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Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie

Studenten und Lehrende könnten die Produkte von FontLab schon seit längerem zu deutlich vergünstigten Konditionen lizenzieren lassen. Darüber hinaus sind die Fonteditoren FontLab Studio, Fontographer und TypeTool jetzt auch als zeitlich beschränkte Versionen verfügbar und lassen sich so zum Beispiel im Rahmen einen Schriftgestaltungskurses an einer Hochschule nutzen. Im Vergleich zur Vollversion lassen sich so bis zu 77 Prozent des Kaufpreises einsparen. Im Detail sehen die Preise folgendermaßen aus:



TypeTool
Studentenlizenz für 1 Jahr: 23,- US-Dollar
Regulärer Preis: 99,- US-Dollar

Fontographer
Studentenlizenz für 1 Jahr: 79,- US-Dollar
Regulärer Preis: 399,- US-Dollar

FontLab Studio
Studentenlizenz für 1 Jahr: 119,- US-Dollar
Regulärer Preis: 649 US-Dollar

Zur Bestellung muss dieses Formular ausgefüllt werden. Weitere Informationen gibt es auf der FontLab-Homepage* unter dem Punkt »Academic«.

*) Partnerlink
Das große Eszett wurde durch die Aufnahme in den Unicode im Jahr 2008 in technischer Hinsicht schlagartig für die digitale Kommunikation benutzbar. Damit es aber auch darstellbar ist, müssen die gängigen Schriften nun sukzessive um dieses Zeichen erweitert werden. So können schon heute die Millionen Nutzer von Windows 7 auf große Eszett in den gängigen Systemfonts von Microsoft zurückgreifen. Benutzt man das große Eszett jedoch auf Webseiten, kann man nie wirklich sicher sein, ob der Besucher das Zeichen tatsächlich sieht …

Denn auf dem Rechner des Webseiten-Besuchers muss zumindest eine Schrift mit großem Eszett installiert sein. Im schlimmsten Fall wird also ein großes Eszett aus einer anderen Schrift benutzt oder gar nur das sogenannte Nicht-definiert-Zeichen (.notdef) angezeigt – in der Regel ein nicht gefülltes Rechteck. Dies ist natürlich nicht gerade eine optimale Lösung!
 

 
Doch mit der Webfont-Technik lässt sich dieses Problem lösen. Das große Eszett kann zusammen mit der Webseite als Einzelzeichen-Font ausgeliefert werden und der Browser greift dann notfalls auf dieses Zeichen zurück, wenn es in der gerade benutzten Schriftart noch fehlen sollte. Diese Technik ist zum Beispiel seit kurzem im Forum von Typografie.info im Einsatz, wie nachfolgendes Browser-Bildschirmfoto zeigt.
 

 
Um den Einsatz des großen Eszett auch auf anderen Webseiten zu fördern, veröffentlich fonts.info ein Set von Einzelzeichen-Webfonts, die gängige Systemschriften um ein großes Eszett erweitern, falls dieses in der benutzten Schrift auf dem Rechner des Webseitenbesuchers noch nicht vorhanden sein sollte. Unser Paket umfasst ganze 28 Versal-Eszett passend zu folgenden Schriften:

Arial, Comic Sans, Courier New, Georgia, Lucida Sans Unicode bzw. Lucida Grande, Times New Roman, Trebuchet MS, Verdana

Eine visuelle Übersicht der Versal-Eszett bietet dieses PDF.



Das Eszett-Set steht unter Creative-Commons-Lizenz und kann hier heruntergeladen werden:
http://www.fonts.info/store/index.php/de/blog/webfont-versal-eszett/
 
MyFonts hat seine beliebtesten Schriften des Jahres 2011 auf Basis der Verkaufszahlen ermittelt. Hier ist die Übersicht der Spitzenreiter …
 
Reina von Lián Types

Calluna Sans von Exljbris

Alana von Laura Worthington

Sánchez von Latinotype

Belluccia von Correspondence Ink

Hera Big von Lucas Sharp

Centrale Sans von Typedepot

Borgues Script von Sudtipos

Cassia von Hoftype

Melany Lane von Yellow Design Studio

 
Code Pro von Fontfabric

 
Mishka von Fenotype

 
Populaire von PintassilgoPrints

 
Gelato Script von Schizotype

 
Pluto und Pluto Italics


Siehe auch:
Typefacts: Die besten Fonts 2011 Fontwerk: Die besten Schriften 2011 FontShop’s Best Typefaces of 2011
Der Schriftanbieter Type Together macht uns allen ein schönes Weihnachtsgeschenk. Die Bree Serif Regular kann derzeit kostenlos heruntergeladen werden und steht mit der sehr liberalen OFL-Lizenz für eine weitreichende Anwendung zur Verfügung.

Die Bree (Sans) von José Scaglione und Veronika Burian wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht und vielfach ausgezeichnet. Mit der Bree Serif bekommt die »aufrechte Kursive« bald eine passende Schwester, die sich im Regular-Schnitt nun schon einmal testen lässt.
Gerade hat Nick Shinn seine Parity veröffentlicht – eine Schrift, die von Grund auf als Unicase-Schrift, also als Kombination von Groß- und Kleinbuchstabenformen mit gleicher Buchstabenhöhe, gestaltet wurde.
 
Doch wie soll man Schriften dieser Art eigentlich im Deutschen bezeichnen? Dies fragte sich auch Jürgen Siebert von FontShop Deutschland. Die FontBook App ist mehrsprachig angelegt, aber eine Übersetzung für Unicase innerhalb dieser Anwendung fehlte bislang. Siebert fragte daher auf Twitter nach einer Übersetzung. Einen etablierten Begriff scheint es nicht zu geben, aber schnell wurden von verschiedenen Seiten neue Kunstwörter als Vorschlag unterbreitet; zum Beispiel Miscuskel/Mixuskel, Mononuskel/Monuskel oder Binuskel.


 
Den bislang überzeugendsten Vorschlag lieferte schließlich Florian Hardwig:
HEIM bzw. heim -> monokameral
Heim -> bikameral
HҼУM -> unikameral


 
Im Gegensatz zu den anderen Vorschlägen wird hier kein völlig neues Wort erfunden, da der sprachliche Bezug auf die zwei »Kammern« der lateinischen Schrift so bereits in anderen Sprachen im Einsatz ist. So findet sich bicameral/bicamérale zum Beispiel im Englischen und im Französischen.
Wir möchten diesen Vorschlag zur Etablierung von unikameral als deutsche Übersetzung für Unicase gern unterstützen und einen entsprechenden Artikel im Wiki von Typografie.info anlegen. Zuvor möchten wir jedoch der Community von Typografie.info noch einmal die Chance geben, über diesen Vorschlag zu diskutieren.

(Alle gezeigten Schriftmuster: Parity von Nick Shinn)
Als Feedback zur 2. Ausgabe des Typografie.info TypoJournals hörten wir immer wieder: »Das ist ja eigentlich schon kein Magazin mehr, das ist ja wie ein Fachbuch!« Und in der Tat: Das TypoJournal steht für seine hochwertigen Inhalte und dieses Feedback war für uns Genugtuung und Ansporn zugleich, diesen Anspruch auch bei der 3. Ausgabe konsequent weiterzuverfolgen. Nach anderthalb Jahren erscheint nun die neue Ausgabe des TypoJournals zum Thema »Wandel«.

Schrift, Sprache und Design sind einem fortwährenden Wandel unterworfen. Doch wie lange und aus welchen Gründen müssen Traditionen gepflegt werden? Müssen gebrochene Schriften nach 100 Jahre alten Satzregeln gesetzt werden? Sind Anglizismen ein Zeichen für den Verfall der deutschen Sprache? Welche Rolle spielen Handschrift, Bleisatz und Buchdruck noch in der digitalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Sollte man die deutsche Rechtschreibung einfach so von heute auf morgen ändern und kann man einfach einen neuen Buchstaben wie das große Eszett einführen und durchsetzen?
Dies sind keine einfachen Fragen und im dritten TypoJournal setzen wir uns daher ausführlich mit diesen und weiteren spannenden Themen rund um den Wandel in Schrift, Sprache und Design auseinander. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Die Artikel der Ausgabe
Ist die deutsche Sprache vom Verfall bedroht? Prof. Dr. Rudi Keller Schriftmuster im Wandel. Henning Krause Bleisatz und Buchdruck im 21. Jahrhundert. Martin Z. Schröder Der Antiqua-Fraktur-Streit im 21. Jahrhundert. Ralf Herrmann Eine Kursive für die Fraktur. Joshua Krämer Die Berliner Verkehrsbetriebe im Wandel der Zeit. Lars Krüger Das Eszett, eine scharfe Type. Nadine Roßa Das Eszett kommt endlich groß heraus. Ralf Herrmann Corporate Design im Umbruch. Kathrin van der Merwe Papiernormen: Raumnot und Weltformat. Thomas Maier Das typografische Manifest. Emanuelle Typographique Sie haben Ihr Ziel erreicht. Das Ende des Kartenlesens. Ralf Herrmann Fingerübungen bei marke.6 in Weimar. Severin Wucher Umfang: 112 Seiten, durchgehend farbig
Format: A4
Preis: 9,90 Euro (inkl. 7% MwSt. und zzgl. Versandkosten)

Online bestellen im Shop von fonts.info: http://de.fonts.info
 
Stimmen zum Magazin
»Das TypoJournal ist das zur Zeit beste deutsche Typografie-Magazin.« (Fontblog) »Hintergründige Lektüre, in wissenschaftlicher Genauigkeit dargestellt, aber mit einem Schuss Eleganz und optischem Pfiff, sodass das Lesen zum Vergnügen wird.« (Christian Gutschi, Graphischen Revue) »Das Magazin hat einen sehr hohen Anspruch und in der Tat ist es eher Fachpublikation/-buch als Magazin. Für Typografie-, Sprachliebhaber und Designstudenten ein absolutes Muss.« Design Made in Germany »Leider habe ich das TypoJournal 1 verpasst und demnach nicht in meinem Regal stehen! Das ist äußerst bedauerlich, da – meiner Meinung nach – das Typojournal mit Abstand das beste – mir bekannte – deutschsprachige Typo- und/oder Grafikdesign-Magazin auf dem Markt ist.« L. Krüger, Berlin
17. Dezember 2011, 14 Uhr
Vortrag mit Nadine Roßa und Ralf Herrmann
im Buchstabenmuseum Berlin


Eszett, scharfes S, Buckel-S, Rucksack-S, Dreierles-S – ein ganz besonderer Buchstabe, der nicht nur viele Namen trägt, sondern auch so manche Besonderheit aufweist. Seine gestalterische und funktionale Herkunft ist bis heute nicht restlos geklärt und die Tatsache, dass er in der Orthografie von Deutschland und Österreich benutzt wird, aber bislang keinen offiziellen Großbuchstaben besitzt, macht ihn einzigartig innerhalb der gesamten lateinischen Schrift. Dabei kommt das Eszett selbst im Deutschen nur selten vor – nach der Rechtschreibreform sogar noch weniger. Doch es behauptet sich weiter hartnäckig und kämpft nun sogar wieder verstärkt um eine eigene Versalform.



Nadine Roßa und Ralf Herrmann, der in der Stadt Pößneck geboren wurde, schlagen sich mit den Irrungen und Wirrungen um diesen Buchstaben schon ihr ganzes Leben herum. Nadine Roßa trägt diesen Buchstaben heute sogar mit Stolz und widmete ihre Diplomarbeit an der HTW Berlin dem Eszett. Aus dieser Arbeit und ihrem Leben mit dem Eszett im Namen wird sie in diesem Vortrag berichten.
 

 
Ralf Herrmann führt anschließend in die derzeitige Debatte um Sinn oder Unsinn eines Versal-Eszett ein. Wie konnte es dazu kommen, dass lediglich ein Buchstabe der lateinischen Schrift nicht über eine Versalform verfügt? Und wie ist dieser Umstand im Jahr 2011 zu bewerten? Ist dies eine geschichtlich bedingte Eigenheit oder ein Grund zu handeln? Welche Gründe sprechen heute für oder gegen die Etablierung eines großen Eszett?

Termin: 17. Dezember 2011, 14:00 Uhr
Dauer: ca. 40 Minuten
Eintritt: 2,50 Euro
Schaudepot, Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin (Berlin Carré, Alexanderplatz)

Facebook-Veranstaltungsseite: http://www.facebook.com/events/329321430427287/
Was ist hier noch eine »Tintenfalle«, was eine Punze? Ein extremes Spiel mit Lesbarkeit und Innenräumen zeigt die neue Schrift Sutturah des Spanisches Schriftgestalters Octavio Pardo.



Ein komplettes PDF-Schriftmuster kann hier heruntergeladen werden. Die Schrift ist soeben bei Rosette Type erschienen und derzeit zu einem Einführungspreis mit 25 % Rabatt erhältlich: http://www.rosettatype.com/Sutturah
Wie Monotype Imaging in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird man den Schriftwiederverkäufer MyFonts.com von Bitstream übernehmen. »Wird Monotype Imaging sich jetzt Monopoly Imaging nennen?« fragte heute morgen Erik Spiekermann schon scherzhaft auf Twitter. Denn mit den Schriftenkatalogen unter den Marken Monotype, ITC, Linotype und nun auch MyFonts dominiert man den Markt kommerzieller Schriften wie kein anderes Unternehmen. Lediglich FontShop bleibt einer der letzten »großen« weltweit tätigen, unabhängigen Schriftanbieter.
Mit dem eigenen Webshop unter fonts.com hatte Monotype das Online-Geschäft eher verschlafen, während MyFonts mit seinem rasch wachsenden und leicht bedienbaren Shop nicht mehr nur klassische Design-Agenturen bediente, sondern das Lizenzieren von Schriften auch für private Nutzer attraktiv machte. Genau zu diesem Zweck ging MyFonts.com im Jahr 2000 an den Start und wurde rasch immer beliebter. Heute bezeichnet man sich stolz als »weltgrößte Schriftenkollektion« und bieten cira 89.000 Schriftfamilien von über 900 einzelnen Schriftanbietern an.

Die Pressemitteilung:
http://www.businesswire.com/news/home/20111110006831/en/Monotype-Imaging-Acquire-Font-Business-Bitstream
Sie sind die Klassiker der System- und Webschriften: Die von Matthew Carter vor 15 Jahren speziell für optimale Leserlichkeit am Bildschirm entworfenen Schriften werden tagtäglich von Millionen von Menschen auf Internetseiten gelesen. Und wie das prominente Beispiel von Ikea zeigt, werden die Schriften aber lange nicht mehr nur am Bildschirm verwendet. Doch für den Einsatz als Druckschrift fehlten der Verdana und Georgia bislang die Ausdrucksmöglichkeiten, da sie lediglich als die klassische Windows-Fontfamilie mit 4 Schnitten verfügbar waren.
 

 
An den Pro-Versionen hat Matthew Carter nun gemeinsam mit David Berlow (Font Bureau), Steve Matteson und Tom Rickner (Monotype Imaging) gearbeitet. Dabei wurden die Schriftfamilien um weitere Strichstärken erweitert: Light, Semibold und Black ergänzen die bisherigen Regular- und Bold-Schnitte, und beide Schriften verfügen nun über insgesamt fünf Strichstärken, jeweils auch in Kursivvarianten. Neu hinzugekommen sind die für alle Strichstärken passenden Condensed-Schnitte.
Georgia Pro und Verdana Pro enthalten Kursive, Kapitälchen, Standardligaturen sowie Mediäval- und Versalziffern.
Nicht nur bei den Strichstärken, sondern auch bei der Zeichenausstattung hat das Designteam massiv Hand angelegt. Als OpenType-Features ansprechbar enthalten Georgia Pro und Verdana Pro echte Kapitälchen und verschiedene Ziffernsets. Letztere bieten Mediäval- und Versalziffern sowohl proportional als auch für den Tabellensatz zugerichtet. Neu hinzugekommen sind Standardligaturen in beiden Schriften.
 

 
Neben der typografischen Ausstattung wird auch der Sprachausbau massiv erweitert. Beide Schriften decken nun den kompletten pan-europäischen Sprachraum ab. Sie verfügen also neben den Zeichen für den osteuropäischen Sprachraum auch über griechische und kyrillische Zeichen.
 


 
Die Schriften kann man sich hierzulande über Linotype lizenzieren lassen. Neben den Druckschriften sind alle Fonts der Georgia und Verdana Pro auch als Webfonts verfügbar: einerseits über den Webfont-Dienst von Monotype/Linotype und andererseits über Webtype, den Webfontdienst von Font Bureau. Letztere haben unter georgiaverdana.com eigens eine Schriftmuster-Seite eingerichtet, auf der die Fonts direkt als Webfont betrachtet werden können.
Normalerweise mag ich keine kurzen Rückblicke auf Design-Konferenzen, wie sie üblicherweise in Magazinen und Weblogs erscheinen. Die eigentlichen Inhalte der Vorträge sind oft viel zu vielschichtig, als dass man sie in einige wenige Sätze fassen könnte. Wer nicht dabei war, erfährt also nur, welche Themen er alles verpasst hat und kann aus dem Rückblick wenig sinnvolles schöpfen. Doch die Schusterfisch-Konferenz in Weimar erscheint mir dennoch eine besondere Erwähnung wert.
 
Denn die von Jay Rutherford, Gaby Kosa, Andrea Dreyer und Ines Escherich organisierte Konferenz an der Bauhaus-Universität Weimar war alles andere als eine klassische Design-Konferenz. Unter dem Motto »Schrift in Bildung und Vermittlung« wagte man den Spagat, zwei völlig unterschiedliche Lager auf einer Konferenz zusammenzuführen: die Typografie und die Grundschul-Pädagogik. Und ich möchte sagen: das Experiment ist voll und ganz geglückt.
 

 
Der Veranstaltungsort war von historischer Relevanz und passend gewählt. Im Van-de-Velde-Gebäude der Bauhaus-Universität Weimar wurden 1919 die alten Lehrstrukturen aufgebrochen und die Studenten zu fakultätsübergreifendem Arbeiten ermutigt. Das Konzept und die Ergebnisse dieser neuen Arbeitsweise wurden legendär und machten weltweit Schule.
 

 
Mit der Pädagogik und der Typografie trafen nun hier zwei Disziplinen aufeinander, die zwar vieles miteinander gemein haben, aber doch selten in einen tatsächlichen Dialog treten. Und ich hatte Zweifel, ob man überhaupt in der Lage sein würde, eine gemeinsame Sprache zu sprechen und zu einem Dialog zu finden. Doch diese Zweifel wurden rasch zerstreut. Alle Vorträge und Diskussionen waren durch die Bank weg hoch interessant, konstruktiv und tiefgründig.
 
Beide Lager erklärten ihren Zugang und ihre Ideen zum Thema (Hand-)Schrift, deren Design und Vermittlung in der Schule. Schriftgestalter Friedrich Althausen berichtete über die Anforderungen an modernes Type Design; Jörg Petri schätze die medienphilosophische Rolle der Schrift ein; Ann Bessemans aus Belgien erklärte die neurowissenschaftliche Bedeutung des Erwerbs der Schreibfähigkeit, Indra Kupferschmid fasste die Forschungen von Gerrit Noordzij zur Handschrift zusammen; Florian Hardwig präsentierte seine Sammlung internationaler Schulschriften und Sebastian Böhmer von der Klassik-Stiftung Weimar führte in den gesellschaftspolitischen Schriften-Kampf zwischen Fraktur und Antiqua ein und erklärte, wie Verleger in der Vergangenheit durch die Wahl ihrer Schriften ihr Publikum bestimmen und konditionieren konnten.
 

 
Die weiteren Vorträge wurden dann aus Sicht der Pädagogik gehalten. Gundel Mattenklott betonte neben der reinen Funktionalität auch den ästhetischen Wert der Handschrift; Eva Maria Kohl und Michael Ritter führten in die Didaktik des Schrifterwerbs von Kindern ein und Thomas Heyl präsentierte interessante und nicht selten überraschende Forschungsergebnisse zu der Frage, ob Kinder beim Lernen des Lesens eine eigene Typografie benötigen.
 

 
Die meisten Themen führten zu intensiven Diskussionen. Welche Schriften sollen in Schulbüchern verwendet werden? Müssen die Doppelseiten eines Buches für Leseanfänger tatsächlich so überladen und durcheinander aussehen, wie es derzeit der Fall ist? Über mögliche Verbesserungsmöglichkeiten war man sich schnell einig, doch stehen denen nicht selten die zuständigen Gremien, Ministerien und die ökonomischen Zwänge der Schulbuchverlage im Weg. Ebenfalls heftig diskutiert wurde auch über die Rolle der Handschrift im 21. Jahrhundert selbst. Müssen Kinder im digitalen Zeitalter noch Blockschrift und Schreibschrift gleichermaßen beherrschen und in welcher Reihenfolge sollte man sie gegebenenfalls lehren? Welche der vielen Modelle der Schreibschrift sind die besten?
Natürlich wurde auch die neue Grundschrift heftig diskutiert. Die in den Medien gestreuten Schlagzeilen von der »Abschaffung der Schreibschrift« konnten rasch widerlegt werden. Doch ist diese »Kompromiss-Schrift« zwischen Block- und Schreibschrift tatsächlich der Weisheit letzter Schluss? Viele ähnliche Ansätze existieren in anderen Ländern bereits – allen voran Hans Eduard Meiers ABC-Schrift, die von vielen Seiten Lob erfahren hat.
 


Das Experiment, Design und Pädagogik in dieser Konferenz zusammenzubringen, ist geglückt. Natürlich konnte diese Konferenz nur ein erster Austausch sein. Es bleibt zu hoffen, dass diese Konferenz eine Fortsetzung findet oder zumindest die neu geknüpften Kontakte der Teilnehmer sich in der Zukunft in weiteren Kooperationen und schließlich auch positiv in der Praxis niederschlagen werden.
Der Schriftzug »Zierfische« mit seinen Ornamenten gehörte in Berlin über viele Jahre zum Frankfurter Tor, wie die zwei markanten Türme. Er war bereits ein Wahrzeichen an dieser Kreuzung. Das HO-Fachgeschäft wurde 1957 als modernste Zoofachhandlung in der Hauptstadt eröffnet. Handaufgezogene Papageien, Sittiche, Kaninchen und Reptilien erfreuten 52 Jahre lang Tierliebhaber aus Nah und Fern. 2009 musste das Geschäft am Frankfurter Tor 2 leider schließen.
Entworfen und gezeichnet wurde der Schriftzug »Zierfische« von Manfred Gensicke (*1934). Als gelernter Schrift- und Reklamemaler arbeitete er zwischen 1960 und 1995 in Berlin und ist für viele Beschilderungen im öffentlichen Raum verantwortlich. Der Zierfische-Schriftzug beruht auf seiner persönlichen Handschrift und wurde Anfang der 1980er Jahre neu gezeichnet und angefertigt.
Im Zuge der Sanierung der Karl-Marx-Allee wurde nicht nur die komplette Fassade des Gebäudes sandgestrahlt, sondern auch der Schriftzug mit den Fischen und Gräsern nachgebaut. Über 35 Meter gelbe Glasröhren wurden allein bei dem Schriftzuge »Zierfische« verarbeitet.



Mit einer Spendenaktion konnte das Berliner Buchstabenmuseum den Schriftzug im Jahr 2009 übernehmen und somit vor dem Verfall oder der Entsorgung retten. Dabei wäre die Übernahme um ein Haar gescheitert, da sich kurz vor der Demontage Diebe daran versuchten, die Leuchtreklame ihrerseits abzumontieren. Passanten beklagten nach der offiziellen Demontage sofort, dass dieses Wahrzeichens nun nicht mehr am gewohnten Platz sichtbar war. Nach der Rettung und Zwischenlagerung der Zierfische war es deshalb das Ziel des Buchstabenmuseums, diesen außergewöhnlichen Schriftzug mit seiner Geschichte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anfang 2011 konnte der Schriftzug dann schließlich in neuem Glanz im Rahmen einer Ausstellung in der Karl-Marx-Allee für zwei Monate präsentiert werden.



Manfred Gensicke mit Barbara Dechant und Anja Schulze vom Buchstabenmuseum bei der Vernissage:





Doch nicht nur der Schriftzug wurde gerettet. Der charakteristische Schildermaler-Schreibstil von Manfred Gensicke wurde mit dessen Unterstützung vom Designer Dirk Heider als komplette Schrift namens Gensicke ZF ausgebaut.



Eine besondere Herausforderung stellten die Buchstabenverbindungen statt. Durch unzählige Ligaturen, die sich per OpenType automatisch aktivieren lassen, spiegelt sich der lockere, handschriftliche Charakter auch in der Umsetzung als Font sehr gut wieder. Die Gensicke ZF kann man sich über Veer lizenzieren lassen. Der Lizenzgebühr beträgt 26 Euro. Außerdem ist die Schrift auf CD im Schaudepot des Buchstabenmuseums in Berlin erhältlich.



Zugehörige Links:
 
Schrift bei Veer lizenzieren lassen das Buchstabenmuseum in Berlin
Typografie.info-Mitglied Manfred Siemoneit bietet ein Drei-Tage-Seminar auf DVDs an. Der Autor ist gelernter Schriftsetzer, Dozent und hat verschiedene Fachbücher für Typografie und Drucktechnik verfasst. Wir haben uns das Werk angeschaut.
 
Typografie nicht in einem trockenen Fachbuch studieren, sondern bequem als Video vom Sessel aus – das klingt natürlich verlockend. Der DVD-Kurs von Manfred Siemoneit kommt auf zwei DVDs daher und hat eine Gesamtlaufzeit von circa vier Stunden.
Der Kurs richtet sich an Anfänger und vermittelt typografisches Grundwissen sozusagen im Schnelldurchlauf: Papiere und deren Formate, Falzungen, Schriftklassifikation, Satzspiegel, Satzarten, Empfehlungen zur Mikro- und Makrotypografie, Bilder, Farben, Linien, Tabellensatz, Corporate Design und vieles weitere mehr. Die vollständige Übersicht der einzelnen Kapitel kann hier eingesehen werden.

Der mit iDVD erstellte Kurs ist ordentlich produziert. Der Autor hält mit klarer und gut verständlicher Stimme seine Plädoyers für gute Typografie in bester Schriftsetzer-Tradition. Auch das begleitende Bildmaterial scheint mit sehr viel Mühe und Liebe zum Detail aufbereitet zu sein.


 
Von der Machart ist der Kurs jedoch im wahrsten Sinne des Wortes eine Vorlesung. Der Autor spricht einen vorbereiteten Text und dazu passend werden statische Folien eingeblendet. Dies finde ich etwas schade, da doch gerade das Medium Video hier mehr Möglichkeiten bietet. Der Vorteil von typischen Video-Workshops ist ja gerade, dass man dem Präsentierenden direkt bei der Arbeit über die Schulter schauen und so Abläufe lernen kann, die in Textform nur schwer zu beschreiben wären. Die hier vorliegenden DVDs funktionieren aber exakt wie ein typografisches Fachbuch mit einem fortlaufenden Text und begleitendem Bildmaterial.
 
Die Zielgruppe beschreibt der Autor folgendermaßen: Mitarbeiter in Unternehmen, die für den Print- und Screenbereich gestalten, Studenten der Fachbereiche Kommunikationsdesign, Mediengestaltung und verwandter Studiengänge, Verlagshersteller, Redakteure, speziell im Bereich Technische Dokumentation, Ausbilder und Auszubildende in Medienunternehmen und Agenturen sowie alle Interessierten, die entweder in die Typographie quer einsteigen oder ihr Wissen über Typographie ergänzen wollen.
 
Ich würde vor allem die Quereinsteiger herausstellen wollen, die aus privaten Interesse oder beruflicher Notwendigkeit mit der Gestaltung von Drucksachen in Berührung kommen. Als Kurs für junge, angehende Designstudenten kann ich mir dieses DVD-Seminar nur schwer vorstellen. Der Autor hat im Jahr 1960 seinen Abschluss gemacht und so prallen in diesem Fall naturgemäß unterschiedliche Welten bzw. Generationen aufeinander. Auch wenn typografische Grundprinzipien natürlich universell gelten, so ist Tempo, Aufbereitung und auch der teilweise noch tief im Bleisatz verwurzelte Inhalt des Kurses nicht unbedingt auf die Sehgewohnheiten und Gestaltungsstile jüngerer, angehender Designer zugeschnitten.



Der DVD-Kurs »Typographisches Gestalten« kann für 39,80 Euro (inkl. Versandkosten) per E-Mail von dieser Seite aus bestellt werden.
Ulrike Wilhelm aus Berlin verbindet Schrift und Illustration auf höchst interessante Weise und der Erfolg gibt ihr Recht. Ihre erste vollständige Schrift, die LiebeErika, wurde unter die besten MyFonts-Schriftveröffentlichungen des Jahres 2010 gewählt. Im nachfolgenden Interview verrät Ulrike etwas mehr über ihre Schriften und ihre Arbeitsweise.

Wie bist Du zum Typedesign gekommen?

Eigentlich eher nebenbei. Ich habe zwar im Studium an der FH Potsdam zwei, drei Mal den Schriftgestaltungskurs von Luc(as) de Groot besucht. Aber eigentlich haben mich spontane, analoge Arbeitsweisen wie Illustration und Kalligrafie immer mehr interessiert als das stundenlange Optimieren von Bézierkurven. Im Abschlussprojekt meines Kommunikationsdesign-Studiums habe ich sogar versucht, eine universelle Schrift ohne Buchstaben – nur mit Piktogrammen – zu gestalten. Das hat natürlich nicht so richtig geklappt und ist sowieso mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Aus diesen piktogrammartigen, handgezeichneten Illustrationen ist dann auch die Idee entstanden, die Illustrationen in eine Fontdatei zu pressen und bei MyFonts zu verkaufen. Das hat Spaß gemacht und wurde auch ganz gut angenommen, deshalb kamen immer mehr Piktogrammfonts dazu. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass es keine Schrift gab, die hundertprozentig zu meinen Illustrationen und Piktogrammen passte. Deshalb habe ich mich letztes Jahr an meine erste »richtige« Schrift gewagt: LiebeErika.


Zeichnest Du per Hand am Computer oder zuerst auf Papier?
Unterschiedlich. Es fängt aber immer analog an. Die ersten Skizzen landen immer auf Papier. Ich arbeite auch gerne mit meinem Zeichentablett in Photoshop, weil ich da sauberer und präziser arbeiten kann als mit gescannten Zeichnungen. Den Schritt zur Vektorgrafik mache ich erst, wenn die wichtigsten formalen Entscheidungen getroffen sind. Ich versuche auch, nicht zu viel Vektorkosmetik zu betreiben. Schließlich leben meine Fonts von den handgemachten Unregelmäßigkeiten. Manchmal mache ich auch nachträglich Abschlüsse noch etwas dicker oder Striche etwas wackeliger, um einen unregelmäßigen Tintenfluß zu simulieren.
In LiebeErika und LiebeDoni gibt es etliche kontextabhängige Alternativformen, so dass zwei aufeinanderfolgende identische Buchstaben nicht genau gleich aussehen. Das hilft in meinen Augen sehr, das »Handgemachte« glaubwürdiger rüberzubringen.
 

 
Was hat es mit der »Liebe« im Namen Deiner Fonts auf sich?
Wie ich genau darauf kam, weiß ich gar nicht mehr. Ich finde aber, dass der Name ganz gut zu den liebevoll gezeichneten und irgendwie lieb aussehenden Fonts passt. Es ist auch ziemlich praktisch: Wenn ich eine neue Schrift mache, ist die Hälfte des Namens schon fertig. Mir war es auch wichtig, dass meine Marke ein Stück Herkunft kommuniziert, deshalb kam ein komplett englischer Name nicht in Frage. Und der Name funktioniert international erstaunlich gut.



LiebeDoni – die eigentlich so strenge Bodoni mit handgezeichneter Charakter umgesetzt. Wie kamst Du auf diese Idee?
Ich mochte Bodoni schon immer gerne, besonders in fett und groß. Deshalb hatte ich auch in meinem Font LiebeMenuLettering einige Wörter in einer Art Bodoni gezeichnet. Daraufhin habe ich viele Anfragen bekommen, ob es denn die Buchstaben auch einzeln gebe. LiebeDoni ist auch ein schöner Kontrast zu LiebeErika: Die eine fett, breit und mit Serifen, die andere filigran, schmal und serifenlos.
 


 
Schriften wie Deine LiebeDoni haben einen umfangreichen Zeichenausbau. Wie lange dauert die Entwicklung Deiner Schriften von den ersten Skizzen bis zum verkäuflichen OpenType-Font?
Die »richtigen« Schriften sind wesentlich aufwendiger als die Piktogramm-Fonts. An LiebeDoni habe ich alles in allem ungefähr ein halbes Jahr gearbeitet, allerdings nicht Vollzeit. LiebeErika ging etwas schneller, vermutlich weil man bei der geringen Strichstärke und dem fehlenden Kontrast schneller zu harmonischen Wortbildern kommt. Wahrscheinlich würde alles schneller gehen, wenn ich mich nicht so im Detail verlieren würde. Aber ich kann es nicht lassen, mir immer wieder doch noch eine weitere lustige Ligatur oder Alternativformen auszudenken. Ich bin auch sehr geduldig und diszipliniert. Ich glaube, das ist wichtig, wenn man Schriften gestalten will.



Du vertreibst Deine Schrift selbst über MyFonts und bist also neben dem Entwurf auch für das technische Mastering, Marketing, Kundenbetreuung und so weiter zuständig. Betrachtet du diese Arbeitsweise eher als Fluch oder Segen? Wie organisierst Du Deine Arbeit um Dich nicht in diesen vielen Arbeitsbereichen zu verzetteln?
Ich genieße die Freiheit, alles selbst machen zu können. Ich freue mich bei jedem Arbeitsschritt schon auf den nächsten. Ich mache mir beim Zeichnen der Buchstaben immer schon Gedanken darüber, wie die Anwendungsbeispiele aussehen könnten. Und wenn ich später beim Gestalten der Marketing-Materialien noch Probleme finde, kann ich einen Schritt zurückgehen und einzelne Buchstaben noch im Detail korrigieren.



Ich habe außerdem jemanden zu Hause, der von dem Thema Ahnung hat, jede Zeichnung kritisch betrachtet und auch ein gutes Gespür fürs Marketing hat. Und einige Tester im Freundeskreis werden mit Betaversionen versorgt, so dass ich schon vor der Veröffentlichung wertvolles Feedback bekomme.



Hast Du Vorbilder im Bereich Schrift oder Illustration? 
Die Schule von Luc(as) de Groot hinterlässt wohl bei jedem seiner Studenten sichtbare Spuren. Hohe Ansprüche an die Lesbarkeit und gewisse humanistische Konstruktion sind dann einfach so drin, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt. Ich schaue mir auch sehr gerne die Arbeiten von Jessica Hische und Seb Lester an.
 

 
Deine Fonts enthalten ein Versal-Eszett. Wie ist Deine persönliche Meinung zu diesem derzeit kontrovers diskutierten Thema?
Ich sehe schon, dass das Versal-Eszett bei Eigennamen sehr sinnvoll sein kann. Dass das Versal-Eszett in meinen Schriften vorhanden ist, hat aber weniger etwas mit meiner Haltung zum Thema zu tun. Ich finde es auch sehr schwierig, diesen noch sehr ungewohnten Buchstaben so hinzubekommen, dass es nicht absurd aussieht.



Welche Font-Projekte können wir in Zukunft von Dir erwarten? Weitere Ornamente, Schriften oder etwas ganz anderes?
Momentan arbeite ich intensiv an einem noch geheimen Projekt. Es ist eine Art Touchscreen-Kinderbuch, so viel kann ich verraten. Parallel entwerfe ich auch schon die nächste Schrift, die wieder in eine andere Richtung geht als die ersten beiden: eine geschriebene, verbundene Schwungschrift.


Zugehörige Links:
LiebeFonts bei MyFonts
Detroit wurde 1701 von Antoine de la Mothe Cadillac als »Ville d’Etroit« (Stadt an der Meerenge) gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts wird Detroit zum Geburtsort und Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie. Die »Big Three« – General Motors, Ford und Chrysler – schaffen die Autostadt schlechthin. Hier gibt es die erste Straße mit Betonbelag; hier gibt es die erste Stadtautobahn. Lange prahlt Detroit mit einem Wirtschaftswachstum sondergleichen. Während der 1920-er Jahre entsteht ein Hochhaus nach dem andern; Riesige Warenhäuser und Kinopaläste säumen die Straßen. 1930 ist Detroit die viertgrößte Stadt der USA.



Der Reichtum der Stadt spiegelt sich auch im Design der Detroiter Automobile wider. Nie waren sie größer und prunkvoller als in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Mit den Automobilen wachsen auch die obligatorischen Chrom-Schriftzüge an Cadillac und Co. immer weiter in die Breite und so entwickelt die Automobilindustrie nebenbei auch eine völlig eigenständige Form der Schriftgestaltung. Denn da die schweren Embleme nach wie vor aus einem zusammenhängenden Stück Metall gefertigt werden, müssen die Buchstaben auf der Grundlinie beziehungsweise x-Höhe mit einer stabile Verbindung versehen werden. Die »Streamline-Schriften« sind geboren und entwickeln sich rasch zu einem repräsentativen Designelement der Zeit, das sich später auch auf anderen Produkten wieder findet, etwa auf Plattenspielern, Staubsaugern und Kühlschränken.



Doch auf den raschen Aufstieg der Stadt folgt ein ebenso dramatischer Abstieg. In den 1960er Jahren kommt es durch steigende Arbeitslosigkeit zu schweren Rassenunruhen, die schließlich dazu führen, dass sich der überwiegende Teil der weißen Bevölkerung aus der Stadt in die Vororte flüchtet. Als später auch die Automobilhersteller ihre Fabriken in die Vororte verlegen, verkommt die Innenstadt Detroit fast zu einer Geisterstadt, die nur noch durch Amerikas höchste Mordrate und die jährliche Devil’s Night Schlagzeilen macht, wenn in der Nacht vor Halloween hunderte von Häusern in der Innenstadt in Brand gesetzt werden.




Die Grafikdesigner Franziska Jähnke, Dörte Wächter und Ralf Herrmann verbrachten einige Monate in der Innenstadt von Detroit und erkundeten die noch immer allgegenwärtigen Relikte der Detroiter Glanzzeit. Die verlassenen Fabriken der berühmten Automobilhersteller stehen noch immer – es fehlt schlicht das Geld sie abzureißen oder anderweitig zu nutzen. Auch die alten Autos gehören noch immer zum Straßenbild. Sie werden so lange gefahren, bis sie buchstäblich auseinander fallen. Die Detroiter nennen solche Schrottkarren liebevoll »Hooptie«. Wenn sie dann doch den Geist aufgeben, werden sie einfach am Straßenrand stehen gelassen und rosten dort über Jahrzehnte vor sich hin.
Der ausgefallene Schriftstil der Chromschriftzüge an den Detroiter Autos der 1930er bis 1950er Jahre erweckte sofort das Interesse von Ralf Herrmann, der basierend auf diesem Stil eine Serie von Fonts mit dem Namen Hooptie Script entwickelte.



Schriften dieser Art waren mit den früheren Fontformaten nicht zufriedenstellend umsetzbar, da jeder Buchstabe an passender Stelle mit den jeweiligen Nachbarbuchstaben legiert werden muss. Hat das »o« einen Abstrich auf x-Höhe verbindet es sich perfekt mit einem nachfolgenden »f«, doch nicht mit einem »s«, das eine Verbindung auf der Grundlinie erfordert. So sieht man bei der Anwendung von Retro-Schreibschriften sehr oft, dass Buchtstaben an den falschen Stellen zusammenstoßen oder schlicht gar nicht verbunden sind. Das Problem lässt sich übrigens auch nicht mit Ligaturen lösen. Denn jede eingesetzte Ligatur muss sich ja ihrerseits auf beiden Seiten mit den angrenzenden Buchstaben verbinden …
Mit der OpenType-Technologie war es hier erstmals möglich, einen Streamline-Font zu erstellen, der durch OpenType-Klassen, Alternativzeichen und kontextbedingte Ersetzungen vollautomatisch für jede beliebige Buchstabenkombination die passende Verbindung erzeugt.
Das jeweils nachfolgende Zeichen in einem Buchstabenpaar »kennt« seine optimale Verbindung zu seinem Vorgänger und dieser wird, wenn nötig, automatisch ausgewechselt.



Es ist sogar möglich, die Wörter durch Einsatz des Unterstrichs zu verlängern und noch »stromlinienförmiger« darzustellen. Auch dabei werden vollautomatisch die optimalen Alternativbuchstaben ausgewählt.



Zusätzlich zu den beiden Grundschnitten Hooptie Script und Hooptie Script Star Chief gibt es auch eine Oblique, eine »Rusted« mit rauer Outline sowie einen Schwungbuchstabenschnitt, der einige handgezeichnete Alternativbuchstaben enthält.



Weitere Details finden sich im PDF-Schriftmuster der Hooptie Script. Die Schriften kann man sich über fonts.info und MyFonts lizenzieren lassen. Bis 15. November sind die Fonts zu einem Einführungspreis mit 30 Prozent Rabatt verfügbar.



Doch Detroit und seine Geschichte hinterließen auf die drei Designer eine so nachhaltigen Eindruck, dass schnell die Idee geboren wurde, die Schriften zusammen mit einem Buch herauszubringen, das die eindrucksvolle Geschichte der Motor City als Wiege der Automobilindustrie schildert. Das Buch fungiert dabei auch als Schriftmuster, ist aber weit mehr als nur ein »Verkaufsprospekt«. Schriften und Schriftmuster sind gleichwertige, miteinander verbundene Teile einer Arbeit, die sich gegenseitig befruchten. Die folgende Zeichnung, die als Doppelseite für das Buch angefertigt wurde, stand später für die Entwicklung der Schwungschriftbuchstaben Pate. Einigen Detroiter gefiel dieses Motiv sogar so gut, dass sie es sich tätowieren ließen.



Die üblichen Blindtexte sucht man in diesem Buch also vergeblich. Die Texte erzählen die spannende Geschichte von Cadillac, Pontiac, Chevrolet, Ford und vielen anderen Persönlichkeiten sowie vom Aufstieg und Einbruch der Stadt im Verlauf des 21. Jahrhunderts. Eine gekürzte Fassung des Buches kann nun begleitend zur Schriftveröffentlichung online und im Vollbildmodus betrachtet werden: http://www.hooptie.de
 

Zugehörige Links:
Hooptie Script bei fonts.info Hooptie Script bei MyFonts Homepage des Motor-City-Buchs anschauen http://vg08.met.vgwort.de/na/e22bdf6205644f998b32270f5c5130f4" width="1" height="1" alt="">
MyFonts ist einer der weltgrößten Schriftverkäufer. Wer sich gerade wo Schriften über MyFonts lizenzieren lässt, kann man nun in Echtzeit in einer Weltkarte beobachten. So offenbaren sich nicht nur die üblichen Bestseller, sondern auch die regionalen Vorlieben bei der Schriftwahl.
Zur MyFonts-Weltkarte
FontShop scheint eine besondere Affinität zu Apple-Produkten zu haben. Nach dem FontBook für das iPad folgen nun Mobile FontFonts. Dies sind Schriftpakete aus FontFont-Schriften, die speziell auf die Verwendung in Mobiltelefonen und Tablet-Geräten zugeschnitten sind. Das Angebot startet zunächst mit 14 Schriftfamilien zu je 4 Schnitten, die sich für Entwickler auf sehr einfache Weise in iOS-Anwendungen für iPad und iPhone integrieren lassen. Weitere Schriften und Geräte (z.B. Android) sind jedoch in Planung.


 
Das besondere an den Mobile FontFonts ist jedoch die einfache Lizenzierung. Normale Schriftlizenzen schließen die Einbindung in Software-Anwendungen generell aus. Interessenten mussten deshalb bisher selbst entsprechende Lizenzen mit den Schriftanbietern aushandeln. Für die Mobile FontFonts ist dies nun nicht mehr nötig. Wie bei Druckschriften müssen die Mobile-FontFont-Lizenzen nur einmalig gezahlt werden und stehen in der Grundvariante fünf Anwendern bzw. Software-Entwicklern zur Einbindung in die Apps zur Verfügung. Die FF Tisa Mobile Pro kostet so zum Beispiel in 4 Schnitten 169 Euro. Ein faires Angebot für Schriften, die mit der Anwendung an beliebig viele Anwender ausgeliefert werden.

Weitere Infos unter: http://www.mobilefontfonts.com
Vom 27. bis 28. April 2012 öffnet die Deutsche Publishing-Konferenz in München zum ersten Mal ihre Tore. Die Vorträge, Workshops und Diskussionen beleuchten Themen rund um Adobe InDesign und die Creative Suite, greifen den Stand der Dinge im Print- und Digital-Publishing auf, sprechen technische Standards (EPUB, Folio, HTML5, XML, etc.) an und geben Einblick in Spezialthemen wie Colormanagement, Barrierefreiheit und Schriftsatz mit OpenType-Funktionen.



Organisiert wird die Konferenz von einzelnen Standortleitern der InDesign User Groups Deutschland zusammen mit dem Veranstalter c//m//t GmbH aus München. Die Workshops sind als „Hands-On“-Workshops konzipiert, so das alle Teilnehmer ihren eigenen Rechner mitbringen können um das Gezeigte gleich nachzuvollziehen.

Anmeldung und weitere Informationen unter:
http://publishing-konferenz.de
Kennen Sie das? Jemand schickt Ihnen Textvorlagen in Form einer TXT-Datei. Sie öffnen diese und stellen fest, dass Umlaute, Eszett und andere Zeichen kryptisch dargestellt werden. Wo »Müllerstraße« stehen soll, steht plötzlich »Müllerstraße«.
Selbst professionelle Anwender sind nicht selten ratlos, wie man mit diesem Problem umgehen soll. Schließlich versichert der Ersteller der Datei, dass sie bei ihm korrekt angezeigt wird. Gar nicht selten fängt man dann sogar an, die Sonderzeichen im ganzen Text manuell zu korrigieren … Doch das muss nicht sein!

Wie entsteht Sonderzeichensalat?
Zum Verständnis ist es zunächst wichtig zu wissen, dass Textdateien überhaupt keine Schriftzeichen im eigentlichen Sinne enthalten. Eine Textdatei ist nichts anderes als lange Anordnung von Kodes. Erst wenn die Textdateien geöffnet und angezeigt werden sollen, werden die Kodes in Schriftzeichen umgewandelt. Dazu benutzt das Betriebssystem bzw. Anwendungsprogramm eine so genannte Zeichenkodierung. Vereinfacht gesagt sind dies Tabellen, in denen jedem Kode ein bestimmtes Zeichen zugeordnet ist. Das Programm arbeitet einen Kode nach dem anderen ab und wandelt diese in eine darstellbare Zeichenfolge.


 
(Eine ausführliche Erklärung der Zeichenkodierungen findet sich in unserer Artikelserie »Die Geschichte der Zeichenkodierung«.)


Der Sonderzeichensalat entsteht nun immer dann, wenn beim Öffnen des Textdokuments von einer anderen Zeichenkodierung ausgegangen wird, als bei der Erstellung benutzt wurde. So findet sich zum Beispiel in der PC-Standardzeichenkodierung CP-1252 das Eszett an Position 223 in der Kodierungstabelle; in der Mac-Standardzeichenkodierung Mac Roman ist es dagegen an Position 167. Ohne entsprechende Konvertierung wird ein so am PC erstelltes Textdokument somit zwangsläufig beim Öffnen am Mac falsch dargestellt.
Wie behebt man den Sonderzeichensalat?
Die Anwendungsprogramme können in der Regel mit einer Vielzahl solcher Zeichenkodierungen umgehen. Das heißt, sie wandeln beim Öffnen des Textdokumentes automatisch die Kodierung des Quelldokumentes in die benutzte Standardkodierung des Zielprogrammes. Damit diese Konvertierung gelingt, muss jedoch das Programm die benutzte Zeichenkodierung des Dokuments kennen! Und genau hier liegt in der Regel das Problem. Denn Dateiformaten wie TXT fehlt schlicht die Information, welche Zeichenkodierung ursprünglich zum Einsatz kam. TXT ist daher als Austauschformat schlicht ungeeignet und sollte weder angefordert noch versandt werden. Im englischen Sprachraum ist es als Austauschformat verbreitet und macht hier viel weniger Probleme, da nahezu allen westlichen Standardkodierungen auf den ASCII-Zeichensatz aufbauen und somit dessen englische Zeichen immer korrekt dargestellt werden. Doch sobald irgendein Zeichen außerhalb des ASCII-Zeichensatzes benutzt werden soll, fangen die Probleme an.

Tipps zum Umgang mit Sonderzeichensalat
RTF statt TXT: Benutzen Sie statt TXT wann immer möglich ein Austauschformat wie RTF (Rich Text Format), das alle gängigen Textprogramme verstehen. Fordern Sie Dateien zukünftig in diesem Format an.
 
Mit anderen Programm öffnen: Wenn Ihr Standardprogramm (Notepad, Textedit etc.) den zu öffnenden Text falsch darstellt, probieren Sie ein anderes Programm. Viele professionelle Texteditoren verfügen über eine Automatikfunktion, die den Kode analysiert und die benutzte Zeichenkodierung so gegebenenfalls erraten kann.

Manuelles Öffnen mit bestimmter Zeichenkodierung: Versagt die Automatikfunktion können Sie in den meisten Texteditoren auch beim Öffnen die zu verwendende Zeichenkodierung auswählen (siehe Beispielabbildung aus Textedit). Probieren Sie hier einfach gängige Zeichenkodierungen wie Latin1/CP1252, Mac Roman, UTF8, UTF16 aus. Wenn der Sonderzeichensalat verschwindet, haben Sie die richtige Kodierung gefunden.



Achten Sie auch darauf, dass sie die mit falscher Kodierung geöffnete Datei nicht zwischenzeitlich speichern. Sonst bleibt das Müllerstraße dauerhaft im Dokument.
Am Freitag, 7. Oktober 2011, 18 Uhr, wird im Museum für Druckkunst Leipzig die erweiterte Dauerausstellung eröffnet.

Bereichert wird die ständige Präsentation des Museums um die Bereiche »Von der Monotype zum Mac. Druckvorstufe seit 1950« sowie »Techniken des Musiknotendrucks«.

Mit dem neuen Bereich »Von der Monotype zum Mac. Druckvorstufe seit 1950« schließt das Museum für Druckkunst die Lücke zwischen Bleisatz und Desktop-Publishing. Bisher zeigte das Museum die Herstellung von Druckvorlagen für Schrift und Bild, wie sie bis zur 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts Anwendung fand. Ab 1950 kamen mit dem Fotosatz neue Verfahren auf, die die Erstellung von Druckvorlagen maßgeblich veränderten und zu einem schnellen Umbruch der Branche führten. Am Ende der technischen Entwicklung steht der Mac, der seitdem aus dem druckgrafischen Gewerbe nicht mehr wegzudenken ist.


 
Der neue Bereich in der Dauerausstellung zeigt diesen technischen Fortschritt beispielhaft anhand zahlreicher Original-Exponate. Neben Apparaten aus dem Bereich der Reprotechnik und Fotosatz verschiedener Generationen werden auch eine seltene Monophoto-Filmsetzmaschine sowie zwei funktionierende Macintosh-Rechner aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren zu sehen sein.

Weniger schnell als der Satz von Text und Bild entwickelte sich die Druckvorlagenherstellung für den Musiknotendruck. Das im Museum für dieses Thema neu eingerichtete Kabinett zeigt anhand verschiedener Druckverfahren nicht nur den berühmten und vor allem in Leipzig zur Blüte geführten Notenstich, sondern auch den Satz mit Bleilettern und die Reproduktion von Musiknoten in der Lithografie. Diese umfassende und anschauliche Darstellung eines wichtigen Kapitels deutscher Musiktradition ist in Deutschland bisher einmalig und würdigt die Rolle Leipzigs als Musikstadt.

http://www.druckkunst-museum.de

Fotos: diatype: Ralf Herrmann; Mac: Wikipedia Commons; User Danamania; CC BY-SA 2.5
Der österreichische Designer Rudolf Horaczek hat sich der Schrift der Wiener Straßenschilder angenommen und diese digitalisiert und weiterentwickelt. Das Ergebnis steht und Creative-Commons-Lizenz zum kostenlosen Download bereit.
 
Im Zuge des Wachstums der Stadt Wien an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert wurde es notwendig, innerhalb der Straßenzüge eine Orientierungshilfe zu schaffen. Man bediente sich dabei entweder der Namen von Hausbesitzern, oder verwendete Hauszeichen. Die an sich naheliegende Methode, die Häuser durchzunummerieren, wurde erstmals im 16. Jahrhundert aufgegriffen.
 
Da man sich in der Regel keiner Tafeln bediente, sondern die Nummern einfach auf die Hauswände malte, wurden die Kennzeichnungen durch Witterungseinflüsse oder Übermalungen bald unleserlich. Ein großer Fortschritt war die Verordnung aus dem Jahr 1782, nach der auch die Straßennamen mit schwarzer Schrift auf den Mauern angebracht werden sollten; in der Wiener Blutgasse ist eine solche Straßenkennzeichnung noch heute zu sehen. Im Jahr 1860 hat der Gemeinderat beschlossen, die Häuser in allen Bezirken nach Straßen und Gassen durchzunummerieren und bei gleichnamigen Verkehrsflächen – eine Folge der Eingemeindung – entsprechende Namensänderungen vorzunehmen. Die niederösterreichische Statthalterei als übergeordnete Instanz stimmte unter der Auflage zu, dass die Tafeln auch die Nummer des Bezirks beinhalten sollten. Für die Straßentafeln wurde an der bisher gebräuchlichen Frakturschrift festgehalten. Die Tafeln der inneren Bezirke sollten aus Zinkguss, jene der äußeren Bezirke jedoch aus Zinkblech hergestellt werden und in Form, Farbe und Erscheinungsbild gleichartig aussehen.
 


Im Zusammenhang mit den politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg führte der Stadtrat zahlreiche Umbenennungen durch. Vor allem jene Verkehrsflächen und Parkanlagen, die an die Monarchie erinnerten, wurden umbenannt.

Im Zuge dieser Umbenennungen wurde 1923 eine entscheidende Maßnahme zum Aussehen der Straßenschilder in Wien getroffen. Die nun stahlblau (RAL 5011) emaillierten Tafeln tragen weiße und – anstelle der bisherigen üblichen Fraktur Schriftzeichen – lateinische Schriftzeichen, die von einer weißen Umrandung gerahmt werden. Die im ersten Beschluss festgelegte gleichförmige rechteckige Form der Tafeln, änderte man drei Jahre später dahingehend, dass zwar die beschlossene rechteckige Form erhalten blieb, man jedoch in den Bezirken 2 bis 21 für die Längsstraßen und die Plätze die länglich-viereckige, für die Querstraßen die an den Ecken halbkreisförmig abgerundete Form wählte.
 


Im Jahre 1944 entschied man sich für die Herstellung von einheitlich rechteckigen Tafeln, womit die Unterscheidung zwischen Längs- und Querstraßen aufgegeben wurde. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hielt man daran vor allem deshalb fest, weil die Anschaffung verschiedenartiger Tafeln Mehrkosten verursacht hätte und der Großteil der Wiener Bevölkerung diese Unterscheidung kaum wahrnahm.



[headline=3]Entstehung der Schriftart Wiener Norm[/headline]Das Projekt der Digitalisierung begann im Jahr 2004, mit der Absicht, die Originalschrift des Jahres 1923 digital zu rekonstruieren. Nach den ersten Entwürfen stellte sich aber heraus, dass mit den vektorisierten Originalmatrizzen, die bei der Magistratsabteilung 48 einsehbar sind und ursprünglich von Technikern konstruiert wurden, kein harmonisches Schriftbild zu erreichen war.



Die Schrift wurde den modernen Anforderung des elektronischen Schriftsatzes angepasst, im Zeichenumfang stark erweitert und als OpenType Font unter der Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-ND 3.0) veröffentlicht. Wiener Norm ist als Display-Schrift konzipiert und eignet sich besonders für Schriftgrößen ab einer »Konkordanz« (48 Punkt).
Kostenloser Download der Wiener Norm Homepage von Rudolf Horaczek
Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold
Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold
Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold
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