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Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie
Gut 15 Jahre hat es gedauert, bis sich das Webdesign vom Einerlei der Microsoft-Systemschriften befreien konnte. Heute kommen bei fast jedem größeren Seiten-Relaunch Webfonts zum Einsatz und das Corporate Design von Unternehmen kann nun endlich auch im Web adäquat umgesetzt werden. Doch wie ist der Stand im Jahre 2012 genau? Wie werden Webfonts konkret eingebunden? Welche Anbieter und welche Modelle gibt es? Was kostet das ganze und was ist zu beachten? In dieser Serie werden wir das Thema Webfonts noch einmal in aller Ausführlichkeit beleuchten, konkrete Praxistipps geben und uns den neuesten Entwicklungen (wie OpenType-Unterstützung, automatischer Textumbruch etc.) widmen. Im ersten Teil geht es jetzt zunächst jedoch um die geschichtliche Entwicklung der Einbindung von Schriften ins Internet und die dazu möglichen bzw. nötigen Fontformate.
Webfont-Geschichte
Seit Anbeginn des Internets werden auf Webseiten vor allem Systemschriften verwendet. Das heißt, die Webseite schlägt dem Browser des Benutzers bestimmte Schriftarten wie Arial, Verdana oder Times New Roman zur Darstellung vor, und der Browser benutzt diese, sofern sie tatsächlich installiert sind. Webdesigner können die Textdarstellung somit nur unzureichend beeinflussen und die Webseite wird womöglich auf unterschiedlichen Rechnern in völlig unterschiedlichen Schriften dargestellt.
h1 { font-family: Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif; } In diesem Bereich hinkt das Web den Möglichkeiten der Drucksachengestaltung noch weit hinterher. Für Überschriften kann es zum Beispiel hilfreich sein, eher schmal laufenden Condensed-Schriften zu verwenden, aber unter den Systemschriften gibt es solche Schriften praktisch nicht. Unternehmen, die eine eigens entwickelte Hausschrift besitzen, können diese ebenfalls nicht benutzen und müssen ihre Webseite dann zum Beispiel ersatzweise in Arial darstellen, was dem Gedanken eines durchgängigen Corporate Designs natürlich völlig zuwider läuft.
Die Möglichkeit, beliebige Schriftarten in Webseiten einzubinden, bestehen jedoch schon sehr lange. Netscape 4 und Internet Explorer 4 verstanden bereits Ende der 1990er Jahre die so genannte @font-face-Regel, mit der Schriften auf dem Server abgelegt, und zusammen mit der Webseite ausgeliefert werden konnten.
@font-face { font-family: Gentium; src: url(fonts/gentium.eot); } Doch diese Technik war ihrer Zeit zu sehr voraus. Die Schriftdarstellung erfolgte zu dieser Zeit noch ohne oder nur mit einer einfachen Graustufen-Kantenglättung. Für Systemschriften war dies kein Problem, denn diese sind sehr aufwändig für diese Darstellung optimiert, sodass sie bei jeder beliebigen Schriftgröße immer optimal lesbar erscheinen. Doch wollte man nun zum Beispiel eine beliebige Druckschrift benutzen, war die Darstellung wegen der fehlenden manuellen Bildschirmoptimierung so schlecht, dass der Einsatz mehr Nachteil als Vorteile brachte.

So verwundert es auch nicht, dass die @font-face-Regel in CSS 2.1 einfach ersatzlos gestrichen wurde. Der Einsatz von Systemschriften auf Webseiten blieb nach wie vor Standard, insbesondere zur Darstellung längerer Texte. Für Überschriften haben sich verschiedene Notlösungen etabliert, etwa die Darstellung als vorgefertigte Bitmapgrafiken oder die Einbettung von kleinen Flash-Filmen, die ihrerseits eine Schrifteinbettung mitbringen konnten. Und in den letzten Jahren entstanden neue Ansätze wie Typeface.js und Cufón, die die Darstellungsmöglichkeit von Vektorobjekten ausnutzen, um mittels JavaScript Überschriften durch Schriftzeichen beliebiger Schriftarten auszutauschen. Doch alle diese Techniken bringen Probleme mit sich – sei es bei der Suchmaschinen-Indizierung, beim Kopieren-und-Einfügen oder beim Zoomen der Webseiten.

2008 – die Webfont-Revolution beginnt
Die Wende um den Webfont-Einsatz wurde 2008 mit der Veröffentlichung von Safari 3.1 eingeleitet, bei der Apple die alte @font-face-Regel wieder einführte. Der Grund, warum diese 10 Jahre zuvor gescheiterte Technologie jetzt Erfolg versprechender war, liegt in der deutlich verbesserten Bildschirmdarstellung. Heute sind Flachbildschirme Standard und zur Kantenglättung werden nun auch die Subpixel, also die drei Farbbestandteile eines Pixels, herangezogen. Dies ermöglicht eine wesentlich bessere Wiedergabe der Schriftformen selbst bei sehr kleinen Schriftgrößen. In Mac OS X ist diese Technologie standardmäßig aktiviert. In Windows trägt sie den Namen ClearType und ist hier seit Vista aktiviert, obwohl auch Benutzer von Windows XP diese Darstellung zuschalten können.
 

Eine Besonderheit bei der @font-face-Unterstützung in Safari liegt darin, dass erstmals die Standard-Fontformate TrueType (.ttf) und OpenType (.ttf/.otf) ohne jegliche Konvertierung eingebunden werden können.
@font-face { font-family: GraublauWeb; src: url(fonts/graublau.otf) format ("opentype"); } Dies brachte vor allem die Anbieter kommerziellen Schriften auf die Barrikaden, da diese nun befürchteten, dass diese Technik dem Raubkopieren von kommerziellen Fonts Tür und Tor öffnet. Denn über die @font-face-Regel werden die Schriften ja nicht im wörtlichen Sinne in die Webseite »eingebettet«, sondern lediglich im CSS-Kode verlinkt. Ein Blick in den Quelltext genügt also, um die eingebundenen Schriftarten aufzuspüren und herunterzuladen, sodass sie sich im System installieren lassen.

Safari 3.1 liefert erstmals die Unterstützung für Standard-Fontformate. Einer der ersten professionellen Webfonts, die für diese Technologie freigegeben wurden, war die Graublau Sans Web von fonts.info.

In der Folge entwickelte sich eine hitzige Diskussion zwischen Browser-Herstellern und Schriftanbietern. Letztere wünschten sich für kommerzielle Schriften einen Schutzmechanismus, der den unberechtigten Einsatz auf unlizenzierten Seiten und die Installation auf Rechnern unterbinden sollte. Doch die Browser-Hersteller sahen sich verständlicherweise nicht in der Pflicht, die Lizenz-Ansprüche von Schriftherstellern durchsetzen zu müssen. Dies müssen die Anbieter von Inhalten selbst übernehmen, so wie ja auch die Anzeige von urheberrechtlich geschütztem Bild- und Tonmaterial nicht durch den Browser selbst in irgendeiner Weise kontrolliert wird.
Aus diesem Konflikt sind in erfreulich kurzer Zeit zwei Lösungswege entstanden. Einerseits die Einbindung von Schriftart über Webfont-Dienste (dazu im Verlauf dieser Artikel-Serie später mehr) und andererseits die Entwicklung des neuen WOFF-Schriftformates, das speziell für den Einsatz auf Webseiten konzipiert wurde.

Die Schriftformate
EOT, TTF, OTF, CFF, AFM, LWFN, FFIL, FON, PFM, PFB, WOFF, SVG, STD, PRO, XSF, …
Sich im Dschungel der Fontformate zurecht zu finden, ist nicht gerade einfach. Und auch die Webfont-Thematik ist untrennbar mit einem Krieg der Fontformate verknüpft. Daher zunächst eine Übersicht der relevanten Formate.

TrueType
Dieses Format wurde Ende der 1980er Jahre von Apple als Alternative zu Adobes PostScript-Schriften-Formaten entwickelt. Als skalierbares Outline-Format löste es die bis dahin bei der Bildschirmdarstellung üblichen Bitmap-Fonts ab. In der Folge wurde es auch von Microsoft übernommen und entwickelte sich rasch zu dem Format für Systemschriften. Der Grund liegt in der Möglichkeit, die Bildschirmdarstellung sehr präzise und abgestimmt auf die jeweilige Schriftgröße kontrollieren zu können.
[headline=3]OpenType[/headline]Dieses Format wurde in Partnerschaft von Microsoft und Adobe entwickelt. Es setzt direkt auf dem TrueType-Format auf, bietet aber optionale, erweitere typografische Funktionen (Ligaturen, Bruchziffern, Kontextbedingte Alternativzeichen etc.), die vor allem in professionellen Design-Anwendungen zum Einsatz kommen und bislang leider in Browsern noch unzureichend unterstützt wurden.

Wichtig zu wissen ist ferner, dass OpenType-Fonts in zwei Arten vorliegen können, je nachdem welche Outline-Technologie zum Einsatz kommt. Es gibt OpenType-Fonts mit TrueType-Outlines (OpenType TT) und solche mit PostScript-Outlines (OpenType PS). Letztere werden häufig auch CFF-basiert (Compact File Format) genannt. Dies spielt beim Einsatz als Webfonts eine Rolle, da unter Windows die PostScript-basierten Fonts lange Zeit ohne Subpixel-Rendering dargestellt wurden, was die Darstellungsqualität in kleinen Schriftgraden beträchtlich verschlechtert. Hier können die TrueType-basierten Fonts also gegebenenfalls bessere Ergebnisse erzielen, auch wenn Microsoft dieses Problem der unterschiedlichen Darstellung je nach Outline-Format in den aktuellen Browser-Versionen nun behoben hat.

Da sich TrueType- und OpenType-Fonts strukturell sehr ähneln, gilt die Unterstützung in der Regel für beide Formate. Bei Browsern ist eine Unterstützung gegeben seit Safari 3.1, Firefox 3.5, Opera 10 und Crome 4.

EOT
Das Format Embedded OpenType (EOT) wird seit Ende der 1990er Jahre im Internet Explorer eingesetzt. Es ist eine Abwandlung des TrueType bzw. OpenType-Formates, die sich durch zwei Besonderheiten auszeichnet: Zum einen sind EOT-Fonts in der Regel für eine schnellere Auslieferung im Web komprimiert. Zum anderen lassen sich EOT-Fonts an bestimmte Webseiten koppeln (URL Binding). Der Font funktioniert dann nur auf den so voreingestellten Webseiten. Ein unberechtigtes Kopieren zu einer anderen Domain ist nicht möglich.
EOT funktioniert ausschließlich im Internet Explorer. Auch wenn es sicherlich als Webfont-Format keine Zukunft hat, ist es derzeit praktisch unumgehbar dieses Format auszuliefern, um auch die Benutzer der verschiedenen IE-Versionen zwischen Version 4 bis 8 mit Webfonts zu versorgen.

WOFF
Das Web Open Font Format (WOFF) schickt sich derzeit an, der Standard für Schrift auf Webseiten zu werden. Es ist als ein Kompromiss zwischen Schrift- und Browser-Anbietern entstanden. Und so verwundert es auch nicht, dass das Format von zwei Schriftgestaltern und einem Mozilla-Entwickler in Gemeinschaft entwickelt wurde. Streng genommen ist WOFF kein neues Format, sondern eher ein Container-Format um das weit verbreitete OpenType-Format.
Auch bei WOFF ist wie beim EOT-Format eine Komprimierung direkt integriert. Darüber hinaus können Meta-Daten hinterlegt sein, die zum Beispiel eine Nutzungslizenz ausweisen, auch wenn diese Daten allenfalls Informationscharakter haben und in keiner Weise von Browser überprüft werden.

Eine Demo-Seite aus dem Jahr 2009, die für die Verbreitung des WOFF-Formates warb.

Firefox unterstützte das Format seit Version 3.6 und eine Standardisierung durch das W3C ist derzeit im Gange. Alle anderen wichtigen Browser-Hersteller unterstützten das WOFF-Format mittlerweile ebenso, einschließlich des neuesten Internet Explorers. Selbst in mobilen Browsern findet das Format zunehmend Anwendung.

SVG
Innerhalb des Vektorgrafik-Formates SVG lassen Fonts direkt in die entsprechenden SVG-Dateien einbetten. Man spricht dann meist von SVG-Fonts, wobei es sich in technischer Hinsicht dann kaum noch um Fonts im eigentlichen Sinne handelt. Vielmehr sind die Umrisslinien der einzelnen Buchstaben hinterlegt und sie werden dann entsprechend auf der Zeichenfläche der SVG-Grafik dargestellt. Das Format hatte im Zusammenhang mit Webfonts kurzzeitig Relevanz, da es einige Browser-Versionen (z.B. unter iOS 3) noch vor den anderen Webfont-Formaten unterstützt wurde. Mittlerweile ist diese Notlösung aber größtenteils überflüssig geworden und man kann auf den Einsatz von SVG-Fonts verzichten, auch wenn verschiedene Webfont-Anbieter und -Erstellungsprogramme dieses Format noch anbieten.
Soweit zur Geschichte der Webfonts und der gängigen Fontformate. In den folgenden Teilen der Artikelserie werden wir uns damit beschäftigen, wie man Webfonts direkt bzw. als externer Service konkret in die eigene Webseite einbinden kann.
Immer wieder taucht bei Schriftanwendern der Wunsch auf, Schriftmusterdarstellungen von installierten Schriften auf Papier oder in PDF-Dateien auszudrucken. Sei es, um bestimmte Schriften für einen Auftrag zu vergleichen, oder gar, um die gesamte eigene Schriftbibliothek zu katalogisieren. Man könnte dazu natürlich in einem Textverarbeitungs- oder Layoutprogramm einen Mustertext setzen und diesen für jede Schriftart manuell zuweisen und ausdrucken – doch diese Aufgabe könne verschiedene Tools viel bequemer erledigen. Nachfolgend einige Möglichkeiten dazu …

FontTable – Alle Zeichen eines Fonts in InDesign ausgeben
Welche Zeichen stecken eigentlich in einem bestimmten Font und wie druckt man diese aus? Selbst Tools wie die Zeichentabelle/-palette von Windows und MacOS X helfen da nur bedingt, da sie vor allem den kodierten Zeichenvorrat nach Unicode-Bereichen ausgeben. Unkodierte OpenType-Zeichen wie Ligaturen, Kapitälchen etc. fehlen hier in der Regel. Doch hier hilft ein kleines Script für Adobe InDesign: Font Table.



Das Skript liest aus einer beliebigen installierten Schrift den kompletten Zeichenvorrat aus und füllt ihn in einen Textrahmen in InDesign. So installieren und nutzen Sie das Skript:
Laden Sie das Skript von InDesign Secrets herunter (es funktioniert ab CS3) Öffnen Sie in InDesign die Skript-Palette (Fenster >> Hilfsprogramme >> Skripte) Führen Sie einen Rechtsklick auf den Ordner »Anwendung« oder »Benutzer« aus, um den Skript-Ordner des Programms bzw. des derzeitigen Nutzers im Finder/Explorer zu öffnen. Kopieren Sie das Skript in dieses Verzeichnis. Anschließend kann das Programm über einen Doppelklick in der Skripte-Palette gestartet werden. Die Anzahl der Glyphen des Fonts kann das Skript derzeit nicht selbst ermitteln. Wählen Sie hier also einfach einen hohen Wert und entfernen Sie die überschüssigen leeren Zeichen nach dem Ausführen des Skriptes wieder. (Alternativ kann man die Glyphen-Palette nach Glyphen-ID sortieren lassen und sich so die höchste Nummer im Font ausgeben lassen.)  
Fontbook.js – Schriftmuster aller installierten Fonts in InDesign
Fontbook.js ist ebenfalls ein kostenloses Skript für Adobe Indesign. Mit einem Klick gestartet erstellt es ein neues InDesign-Dokument und füllt nach und nach für jede installierte Schrift eine Seite mit einer Schriftmuster-Übersicht (siehe Screenshot).
 


Ein Dialogfenster mit Einstellmöglichkeiten gibt es nicht, aber in der Skriptdatei selbst lassen sich Schriftgrößen und Mustertext auf Wunsch abändern. Die Installation erfolgt auf gleiche Weise wie oben bei Font Table erklärt.

Drucken aus der Schriftsammlung (Mac OS X)
Auch mit Bordmitteln von OS X lassen sich leicht einfache Schriftmuster drucken. Die Schriften müssen lediglich markiert werden und können anschließend über Ablage >> Drucken auf Papier oder in PDF-Dateien ausgegeben werden. Die Darstellung erfolgt automatisch übersichtlich nach Schriftfamilien sortiert.



Über den Button »Details einblenden« im Druckdialog lassen sich Layout und Inhalt der Schriftmuster nach eigenen Wünschen anpassen.

FontDoc – schnell und simpel (Mac OS X)
Das kostenlose Tool FontDoc besticht durch seine Schnelligkeit und seine einfache Anwendung. Es erstellt aus allen installierten Schriften blitzschnell einen RTF-Text mit je einer Musterzeile bzw. dem Namen der Schrift. Der Text lässt sich dann einfach ausdrucken oder in anderen Anwendungen übernehmen.



Druck aus dem Fontmanager
Wer sich nicht auf Bordmittel verlässt und einen professionellen Fontmanager wie Fontexplorer X Pro* einsetzt, hat auch bei der Gestaltung von Schriftmuster-Ausdrucken alle Freiheiten. Das Programm biete eine umfangreiche Druckfunktion, die sich bis ins kleinste Detail den eigenen Ansprüchen anpassen lässt.



Über einen Assistenten lassen sich die gewünschten Funktionen bequem konfigurieren und als Sets für einen späteren Gebrauch abspeichern.
Der Fontexplorer X Pro sei hier nur beispielhaft genannt. Alle professionellen Fontmanager (wie Suitcase Fusion, Fontcase, FontExpert, FontAgent Pro, MainType etc.) bieten entsprechende Funktionen an, wenn auch nicht immer ganz so komfortabel wie hier im Fontexplorer.

Weitere nennenswerte Tools zum Schriftmusterdruck:
FontVista für MacOS X (29,99 US$): Kann neben den installierten Fonts auch selbstständig die Festplatte nach Schriften durchsuchen und automatische Schriftmuster erstellen Veenix TypeBook Creator (49,99 US$): Ebenfalls perfekt auf das Drucken von Schriftmustern installierter und nicht installierter Fonts ausgelegt. Allerdings kann man sich für diesen Preis dann auch schon lieber einen vollwertigen Fontmanager holen, der diese Funktionen ebenfalls mitbringt. ID Font Catalog (15 US$): Ein InDesign-Skript, dass dem oben beschriebenen Fontbook.js ähnelt, jedoch mehr Einstellmöglichkeiten bietet und Fonts auch nach Schriftfamilien gruppieren kann. *) Partnerlink
Der niederländische Wissenschaftsverlag Brill hat sich für seine Publikationen eine eigene Hausschrift von John Hudson (TiroTypeworks) entwickeln lassen. Sie besticht nicht nur durch ihre gute Leserlichkeit, sondern vor allem durch den enormen Zeichenumfang von derzeit über 5100 Zeichen pro Schnitt. Neben dem kompletten lateinischen Ausbau finden sich in der Brill auch alle phonetischen Zeichen (IPA) sowie Griechisch und Kyrillisch.



Für nicht-kommerzielle Anwendungen kann die Schrift gratis heruntergeladen und benutzt werden. Derzeit stehen der Normal- und der Kursiv-Schnitt zur Verfügung. Weitere Strichstärken werden aber folgen.

http://www.brill.com/author-gateway/brill-fonts
In der Berliner Galerie von Mota Italic wird am Freitag, dem 3. Februar um 18 Uhr die Ausstellung New Vintage Digital Vernacular Letters eröffnet. Sie zeigt fast 600 fotografische Typo-Fundstücke von über hundert Typo-Liebhabern aus mehr als 40 Ländern. Der Fokus lag dabei auf Smartphone-Schnappschüssen und ihrer besonderen Ästhetik durch vorbereitete Digitalfilter.


 
Die Ausstellung kann vom 1. Februar bis zum 31. März in der Schliemannstraße 34 in Berlin besucht werden.
»Schrift gesucht« – ein Klassiker in allen Grafikdesigner-Foren. Man hat in einer Anzeige oder in einem Magazin eine tolle Schriftanwendung gesehen und möchte nun wissen, um welche Schrift es sich handelt. Oder man hat einen neuen Kunden, der seine eigene Hausschrift nicht kennt und als Muster lediglich einen alten Briefbogen vorlegt. Auch alte Hasen im Grafikdesign-Geschäft können nicht jede Schrift kennen. Doch es gibt eigene Tricks um die Suche leichter zu machen. Hier die 10 besten …
Trick № 1: WhatTheFont

Ein bekannter und beliebter Dienst zum Erkennen von kommerziellen Schriften ist WhatTheFont von MyFonts. Laden Sie eine Grafik mit dem Schriftmuster hoch und das System ermittelt aus dem riesigen MyFonts-Katalog mit derzeit circa 900 Schriftanbietern die passenden Schriften.
Der Dienst funktioniert dann am besten, wenn die Schriftmuster kontrastreich und unverzerrt sind und sich Buchstaben nicht miteinander oder mit Hintergrundbildern überlagern. Oft lohnt es sich deshalb, das Bild vorher in einem Bildbearbeitungsprogramm kurz entsprechend zu bereinigen.

Trick № 2: What Font is

Ein ganz ähnlicher Dienst wie WhatTheFont ist What Font is. Im Gegensatz zu ersterem liegt der Fokus hier auf kostenlosen Schriften. War man bei WhatTheFont nicht erfolgreich, lohnt daher oft ein zweiter Versuch bei What Font is.

Trick № 3: Der PDF-Trick

Sie wüssten gern, welche Hausschrift ein bestimmtes Unternehmen benutzt? Eine sehr sichere Methode, verwendete Schriften zweifelsfrei zu bestimmten, ist das Nachschauen in PDF-Dateien. Die Schriften sind hier in der Regel eingebettet und Anzeige-Programme wie der Adobe Reader gestatten eine Übersicht, welche Schriften in einem PDF verwendet werden.
Falls Sie noch kein PDF vorliegen haben, empfiehlt es sich, die Homepage des Herstellers nach PDFs zu durchsuchen. Bei Aktiengesellschaften sind zum Beispiel fast immer die Jahresberichte als PDFs hinterlegt.
Für eine gezielte Suche bei Google geben Sie zum Beispiel folgendes ein:

site:deutsche-bank.de .pdf Noch genauer wird die Suche, wenn Sie für die Ergebnisse lediglich den Datei-Typ PDF zulassen:

site:deutsche-bank.de filetype:pdf Laden Sie anschließend das PDF auf Ihren Rechner und öffnen Sie es im Adobe Reader. Öffnen Sie die Dokumenteigenschaften über   cmd   +   D   bzw.   STRG   +   D   und schauen Sie unter dem Reiter »Schriften« nach, welche Fonts in diesem PDF eingesetzt wurden. So lassen sich gegebenenfalls auch die Namen von Hausschriften zielsicher bestimmen, die von bestehenden Schriften abgeleitet wurden.

Trick № 4: Identifont – So ähnlich wie …

Nicht selten weiß man den Namen einer Schrift nicht, aber man kennt andere Schriften, die ganz ähnlich aussehen. Hier hilft die Identifont-Webseite. Einfach den Namen der bekannten Schrift eingeben und anschließend in der Seitenleiste die Vorschläge zu ähnlichen Schriften durchsuchen. Diese Auswahl wird von den Betreibern der Seite manuell gepflegt und ist dementsprechend treffsicher.

Trick № 5: Fragenkatalog

Identifont bieten noch eine weitere Möglichkeit, Schriften zu bestimmen. Über eine Serie von Fragen wie »Hat die Schrift Serifen?« oder »Ragt das J über die Grundlinie« wird die Schriftsuche immer weiter eingegrenzt, bis nur noch eine kleine Anzahl von Schriften infrage kommt. http://www.identifont.com/identify.html

Trick № 6: In meinen Schriften suchen …

Wenn man Schriften anhand einer Mustergrafik lediglich auf seinem eigenen Rechner suchen möchte, kann man dafür Programme wie Find my Font benutzen. Sie arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie WhatTheFont und What Font is, aber durchsuchen dabei nur die Fonts auf der eigenen Festplatte. Wenn man nur mal schnell eine ähnliche Schrift zu einem Schriftmuster finden will, ohne dafür Geld auszugeben, findet man auf diese Weise leicht ein passende Schrift aus dem eigenen Schriftenbestand.

Trick № 7: Im Wiki nachschauen
Im Wiki von Typografie.info gibt es eine der größten Listen von Unternehmens-Hausschriften aus aller Welt. Die Liste kann von allen Typografie.info-Mitgliedern ergänzt oder abgeändert werden. Wir freuen uns über Deine Mithilfe, diese Liste aktuell und korrekt zu halten!

Trick № 8: »Wahrscheinlich isses Rotis!«
Auch wenn man heute theoretisch auf über 20.000 Schriftfamilien zurückgreifen kann – der Großteil der Schrifterkennungsanfragen in unserem Forum geht auf nur eine Handvoll Klassiker-Schriften zurück. Es lohnt sich also immer, diese zu kennen bzw. zuerst zu prüfen. Eine gute Übersicht dazu bietet zum Beispiel die Liste von FontShops 100 Besten Schriften.

Trick № 9: Plausibilitätsprüfung
Oft werden uns im Forum Schriftmuster zur Identifizierung vorgelegt, bei denen es sich gar nicht um gesetzte Schriften, sondern um eigenes gestaltete Schriftzüge (z.B. für Logos) handelt. Bevor man sich also auf die mühselige Suche nach der passenden Schrift macht, sollte man sich sicher sein, dass die Vorlage überhaupt aus einer heute verfügbaren Satzschrift besteht. Dazu ein paar Tipps:
Gleiche Buchstaben vergleichen: Prüfen Sie, ob gleiche Buchstaben wirklich jedes Mal identisch aussehen. Sehen Sie jedes Mal unterschiedlich aus, haben Sie es entweder mit einer seltenen, ausgefeilten OpenType-Schrift mit Alternativzeichen zu tun, oder aber mit einem geschriebenen Schriftzug, der auf keiner Satzschrift beruht. Verbindungen inspizieren: Schreibschriften als Satzschriften haben in der Regel sehr strenge, gleichförmige Verbindungen, damit beliebige Buchstaben aneinander passen. Oft hat selbst der letzte Buchstabe in einem Wort so eine Verbindung, die ins Leere läuft. Das sind typische Merkmale einer Satzschrift. Wirken die Verbindungen dagegen tatsächlich »wie geschrieben« mit schwungvollen An- und Abstrichen am Wortende, dann ist es wahrscheinlich auch geschrieben. Tanzende Grundlinie: Satzschriften stehen normalerweise streng auf einer Grundlinie. Wenn im Schriftmuster die Grundlinie schwankt oder gar schräg verläuft, dann war sicherlich auch hier ein Kalligraf am Werk. Abrundungen, Verlängerungen, Auslassungen: Logo-Gestaltungen werden heute oft auf Basis von Satzschriften gemacht, wobei diese stark modifiziert werden. Ecken werden abgerundet, Teile aus Buchtaben ausgeschnitten, Buchstabenteile verlängert und mehrere Buchstaben verbunden usw.
Jegliche Modifikationen dieser Art deuten darauf hin, dass es sich um ein Logo, nicht um eine direkt benutzte Satzschrift handelt. Alter und Herstellungsart prüfen: Nur was gedruckt wurde, kann auch aus einer »Druckschrift« sein. Die meisten größeren Beschilderungen an Geschäften, Bahnhöfen, Gaststätten usw. sind, wenn sie aus der vordigitalen Zeit stammen, meist Handarbeit und es liegt keine bestimmte Druckschrift zugrunde.   
Trick № 10: Die Profis fragen …
Wenn alle Stricke reißen, fragen Sie die Experten von Typografie.info. In unserem Forum Welche Schrift ist das? können Sie Schriftmuster hochladen und die Community-Mitglieder helfen – oft innerhalb von wenigen Minuten – bei der Erkennung der Schriftart.
In der Vergangenheit haben wir schon oft in Artikeln und Forenbeiträgen auf Entwicklung und Unterschiede der gängigen Fontformaten hingewiesen. Wie unterscheidet sich TrueType und OpenType nun wirklich? Wie spielen die neuen und alten Webfont-Formate hier hinein?
Folgende Infografik zeigt die Entwicklung der wichtigsten Umriss-Fontformate auf übersichtliche Weise. Als begleitender Artikel sei dieser Blog-Beitrag empfohlen.



Die Grafik kann in voller Auflösung (2000 × 2000 Pixel) bei fonts.info betrachtet und heruntergeladen werden: http://www.fonts.info/pub/download/fontformats.png
 
Das Bild kann unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-ND 3.0 weiterverwendet werden.
Die Berliner Morgenpost hat ein Audio-Interview mit Barbara Dechant vom Berliner Buchstabenmuseum am Alexanderplatz geführt, dessen Ausstellungsdesign gerade grundlegend überarbeitet wurde. Das Interview ist nun mit unterlegten Schwarz-Weiß-Fotografien als YouTube-Video verfügbar.


Auch der Schriftanbieter Emigre biete seine Schriften nun als Webfonts an. Wie FSI FontShop International hat man sich für Lizenzmodell entschieden, bei dem die Anwender die Schriften auf dem eigenen Webserver ablegen können. Dazu bekommt man ein vorgefertigtes Paket, bestehenden aus .EOT- und WOFF-Fonts.

Man kann sich die Schriften wahlweise für einen Zeitraum von 5 Jahren oder für eine beliebig lange Laufzeit lizenzieren lassen. So kostet zum Beispiel ein Schnitt der Mrs. Eaves als Webfont in der Grundversion für 5 Jahren 39,- US-Dollar – was exakt dem Preis der normalen Druckschrift ohne OpenType-Funktionen entspricht. Dieser Preis ist gültig für bis zu 10.000 Seitenabrufe pro Monat. Die Lizenz ohne Laufzeitbegrenzung kostet jeweils 2,5 Mal so viel wie die auf 5 Jahre beschränkte Lizenz.

Die Schriften wurde laut Emigre bildschirmoptimiert. Für besonders gute Ergebnisse empfiehlt der Hersteller vor allem seine Type Director’s Picks. Weitere Infos bietet der aktuelle Emigre-Newsletter.
In den Fachartikeln, Wiki-Einträgen und Foren auf Typografie.info finden sich jede Menge hilfreicher Tipps zum Umgang mit Schrift am Rechner. Hier übersichtlich zusammengefasst die besten Tipps für den Umgang mit Schrift und Typografie unter Mac OS X. Wir haben uns auf jene Tipps beschränkt, die direkt über das System verfügbar sind und keine kommerziellen Zusatzprogramme erfordern.

Tipp № 1: Zugriff auf diakritische Zeichen (seit 10.7)

Drückt man in Programmen wie TextEdit, Mail, Safari usw. die Taste »a« und hält diese gerdrückt, erscheint am Buchstaben ein Auswahlmenü, das die direkte Eingabe von ä, â, à, á, æ, ã, å oder ā ermöglicht. Das Zeichen kann dann über die unter dem Buchstaben angegeben Zahl oder durch die Maus eigegeben werden. Bei einer deutschen Tastaturbelegung können so sehr einfach diakritische Zeichen mit allen Vokalen sowie n, s und y in Minuskel- oder Versalform gebildet werden.

Tipp № 2: Textersetzung benutzen (seit 10.6)
Seit 10.6 in den Tiefen der Systemsteuerung versteckt, ist diese Funktionen nützlicher, als es auf den ersten Blick scheint. Sie finden die Funktion unter Sprache & Text → Text. Nutzen Sie diese Funktion nicht nur mit den Standardvorgaben die © in © verwandeln etc.!
Definieren Sie alle typografischen Zeichen, die Sie regelmäßig verwenden möchten und auf die kein direkter Zugriff über ein Tastaturkürzel möglich ist! Definieren Sie ein langes s (ſ) einfach als #langs. Das Multiplikationszeichen (×) hat ebenfalls kein Tastaturkürzel am Mac. Geben Sie es zukünftig einfach als #mal ein. Wir wäre es mit #ß für das Versal-Eszett?
Sie lieben die neuen farbigen Emoji von Mac OS X und möchten sie möglichst oft in Chatnachrichten einsetzen? Definieren Sie einfach Ersetzungen wie #herz, #lächeln, #winken und so weiter. Die Kürzel lassen sich schnell tippen, leicht merken und das vorangestellte Doppelkreuz verhindert, dass die Ersetzung ungewollt – z.B. in einem normalen Fließtext – durchgeführt wird.

Tipp № 3: Schluss mit der Caps-Lock-Taste
Ein Relikt aus der Schreibmaschinen-Ära und dem frühen Computer-Einsatz: die Feststelltaste wird heute praktisch immer aus Versehen gedrückt. uND dAS vERÄRGERT iN dER rEGEL. Schalten Sie die Taste doch einfach ab!
Öffnen Sie in der Systemsteuerung die Einstellungen für Tastatur (und Maus). Über den Button Sondertasten (im Reiter Tastatur) kann die Funktion der Feststelltaste einfach auf Keine Aktion gestellt werden.

Tipp № 4: Die Sache beim richtigen Namen nennen
Drück doch mal Propeller! Wie bitte? Na die Apfel-Taste! Da ist kein Apfel auf meinen Tasten?!

Benutzen Sie lieber die offiziellen deutschen Bezeichnungen der Steuerungstasten, um Verständigungsprobleme zukünftig zu vermeiden. Die wichtigsten lauten: Befehlstaste (⌘), Wahltaste (⌥), Umschalttaste (⇧), Feststelltaste (⇪), Control-Taste (ctrl), Leertaste, Tabulator (⇥), Rückschritt (←), Entfernen (⌦), Zeilenschalter (↩), und Eingabe (⌅). 

Tipp № 5: Typografische Feinheiten in Apple-Programmen
Geradezu verdächtig gut versteckt hat Apple die erweiterten typografischen Funktionen (OpenType/AAT) in den eigenen Programmen oder jenen, die Apples Textformatierungspaletten direkt benutzen.
Unter dem Zahnrad in der Schriftenpalette verbirgt sich der Punkt Typografie. Hier lassen sich, je nach gerade gewählten Schriftart, die erweiterten typografischen Funktionen wie Ligaturen, Ziffernsets, Bruchziffern usw. aktivieren.

Tipp № 6: Die Entfernen-Taste: es gibt sie doch noch!
Auf Tastaturen mit Nummernblock hatte man noch die Wahlmöglichkeit, ob man das Zeichen links oder rechts vom Cursor löschen wollte. Auf Tastaturen der Laptop-Rechner (z.B. MacBook Pro) gibt es aber nur noch die Rückschritt-Taste   ←  . Was nur wenige wissen: Drücken Sie einfach zusätzlich   fn   und Sie können Sie auch das Zeichen rechts vom Curson löschen.

Tipp № 7: Warum haben meine Fonts Null Kilobyte?

Kommen Fonts von außen auf den Mac (E-Mail, CD-ROM, USB-Stick, FTP-Transfer etc.) versagen sie nicht selten den Dienst und zeigen im Finder lediglich eine Dateigröße von 0 KB an. Es handelt sich in diesem Fall um Fonts für die Classic-Umgebung, die zerstört werden, sobald sie die Mac-Umgebung verlassen. Dies lässt sich im Nachhinein auch nicht reparieren. Die Font müssen auf dem Originalrechner zunächst gepackt werden (z.B. als ZIP-Archiv), dann bleibt die Datenstruktur auch beim Kopieren erhalten.

Tipp № 8: Text-Dienste benutzen

Eine kaum bekannte und benutzte Funktion in Mac OS X. Das System stellt allen Programmen so genannte »Dienste« zur Verfügung, mit denen Inhalte bearbeitet oder an andere Programme weitergereicht werden können. Unter den Diensten finden sich auch viel textspezifische Funktionen. Aktivieren Sie die gewünschten Dienste einfach in der Systemsteuerung unter Tastatur → Tastaturkurzbefehle → Dienste → Text. Anschließend kann ein markierter Text in einem Programm über das Programm-Menü und den Auswahlpunkt Dienste bearbeitet werden. Hier einige Beispiel:
Zwischen Zollzeichen (»Geraden Anführungszeichen«) und korrekten deutschen Anführungszeichen (»Runde Anführungszeichen«) wechseln Merfache Leerzeichen oder Zeilenumbrüche entfernen Zeilen aufsteigend/absteigend sortieren Zusammenfassen: kürzt Texte automatisch per Schieberegler und entfernt gegebenenfalls unnötige Formierungen, Umbrüche, Bilder etc. (Nur mit installierten Developer Tools verfügbar) Statistik: Zählt Buchtaben, Leerzeichen, Wörter und Zeilen  
Tipp № 9: Tastatur- und Zeichenübersicht in die Menü-Leiste!

Was nützen die besten Helferprogramme, wenn man keinen einfachen Zugang zu ihnen hat. Die seit langem im Mac OS enthaltene Tastaturübersicht zeigt, hinter welchen Tasten sich im gerade benutzten Tastaturlayout Sonderzeichen beim Drücken von Wahl- und Umschalttaste verbergen.
Die in 10.7 gerade vollständig überarbeitete Zeichenübersicht bietet den Zugriff den kompletten Unicode-Zeichenvorrat – übersichtlich nach Kategorien angezeigt und mit einer Suchfunktion nach Unicode-Name.
Um die Tastatur- und Zeichenübersicht von Mac OS X schnell erreichen zu können, sollte man sie einfach in die Menüleiste legen. Dazu unter Systemeinstellungen → Sprache & Text → Eingabequellen den Punkt aktivieren: Eingabequellen in der Menüleiste anzeigen.
Anschließend in den Systemeinstellungen unter Tastatur → Tastatur den Punkt Tastatur- und Zeichenübersicht in der Menüleiste anzeigen aktivieren.

Tipp № 10: Font-Cache löschen

Schriftzeichen erscheinen durcheinander in einem Dokument; das Schriftmenü spielt verrückt oder zeigt bestimmte Fonts nicht an; Dokumente lassen sich nicht Drucken oder dabei werden Schriften ungewollt ersetzt etc.
Viele dieser Probleme lassen sich lösen, wenn man immer mal wieder den Zwischenspeicher (»Font Cache«) löscht und dadurch neu aufbauen lässt. Die einfachste Möglichkeit, den Font Cache von Mac OS X zu löschen, ist das Starten im abgesicherten Modus: Rechner starten Auf den Startton warten Umschalt-Taste drücken Taste loslassen, wenn das Apple-Logo erscheint Rechner hochfahren lassen und danach erneut starten Aber Achtung: Das Löschen des Font Cache entfernt auch die gegebenenfalls getätigten Aktivierungen und Deaktivierungen von Systemschriften über die Schriftsammlung.
Studenten und Lehrende könnten die Produkte von FontLab schon seit längerem zu deutlich vergünstigten Konditionen lizenzieren lassen. Darüber hinaus sind die Fonteditoren FontLab Studio, Fontographer und TypeTool jetzt auch als zeitlich beschränkte Versionen verfügbar und lassen sich so zum Beispiel im Rahmen einen Schriftgestaltungskurses an einer Hochschule nutzen. Im Vergleich zur Vollversion lassen sich so bis zu 77 Prozent des Kaufpreises einsparen. Im Detail sehen die Preise folgendermaßen aus:



TypeTool
Studentenlizenz für 1 Jahr: 23,- US-Dollar
Regulärer Preis: 99,- US-Dollar

Fontographer
Studentenlizenz für 1 Jahr: 79,- US-Dollar
Regulärer Preis: 399,- US-Dollar

FontLab Studio
Studentenlizenz für 1 Jahr: 119,- US-Dollar
Regulärer Preis: 649 US-Dollar

Zur Bestellung muss dieses Formular ausgefüllt werden. Weitere Informationen gibt es auf der FontLab-Homepage* unter dem Punkt »Academic«.

*) Partnerlink
Das große Eszett wurde durch die Aufnahme in den Unicode im Jahr 2008 in technischer Hinsicht schlagartig für die digitale Kommunikation benutzbar. Damit es aber auch darstellbar ist, müssen die gängigen Schriften nun sukzessive um dieses Zeichen erweitert werden. So können schon heute die Millionen Nutzer von Windows 7 auf große Eszett in den gängigen Systemfonts von Microsoft zurückgreifen. Benutzt man das große Eszett jedoch auf Webseiten, kann man nie wirklich sicher sein, ob der Besucher das Zeichen tatsächlich sieht …

Denn auf dem Rechner des Webseiten-Besuchers muss zumindest eine Schrift mit großem Eszett installiert sein. Im schlimmsten Fall wird also ein großes Eszett aus einer anderen Schrift benutzt oder gar nur das sogenannte Nicht-definiert-Zeichen (.notdef) angezeigt – in der Regel ein nicht gefülltes Rechteck. Dies ist natürlich nicht gerade eine optimale Lösung!
 

 
Doch mit der Webfont-Technik lässt sich dieses Problem lösen. Das große Eszett kann zusammen mit der Webseite als Einzelzeichen-Font ausgeliefert werden und der Browser greift dann notfalls auf dieses Zeichen zurück, wenn es in der gerade benutzten Schriftart noch fehlen sollte. Diese Technik ist zum Beispiel seit kurzem im Forum von Typografie.info im Einsatz, wie nachfolgendes Browser-Bildschirmfoto zeigt.
 

 
Um den Einsatz des großen Eszett auch auf anderen Webseiten zu fördern, veröffentlich fonts.info ein Set von Einzelzeichen-Webfonts, die gängige Systemschriften um ein großes Eszett erweitern, falls dieses in der benutzten Schrift auf dem Rechner des Webseitenbesuchers noch nicht vorhanden sein sollte. Unser Paket umfasst ganze 28 Versal-Eszett passend zu folgenden Schriften:

Arial, Comic Sans, Courier New, Georgia, Lucida Sans Unicode bzw. Lucida Grande, Times New Roman, Trebuchet MS, Verdana

Eine visuelle Übersicht der Versal-Eszett bietet dieses PDF.



Das Eszett-Set steht unter Creative-Commons-Lizenz und kann hier heruntergeladen werden:
http://www.fonts.info/store/index.php/de/blog/webfont-versal-eszett/
 
MyFonts hat seine beliebtesten Schriften des Jahres 2011 auf Basis der Verkaufszahlen ermittelt. Hier ist die Übersicht der Spitzenreiter …
 
Reina von Lián Types

Calluna Sans von Exljbris

Alana von Laura Worthington

Sánchez von Latinotype

Belluccia von Correspondence Ink

Hera Big von Lucas Sharp

Centrale Sans von Typedepot

Borgues Script von Sudtipos

Cassia von Hoftype

Melany Lane von Yellow Design Studio

 
Code Pro von Fontfabric

 
Mishka von Fenotype

 
Populaire von PintassilgoPrints

 
Gelato Script von Schizotype

 
Pluto und Pluto Italics


Siehe auch:
Typefacts: Die besten Fonts 2011 Fontwerk: Die besten Schriften 2011 FontShop’s Best Typefaces of 2011
Der Schriftanbieter Type Together macht uns allen ein schönes Weihnachtsgeschenk. Die Bree Serif Regular kann derzeit kostenlos heruntergeladen werden und steht mit der sehr liberalen OFL-Lizenz für eine weitreichende Anwendung zur Verfügung.

Die Bree (Sans) von José Scaglione und Veronika Burian wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht und vielfach ausgezeichnet. Mit der Bree Serif bekommt die »aufrechte Kursive« bald eine passende Schwester, die sich im Regular-Schnitt nun schon einmal testen lässt.
Gerade hat Nick Shinn seine Parity veröffentlicht – eine Schrift, die von Grund auf als Unicase-Schrift, also als Kombination von Groß- und Kleinbuchstabenformen mit gleicher Buchstabenhöhe, gestaltet wurde.
 
Doch wie soll man Schriften dieser Art eigentlich im Deutschen bezeichnen? Dies fragte sich auch Jürgen Siebert von FontShop Deutschland. Die FontBook App ist mehrsprachig angelegt, aber eine Übersetzung für Unicase innerhalb dieser Anwendung fehlte bislang. Siebert fragte daher auf Twitter nach einer Übersetzung. Einen etablierten Begriff scheint es nicht zu geben, aber schnell wurden von verschiedenen Seiten neue Kunstwörter als Vorschlag unterbreitet; zum Beispiel Miscuskel/Mixuskel, Mononuskel/Monuskel oder Binuskel.


 
Den bislang überzeugendsten Vorschlag lieferte schließlich Florian Hardwig:
HEIM bzw. heim -> monokameral
Heim -> bikameral
HҼУM -> unikameral


 
Im Gegensatz zu den anderen Vorschlägen wird hier kein völlig neues Wort erfunden, da der sprachliche Bezug auf die zwei »Kammern« der lateinischen Schrift so bereits in anderen Sprachen im Einsatz ist. So findet sich bicameral/bicamérale zum Beispiel im Englischen und im Französischen.
Wir möchten diesen Vorschlag zur Etablierung von unikameral als deutsche Übersetzung für Unicase gern unterstützen und einen entsprechenden Artikel im Wiki von Typografie.info anlegen. Zuvor möchten wir jedoch der Community von Typografie.info noch einmal die Chance geben, über diesen Vorschlag zu diskutieren.

(Alle gezeigten Schriftmuster: Parity von Nick Shinn)
Als Feedback zur 2. Ausgabe des Typografie.info TypoJournals hörten wir immer wieder: »Das ist ja eigentlich schon kein Magazin mehr, das ist ja wie ein Fachbuch!« Und in der Tat: Das TypoJournal steht für seine hochwertigen Inhalte und dieses Feedback war für uns Genugtuung und Ansporn zugleich, diesen Anspruch auch bei der 3. Ausgabe konsequent weiterzuverfolgen. Nach anderthalb Jahren erscheint nun die neue Ausgabe des TypoJournals zum Thema »Wandel«.

Schrift, Sprache und Design sind einem fortwährenden Wandel unterworfen. Doch wie lange und aus welchen Gründen müssen Traditionen gepflegt werden? Müssen gebrochene Schriften nach 100 Jahre alten Satzregeln gesetzt werden? Sind Anglizismen ein Zeichen für den Verfall der deutschen Sprache? Welche Rolle spielen Handschrift, Bleisatz und Buchdruck noch in der digitalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Sollte man die deutsche Rechtschreibung einfach so von heute auf morgen ändern und kann man einfach einen neuen Buchstaben wie das große Eszett einführen und durchsetzen?
Dies sind keine einfachen Fragen und im dritten TypoJournal setzen wir uns daher ausführlich mit diesen und weiteren spannenden Themen rund um den Wandel in Schrift, Sprache und Design auseinander. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Die Artikel der Ausgabe
Ist die deutsche Sprache vom Verfall bedroht? Prof. Dr. Rudi Keller Schriftmuster im Wandel. Henning Krause Bleisatz und Buchdruck im 21. Jahrhundert. Martin Z. Schröder Der Antiqua-Fraktur-Streit im 21. Jahrhundert. Ralf Herrmann Eine Kursive für die Fraktur. Joshua Krämer Die Berliner Verkehrsbetriebe im Wandel der Zeit. Lars Krüger Das Eszett, eine scharfe Type. Nadine Roßa Das Eszett kommt endlich groß heraus. Ralf Herrmann Corporate Design im Umbruch. Kathrin van der Merwe Papiernormen: Raumnot und Weltformat. Thomas Maier Das typografische Manifest. Emanuelle Typographique Sie haben Ihr Ziel erreicht. Das Ende des Kartenlesens. Ralf Herrmann Fingerübungen bei marke.6 in Weimar. Severin Wucher Umfang: 112 Seiten, durchgehend farbig
Format: A4
Preis: 9,90 Euro (inkl. 7% MwSt. und zzgl. Versandkosten)

Online bestellen im Shop von fonts.info: http://de.fonts.info
 
Stimmen zum Magazin
»Das TypoJournal ist das zur Zeit beste deutsche Typografie-Magazin.« (Fontblog) »Hintergründige Lektüre, in wissenschaftlicher Genauigkeit dargestellt, aber mit einem Schuss Eleganz und optischem Pfiff, sodass das Lesen zum Vergnügen wird.« (Christian Gutschi, Graphischen Revue) »Das Magazin hat einen sehr hohen Anspruch und in der Tat ist es eher Fachpublikation/-buch als Magazin. Für Typografie-, Sprachliebhaber und Designstudenten ein absolutes Muss.« Design Made in Germany »Leider habe ich das TypoJournal 1 verpasst und demnach nicht in meinem Regal stehen! Das ist äußerst bedauerlich, da – meiner Meinung nach – das Typojournal mit Abstand das beste – mir bekannte – deutschsprachige Typo- und/oder Grafikdesign-Magazin auf dem Markt ist.« L. Krüger, Berlin
17. Dezember 2011, 14 Uhr
Vortrag mit Nadine Roßa und Ralf Herrmann
im Buchstabenmuseum Berlin


Eszett, scharfes S, Buckel-S, Rucksack-S, Dreierles-S – ein ganz besonderer Buchstabe, der nicht nur viele Namen trägt, sondern auch so manche Besonderheit aufweist. Seine gestalterische und funktionale Herkunft ist bis heute nicht restlos geklärt und die Tatsache, dass er in der Orthografie von Deutschland und Österreich benutzt wird, aber bislang keinen offiziellen Großbuchstaben besitzt, macht ihn einzigartig innerhalb der gesamten lateinischen Schrift. Dabei kommt das Eszett selbst im Deutschen nur selten vor – nach der Rechtschreibreform sogar noch weniger. Doch es behauptet sich weiter hartnäckig und kämpft nun sogar wieder verstärkt um eine eigene Versalform.



Nadine Roßa und Ralf Herrmann, der in der Stadt Pößneck geboren wurde, schlagen sich mit den Irrungen und Wirrungen um diesen Buchstaben schon ihr ganzes Leben herum. Nadine Roßa trägt diesen Buchstaben heute sogar mit Stolz und widmete ihre Diplomarbeit an der HTW Berlin dem Eszett. Aus dieser Arbeit und ihrem Leben mit dem Eszett im Namen wird sie in diesem Vortrag berichten.
 

 
Ralf Herrmann führt anschließend in die derzeitige Debatte um Sinn oder Unsinn eines Versal-Eszett ein. Wie konnte es dazu kommen, dass lediglich ein Buchstabe der lateinischen Schrift nicht über eine Versalform verfügt? Und wie ist dieser Umstand im Jahr 2011 zu bewerten? Ist dies eine geschichtlich bedingte Eigenheit oder ein Grund zu handeln? Welche Gründe sprechen heute für oder gegen die Etablierung eines großen Eszett?

Termin: 17. Dezember 2011, 14:00 Uhr
Dauer: ca. 40 Minuten
Eintritt: 2,50 Euro
Schaudepot, Karl-Liebknecht-Straße 13, 10178 Berlin (Berlin Carré, Alexanderplatz)

Facebook-Veranstaltungsseite: http://www.facebook.com/events/329321430427287/
Was ist hier noch eine »Tintenfalle«, was eine Punze? Ein extremes Spiel mit Lesbarkeit und Innenräumen zeigt die neue Schrift Sutturah des Spanisches Schriftgestalters Octavio Pardo.



Ein komplettes PDF-Schriftmuster kann hier heruntergeladen werden. Die Schrift ist soeben bei Rosette Type erschienen und derzeit zu einem Einführungspreis mit 25 % Rabatt erhältlich: http://www.rosettatype.com/Sutturah
Wie Monotype Imaging in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird man den Schriftwiederverkäufer MyFonts.com von Bitstream übernehmen. »Wird Monotype Imaging sich jetzt Monopoly Imaging nennen?« fragte heute morgen Erik Spiekermann schon scherzhaft auf Twitter. Denn mit den Schriftenkatalogen unter den Marken Monotype, ITC, Linotype und nun auch MyFonts dominiert man den Markt kommerzieller Schriften wie kein anderes Unternehmen. Lediglich FontShop bleibt einer der letzten »großen« weltweit tätigen, unabhängigen Schriftanbieter.
Mit dem eigenen Webshop unter fonts.com hatte Monotype das Online-Geschäft eher verschlafen, während MyFonts mit seinem rasch wachsenden und leicht bedienbaren Shop nicht mehr nur klassische Design-Agenturen bediente, sondern das Lizenzieren von Schriften auch für private Nutzer attraktiv machte. Genau zu diesem Zweck ging MyFonts.com im Jahr 2000 an den Start und wurde rasch immer beliebter. Heute bezeichnet man sich stolz als »weltgrößte Schriftenkollektion« und bieten cira 89.000 Schriftfamilien von über 900 einzelnen Schriftanbietern an.

Die Pressemitteilung:
http://www.businesswire.com/news/home/20111110006831/en/Monotype-Imaging-Acquire-Font-Business-Bitstream
Sie sind die Klassiker der System- und Webschriften: Die von Matthew Carter vor 15 Jahren speziell für optimale Leserlichkeit am Bildschirm entworfenen Schriften werden tagtäglich von Millionen von Menschen auf Internetseiten gelesen. Und wie das prominente Beispiel von Ikea zeigt, werden die Schriften aber lange nicht mehr nur am Bildschirm verwendet. Doch für den Einsatz als Druckschrift fehlten der Verdana und Georgia bislang die Ausdrucksmöglichkeiten, da sie lediglich als die klassische Windows-Fontfamilie mit 4 Schnitten verfügbar waren.
 

 
An den Pro-Versionen hat Matthew Carter nun gemeinsam mit David Berlow (Font Bureau), Steve Matteson und Tom Rickner (Monotype Imaging) gearbeitet. Dabei wurden die Schriftfamilien um weitere Strichstärken erweitert: Light, Semibold und Black ergänzen die bisherigen Regular- und Bold-Schnitte, und beide Schriften verfügen nun über insgesamt fünf Strichstärken, jeweils auch in Kursivvarianten. Neu hinzugekommen sind die für alle Strichstärken passenden Condensed-Schnitte.
Georgia Pro und Verdana Pro enthalten Kursive, Kapitälchen, Standardligaturen sowie Mediäval- und Versalziffern.
Nicht nur bei den Strichstärken, sondern auch bei der Zeichenausstattung hat das Designteam massiv Hand angelegt. Als OpenType-Features ansprechbar enthalten Georgia Pro und Verdana Pro echte Kapitälchen und verschiedene Ziffernsets. Letztere bieten Mediäval- und Versalziffern sowohl proportional als auch für den Tabellensatz zugerichtet. Neu hinzugekommen sind Standardligaturen in beiden Schriften.
 

 
Neben der typografischen Ausstattung wird auch der Sprachausbau massiv erweitert. Beide Schriften decken nun den kompletten pan-europäischen Sprachraum ab. Sie verfügen also neben den Zeichen für den osteuropäischen Sprachraum auch über griechische und kyrillische Zeichen.
 


 
Die Schriften kann man sich hierzulande über Linotype lizenzieren lassen. Neben den Druckschriften sind alle Fonts der Georgia und Verdana Pro auch als Webfonts verfügbar: einerseits über den Webfont-Dienst von Monotype/Linotype und andererseits über Webtype, den Webfontdienst von Font Bureau. Letztere haben unter georgiaverdana.com eigens eine Schriftmuster-Seite eingerichtet, auf der die Fonts direkt als Webfont betrachtet werden können.
Normalerweise mag ich keine kurzen Rückblicke auf Design-Konferenzen, wie sie üblicherweise in Magazinen und Weblogs erscheinen. Die eigentlichen Inhalte der Vorträge sind oft viel zu vielschichtig, als dass man sie in einige wenige Sätze fassen könnte. Wer nicht dabei war, erfährt also nur, welche Themen er alles verpasst hat und kann aus dem Rückblick wenig sinnvolles schöpfen. Doch die Schusterfisch-Konferenz in Weimar erscheint mir dennoch eine besondere Erwähnung wert.
 
Denn die von Jay Rutherford, Gaby Kosa, Andrea Dreyer und Ines Escherich organisierte Konferenz an der Bauhaus-Universität Weimar war alles andere als eine klassische Design-Konferenz. Unter dem Motto »Schrift in Bildung und Vermittlung« wagte man den Spagat, zwei völlig unterschiedliche Lager auf einer Konferenz zusammenzuführen: die Typografie und die Grundschul-Pädagogik. Und ich möchte sagen: das Experiment ist voll und ganz geglückt.
 

 
Der Veranstaltungsort war von historischer Relevanz und passend gewählt. Im Van-de-Velde-Gebäude der Bauhaus-Universität Weimar wurden 1919 die alten Lehrstrukturen aufgebrochen und die Studenten zu fakultätsübergreifendem Arbeiten ermutigt. Das Konzept und die Ergebnisse dieser neuen Arbeitsweise wurden legendär und machten weltweit Schule.
 

 
Mit der Pädagogik und der Typografie trafen nun hier zwei Disziplinen aufeinander, die zwar vieles miteinander gemein haben, aber doch selten in einen tatsächlichen Dialog treten. Und ich hatte Zweifel, ob man überhaupt in der Lage sein würde, eine gemeinsame Sprache zu sprechen und zu einem Dialog zu finden. Doch diese Zweifel wurden rasch zerstreut. Alle Vorträge und Diskussionen waren durch die Bank weg hoch interessant, konstruktiv und tiefgründig.
 
Beide Lager erklärten ihren Zugang und ihre Ideen zum Thema (Hand-)Schrift, deren Design und Vermittlung in der Schule. Schriftgestalter Friedrich Althausen berichtete über die Anforderungen an modernes Type Design; Jörg Petri schätze die medienphilosophische Rolle der Schrift ein; Ann Bessemans aus Belgien erklärte die neurowissenschaftliche Bedeutung des Erwerbs der Schreibfähigkeit, Indra Kupferschmid fasste die Forschungen von Gerrit Noordzij zur Handschrift zusammen; Florian Hardwig präsentierte seine Sammlung internationaler Schulschriften und Sebastian Böhmer von der Klassik-Stiftung Weimar führte in den gesellschaftspolitischen Schriften-Kampf zwischen Fraktur und Antiqua ein und erklärte, wie Verleger in der Vergangenheit durch die Wahl ihrer Schriften ihr Publikum bestimmen und konditionieren konnten.
 

 
Die weiteren Vorträge wurden dann aus Sicht der Pädagogik gehalten. Gundel Mattenklott betonte neben der reinen Funktionalität auch den ästhetischen Wert der Handschrift; Eva Maria Kohl und Michael Ritter führten in die Didaktik des Schrifterwerbs von Kindern ein und Thomas Heyl präsentierte interessante und nicht selten überraschende Forschungsergebnisse zu der Frage, ob Kinder beim Lernen des Lesens eine eigene Typografie benötigen.
 

 
Die meisten Themen führten zu intensiven Diskussionen. Welche Schriften sollen in Schulbüchern verwendet werden? Müssen die Doppelseiten eines Buches für Leseanfänger tatsächlich so überladen und durcheinander aussehen, wie es derzeit der Fall ist? Über mögliche Verbesserungsmöglichkeiten war man sich schnell einig, doch stehen denen nicht selten die zuständigen Gremien, Ministerien und die ökonomischen Zwänge der Schulbuchverlage im Weg. Ebenfalls heftig diskutiert wurde auch über die Rolle der Handschrift im 21. Jahrhundert selbst. Müssen Kinder im digitalen Zeitalter noch Blockschrift und Schreibschrift gleichermaßen beherrschen und in welcher Reihenfolge sollte man sie gegebenenfalls lehren? Welche der vielen Modelle der Schreibschrift sind die besten?
Natürlich wurde auch die neue Grundschrift heftig diskutiert. Die in den Medien gestreuten Schlagzeilen von der »Abschaffung der Schreibschrift« konnten rasch widerlegt werden. Doch ist diese »Kompromiss-Schrift« zwischen Block- und Schreibschrift tatsächlich der Weisheit letzter Schluss? Viele ähnliche Ansätze existieren in anderen Ländern bereits – allen voran Hans Eduard Meiers ABC-Schrift, die von vielen Seiten Lob erfahren hat.
 


Das Experiment, Design und Pädagogik in dieser Konferenz zusammenzubringen, ist geglückt. Natürlich konnte diese Konferenz nur ein erster Austausch sein. Es bleibt zu hoffen, dass diese Konferenz eine Fortsetzung findet oder zumindest die neu geknüpften Kontakte der Teilnehmer sich in der Zukunft in weiteren Kooperationen und schließlich auch positiv in der Praxis niederschlagen werden.
Der Schriftzug »Zierfische« mit seinen Ornamenten gehörte in Berlin über viele Jahre zum Frankfurter Tor, wie die zwei markanten Türme. Er war bereits ein Wahrzeichen an dieser Kreuzung. Das HO-Fachgeschäft wurde 1957 als modernste Zoofachhandlung in der Hauptstadt eröffnet. Handaufgezogene Papageien, Sittiche, Kaninchen und Reptilien erfreuten 52 Jahre lang Tierliebhaber aus Nah und Fern. 2009 musste das Geschäft am Frankfurter Tor 2 leider schließen.
Entworfen und gezeichnet wurde der Schriftzug »Zierfische« von Manfred Gensicke (*1934). Als gelernter Schrift- und Reklamemaler arbeitete er zwischen 1960 und 1995 in Berlin und ist für viele Beschilderungen im öffentlichen Raum verantwortlich. Der Zierfische-Schriftzug beruht auf seiner persönlichen Handschrift und wurde Anfang der 1980er Jahre neu gezeichnet und angefertigt.
Im Zuge der Sanierung der Karl-Marx-Allee wurde nicht nur die komplette Fassade des Gebäudes sandgestrahlt, sondern auch der Schriftzug mit den Fischen und Gräsern nachgebaut. Über 35 Meter gelbe Glasröhren wurden allein bei dem Schriftzuge »Zierfische« verarbeitet.



Mit einer Spendenaktion konnte das Berliner Buchstabenmuseum den Schriftzug im Jahr 2009 übernehmen und somit vor dem Verfall oder der Entsorgung retten. Dabei wäre die Übernahme um ein Haar gescheitert, da sich kurz vor der Demontage Diebe daran versuchten, die Leuchtreklame ihrerseits abzumontieren. Passanten beklagten nach der offiziellen Demontage sofort, dass dieses Wahrzeichens nun nicht mehr am gewohnten Platz sichtbar war. Nach der Rettung und Zwischenlagerung der Zierfische war es deshalb das Ziel des Buchstabenmuseums, diesen außergewöhnlichen Schriftzug mit seiner Geschichte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anfang 2011 konnte der Schriftzug dann schließlich in neuem Glanz im Rahmen einer Ausstellung in der Karl-Marx-Allee für zwei Monate präsentiert werden.



Manfred Gensicke mit Barbara Dechant und Anja Schulze vom Buchstabenmuseum bei der Vernissage:





Doch nicht nur der Schriftzug wurde gerettet. Der charakteristische Schildermaler-Schreibstil von Manfred Gensicke wurde mit dessen Unterstützung vom Designer Dirk Heider als komplette Schrift namens Gensicke ZF ausgebaut.



Eine besondere Herausforderung stellten die Buchstabenverbindungen statt. Durch unzählige Ligaturen, die sich per OpenType automatisch aktivieren lassen, spiegelt sich der lockere, handschriftliche Charakter auch in der Umsetzung als Font sehr gut wieder. Die Gensicke ZF kann man sich über Veer lizenzieren lassen. Der Lizenzgebühr beträgt 26 Euro. Außerdem ist die Schrift auf CD im Schaudepot des Buchstabenmuseums in Berlin erhältlich.



Zugehörige Links:
 
Schrift bei Veer lizenzieren lassen das Buchstabenmuseum in Berlin
<p>Eine elegante Display-Schrift von Friedrich Althausen mit 200 Ligaturen</p>
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