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Typografie.info
  • B…



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      Barock-Antiqua

      Höhepunkt ihrer Blütezeit um 1750. Alte Bezeichnungen: Vorklassizistische Antiqua, Halbmediäval. Die Merkmale des Kupferstichs treten stärker hervor (Übergangs-Antiqua). Der Federduktus geht langsam verloren. Erkennungsmerkmale: abgerundete Serifen der Rundungen fast senkrecht Strichstärken-Unterschiede Bekannte Vertreter: Baskerville, Caslon, Imprimatur, Janson-Antiqua, Poppl-Antiqua, Tiffany, Times-Antiqua
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      Bengel

      Der Bengel (oder Pressbengel) ist der Arm an einer Handpresse, mit dem der Druck zwischen Tiegel und Druckform aufgebaut wird. 
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      Bézier-Kurve

      Bézier-Kurven sind Kurvenverläufe, die durch zwei Endpunkte einer Kurve und die Parameter der an ihnen angelegten Tangenten definiert sind. Durch Unterteilung von Kurvenzügen lassen sich alle Kurven als Bézier-Kurven darstellen. Die PostScript-Fonttechnologie sowie viele moderne Grafikprogramme arbeiten mit dieser geometrischen Konstruktion, die vom französischen Ingenieur und Mathematiker Pierre Bézier (*1. September 1910, Paris, † 25. November 1999) entwickelt wurde und bei dessen Arbeigeber Renault zur Gestaltung von Karosserieformen benutzt wurde. (Das System der Kurvenkonstruktion wurde übrigens zeitgleich auch von Paul de Casteljau bei Citroën entwickelt.)
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      Bikameral

      siehe Unicase
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      Bildschirmoptimierung

      Die Bildschirmoptimierung (englisch: Hinting) ist eine Technik, um vektorbasierte Fonts in kleinen Schriftgrößen am Bildschirm optimal anzeigen zu können. Dazu sind in den Fonts Informationen hinterlegt, die z.B. dafür sorgen, dass Strichstärken, Buchstabenhöhen etc. auch in kleinen Schriftgrade einheitlich bleiben. TrueType-basierte Systemfonts besitzen in der Regel eine besonders ausgefeilte Bildschirmoptimierung, bei der das Hinting bis hin zu jedem einzelnen Pixel in jeder Schriftgröße kontrolliert werden kann.
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      Bindehemmer

      Der Bindehemmer (Englisch: Zero Width Non-Joiner) ist ein standardisiertes Sonderzeichen, mit dem sich automatische Ligaturen im Schriftsatz gezielt und dauerhaft unterbinden lassen, wenn der Bindehemmer zwischen die betreffenden Zeichen gesetzt wird. Dies ist etwa für deutsche Texte nötig, um die Bildung von Ligaturen über Morphemgrenzen (zum Beispiel in »auf liegen«) hinweg zu unterbinden. Der Bindehemmer hat den Unicode-Wert U+200C. In HTML-Dokumenten kann er auch über folgende Notation eigegeben werden: In Adobe InDesign ist der Bindehemmer zu erreichen über: Sonderzeichen einfügen → Andere → Verbindung unterdrücken Auf Tastaturen mit T2- oder T3-Belegung kann der Bindehemmer über die Tastenkombination   AltGr   +    .    (Punkt) eingegeben werden.
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      Bindestrich

      Der Bindestrich (fachsprachlich auch Divis oder Viertelgeviertstrich genannt) ist ein kurzer waagerechter Strich. In der Rechtschreibung dient er entsprechend seinem Namen als Binde- bzw. Ergänzungsstrich (C-Dur, Konrad-Adenauer-Straße, Klein- und Großschreibung  etc.) sowie als Trennstrich für die Worttrennung am Zeilenende.  Im Unicode wurde für den Bindestrich die Position U+2010 HYPHEN geschaffen. Diese wird aus Gründen der (Abwärts-)Kompatibilität aber kaum verwendet. Stattdessen wird in aller Regel die über die Tastatur leicht zu erreichende, und von der Schreibmaschine (als Kompromiss zwischen Binde- und Gedankenstrich) übernommene Position U+002D HYPHEN-MINUS benutzt.  
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      Bindestrich-Minus

      Das heute Bindestrich-Minus genannte Zeichen (U+002D HYPHEN-MINUS) ist ein horizontaler Strich, der aus dem beschränkten Platz für Tasten auf der Schreibmaschine entstand. Notgedrungen wurden hier in der Regel Bindestrich, Gedankenstrich und Minuszeichen über den gleichen Tastenanschlag wiedergegeben. Bei frühen Computertastaturen und -kodierungen wurde diese Praxis übernommen. Der auf 128 Zeichen beschränkte ASCII-Kode enthielt ebenfalls nur einen horizontalen Strich. Mit dem später entstandenen Unicode-Standard wurden zwar eigene Positionen für alle genannten Striche geschaffen, jedoch blieb das Bindestrich-Minus-Zeichen wegen der allgemeinen Verfügbarkeit auf Tastaturen und in Fonts als übliches Zeichen für den Bindestrich im Einsatz. Auch als mathematischer Operator (etwa in Tabellenkalkulationsprogrammen) kommt das Bindestrich-Minus weiterhin zum Einsatz. 
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      BirdFont

      BirdFont ist ein Open-Source-Fonteditor von Johan Mattsson, mit dem sich Fonts erstellen und als TTF, EOT und SVG-Fonts ausgeben lassen. Der Editor lässt sich unter Windows, Mac OS, Linux und OpenBSD einsetzen. Weitere Infos und Download unter: http://birdfont.org
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      Bitmapfont

      Ein Bitmapfont setzt sich im Gegensatz zu einem vektorbasierten Font aus einer zweidimensionalen Matrix von Bildpunkten zusammen und ist damit in der Regel ausschließlich zu Darstellung am Monitor geeignet. Bitmapfonts sind nicht ohne Qualitätsverlust skalierbar und darum muss für jede Schriftgröße, für jeden Schnitt eine eigene Pixelgrafik vorliegen.
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      Blackletter

      Englische Bezeichnung für gebrochene Schriften (siehe Link)
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      Blauabzug

      Blauabzüge wurden zu Bleisatzzeiten mittels Durchschreibpapier angefertigt, um bei neu angelieferten Schriften die Vollständigkeit und das einwandfreie Schriftbild zu prüfen. Blauabzug der 48p halbfetten Helvetica vom 30. 10. 1964. Erstellt in der Setzerei der SHfBK Braunschweig.
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      Bleisatz

      Der Bleisatz ist ein Satzverfahren, das in unserem Kulturkreis seit seiner Erfindung durch Johannes Gutenberg in Mainz um 1440 angewendet wird. Dabei werden die Texte aus sogenannten beweglichen Lettern – einzelnen Buchstaben aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung – zu einer Druckform zusammengesetzt, und von diesen wird im Hochdruckverfahren gedruckt. Handsatz in einer amerikanischen Staatsdruckerei Das manuelle Zusammenfügen der einzelnen Lettern durch einen Schriftsetzer wird Handsatz genannt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts entsteht parallel zum Handsatz der Maschinensatz. Bei diesem werden die Texte durch Setzer an Tastaturen erfasst und anschließend automatisch als Einzelbuchstaben (z.B. bei der Monotype-Satzmaschine) oder zeilenweise (z.B. bei der Linotype-Satzmaschine) in Matrizen gegossen. Texterfassung mit dem Monotype-System
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      Blindtext

      Ein Blindtext ist ein Text aus aneinandergereihten Wörtern ohne Zusammenhang. Die Wörter sind meist fiktiv und ergeben keinen Sinn. Das sollen sie auch nicht, denn ein Blindtext soll lediglich den Lesefluss eines Fließtextes simulieren und wird zum Layouten benutzt. Der Betrachter soll nicht vom Text abgelenkt werden und sich nur auf das Design und die Anordnung des Textes konzentrieren. Das berühmteste Beispiel für Blindtext ist der Text »Lorem ipsum«.
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      Bouma

      Der Begriff Bouma enstammt der Psychologie und steht für das charakteristische Wortbild, das man in einem Cluster von Buchstaben – d.h. in der Regel einem zusammenhängenden Wort – erkennt. In der Typografie wird allgemein davon ausgegangen, dass wir Minuskeltext wegen der charakterstischen Bouma-Form, die hauptsächlich durch die Ober- und Unterlängen entsteht, besser lesen können als Versaltext, der meist nur gleichförmige, rechteckige Wortbilder erzeugt. Aus wissenschaftlicher Sicht ist diese These umstritten. Der Begriff Bouma geht auf wissenschaftlichen Studien von H. Bouma zurück (vgl. zum Beispiel »Visual Interference in the Parafoveal Recognition of Initial and Final Letters of Words, Vision Research, 1973), wird aber fast ausschließlich im bereich der (englischsprachigen) Typografie verwendet.
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      Boustrophedon

      Boustrophedon bedeutet wörtlich »wie der Ochse pflügt« und steht für eine Schreibweise, bei der sich bei jeder Zeile die Schreibrichtung ändert. Die frühen Griechen (ca. 800 bis 600 vor Christus) handhabten die Schreibrichtung zunächst noch variabel. Es existierten linksläufige (»sinistrograde«), rechtsläufige (»dextrograde«) und die boustrophedone Schreibweise. Letztere hat für Schreiber und Leser den Vorteil, dass am Zeilenende kein Zeilensprung gemacht werden muss, der den Lesefluss unterbricht. Der Nachteil ist, dass so für jeden Buchstaben auch das Spiegelbild gelernt werden muss. In der Folge haben sich deshalb Form und Ausrichtung vieler Buchstaben – etwa M und A – so entwickelt, dass sie in beiden Richtungen ähnlich erscheinen. Spätestens im 4. Jahrhundert vor Christus setzte sich im griechischen Raum die rechtsläufige Schreibweise durch, wie wir sie bis heute verwenden.
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      Broschur

      Eine Broschur (Plural: Broschuren) ist ein Druckerzeugnis, bei dem an einen Buchblock ein meist flexibler Umschlag direkt angeklebt ist. Die Broschur unterscheidet sich dadurch insbesondere vom Festeinband mit eingehangener, fester Decke.  Die Buchseiten einer Broschur können einlagig, mehrlagig oder ungefaltete Einzelblätter sein. 
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      Brotschrift

      Brotschrift (früher auch Brodschrift geschrieben) nannten die Setzer zu Bleisatzzeiten die Schriftarten bzw. -größen für den Mengensatz, mit dem sie im Akkord ihr Brot verdienten. Eine alternative, förmlichere Bezeichnung ist Werkschrift. 
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      Buchblock

      Der Buchblock besteht aus den bedruckten und gefalzten Lagen eines Buches.
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      Buchdecke

      Die Buchdecke bezeichnet den Teil des Buches, der sich um den Buchblock fügt und diesen schützt. Der Begriff wird im Gegensatz zu dem etwas allgemeineren Begriff Buchumschlag insbesondere für Festeinbände mit entsprechenden Deckeln verwendet. 
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      Buchdruck

      Buchdruck bezeichnet fachsprachlich das in unserem Kulturkreis von Johannes Gutenberg etablierte Hochdruckverfahren, das typischerweise bewegliche Lettern zur Erstellung der Druckform nutzt. Der Einsatz des Verfahrens zur Reproduktion von Büchern gab dem Verfahren seinen Namen. Aber auch andere Drucksachenarten wie etwa Postkarten oder Poster können in der Technik des Buchdrucks vervielfältigt werden. Der Buchdruck wurde im Laufe des 20. Jahrhundert weitgehend durch den Offsetdruck verdrängt. 
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      Buchrücken

      Der Buchrücken ist die schmale Seite eines Buches, an der der Buchblock am Einband befestigt ist. 
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      Buchschnitt

      Buchschnitt bezeichnet die drei offenen Seiten eines Buchblocks zusammengenommen: Oberschnitt, Vorderschnitt, Unterschnitt. 
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