Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie

Am 8. Dezember 2016 übergab der Rat für Rechtschreibung seinen dritten Bericht an die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Darin enthalten sind zwei Vorschläge zu Regelveränderungen der offiziellen deutschen Rechtschreibung zur Bestätigung durch die staatlichen Stellen. Ein Vorschlag widmet sich Adjektiv-Substantiv-Fügungen, ein anderer ist eine kleine Sensation: die Aufnahme des Eszett-Großbuchstabens in das Regelwerk der amtlichen deutschen Rechtschreibung. 
 
Im Jahr 2005 musste Dr. Kerstin Güthert vom Rechtschreibrat auf eine diesbezügliche Anfrage von Thomas Landsgesell noch antworten, dass man den Bedarf und Nutzen des Zeichens sehr wohl sieht, aber den Buchstaben selbst nicht »erfinden« könne. Dazu bedürfe es »einer Initiative der Schreibgemeinschaft«. Und so kam es. Seit dem Briefwechsel sind über 10 Jahre vergangen und es hat sich einiges getan. Die Aufnahme des großen Eszett in den Unicode hat die technischen Möglichkeiten geschaffen, um das Zeichen in der digitalen Kommunikation einsetzen zu können. In der Folge sind mehr als tausend Schriftfamilien mit großem Eszett auf der normierten Unicode-Position veröffentlicht worden und auch die Tastatureingabe wurde durch die T2-Norm geregelt.  Immer häufiger wurde das Zeichen nun im Satz mit Großbuchstaben verwendet, obgleich das offizielle Regelwerk diese Schreibung noch nicht enthielt. Doch dem steht nun eine entscheidende Änderung bevor.

Beispiel-Anwendung. Großes Eszett auf einem Diogenes-Kinderbuch
 
Der Rechtschreibrat empfiehlt die Änderung des amtlichen Regelwerks dergestalt, dass das große Eszett in die Buchstabenliste  der deutschen Buchstaben aufgenommen wird. 
Der bisherige Klammertext »Ausnahme ß« entfällt. Zur Schreibung in Großbuchstaben soll es zukünftig heißen: 
Der Rechtschreibrat begründet diese Vorschläge ausführlich mit den bekannten Argumenten für das große Eszett, etwa mit Hinblick auf die Eindeutigkeit von Eigennamen. Außerdem beruft man sich auf die Beobachtung der häufigen Beibehaltung des Eszett im Versalsatz – in der »ein Bedürfnis nach Bewahrung des Schriftbildes in der Schreibung zum Ausdruck gebracht wird«. Weiter heißt es:
In den bereits vorab durchgeführten Anhörungen im deutschsprachigen Raum wurde dem Vorschlag bereits ohne Einwände zugestimmt. Das Goethe-Institut begrüßt den Vorschlag zum Beispiel ausdrücklich und schließt sich »vollumfänglich« an. Die Schweiz und Liechtenstein enthielten sich, da sie das Eszett bekanntlich generell nicht verwenden. 

Gegenüberstellung der aktuellen und vorgeschlagenen Fassung
 
Vorbehaltlich der Bestätigung durch die Kultusministerkonferenz wäre damit die seit über hundert Jahren immer wieder angeprangerte Lücke im deutschen Alphabet endgültig geschlossen. 

Duden von 1919
Als Typekit 2009 an den Start ging, war es ein reiner Webfont-Dienst. Abonnenten konnten (und können bis heute) durch eine regelmäßige Zahlung Zugriff auf eine Schriftbibliothek erhalten und sämtliche Fonts in beliebige Internetpräsenzen einbinden. Nach der Übernahme durch Adobe entstand auch eine An- bzw. Einbindung in das Creative-Cloud-System und einige der Typekit-Schriften ließen sich nun auch kostenlos als Desktop-Fonts in beliebigen Anwendungen einsetzen. Die Auswahl dieser Schriften war jedoch beschränkt. Denn ähnlich wie bei Musik-Streaming-Diensten zahlt der Nutzer ja nur einen Pauschalpreis für das Typekit- oder Creative-Cloud-Abo. Somit erhält der Schriftgestalter bzw. die Foundry meist nur den Bruchteil dessen, was bei einer regulären Lizenzierung von Einzelfonts über andere Kanäle fällig wäre. Aus diesem Grund haben sich die Schrifthersteller auch nicht gerade darum gerissen, ihre kompletten Schriftbibliotheken über Typekit verfügbar zu machen. Doch mit dem Typekit Marketplace wurde nun eine entsprechende Lösung geschaffen.
Parallel zu den bisherigen Bibliotheks-Abos können Schriftanbieter ihren Schriften nun über den so genannten Marketplace auch zu einmalig zu zahlenden Festpreisen anbieten und umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten sind bereits inbegriffen. 
 

 
Den Preis für die Lizenzierung bestimmt die Foundry, wobei es von Adobe vorgegebene Standardpreise gibt, von denen nicht abgewichen werden kann. Ebenso ausgeschlossen sind Rabatte jeder Art. Nach der Lizenzierung der Fonts erfolgt eine automatische Synchronisierung mit der Creative Cloud, sodass die Schriften sofort auf den Geräten des Benutzers zur Verfügung stehen. 
 

Schriftanbieter, die im Typekit Marketplace Schriften anbieten
 
Adobe steht mit seinen, den Markt dominierenden Design-Anwendungen buchstäblich zwischen Schriftanbietern und Schriftnutzern. An dieser Schnittstelle eine einfache Form der Schriftlizenzierung zu schaffen macht also durchaus Sinn. Und es entsteht mit dem Marketplace ein neuer Vertriebskanal für Fonts, der nicht von Monotype kontrolliert wird. Für viele Schriftanbieter sicher eine willkommene Entwicklung. 
Die vierte Ausgabe des Typografiemagazins Schrägstrich ist ab sofort als kostenloses eBook verfügbar. Die Studenten des Studiengangs Buch- und Medienproduktion der HTWK Leipzig haben ein Jahr lang an der neuen Ausgabe getüftelt und gewerkelt und sind nun stolz, Ihnen das Magazin zum Thema »Typo 24/7« präsentieren zu dürfen. In den verschiedensten Rubriken schreiben ausgewählte Autoren aus ganz Deutschland über die Themen Typografie, Design und Gestaltung. Gestalterisch aufbereitet ist das interaktive Magazin mit digitalen Spielereien wie Bildergalerien, Videos und animierten Zwischenseiten.
 

 
Inhaltsverzeichnis:
Typografische Spurensuche Schrift im öffentlichen Raum – eine Sammlung. Eva Kubinyi Schilder malen als Profession. Henry van der Horst Typografie und Technik Was Tiresias mit Großdruckbüchern zu tun hat. Gabi Schulze Professionelle Typografie in E-Books und anderen digitalen Medien. Tobias Köngeter Rezeption und Determination typografischer Elemente bei digitalen Displays. Frank Barth Typografie und Theorie Horror-Typografie. Pascal Renger Das Weinetikett – Kür und Pflicht. Peter Reichard Schriften und Schriftgestalter Schönheit nach Abzug. Andreas Uebele Typografie im Alltag. Matti Vandersee Typografie ist Kunst? Ungefragte Schrift. Nicholas Ganz Galerie Sammelwahn. Typejockeys  

 
Hier kann das Magazin geladen werden. Die Betrachtung des iBooks erfordert ein aktuelles Apple-Gerät (Mac/iPad/iPhone). 
Monotype hat die neueste Version seines Fontmanagers FontExplorer X Pro vorgestellt. Neben einer Vielzahl verbesserter Funktionen erlaubt FontExplorer X Pro jetzt das Sortieren der Schriften nach neuen Stilkategorien, was die Übersichtlichkeit und das Suchen passender Fonts erleichtert. Ebenfalls neu: Test-Tools für Fonts, einschließlich einer aktualisierten Version der Web-Vorschau, welche die Möglichkeit bietet, sich bestehende Websites mit einer lokal geladenen Schrift anzusehen.

Einige neue Funktionen des FontExplorer X Pro 6 im Überblick:
Erweiterte Font-Klassifizierung durch Subklassen wie Editorial, Graffiti, Display, Brush, ungekünstelte Schreibschrift, Lettering und viele mehr. Plug-Ins für die Font-Aktivierung in den Profiprogrammen Adobe Photoshop CC 2015.5 und Illustrator CC 2015.5, sowie QuarkXPress 2016. Automatisches Ablegen von Font-Dateien ins Mac-OS-Benutzerverzeichnis unter Berücksichtigung der aktuellen Sicherheitseinstellungen (kein manuelles Hin-und Herschieben von Font-Software-Dateien). Erweiterte Sprachunterstützung mit der Anzeige von Lokalisierungsinformationen (wenn eingetragen) für 25 Sprachräume. Erstmals User-Interface für Japanisch. Erweiterte Format-Unterstützung für 19 neue Dokumenttypen, Analysieren der Dateien von Microsoft Office, LibreOffice, OpenOffice, Sketch, Scribus, und anderen Programmen. Verbesserte Schriften-Kachelübersicht, die mehr Font-Optionen zeigt und deren Farb- und Schriftgestaltung die Beurteilung von Schriften beschleunigt.
Käufer, die den FontExplorer X Pro 5 nach dem 15. Mai 2016 erworben haben erhalten ein kostenloses Update. Bestandskunden zahlen 45 € für das Update auf FontExplorer X Pro 6. Neueinsteiger erwerben die FontExplorer X Pro 6 Lizenz für 89 €. Weitere Informationen zu den Update-Preisen sowie den Download einer Test-Version gibt es unter  http://www.fontexplorerx.com
Auf der ATypI-Konferenz in Warschau wurde die neueste Version der OpenType-Spezifikationen bekanntgegeben. Die Aktualisierung bringt eine signifikante Erweiterung mit sich: »Variable Fonts«. Nach dem Motto »aller guten Dinge sind drei« ist dies nach den Alleingängen von Apple (TrueType GX) und Adobe (Multiple Master) in den 1990er-Jahren nun der dritte Anlauf für Schriften, die den Zugriff auf stufenlos wählbare, gestalterische Zwischenschritte aus einer Fontdatei heraus erlauben. 
Dieses Mal sind jedoch alle führenden Software-Anbieter direkt in die Entwicklung involviert: Microsoft, Apple, Google und Adobe haben sich gemeinsam auf die Details geeinigt und sie als Teil der OpenType-Spezifikationen festgeschrieben. 

Nun müssen die neuen Spezifikationen natürlich noch in die Anwendungsprogramme implementiert und entsprechende Schriften geschaffen werden. Abwärtskompatibel sind die Schriften nur bedingt. Bei TrueType-basierten Fonts kann immerhin auf einen Grundschnitt ohne jegliche Interpolation zurückgriffen werden. Bei den PostScript-basierten OpenType-Schriften hat sich Adobe dazu entschieden, die alten Zöpfe gänzlich abzuschneiden. Das neue Format CFF 2 (Compact File Format) ist nicht abwärtskompatibel und diese Fonts laufen also ausschließlich mit Anwendungen, die die neuen OpenType-Spezifikationen vollständig unterstützen. 
Ein typisches Anwendungsfeld der neuen OpenType-Fonts wird wohl das elektronische Publizieren sein. Die möglichen Designvariationen innerhalb der Fontdateien erlauben eine Echtzeitanpassung an die konkrete Darstellungsumgebung. So kann sich etwa die Breite der Schrift dynamisch mit der Spaltenbreite ändern. Großen Wert wurde auch auf die Dateigrößen (und damit Ladezeiten beim Abruf von Inhalten aus dem Internet) gelegt. Die Kombination verschiedener Schnitte in einem Font kann redundante Informationen vermeiden. 
 
Weitere Informationen:
OpenType-Spezifikationen Artikel von John Hudson Adobe-/Typekit-Ankündigung
Schrift zwischen Tradition und Funktionalität: Die Abschaffung von Kurrent und gebrochener Schrift bildeten im 20. Jahrhundert bereits einen Bruch in der Kulturentwicklung der Leselernschriften im deutschsprachigen Raum. Und auch die technologischen Umwälzungen der Gegenwart stellen Umfang und Rolle der Lehre der Handschrift in der Schule auf eine weitere Probe. Das Walbaum-Wochenende vom 8. bis 9. Oktober in der Weimarer Pavillon-Presse widmet sich diesen Entwicklungen, bietet informative Fachvorträge und lädt zur Diskussion um die gegenwärtigen Entwicklungen ein.
 
Programm am Samstag, 8. Oktober:
10 Uhr. Ralf Herrmann. Begrüßung und Führung durch die Ausstellung »Leselernschriften – Hand- und Druckschriften aus über 100 Jahren Schulausbildung«

Diese Ausstellung zeigt anhand von Lehrmaterialien und Anwendungsbeispielen die wechselvolle Entwicklung der Leselernschriften im deutschsprachigen Raum vom 19. Jahrhundert bis heute. Von altdeutschen Hand- und Druckschriften spannt sich dabei der Bogen bis zu den lateinischen Hand- und Schulbuchdruckschriften der Gegenwart. 11 Uhr. Florian Hardwig:
»Non-Latin? Zickzack? Deutsche Schrift? Kleine Geschichte der Kurrent«

Einst die übliche Schreibschrift im deutschsprachigen Raum – heute für die meisten kaum noch zu entziffern: Florian Hardwig beleuchtet die Geschichte und Formmerkmale der Kurrentschrift und ihren Einsatz in Schule, Gebrauchsgrafik und politischer Propaganda. 14 Uhr. Friedrich Althausen: 
Neue Schriften für Fibel, Tafelwerk und Weltatlas

Der Schriftgestalter Friedrich Althausen stellt mehrere Schriftentwürfe für einen Schulbuchverlag vor, die in allen Medienformen und in allen denkbaren Unterrichtssituationen bestehen müssen. 15.30 Uhr. Tobias-David Albert: 
»Die Kursive – das zeitlose Modell der formalen Handschrift«

Thesen und Hypothesen zur Genese einer formalen Handschrift und deren Beziehung zur Ontogenese. Ein kurzweiliger und streitbarer Ausflug zu den Wurzeln von Schreiben und Schrift und deren nachhaltige Wirkung auf einen zeitgemäßen Umgang mit dieser Technik.
Programm am Sonntag, 9. Oktober:
10 Uhr. Optionaler Kalligrafie-Workshop: Große Buchstaben mit experimentellen Schreibgeräten

Ähnlich chinesischen Straßen-Kalligrafen, die mit Schwämmen an einem langen Stab im Stehen schreiben, werden Schreibgeräte mit verschiedenartigen Schreibspitzen angeboten. Dazu gibt es eine kurze Einleitung des Kalligrafen Tobias-David Albert, für einen sich selbst erschließenden experimentellen Umgang mit diesen Schreibschwämmen. Dauer: nach Bedarf. Es wird eine zusätzliche Materialpauschale von 10 Euro fällig.  



 
Anmeldung/Kosten
Die Teilnahmegebühr für den Samstag beträgt 99,- Euro (bzw. 45,- für Studenten). Für den optionalen Kalligrafie-Workshop am Sonntag wird eine zusätzliche Materialpauschale von 10 Euro berechnet. 
Jetzt anmelden.
 
In ihren fünf Jahren als international tätige Lettering-Künstlerin hat es die aus Buenos Aires stammende und heute in Berlin lebende Martina Flor bereits zu einem beachtlichen Ruf gebracht. Neben der Fertigung ihren Auftragsarbeiten vermittelt sie ihre Kenntnisse auch in Workshops und nun einem eigenen Buch, das im Verlag Hermann Schmidt Mainz erschienen ist. 


In »Lust auf Lettering« gibt Martina Flor Einblick in ihre Arbeitsweise und vermittelt Fachwissen rund um Schrift, Kalligrafie und Lettering.  Das Buch gliedert sich folgendermaßen:
Visuelles Storytelling – Lettering in Abgrenzung zu Kalligrafie und Typedesign Das typografische Auge – Von der Bedeutung des Beobachtens Basics – Von der DNA der Buchstaben Werkzeuge in ihre Anwendung – Von Feder, Pinsel und anderen Tools Spielwiese für Lettering Designer – Von der unendlichen Vielzahl gestalterischer Stile Komposition und Dekoration – Von Struktur, Hierarchie und Verzierung Schriften skizzieren – Von der ersten Skizze zum komplexen Entwurf Analog zu digital – Von Ankern und Vektoren Der letzte Schliff – Von Farben und Texturen Work in Progress – Auf dem Weg zum Lettering-Profi  
Wie man sieht, gibt das Buch einen Gesamtüberblick über die Arbeit eines Lettering-Designers: Von Werkzeugen, Schriftstilen und Arbeitsweisen während des Entwurfs bis hin zur Reinzeichnung/Vektorisierung und der Arbeit mit Kunden wird alles besprochen. Die vielen Illustrationen machen das Buch dabei kurzweilig und weisen auf leicht verständliche Weise auf  die wichtigsten »Dos and Don’ts« hin.



Es liegt aber in der Natur der Sache, dass ein Buch über kunsthandwerkliche Techniken Kurse und die notwendige Übungspraxis nicht ersetzen können. So ist Lust auf Lettering also weniger ein Lehrbuch, als vielmehr ein kurzweiliger Überblick über die Arbeit eines Lettering-Künstlers.  
Das Buch zeigt sich in der üblicher, hochwertigen Schmidt-Qualität. Die 168 Seiten als Hardcover sind detailverliebt gestaltet und passend zum Thema über weite Strecken in Lettering-Stil gestaltet, das heißt, Texte sind oft nicht gesetzt, sondern geschrieben und die Seiten wie abfotografierte Blätter auf einem Schreibtisch dargestellt. 


Daten zum Buch:
Hardcover, 168 Seiten erschienen: 30. Mai 2016 Autor: Martina Flor Gestaltung/Satz: Martina Flor, Pia Friese Schriften: Alegreya Sans, Alegreya Serif, Quire Sans Verlag Hermann Schmidt Mainz ISBN: 9783874398848 bei Amazon aufrufen (Partnerlink)  
Googles Webservice und Downloadportal für kostenlose Schriften startete 2010 mit nur 14 Familien. Seitdem wächst das Schriftenportal ständig und liefert mittlerweile Fonts aus über 800 Familien über 15 Milliarden Mal am Tag aus. 
Auf Basis von Googles eigenen Designstandards (»Material Design«) erfolgte nun eine umfassende Aktualisierung, die unter der neuen Adresse fonts.google.com erreichbar ist. 

Das alte (links) und neue Portal (rechts) im Vergleich
 
Der neue Auftritt überzeugt in Design und Benutzerfreundlichkeit. Das reduzierte und besser an jegliche Bildschirmgrößen angepasste Design stellt die Schriftdarstellung stärker in den Fokus und über die Regler und durch die direkte Bearbeitung der Schriftmustertexte lässt sich das meiste gleich  auf der Übersichtsseite bequem erledigen. Die vielen Reiter und Popups der alten Seite entfallen. Zu jeder Familie gibt es natürlich weiterhin eine Detailseite mit Informationen, Schriftmustern und der Darstellung von beliebten Schriftpaarungen, die man direkt übernehmen kann. 

 
Nachdem alle großen Verkaufsplattformen für Fonts nach und nach von Monotype aufgekauft wurden, wurde es für Schriftgestalter und kleinere Foundrys zunehmend schwerer, ein größeres Publikum abseits von Monotypes Kanälen und deren Vertragsbedingungen zu erreichen. Doch nun entstehen als Reaktion immer mehr alternative Plattformen aus den Reihen der Foundrys selbst. Das kürzlich gestartete Fontstand, hinter dem maßgeblich der holländische Anbieter Typotheque steckt, ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Mit dem Type Network ist gerade eine weitere Plattform nach ähnlichem Prinzip gestartet. 

Hinter dem Angebot stehen vor allem die Betreiber von Font Bureau und dem zugehörigen Webfont-Dienst Webtype. Statt als einzelne Foundry mit eigenem Webshop aufzutreten, hat Font Bureau sein Angebot in eine Plattform überführt, die als Informations- und Vertriebsportal für verschiedenste Schriftgestalter und Foundrys fungiert. Die Marke Font Bureau tritt dabei in den Hintergrund und selbst der Vertrieb vieler Font-Bureau-Fonts erfolgt nun nicht mehr unter dem Label der Foundry, sondern im Namen der einzelnen Designer bzw. ihrer (teilweise neu gegründeten) Label. 

Die Plattform startet mit 174 Schriftfamilien von 9 Schriftanbietern, doch das Angebot wird sicherlich wachsen. Lizenzen werden im Webshop für Desktop, Web (als Webservice oder für den eigenen Server), Apps und ePub ausgestellt. 
http://www.typenetwork.com
Jason Santa Maria ist ein in New York arbeitender Grafik- und Webdesigner. Er arbeitet derzeit für Vox Media, ist aber auch bekannt für die Gründung von Projekten wie Typedia oder A Book Apart. Letzteres ist ein Verlag, der sich speziell an Webdesigner richtet. Dort erschien auch sein Buch »On Web Typography«, dass nun in deutscher Lizenzausgabe vom dpunkt.verlag herausgegeben wurde. 
  Der Hauptteil des Buches erklärt auf circa 130 Seiten die Grundlagen der Webtypografie und gliedert sich in folgende Bereiche: Wie wir lesen Wie Schrift funktioniert Schriften bewerten Schriften auswählen und kombinieren Typografische Systeme Komposition     Das Buch zeigt die wesentlicher Felder auf, die es bei der Erstellung typografisch hochwertiger Webpräsenzen zu bedenken gibt und liefert passende Tipps, Links und Faustregeln aus der Erfahrung des Autors. Mehr darf man jedoch dabei nicht erwarten. Das Buch geht kaum in die Breite oder Tiefe und fungiert auch nicht als Nachschlagewerk. So ist das Buch also vor allem für (angehende) Webdesigner geeignet, denen Grundlagenwissen zur Typografie noch gänzlich fehlt und die sich erst einmal einen Überblick verschaffen möchten. Bei einem Preis von nur knapp 20 Euro geht die überblickshafte Behandlung des Themas in Ordnung. Eventuell reicht auch das Lesen des E-Books. Hier kann man auch direkt die im Buch zahlreich vorkommenden Links direkt ansteuern. Einige Leseproben gibt es auf der zugehörigen Webseite des Verlages.   
Gerrit Ansmann hat in den letzten Jahren an der Unifraktur Maguntia gearbeitet – einer kostenlos verfügbaren gebrochenen Schrift mit umfangreichem Zeichenausbau und zahlreichen Smartfont-Merkmalen. In diesem Interview verrät er uns mehr über dieses Projekt. 
 
Was fasziniert dich als Physiker an Typografie und Schriftgestaltung? Welche Motivation steckte hinter dem Ausbau der Unifraktur Maguntia?
 
Ich interessierte mich schon vor meinem Studium für Computergrafik, und dadurch, dass sie für wissenschaftliche Illustrationen nützlich wurde und Bézier-Kurven, Splines u. Ä. Gegenstand meiner Nebenfach-Vorlesungen in Numerik waren, verstärkte sich dies. Außerdem mag ich, im Vergleich zu anderen Künsten, die mathematische Natur der Schriftgestaltung. Aber mein Anlass, sich mit der Gestaltung von Frakturschriften zu beschäftigen, war ein ganz anderer: Als Physiker konnte ich mich naturgemäß für Rollenspiele begeistern, in meinem Fall Cthulhu. Dieses spielt hauptsächlich in den Zwanzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts und ist sehr recherchelastig. Wer, wie ich, Abenteuer für dieses Spiel entwirft, muss daher häufig fiktive Zeitungsauschnitte u. Ä. erschaffen, die aus dieser Zeit stammen oder noch älter sind. Um den historischen Schriftsatz authentisch nachahmen zu können, arbeitete ich mich daher in die historischen Regeln des Fraktursatzes ein und lernte, das lange s und Ligaturen einzusetzen. In der Praxis hieß dies dummerweise häufig, dass ich irgendwelche Sonderzeichen per Hand einfügen musste, da die wenigsten Frakturschriften OpenType oder Unicode unterstützten. Die Maguntia war eine der wenigen Ausnahmen, basierte aber wie so viele Frakturschriften auf einer durchwachsenen Digitalisierung. Zum Beispiel hatte man in Wörtern wie Luftfahrt f- und t-Balken auf drei verschiedenen Höhen und J und I waren durch Skalieren ineinander überführbar. Da die Schrift frei war, fing ich daher irgendwann an, die schwerwiegendsten Probleme anzugehen, wobei mir neue Probleme auffielen, die ich wiederum behob, nur um irgendwann alles über den Haufen zu werfen und alle Buchstaben von Grundauf neu zu digitalisieren, und so weiter. Anfangs war mein Ansporn hierbei, eines Tages eine kleine Anleitung für historischen Fraktursatz zu schreiben, die dem Leser nicht abverlangt, irgendwelche sonstwo platzierten Sonderzeichen zu nutzen, sondern die Hauptarbeit OpenType u. Ä. zu überlassen. 
 

 
Bald gesellte sich allerdings eine andere Motivation hinzu, und zwar, dass die meisten Schöpfer von Frakturschriften eher auf Masse statt auf Klasse zu setzen schienen und ich mir wünschte, dass es zumindest eine Frakturschrift gibt, mit der man alles tun konnte, was man sinnvoll mit Fraktur anstellen können wollte. 
 

 
Auf welchen historischen Vorlagen basiert die Schrift? Und wie eng lehnt sich die Unifraktur Maguntia an diese an bzw. was wurde neu interpretiert oder neu hinzugefügt?
 
Die Hauptvorlage ist Carl Albert Fahrenwaldts Mainzer Fraktur von 1901, aus welcher die meisten Buchstaben und Ligaturen des deutschen Alphabets stammen, mit Ausnahme von J, Ä, Ö und Ü, die damals im Fraktursatz erst langsam in Gebrauch gerieten. Die verbleibenden Zeichen der Vorlage übernahm ich nur teilweise, da viele meines Erachtens nicht gut zum Rest der Schrift passten, vor allem die Ziffern und einige Satzzeichen. Diese Zeichen waren eher im Antiqua-Stil gehalten, was aber aus mir unerfindlichen Gründen damals üblich war – weswegen ich auch später Antiqua-Ziffern als Alternative ergänzte. Alle anderen Glyphen habe ich neugestaltet, wobei ich sofern sinnvoll möglich die existierenden Glyphen als Grundlage verwendet habe und mich von der ursprünglichen Maguntia und anderen Schriften hab inspirieren lassen. Dies betrifft unter anderem die modernen Formen, die Ziffern, Akzente und diverse Sonderzeichen. 
 



 
Lesbarkeit vs. Tradition: Ist die Schrift eher für traditionellen Fraktursatz gedacht? Wie geht sie mit dessen heutigen Lesbarkeitsproblemen um?
 
Zum einen dienen viele Glyphen ausschließlich der Reproduktion historischer Texte, was ja auch eines der Paradigmata meiner Arbeit war: Jeder Frakturtext soll mit der Maguntia abgebildet werden können. Zum anderen habe ich von zehn Buchstaben, die ungeübten Lesern besonders Probleme bereiten, moderne Varianten gestaltet, sowie ein rundes s ohne Schwung, das am Anfang oder im Innern eines Wortes genutzt werden kann, also dort, wo historisch ein langes s stand. Bei der Gestaltung dieser modernen Varianten habe ich aber den Gestaltungsprinzipien der ursprünglichen Schrift Priorität eingeräumt und deshalb habe ich beispielsweise kein modernes T implementiert (da ich keine zufriedenstellende Lösung fand) und das moderne N ist noch weit von einem Antiqua-N entfernt. Die modernen Varianten sind also ein – hoffentlich guter – Kompromiss zwischen Lesbarkeit und einheitlichen Formen. 
 

Beispielsatz, der die traditionellen und modernisierten Zeichenformen zeigt.
 
Traditionalisten möchten die Satzregeln und Zeichenformen in ihrem letztgültigen Stand beibehalten sehen, während andere argumentieren würden, dass modernisierte Formen und Satzregeln die gebrochenen Schrift eher am Leben halten können. Wie stehst du zu diesem Thema?
 
Ich denke nicht, dass man eine Schrift nutzen oder erschaffen sollte, nur um einen Stil am Leben zu erhalten. Stattdessen sollte man eine Schrift nutzen, wenn sie sich für eine Anwendung eignet, und eine Schrift erschaffen, wenn einem die Erschaffung selbst Freude bereitet oder man denkt, dass jemand diese Schrift nutzen möchte – in welchem Fall der Stil durch dieses Bedürfnis am Leben erhalten wird.

Ansonsten denke ich, dass sowohl historischer als auch moderner Fraktursatz ihre Existenzberechtigung haben, zum Beispiel: Wenn die Schrift nur »traditionell« oder (vor allem außerhalb des deutschen Sprachraums) »deutsch« kommunizieren soll und Lesbarkeit entscheidend ist, bietet es sich an, Modernisierungen zu nutzen. Soll die Schrift hingegen »historisch« oder »sehr alt« kommunizieren und es ist zu erwarten, dass die Leserschaft den Text mit angemessenem Aufwand entziffert bekommt, bietet es sich an, das lange s, historische Buchstabenformen usw. zu nutzen. Nichtsdestotrotz habe ich kein Verständnis für unsinnig absurde Kombinationen oder gescheiterte Versuche historisch zu sein, die mit einer Minute Internet-Recherche vermieden werden können. Der wohl verbreiteste derartige Fehler ist die pauschale Ersetzung des runden s durch das lange. Ein anderes Beispiel ist das neue Warsteiner-Logo, dessen t am ehesten wie ein Fraktur-k aussieht, wenn überhaupt, aber weder wie ein Fraktur-t noch wie ein Antiqua-t.
 
Gebrochene Schriften sind heute im deutschsprachigen Raum nur noch selten im Einsatz und wenn doch, nicht selten mit ausdrücklich gewünschter oder ungewollt entstehender Assoziationen zum Nationalsozialismus. Lässt sich die gebrochene Schrift überhaupt noch davon lösen und welche Einsätze stellst du dir für deine Schrift vor?  
 
Meiner Erfahrung nach hat die Fraktur in Deutschland durchaus ihre Nischen, in denen sie nicht automatisch mit den Nazis assoziiert wird, zum Beispiel in den Kontexten Tradition, Geschichte oder Festlichkeiten. Außerhalb des deutschen Sprachraums kann die Situation ähnlich sein, gerade wo irgendwann einmal Fraktur üblich war, z. B. habe ich eine beachtliche Menge Fraktur in Prag gesehen. Zumindest in Teilen des Rests der Welt wird Fraktur erst einmal mit Deutschland assoziiert (was leider häufig selbst für eine Nazi-Assoziation reicht), aber auch hier kommt es auf Kontext und Ort an. Außerhalb dieser Nischen besteht gibt es m. E. weder Chancen noch die Notwendigkeit, eine gewisse Nazi-Assoziation zu überwinden. Wer will schon z. B. seine politischen Standpunkte als »historisch« oder »alt« vermarkten?
 


Ironischerweise und hoffentlich zum Missfallen der Nazis stellt die Maguntia eine große Zahl »internationaler« Sonderzeichen bereit, die es ermöglichen, Namen aus anderen Sprachen in Fraktur zu schreiben, zum Beispiel für einen deutschen Brauchtumsverein – ich hätte meine helle Freude daran, wenn die Maguntia genutzt würde, um etwa den Namen einer türkischstämmigen Karnevalsprinzessin zu schreiben. Außerdem dienen viele Glyphen und Features dazu, den historischen Schriftsatz anderer Sprachen zu reproduzieren, z. B. Lettisch, Tschechisch, Slowakisch und Sorbisch. So oder so habe ich keinen speziellen Einsatzzweck im Blick, sondern hoffe, dass die Maguntia es Anwendern ermöglicht, alles zu gestalten, was sie wollen, sei es die Speisekarte eines österreichischen Restaurants in Portugal, ein Faksimile eines historischen Texts, die polnische Ausgabe von Asterix und die Goten oder sogar eine Karikatur. 
 
Kannst du uns etwas mehr zu den interessantesten Smartfont-Merkmalen der Schrift verraten? 
 
Das wohl intelligenteste Feature ist die Lang-s-Heuristik, welche anhand der angrenzenden Zeichen festzustellen versucht, ob ein s im Fraktursatz lang oder rund sein sollte und das entsprechende Zeichen verwendet. Die Heuristik ist zwar nicht perfekt, aber der geneigte Anwender kann sie dennoch vorarbeiten lassen und gegebenenfalls mit einem Bindehemmer nachkorrigieren. Es gibt zwar Schriften mit besseren Lang-s-Automatismen, für die ein ganzes Wörterbuch implementiert wurde, aber leider sind diese nicht frei verwendbar und funktionieren auch nicht überall. Für das runde r, eine alte Nebenform des r, gibt es einen ähnlichen Automatismus.
 

 
Außerdem haben wir Ligaturen gemäß der historischen Unterscheidung zwischen Zwangsligaturen und typografischen in zwei verschiedenen Features implementiert. Dies ermöglicht es den Sperrsatz, in dem nur eine dieser Ligaturen aufgelöst wurde, einfach zu implementieren. Schließlich gibt es vor allen für den modernen Fraktursatz ein Feature, das dem runden s den Schwung nimmt, wenn es nicht am Wortende steht, da er dort m. E. nicht passt.

Die meisten anderen Features sind nicht wirklich intelligent, sondern einfache Ersetzungen, zum Beispiel die bereits erwähnten modernen Varianten, historische Varianten und vier verschiedene Arten von Ziffern: Fraktur- und Antiqua- sowie Tabellen- und Proportionalziffern. 
 
In welchen Anwendungen funktioniert die Schrift? Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein und wo liegen die Grenzen?
 
Das Beste ist natürlich ein Programm mit voller OpenType-Unterstützung und Feature-Auswahl, mit dem man die Schrift einfach den eigenen Bedürfnissen anpassen können sollte. Für Nutzer OpenType-fähiger Programme, die keine Features auswählen können oder möchten, stellen wir vorkonfektionierte Varianten der Schrift zur Verfügung, die ausgewählten Feature-Kombinationen entsprechen und versuchen, den historischen Schriftsatz einer gewissen Zeit zu emulieren bzw. heutigen Lesern mit modernen Formen unter die Arme zu greifen. Sofern möglich, sind diese Features festverdrahtet, sodass sie auch ganz ohne OpenType funktionieren. Falls alle Stricke reißen, sind die Glyphen immer noch über das Private-Use-Area des Unicode ansteuerbar.
 

 
Ein anderes Problem stellen leider kleine Auflösungen dar, bei denen es sich bemerkbar macht, dass die Hinting-Technik einfach nicht für Fraktur gemacht ist. Ich habe zwar hoffentlich einiges verbessert, indem ich Linienbreiten und -positionen angeglichen habe und viele Stämme per Hand markiert habe, aber für manuelles Hinting auf der Bitmap-Ebene fehlt mir dann doch die Muße. 
Die Website decodeunicode.org bietet Hintergrundinformationen zu den Zeichen des Unicode-Standards. Sie wurde 2005 an der Hochschule Mainz mit finanzieller Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erstellt und nach 10 Jahren nun umfassend aktualisiert. Zu den Neuerungen zählen:
109.242 Zeichen als SVG-Datei:
Zu jedem Unicode 6.0 Zeichen wird eine frei verwendbare Abbildung vorgestellt. Sie ist vektorbasiert, kann also in allen Größen eingesetzt werden. Sprachen:
Erstmals werden zu jedem Zeichen die Sprachen angegeben, in denen es verwendet wird. Schriftsysteme:
Alle 129 Schriftsysteme werden mit einem wissenschaftlichen Text von Dr. Deborah Anderson von der Script Encoding Initiative (SEI) der Universität Berkeley, Kalifornien, vorgestellt. Missverständliche Zeichen:
Zu jedem Zeichen werden ähnliche Zeichen angezeigt, mit denen es nicht verwechselt werden sollte. Am meisten betrachtete Zeichen:
Auf der Startseite werden die meist besuchten Zeichen in einer TOP 40 (Desktop-Version) bzw. einer TOP 10 (Mobilversion) angezeigt.
 
Die Gestaltung übernahmen Johannes Bergerhausen, Ilka Helmig und Siri Poarangan. Die Software-Entwicklung erfolgte durch meso.net aus Frankfurt am Main. 
 
Eine Aktualisierung des Zeichenvorrats auf aktuellere Unicode-Versionen soll im Laufe des Jahres nach der Verabschiedung von Unicode 9 erfolgen. 
 
http://decodeunicode.org
Vom 2. bis 3. Juli 2016 findet das dritte Walbaum-Wochenende im Weimarer Druckkunst-Museum Pavillon-Presse statt. Das Thema des Wochenendes ist dieses Mal das grafische und typografische Schaffen in der DDR. Der Fokus liegt dabei weniger auf den schon oft thematisierten Druckschriften des VEB Typoart, sondern auf jenen, den Alltag prägenden Schriftanwendungen durch Grafiker und Schildermaler. Zur Veranstaltung gehören Fachvorträge, ein Letterpress-Workshop sowie die Eröffnung der Ausstellung »Ausgeschnitten und aufgeklebt – Über den Umgang mit Schrift in der DDR«. 
 


 
Programmübersicht:
Samstag, 2. Juli 2016 Lena Haubner: »Makrokosmos im Mikrokosmos – Schrift in der DDR« 
Von der Antiqua über die Grotesk bis hin zu Fraktur und Rotunda: Der Umgang mit Schrift war in der DDR vielfältig und abwechslungsreich. Der Vortrag unternimmt einen visuellen Streifzug durch vierzig Jahre DDR-Schrift-Geschichte und stellt dabei Arbeiten und Gestalter vor. Matthias Gubig: »Als Typograf im ›Leseland‹ – Über den Umgang mit Grenzen«
Matthias Gubig, Typograf und ehemaliger Professor an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin, spricht über die Bedingungen unter denen Gebrauchsgrafiker in der DDR mit Schrift arbeiteten. Fritz Grögel, Andreas Frohloff: »Ost / Schrift / Maler«
Dieser Vortrag beleuchtet den Beruf des Schrift-, Plakat- und Grafikmalers in Ostdeutschland und die Entwicklung dieses Handwerks über einen Zeitraum von gut fünfzig Jahren. Andreas Frohloff absolvierte eine Ausbildung in der DEWAG und leitete von 1985 bis 1992 den Schriftunterricht an der Schule der DEWAG. Fritz Grögel forscht und schreibt seit zehn Jahren zu den Themen Schriftmalerei, Lettering und Schrift im öffentlichen Raum. Reinhard Kittel, ebenfalls am Projekt beteiligt, war seit 1971 verantwortlich für die Ausbildung in Schriftgeschichte, Kunstgeschichte und grafischer Gestaltung an der Schule der Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft (DEWAG). Sonntag, 3. Juli 2016 Bleisatz-Workshop
Die Veranstaltungsteilnehmer drucken mit Original-Bleisatzschriften aus der DDR unter Leitung des Buchdruckermeister Heinz-Uwe Schmidt im traditionellen Hochdruckverfahren in den Werkstätten der Pavillon-Presse.

 
Weitere Infos und Anmeldung unter ddrschrift.walbaum-wochenende.de