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Typografische Fundstücke

Hervorgehobene Antworten

Von solchen Kassenbüchern habe ich auch noch eine kleine Sammlung. Allerdings alle unbenutzt und somit eher formale Stücke ... :shock:

vor 6 Stunden schrieb Microboy:

Ich mag das »i« in Neukirch und Lausitz – wobei das in Nährzwieback auch nicht übel ist.:rockon:

Vielleicht hat das ja ein Ungar gemacht. In ungarischen Handschriften, Lettering, Schildern sind sowohl komma- als auch axialsymmetrisch dreieckige bzw. kreissegmentige Diakritika sehr populär.

 

 

vor 5 Stunden schrieb Hans Schumacher:

Aus demselben Fund stammt auch ein Etikett, was den typisch jüdischen Namen des wahrscheinlich ursprünglichen Apothekers trägt.

Was ja nicht viel heißen muss (zumindest was die Einteilung der Menschen durch die Nazis anging). In den „Ahnenpässen“ meiner Familie tauchen in mehreren Zweigen stereotyp jüdische Namen auf, witzigerweise gerade auch unter den Vorfahren der Nazis. Wenn dann noch ein paar weitere Details dazukommen (kein einziger christlicher Name unter den Vornamen der Vorfahren dieser Person und „merkwürdigerweise“ kein Taufschein vor der christlichen Hochzeit), ist dann ziemlich wahrscheinlich, dass da ein jüdischer Mann eine christliche Frau geheiratet hat. Das kam im Zuge der Säkularisierung nach der Aufklärung anscheinend recht häufig vor. Und schon nach ein, zwei Generationen wusste niemand mehr vom jüdischen Familienhintergrund bzw. wollte nichts mehr davon wissen. Die stereotyp jüdischen Nachnamen wurden dann von den Trägen nicht mehr so empfunden.

 

Das war auch bei meiner Oma und ihrer Schwester so, geborenen Goldbergs, die (außer ihrem Vater selbst) praktisch keinen Kontakt zur Familie ihres Vaters hatten und auch so gar nicht „arisch“ aussahen. Jüdische Geschäftspartner des Chefs meiner Großtante (die bis zu ihrer Heirat als Sekretärin arbeitete) fragten sie dann auch immer mal, ob das Fräulein Goldberg „eine von ihnen“ ;-) sei. Sie hat das dann immer völlig verwundert zurückgewiesen. Sie sei Deutſche, und wie dieser Mensch nur auf die Idee kommen könnte! Na ja. Als ich dann in den 90ern in stark jüdisch geprägten Vierteln New Yorks unterwegs war, habe ich öfter ältere Frauen gesehen, die genau wie meine Oma und meine Großtante aussahen, und da ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass das in Deutschland nicht so war.

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Deutschland war spätestens seit der Aufklärung ein ziemlicher Melting Pot.

Gestern hab ich den Spaziergang zum Brötchenholen etwas weiter ausgedehnt, auf der Suche nach Stolpersteinen – auch so ein nicht staatliches, modulares Erinnerungsprojekt. War gar nicht so leicht, aber immerhin diese hier habe ich gefunden …

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Am 11.11.2019 um 16:10 schrieb Mister Austin:

Was ich damit meinte, war die Tatsache, daß  der Volksbund  jedes Jahr noch

weitere, z. T. unbekannte Gefallene ausgräbt, und umbettet. Wenn auch nicht

mehr ganz viel dazu vorhanden ist. Aber immer wieder werden  auch welche  gefunden, deren Verbleib  bis dato unbekannt war.  Natürlich hat man auf

solchen  Tafeln und Steinen auch die vermerkt, deren Schicksal i.E. unbe-

kannt war. Aber daß  das überhaupt zu viele waren,  nicht nur in Kose-

row, steht doch wohl außer Zweifel. Oder?

 

Uns kamen die privaten Recherchen eines (damals Hobby-)Historikers mit DDR-Vergangenheit zu Hilfe, um das Schicksal des noch zum Volkssturm eingezogenen Großvaters aufzuklären, nach jahrelangen ergebnislosen Rotkreuz-Suchen etc. Das war 2002 – für Angehörige ist so etwas wichtig, meine Mutter war acht Jahre alt, als der Vater verschwand.

Heute bin ich über einige alte Jazz-Platten gestolpert. Die Gestaltung stammt von Christoph Ehbets der anscheinend zahlreiche Plattencover für die DDR-Label Amiga und Eterna gestaltete ...

 

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:rockon:

Hui, interessant! Auf welcher Höhe der Spitaler ist das denn? Wird die vom Bahnhofsende beginnend nummeriert oder von der ehemaligen Landesbankzentrale/HEW aus?

vor einer Stunde schrieb Kathrinvdm:

Höhe der Spitaler

Neben dem Lego-Shop, ist jedenfalls das einzige Geschäft, dass mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist, ich bummel da gerne drin rum. An der Spitaler merke ich immer mein Alter. Ich habe meinen ersten Computer (Apple!) damals bei Brinkmann gekauft, Eis bei Mövenpick in der Brücke über der Straße gegessen und mit Papa regelmäßig bei Daniel Wischer Fassbrause getrunken (also ich, für Papa gab's Bier) und Fisch gegessen. Ich bin jetzt immer noch erstaunt, wie man so viele Tische in einen Raum quetschen kann, dass da auch noch Gäste und Kellnerinnen (war damals so) reinpassten.
Numeriert wird, wenn ich mich recht entsinne, vom Hauptbahnhof aus.

Und ich bin ja eigentlich von Hamburg weg, weil es Baderle  da nicht mehr gibt. Ein geradezu grotesk schmaler Laden, zu dem man durch einen ebenso schmalen Gang mit Schaukästen kam. Darin ein so hoher Tresen, über den man kaum hinwegsehen konnte. Dahinter sehr kompetente und hilfreiche Verkäufer, welche die bestellten Bauteile per Rohrpost aus dem Lager orderten, und dann in Plasteschälchen kippten, die sich per Förderband auf den Weg zur Kasse begaben. Man musste sich dann hinter den Kunden am Tresen vorbeiquetschen, um auch die Kasse zu erreichen. Auch die Decke war als Ausstellungsfläche genutzt, da hing die Auswahl an Fernsehantennen.

Ha, bei Brinkmann habe ich mal meine erste Waschmaschine gekauft! Für 400 Mark. *schwelg* :biglove:

 

PS: Ich glaube, wir brauchen dringend einen OT-Thread für Heimatstadtverklärungen … ;-)

vor 36 Minuten schrieb Kathrinvdm:

OT-Thread für Heimatstadtverklärungen

Den hier könnten wir doch wiederbeleben? Als Du Heimatstadt erwähntest, fiel mir ein, dass Du mal den Thread gestartet hattest.

vor 2 Stunden schrieb catfonts:

Baderle 

Davon hab ich noch nie gehört?
Für Kleinteile gab es doch in der Nähe des Chile-Hauses an dem Platz vor den -- leider demnächst abgerissenen -- City-Hochhäusern noch einen gut sortierten Laden. Ansonsten fällt mir da noch Conrad oder Statronic ein.

Diese Krimskrams-Läden, in denen man Einzelteile kaufen konnte, vermisse ich sehr. Der letzte Laden, der Eisenwaren wie Schrauben, Nägel, Scharniere, etc. einzeln verkaufte, war am Eppendorfer Baum, war immer ein Erlebnis. Wenn ich jetzt Kleinpackungen will (so um die 20 Stück), muss ich zu Reyher an die Kieler Straße, die haben da einen Werksverkauf.

Zitat

Reyher an die Kieler Straße, die haben da einen Werksverkauf.

Großartiger Tipp – da muss ich unbedingt mal hin! 

vor 27 Minuten schrieb Phoibos:

Davon hab ich noch nie gehört?
Für Kleinteile gab es doch in der Nähe des Chile-Hauses an dem Platz vor den -- leider demnächst abgerissenen -- City-Hochhäusern noch einen gut sortierten Laden. Ansonsten fällt mir da noch Conrad oder Statronic ein.

Diese Krimskrams-Läden, in denen man Einzelteile kaufen konnte, vermisse ich sehr. Der letzte Laden, der Eisenwaren wie Schrauben, Nägel, Scharniere, etc. einzeln verkaufte, war am Eppendorfer Baum, war immer ein Erlebnis. Wenn ich jetzt Kleinpackungen will (so um die 20 Stück), muss ich zu Reyher an die Kieler Straße, die haben da einen Werksverkauf.

..Nähe Chile -Haus...  Das war Balü. Hab da auch einige male eingekauft, 

von BRV aus, weil wir da zur Berufsschule mußten, und immer für 14 Tage

in der DJH untergebracht waren. Waren immer gut sortiert und günstig.

vor 42 Minuten schrieb Kathrinvdm:

da muss ich unbedingt mal hin!

Ist Höhe Eimsbütteler Marktplatz. Am besten kommst hinten rum durch den Haferweg ran.

vor 35 Minuten schrieb Mister Austin:

..Nähe Chile -Haus...  Das war Balü.

So war das, mit Hamburgs Elektronik-Bauelemente-Dynastie:

Der Laden in der Spitaler hieß ja offiziell Gebrüder Baderle und war der älteste dieser Läden. Dann gab es Streit unter deb Baderle-Brüdern, weil einer davon einen moderneren Laden betreiben wollte. Dieser trennte sich also von diesem ulkigen Stammgeschäft und tat sich mit einem anderen Elektronik-Händler der irgendo außerhalb des Zentrums so einen Laden hatte zusammen, einem Herrn Lück. So entstand BaLü = Baderle und Lück. Balü hatte aber einen Spitznamen: "Habbichnich", weil sie zwar sauch die jeweils modernsten Geräte, wie 8080-Rechner mit CP/M oder den ersten Heim-Videorecorder noch mit 1/2"-Bandspulen, aber die Bauteilefächer waren oft nicht gut gefüllt.

Irgendwann ging Balü pleite, und kurz danach eröffnete Conrad an der Hamburger Straße. Da sah ich dann die Crew von Balü wieder.

Vater Lück hat es dann mit einem neuen Laden an der Burchardsstraße, Ecke Johanniswall versucht, als da mein lieblings Schrauben und Muttern-Händler dicht gemacht hatte.

 

Das war mir so natürlich nicht bekannt. Aber schön das mal zu erfahren.

Wir kauften damals- Ende 60er, Anfang 70er-- immer nur Bauteile für 

unseren Experimentierbedarf. Die waren meist in mehrfacher Ausführung

zu haben. Großgeräte waren nicht unser Bedarf.

Stimmt, der Laden war einfach genial. Hatte Dinge, die ich nicht mal heute Online finde. Ich hab noch einen Film-Entwicklungs Gutschein. Den bekomme ich wohl nicht mehr eingelöst :-(

Ja, in die ss-Lücke passte das β perfekt rein ... ;-)

 

An der Tür meines liebsten Feinkost-Albrechts:

 

Da gibt's wohl gerade frische ...

P1060206ss.jpg

...chen?

 

Farbe täte ja passen ... ;-)

 

Und schön aufrecht sind sie wohl auch gewachsen, die Weihnachts↑radieschen ... ;-)

 

Gesamtansicht zusammen mit ...

P1060205ss.jpg

.. dem Frohe Weihıı oder so ... ;-)

Vielleicht ne Neuzüchtung, Größe vom Rettich, Farbe vom Radischen (darum ohne -chen) aus denen man dann prima Weihnachtsmänner schnitzen kann.

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