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Sulzbacher Form

Die Sulzbacher Form ist ein Gestaltungsprinzip des Eszett-Kleinbuchstabens. Der Name leitet sich von der Sulzbacher Übersetzung von Boethius’ »Trost der Philosophie« ab, die 1667 von Abraham Lichtenthaler gedruckt wurde. Der Druck benutzt ein eigens geschnittenes Antiqua-ß.

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Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts traten für das Fraktur-ß im Antiqua-Satz noch verschiedene Schreibungen wie ss, ſs, sz, ſz ein. In der Folge der Orthografischen Konferenzen fand sich am 25. März 1903 im Deutschen Buchgewerbehaus Leipzig eine vierzehnköpfige Kommission von Besitzern von Buchdruckereien und Schriftgießereien zusammen, um über die Auswirkungen der neuen Rechtschreibung auf den Schriftsatz zu beraten und hierzu Einheitlichkeit zu erzielen. Diskutiert wurden hierbei die deutschen Umlaute sowie die Minuskel- und Versalform des Eszett.

Für das Kleinbuchstaben-Eszett wurde folgende Regelung getroffen und im gleichen Jahr über die »Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker, Steindrucker und verwandte Gewerbe« veröffentlicht.

»Als allgemein einzuführende Gebrauchsform des kleines sz wird für gangbare Brot- und Titelschriften die von der Typographischen Gesellschaft zu Leipzig seinerzeit angenommene Sulzbacher Form mit der Maßgabe anerkannt, daß es den Schriftgießereien überlassen bleibt, diese Form den einzelnen Schriftcharakteren anzupassen. Die charakteristischen Merkmale dieser sz-Form sind die folgenden: Das sogenannte lange Antiqua-ſ wird oben mit einem z verbunden, im Kopfe eingebogen und läuft im unteren Bogen in eine feine oder halbstarke Linie oder in einem Punkt aus, wie die nachstehenden Buchstaben erkennen lassen.«

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Schriftgießereien und Druckereien waren angehalten, das ß in Sulzbacher Form bis Anfang 1904 zum Einsatz bereitzustellen. In der Folge kamen entsprechend immer mehr Antiqua-Schriften mit einem ß in Sulzbacher Form in den Handel. Nicht alle Schriftgestalter im deutschsprachigen Raum nutzten sie jedoch. Eine übliche Alternativform bestand in einer Gestaltung als Ligatur aus ſ und z mit Unterlänge.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren beide vorgenannten Gestaltungsprinzipien jedoch an Bedeutung und die meisten Schriften benutzen heute ein Eszett in Form einer Ligatur aus ſ und s.

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