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Schaftstiefelgrotesk?


Flosemann

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Man kann doch davon ausgehen, daß Koch keine Gemeinen zur Neuland entwerfen wollte. Sonst hätte er das doch tuen können. Also hat er sich etwas dabei gedacht.

Ich würde das nachträgliche Ergänzen oder Weiterinterpretieren einer Schrift nicht grundsätzlich in Frage stellen wollen – denn nichts anderes wurde seit Jahrhunderten gemacht. – In diesem Fall, der »Neuland«, bin ich jedoch entschieden auf Georgs Seite: Die »Neuland« ist bewusst und mit Bedacht als Versalienschrift konzipiert; die Gemeinen entsprechen überhaupt nicht Kochs Intention.

FlorianG

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Die Neuland krankt daran, daß sie keine Gemeinen hat.

Mir kommt das immer so vor, als ginge jemand mit einem Kasten Farbe in den Louvre, um das Lächeln der Monalisa zu korrigieren. Denn das ist ein wenig schief.

Versteht jemand, was ich meine? Danke.

Ich verstehe schon.

Aber: die Mona Lisa ist ein Kunstwerk. Es steht für sich. Ein Ausdruck, eine Aussage.

Ist eine Schrift ein Kunstwerk? Oder ist es ein Werkzeug? Hat der Schriftgestalter sie als Kunstwerk/Ausdruck/Aussage entworfen, oder zum Gebrauch? Und darf sie dann partout nicht verändert, erweitert, gekürzt, etc. werden? Es ist ja nur ein Baukasten um etwas zu schaffen.

Natürlich kann es geschehen, dass der Baukasten dilettantisch erweitert oder verändert wird, weil jemand meint, ihn verwenden zu müssen, obwohl er den Anforderungen nicht entspricht. Das ist aber von Fall zu Fall zu bewerten, nicht im Allgemeinen.

Ist die generelle Bereitschaft, sich ein Werkzeug so hinzurichten dass es für einen brauchbar wird, Blasphemie?

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zumal ja viele gestalter ihre schriften auch im

nahinein überarbeitet haben. frutiger z. b.

aber bei der neuland denke ich das es eine

plakative schrift sein soll und koch deswegen

auf die gemeinen verzichtet hat, heute würde er

vielleicht selber welche nachliefern, dann aber

sicherlich aus verkaufstechnischengründen.

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für die sammlung, gerade bei google gefunden:

952_21067_omsk_kl_1.jpg

Schreib doch bitte die verwendete Schrift dazu, oder seht ihr das gleich auf den ersten Blick?

Gruß

Thomas

klar sehen wir das. tse! :twisted:

.

.

.

nö, ich habe auch keine ahnung, die kyrillischen zeichen bringen

mich durcheinander. das a sieht nach tanneberg aus, das m nicht.

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Dann stelle es doch zur Sammlung:

http://www.typografie.info/typowiki/ind ... kschriften

Da hatte ’mal jemand hier aus dieser Gruppe diese Idee!

Du kannst es aber auch zu Flickr tun und es mit dem Tag

Sans Blackletter oder Swashlose Lineargotische versehen. :D

Zu den Serifenlosen sagt auch niemand mehr Grotesk, obwohl dieser Begriff für diese Schriften erfunden wurde. :D

Gruß

Thomas

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Einmal ein paar Muster der anderen Art:

Das sind Schmuck-Versalien der National schmalfett.

Ein gedrucktes Schriftmuster habe ich leider nicht.

1012_freitag_032_1.jpg

1012_freitag_033_1.jpg

Falls es jemand tatsächlich verwenden sollte - aus meiner Sicht spricht überhaupt nichts dagegen, ich finde so ein Photo schön - dann bitte nicht falsch herum drehen, sondern so lassen, wie es jetzt richtig dargestellt wird: auf dem Kopf und seitenverkehrt.

Georg

PS: Die schlichte Version der Versalien gefällt mir übrigens besser.

Sie ist viel kraftvoller, klarer und wuchtiger.

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Hallo,

lässt sich diese Schrift, , trotz Verzierungen,

auch schon zu den schlichten Gotischen rechnen?

304_derschoenhengstgau_1.jpg

Weiß jemand wie die Schrift heißt?

304_derschoenhengstgau2_1.jpg

Noch ein H für’s leichtere Suchen!

304_schoenhengsterheimat_1.jpg

So sieht der Zeitschriftenkopf seit 1999, nachdem das gesamte Layout überarbeitet wurde, aus!

304_schoenhengsterheimat03_1.jpg

Gruß

Thomas

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Das ist doch ein ähnliches Beispiel wie meines mit den National-Schmuck-Versalien (die ich erst fälschlicherweise als Tannenberg bezeichnet hatte).

Ich finde, sie widersprechen dem Grundtenor dieser Schriften.

Nichtsdestotrotz sind sie vorhanden. Und fallen damit doch auch in dieselbe Gruppe oder nicht?

Georg

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Hallo Georg,

ja, bei Dir ist es eine Schmuck-Variante.

Ich kenne nicht den Namen und weiß nicht, ob es da noch andere Schnitte gibt.

Ist sie im Kandler drin? Den habe ich leider noch nicht.

Gruß

Thomas

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Hallo Thomas,

bist Du sicher, daß dies überhaupt eine Bleisatz-Schrift ist?

Mir ist sie unbekannt.

Georg Kandler listet sie nicht, mein Seemann auch nicht.

Was aber auch eigentlich nicht zu erwarten war.

Georg

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Hier zwei Beispiele von zumindest für mich überraschende Schrift-Kombinationen von Gebrochenen und Schreibschriften.

Die Beispiele stammen beide von kommunistischen Zeitungen aus dem Jahr 1932. Anlaß der Artikel war die Mär vom Bündnis der NSDAP und des Großkapitals anläßlich eines Vortrages von AH im Industrie-Club, Düsseldorf. Widerlegt wurde diese von kommunistischer Seite aufgestellte These u.a. von Joachim Fest in seiner Hitler-Biographie. Dies nur als Kolorit am Rande... Ich erwähne dies, weil ich meine, daß man solche Beispiele, hier von linksextremen Gruppierungen, nicht unkommentiert zeigen sollte.

1012_1932_industrieclub_01_1.jpg

1012_1932_industrieclub_02_1.jpg

Georg

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Hallo Thomas,

bist Du sicher, daß dies überhaupt eine Bleisatz-Schrift ist? ... Georg

Hallo Georg,

ich weiß nicht; die Firma, die für den Satz der Schönhengster Heimat verantwortlich war,

hatte einen Film vom Titel „Schönhengster Heimat“, konnte mir aber nicht den Namen der Schrift sagen.

Jetzt habe ich das Buch mit dem Titel „Der Schönhengstgau“ gesehen und dachte,

das könnte doch nicht nur ein einzelner Film sein. Da könnte es vielleicht auch eine Schrift geben?

Gruß

Thomas

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@Freiheit, Volkszeitung

Ich staune …

Gibt es von beiden Zeitungen bessere Bilder/Scans?

Volkszeitung; die Mischung aus Fraktur, Script* (das endlos horizontalen Platz einnehmen darf), und den massiv wirkenden Textspalten – sieht seltsam, beinahe unwirklich aus. Das gesamte Titelblatt würde ich gerne sehen.

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@Freiheit, Volkszeitung

Ich staune …

Gibt es von beiden Zeitungen bessere Bilder/Scans?

Volkszeitung; die Mischung aus Fraktur, Script* (das endlos horizontalen Platz einnehmen darf), und den massiv wirkenden Textspalten – sieht seltsam, beinahe unwirklich aus. Das gesamte Titelblatt würde ich gerne sehen.

Nein, tut mir leid.

Die Ausrisse stammen aus einem DGB-Buch über die Zeit der Weimarer Republik in Düsseldorf aus den 80er Jahren, also einer in dieser Beziehung durchaus seriösen Quelle. Ich glaube nicht, daß es getürkt ist.

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@Freiheit, Volkszeitung

Ich staune …

Gibt es von beiden Zeitungen bessere Bilder/Scans?

Volkszeitung; die Mischung aus Fraktur, Script* (das endlos horizontalen Platz einnehmen darf), und den massiv wirkenden Textspalten – sieht seltsam, beinahe unwirklich aus. Das gesamte Titelblatt würde ich gerne sehen.

Ergänzung:

Die Volkszeitung war ein Presse-Organ der SPD.

Da muß es auch noch andere Print-Beispiele in den diversen Archiven geben. Ich werde mich einmal umsehen.

Die Presse der Zwischenkriegszeit sollte überhaupt sehr viele und aussagestarke Typographie-Beispiele von Kombinationen Gebrochener Schriften mit anderen Auszeichnungs- oder auch Fließtext-Schriften aufweisen. Mal sehen was sich da so findet.

Schönes Wochenende wünsche ich.

Georg

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@Freiheit, Volkszeitung

Ich staune …

Gibt es von beiden Zeitungen bessere Bilder/Scans?

Volkszeitung; die Mischung aus Fraktur, Script* (das endlos horizontalen Platz einnehmen darf), und den massiv wirkenden Textspalten – sieht seltsam, beinahe unwirklich aus. Das gesamte Titelblatt würde ich gerne sehen.

Ergänzung:

Die Volkszeitung war ein Presse-Organ der SPD.

Da muß es auch noch andere Print-Beispiele in den diversen Archiven geben. Ich werde mich einmal umsehen.

Georg

In diesem und/oder jenem, oder jenem anderem Archiv sollte man da fündig werden. Auch die Zeitschriftendatenbank könnte ein nützliches Werkzeug sein.

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1012_freitag_033_1.jpg

Falls es jemand tatsächlich verwenden sollte - aus meiner Sicht spricht überhaupt nichts dagegen, ich finde so ein Photo schön - dann bitte nicht falsch herum drehen, sondern so lassen, wie es jetzt richtig dargestellt wird: auf dem Kopf und seitenverkehrt.

So sieht das übrigens aus, wenn man das doch mal macht... – eigentlich astrein lesbar, oder nicht? Spiegelverkehrt und auf dem Kopf konnte ich übrigens auch im Fotosatz noch lesen, heute nur mit großer Mühe. Ich hab’s wieder verlernt.

Lars

1261_blei_1.jpg

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Die schlichte Version der Versalien gefällt mir übrigens besser.

Sie ist viel kraftvoller, klarer und wuchtiger.

Die Verzierung passt doch gut. Ich dachte zuerst es handelt sich um die Gotenburg mit den kleinen Häckchen am Rand.

Es soll aber auch von der Tannenberg einen Zierschnitt geben. Der hat aber nur doppelte Linien. Außerdem soll die Tannenberg auch in kursiv erhältlich gewesen sein, sogar der Zierschnitt. Ich habe den Zier-Font, und der soll ja nach Originlavorlagen digitalisiert worden sein.

Weiß jemand ob es diese Formen tatsächlich im Blaisatz gab? Im normalen Schnitt gibt es außerdem unterschiedliche C-Formen: mit und ohne doppelten Strich. Was hat es damit auf sich?

1539_tannenberg_1.jpg

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:oops:

War nur die halbe Hasenheide rauf und wieder runter (Mann, die is laaang). Nichts gefunden. Hab ersatzweise ein Wannsee-S-Bahn-Schild fotografiert, das ich jetzt nicht vom Handy runterkriege (ich telefonier damit sonst nur).

Kann dir höchstens 'ne MMS schicken. :roll:

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