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Schriftmuster Tannenberg


Microboy

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Und selbst für die Frakturführerschen-Absolventen: Gaſtſtätte ist doch dann richtig?

 

Und Urstoff doch auch, wenn da die Rezepte vom Braumeister Urs stammen, und das Gesöff so richtig toff ist, wie man zu sagen pflegte, als ich noch im Jugendsprache-Alter war.

 

Toff: 70er Jugendsprach für ‚richtig gut‘ Entlehnung aus dem Jiddischen טובֿ‎ (YIVO: tov)  ‚gut, schön, lieblich, glücklich, groß, fröhlich‘, das seinerseits dem Hebräischen טוֹב‎ (CHA: ṭōv)  ‚gut‘ entstammt.

 

Urs: Ein männlicher Vorname, der auf den Heiligen Ursus zurückgeht und in der Schweiz sehr häufig, im sonstigen deutschsprachigen Raum selten anzutreffen ist. Ursus ist latein, und bedeutet Bär.

 

Anders ausgedrückt: Urstoff  - bärig-gut! - he, ist das nicht n guter Werbe-Claim???

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gerade entdeckt:

Deutsche Reichsschrift eine Fraktur in 6 Garnituren von  Arthur Pestner, wo die schmalen und fetten schon sehr in Richtung Schaft driften.  Die Schrift ist aber vor 1930 entstanden.

reifrakomplett.jpg
http://vau-ef-be.beepworld.de/schriftliste1.htm

 

fett (1915),

schmalhalbfett (1917)

eng (1919)

schmalfett (1924)

schmal (1929)

kursiv schmalfett (1935)

 

http://fontsinuse.com/typefaces/31510/deutsche-reichsschrift

 

tumblr_ocqgkk4EsL1skrilso1_1280.jpg

 

hübsch. :cheer:

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  • 4 Monate später...

Hier noch einmal ein Beleg für die augenscheinlich nicht negativ und rechts besetzte Wahrnehmung dieser Schriften in der DDR. Meine Mutter (links) in den 1950ern. Das Foto kam beim Stöbern in alten Bildern zu Weihnachten zum Vorschein. frieden.jpg

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Oder ein Beleg für die augenscheinliche Weiterbenutzung der alten Propagandamittel in der neuen Diktatur. Stramme Haltung, straffes Banner, präzise ausgerichtete Fähnchen und Kleidung (trägt das Kind links die Uniform der Jungpioniere?) sprechen jedenfalls keine neue Sprache.

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vor 22 Minuten schrieb catfonts:

Ob man sich das zum hochauflösenden Scannen mal ausborgen könnte?

Ausborgen will ich es nicht. Aber ich könnte es irgendwann mal scannen wenn ich etwas Luft habe (frühestens April/Mai). Durch die Bindung bedingt kann ich die Seiten aber wahrscheinlich nicht komplett scannen und zum Bund hin fehlt dann eventuell etwas.

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Gast Schnitzel
vor einer Stunde schrieb Martin Z. Schröder:

Das große D ist fast etwas wild.

Wild würde ich es nicht nennen, aber der obere Schwung ist wirklich sehr schön und ein guter Kontrast zu der Strenge die es unten hat. Gerade dieser Ansatz, der zur S-Form zeigt gefällt mir sehr :nicken:

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vor 36 Minuten schrieb catfonts:

das wär auch prima.  Hatte ausborgen geschrieben, weil ja viele hier keinen scanner haben, und da ja auch was Zeit drauf geht.

Auf den Tag kommt es da ja auch nicht an.

Erinnere mich doch bitte im April noch einmal daran. Okay?

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Hatten wir die Wiking von J. D. Trennert & Sohn schon?

Laut Klingspor-Museum ist die normale Wiking 1925 erschienen und die lichte Wiking 1927. Mein Muster dürfte von 1928 sein ...

 

IMG_1209.JPGIMG_1210.JPGIMG_1211.JPGIMG_1212.JPGIMG_1213.JPGIMG_1214.JPGIMG_1215.JPGIMG_1216.JPGIMG_1217.JPGIMG_1218.JPGIMG_1219.JPGIMG_1220.JPGIMG_1221.JPGIMG_1224.JPG

IMG_1222.JPG

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vor 57 Minuten schrieb pürsti:

Das postfaktische Zeitalter zieht ein ins forum.

Ein altes Foto ist meines Erachtens nach durchaus ein Beleg. Genauso wie eine literarische Quelle ...

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vor 1 Stunde schrieb Microboy:

Ich finde sie schon schwerer lesbar. Gerade in den kleineren Graden wird es sehr blockig ...

Ja natürlich hast Du recht – im Vergleich mit normalen Leseschriften ist sie schwierig! Und ein ganzen Buch in dieser Schrift wäre deutlich beschwerlicher zu lesen als eines in einer normalen Textschrift.  Aber für diese abgefahrenen Formen finde ich sie dennoch erstaunlich gut lesbar. 

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vor 24 Minuten schrieb Microboy:

Ein altes Foto ist meines Erachtens nach durchaus ein Beleg. Genauso wie eine literarische Quelle ...

Dieses Foto kann womöglich ein hauchzarter Hinweis maximal sein aber nie und nimmer ein Beleg (also Nach(!)weis )

Zitat

für die augenscheinlich nicht negativ und rechts besetzte Wahrnehmung dieser Schriften in der DDR.

 

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vor 4 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

ein Beleg für die augenscheinlich nicht negativ und rechts besetzte Wahrnehmung dieser Schriften in der DDR

Es ist sicher ein Indiz dafür, dass Schildermacher und Fotograf die Schrift eher nicht als explizite Hitlerschrift gesehen haben. Weiter zu gehen erscheint mir schwierig. Die Propaganda in der SBZ und frühen DDR schwang ja immer wieder wild hin und her zwischen Internationalismus und völkisch-nationalistischer Deutschtümelei (Tenor »Wir sind die richtig deutschen Deutschen, während die Westdeutschen von den Amis/Juden/Faschisten/Imperialisten korrumpiert werden.«) Von daher ist die Vorstellung, dass diese Schrift auch im Osten durchaus bewusst wegen einer angenommen deutsch-völkischen Wirkung eingesetzt wurde – auch um ehemalige Nazis »einzufangen« – m.E. nicht komplett abwegig.

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Wenn man bedenkt wie viele NS-Leute (die sich gerne wie ein Fähnchen im Wind gedreht haben bzw. auf einmal von nichts mehr wussten) damals noch am Drücker saßen (in Ost wie in West) ist das Foto eigentlich eher ein Beweis bzw. Hinweis dass die Schrift gerne zu Propagandazwecken genutzt wurde ...

 

(ohne jetzt hier irgendjemanden eine politische Neigung unterschieben zu wollen)

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vor 8 Minuten schrieb pürsti:

 

ein Beleg (also Nach(!)weis )

 

Ich unterscheide zwischen »Beleg« und »Nachweis«. Ein Beleg ist eine Art Hinweis der alleine natürlich noch keinen Nachweis erbringt. In der Summe mit anderen Belegen aber schon.

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