webshops bzw. -dienste (fonts.com, linotype.com, myfonts.com, fontshop.com, Monotype Membership) können direkt innerhalb des Fontmanagers geladen werden. Das Programm fängt Schriftdownloads dann selbstständig ab und übernimmt sie in die Verwaltung. 
 
FontExplorer X Pro 5 ist verfügbar für Mac OS X und kostet für Neukunden 89,– Euro. Wer bereits eine Vorgängerversion genutzt hat, kann seine Softwarelizenz für 45,– Euro aktualisieren. Nutzer, die mit der Version 4.x arbeiten und diese nach dem 1.4.2015 erworben haben, erhalten ein kostenloses Upgrade.
http://www.fontexplorerx.com
Indy — a trendy script typeface from Lián Types.
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