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Schaftstiefelgrotesk?


Flosemann

Empfohlene Beiträge

Eine Vermutung am Rande: Gehen die Rap-Gebrochenen nicht irgendwie auf die Tattoo-Gebrochenen zurück? Und wo kommen die her? Knast-Tattoos? Gangsta-Image? Weiß das wer?

Gehen die letztlich nicht auch auf die gedruckten gebrochenen Schriften (vor allem Gotisch) zurück?

Flosemann

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Na, ich meinte doch die Tradition der Verwendung, den Kontext, der sich mir hier entzieht ...

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1400_jm_1.jpg

Eine Vermutung am Rande: Gehen die Rap-Gebrochenen nicht irgendwie auf die Tattoo-Gebrochenen zurück? Und wo kommen die her? Knast-Tattoos? Gangsta-Image? Weiß das wer?

Rocker-Clubs benutzen diese Schriften schon seit Gründung Ende der 40er Jahre in den VSvA. Und mittlerweile weltweit:

http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... e%26sa%3DG

Hells Angels Logos dürfen nicht kopiert werden, deshalb der Verweis zur Netzseite.

1012_1_130.jpg

1012_2_32.jpg1012_3_12.jpg

Die Unterscheidung zwischen Organisationen wie den Hells Angels oder der direkten weltweiten Konkurrenz, den Bandidos und allgemeinen Motorrad-Clubs ist definitiv vorhanden, wenn auch manchmal überschneidend.

Georg

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1539_opel_1.jpg

Achtung, Achtung, Achtung: Wirklich keine Werbung - Zeitung: nicht abonnieren, Auto: nicht kaufen! :twisted:

Was bei dem kleinen Bild leider nicht zu sehen ist: der Anzeigentext ist in einer Eqypitenne verfaßt lediglich der „Hingucker“ in einer schlichten Gotisch. Spricht das für die bessere bzw. schlechtere Lesbarkeit der beiden Schriftarten?

Flosemann

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835_plakattannenberg_2.jpg

Plakat hier als Modifikation (mit der Tannenberg). Sieht doch in einem Kontext "ohne Militaria" einfach nach Werbeschrift aus.

835_plakatklein_1.jpg

Das Original zum Vergleich

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1539_opel_1.jpg

Achtung, Achtung, Achtung: Wirklich keine Werbung - Zeitung: nicht abonnieren, Auto: nicht kaufen! :twisted:

Was bei dem kleinen Bild leider nicht zu sehen ist: der Anzeigentext ist in einer Eqypitenne verfaßt lediglich der „Hingucker“ in einer schlichten Gotisch. Spricht das für die bessere bzw. schlechtere Lesbarkeit der beiden Schriftarten?

Flosemann

Kann man den Ball denn nicht flacher halten?

Die Tannenberg wurde doch auch nicht als Fließtext-Schrift entworfen.

Und paßt doch durchaus zu Egyptienne-Schriften.

Ich habe hier einige Exemplare der Graphischen Nachrichten, einer Monatszeitschrift, aus den Jahren 1933 und 1934. Dort werden unter anderem die Schriften Tannenberg und Element vorgestellt und besprochen. Die Fließtexte sind alle aus eben diesen Schriften gesetzt. Max Bittorf richtet sich aber in seinem Artikel ausdrücklich gegen einen wohl damals herrschenden Trend, nur noch Fraktur- und Gotische Schriften als deutsche Schriften zu verwenden und plädiert für die Einbindung der Antiqua in Kombination z.B. zur Element.

Die Artikel sind alle seitenlang und im DIN A3-Format. Ich kann sie leider nicht scannen. Aber viele Artikel dort behandeln genau unser Diskussionsthema hier.

Georg

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zu spät, der preuß hat schon 'nen opel. :twisted:

Ich kaufe nur deutsche Produkte, wenn es irgendwie geht.

(Ja, ich weiß, wem Opel gehört - dennoch).

Das ist doch klar. Aber mein Opel verwendet eine Futura Buchschrift, keine Gotische :)

Georg

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Kann man den Ball denn nicht flacher halten?

Die Tannenberg wurde doch auch nicht als Fließtext-Schrift entworfen.

Und paßt doch durchaus zu Egyptienne-Schriften.

Eben, das bestätigt doch meine Vermutung und zeigt sich wunderbar in der Opel-Anzeige.

Wenn ein längerer (Werbe-)Fließtext in der Element gesetzt wäre, würde sich wohl kaum jemand die Mühe machen ihn zu lesen. Nicht wegen der –aus heutiger Sicht – ungewohnten Buchstaben, sondern wegen der schlechteren Lesbarkeit (auch für „fraktur“-gewohnte Leser). Um „in's Auge zu springen“ ist die Element natürlich sehr gut geeignet.

Flosemann

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Was das Beispiel "Eisenbahnstückgutverkehr" sehr schön zeigt: Wie schlecht sich Tannenberg und Co. gegenüber "richtigen" Gebrochenen lesen lassen. Lauter senkrechte Striche in gleichen Abständen. War mir so deutlich noch nicht eingegangen.

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Dass die Stuttgarter Erklärung der evangelischen Kirche (ich hatte sie schon erwähnt) in der Tannenberg gesetzt war, ist dann Unvermögen, Mangel an anderen Schriften, bewusste Assoziation zum Thema?

Ich hab sie aber einmal auf einer Rechnung gesehen und hatte sie dann (da wusste ich von der Assoziation, die viele damit haben nichts) auch schon in der Anschrift in der Mischung mit der Robert-Koch-Fraktur und anderen gebrochenen Schriften verwendet. Habe nie böse Antworten bekommen.

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Kann man den Ball denn nicht flacher halten?

Die Tannenberg wurde doch auch nicht als Fließtext-Schrift entworfen.

Und paßt doch durchaus zu Egyptienne-Schriften.

Eben, das bestätigt doch meine Vermutung und zeigt sich wunderbar in der Opel-Anzeige.

Wenn ein längerer (Werbe-)Fließtext in der Element gesetzt wäre, würde sich wohl kaum jemand die Mühe machen ihn zu lesen. Nicht wegen der –aus heutiger Sicht – ungewohnten Buchstaben, sondern wegen der schlechteren Lesbarkeit (auch für „fraktur“-gewohnte Leser). Um „in's Auge zu springen“ ist die Element natürlich sehr gut geeignet.

Flosemann

Ich habe gerade noch einmal nachgeschaut:

Alle Fließtexte von Großanzeigen sind in der Element gesetzt. Sogar die Berichte von den Schriftgestaltern selbst über ihre Schrift.

Wie bekommt man hier eine DIN A3-Seite hinein?

Gib mir einer einen Tipp, dann versuche ich, die Seite/n zu scannen.

Georg

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Dass die Stuttgarter Erklärung der evangelischen Kirche (ich hatte sie schon erwähnt) in der Tannenberg gesetzt war, ist dann Unvermögen, Mangel an anderen Schriften, bewusste Assoziation zum Thema?

Ich glaube, dass die (ev.?) Kirche eher weniger Probleme mit holzschnittartigen (im Wortsinn) Schriften hat, denn wenn ich mal an die Losungen denke, sind die eigentlich auch immer gebrochen, unzial oder ähnlich geschnitten. Also eine kirchliche Schrifttradition weit abseits der braunen Linie, würde ich mal mutmaßen.

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Was anderes, wenn wir schon beim Thema sind,

ist das bei Euch auch so, dass man beim Lesen dieser Beiträge, die Seite weit rechts über den Bildschirm geht und man scrollen muss?

Jemand hatte bspw. einen ellenlangen Link eingestellt, dieser wurde überhaupt nicht umbrochen!

Gruß

Thomas

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Ich glaube, dass die (ev.?) Kirche eher weniger Probleme mit holzschnittartigen (im Wortsinn) Schriften hat, denn wenn ich mal an die Losungen denke, sind die eigentlich auch immer gebrochen, unzial oder ähnlich geschnitten. Also eine kirchliche Schrifttradition weit abseits der braunen Linie, würde ich mal mutmaßen.

Noch in den 50ern gab es Gebetbücher in der Peter-Jessen-Schrift von Rudolf Koch.

1539_jessenschrift_1.jpg

Flosemann

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