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Boustrophedon bedeutet wörtlich »wie der Ochse pflügt« und steht für eine Schreibweise, bei der sich bei jeder Zeile die Schreibrichtung ändert.

Die frühen Griechen (ca. 800 bis 600 vor Christus) handhabten die Schreibrichtung zunächst noch variabel. Es existierten linksläufige (»sinistrograde«), rechtsläufige (»dextrograde«) und die boustrophedone Schreibweise. Letztere hat für Schreiber und Leser den Vorteil, dass am Zeilenende kein Zeilensprung gemacht werden muss, der den Lesefluss unterbricht. Der Nachteil ist, dass so für jeden Buchstaben auch das Spiegelbild gelernt werden muss. In der Folge haben sich deshalb Form und Ausrichtung vieler Buchstaben – etwa M und A – so entwickelt, dass sie in beiden Richtungen ähnlich erscheinen.
Spätestens im 4. Jahrhundert vor Christus setzte sich im griechischen Raum die rechtsläufige Schreibweise durch, wie wir sie bis heute verwenden.


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